Anschreiben für eine wissenschaftliche Volontariatsstelle

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Zane
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Anschreiben für eine wissenschaftliche Volontariatsstelle

Beitrag von Zane » 01.04.2011, 15:38

Ein freudiges Hallo an die große Runde,

in den vergangenen Tagen habe ich eine interessante Stellenauschreibung eines Museums für eine wissenschaftliche Volontariatsstelle gefunden.

Vorausgesetzt werden ein wissenschaftlich-qualifizierender Hochschulabschluss (Master, Magister, Staatsexamen, Promotion), einschlägige Praktika sowie erste Erfahrungen mit den "Neuen Medien"

Hier mein erster Entwurf eines Anschreibens:

Bewerbung zu Ihrer Stellenausschreibung für eine wissenschaftliche Volontariatsstelle zur Neukonzeption Ihrer Dauerausstellung der "Titel der Ausstellung" (als Betreff)


Sehr geehrter Herr X,

der Umgang mit historischen Quellen und Objekten und im Besonderen ihre museologische Vermittlung im Bereich der Jugend- und Erwachsenenbildung hat mich schon immer fasziniert und erfüllt mich mit großer Neugierde. Die Neuausrichtung Ihrer Dauerausstellung zu einer der aufregendsten "Themengebiet der Ausstellung" Deutschlands eröffnet daher eine einzigartige Möglichkeit des Mitgestaltens und des Unterstützens, weswegen mich die Stellenausschreibung Ihres renommierten Hauses sofort angesprochen hat und mich dazu bewog, Ihnen meine Unterlagen zu senden.

Während meines Studiums der Neueren/Neuesten Geschichte und der Angewandten Kulturwissenschaften sammelte ich in den Seminaren museumsbezogene Erfahrungen, so bei der Konzeption und Planung der Dauerausstellung des "Museums X", „Titel der Ausstellung“. Innerhalb dieses problemorientierten Gruppenprojektes brachte ich meine historischen Kenntnisse kreativ in die Ausstellungsgestaltung ein und trug auf diese Weise zur Umsetzung dieses Projektes bei. Des Weiteren habe ich mich der Objektdokumentation und Museumsinformatik gewidmet und für das "Museum Y" eine besucherorientierte Analyse zum Einsatz neuer Medien in den dortigen Ausstellungen verfasst. Diese Erkenntnisse vertiefte ich in teamorientierten als auch in Eigenverantwortlichkeit gestalteten Praktika, in denen ich meine persönlichen Eigenschaften weiter ergänzen und meine Berufsziele hinsichtlich einer Tätigkeit als wissenschaftlicher Volontär näher definieren konnte.

Nach Abschluss meines M.A. Studiums im September diesen Jahres an der "Hochschule X" möchte ich meine wissenschaftlichen Arbeitstechniken und erlernten soft skills sehr gerne bei Ihnen einbringen. Die erfolgreiche Mitarbeit in Ihrem Museum und das Kennenlernen der Tätigkeitsbereiche Ihres Hauses reizen mich sehr, sodass ich mich darüber freuen werde, Ihnen und Ihrem Team bei der Neukonzeption der spannenden und vielfältigen "Titel der Ausstellung" zur Seite stehen zu dürfen.


Folgende Fragen und Bewertungen interessieren mich nun "brennend" :)

- erster Gesamteindruck; macht er Lust auf das Lesen?
- Ist die Gliederung so angemessen?
- Ist der Einstieg gut gewählt?
- Trage ich das ein oder andere mal zu "dick" auf?
- auf welche Punkte sollte ich noch genauer eingehen?
- Lässt sich auf Grund des Anschreibens ein erster, interessantes Bild von mir zeichnen?
- Kommen meine Stärken zum Ausdruck?
- Begehe ich irgendwelche spezifischen Fehler?

Für jede Meinung und weitere Tipps bin ich sehr dankbar.

Grüße, Zane

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 02.04.2011, 08:50

Hallo Zane!

Es lässt sich tatsächlich ein "Bild" des Bewerbers zeichnen... für meine Begriffe allerdings ein relativ durchwachsenes: Du scheinst zwar auf der einen Seite sehr aussichtsreiche fachliche Voraussetzungen für dieses Volontariat mitzubringen... auf der anderen Seite scheint einen allerdings eine deutliche Schwäche bzgl. der Vermittlung entsprechender Themen anzuspringen. M. E. solltest Du mit Deiner Bewerbung den Eindruck erwecken, viel zu Wissen - und dieses Wissen gleichzeitig mit einer gewissen Leichtigkeit zu transportieren. Die bislang lediglich behauptete "Besucherorientierung" gälte es, tatsächlich zu leben... platt gesagt: "Schwieriges" einfach klingen lassen. Dein Anschreibensentwurf hat auf mich die exakt umgekehrte Wirkung: Dass jemand eigentlich "Einfaches" mit aller Gewalt "schwierig" klingen lässt. Da Du ganz explizit nach der "Lust auf Lesen" fragst: Leider nein. Überhaupt nicht!

Zane
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Beitrag von Zane » 02.04.2011, 10:47

Hallo,

recht herzlichen Dank für die schnelle Antwort. Leider ergeben sich daraus ja weitere Fragen, die ich gerne stellen möchte:

Ihre Kritik verstehe ich so, dass sie sich hauptsächlich auf den Mittelteil bezieht. Daher die Frage, ob zumindest der 1. Absatz als Einstieg gut gewählt ist bzw. der letzte Abschnitt das Anschreiben passend abrundet?

Zu Ihrem Kritikpunkt des "durchwachsenen Bewerberbildes": Wie meinen Sie das? Nenne ich zu wenige soft skills? Eigenschaften wie Flexibilität, Organisationstalent, Kommunikationsfreude, Fleißigkeit usw. habe ich als stillschweigende Voraussetzungen für ein erfolgreich absolviertes Studium vorausgesetzt, sollte ich dies dennoch einbauen?

Ihre Feststellung des schwierigen Leseflusses werde ich in einer 2. Version versuchen zu korrigieren. Sind die Sätze bislang zu lang formuliert? Sind sie nichtssagend?

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 02.04.2011, 13:07

Hmmmmm... das, worauf ich hinaus wollte, bezieht sich auf alle drei Teile gleichermassen. Insofern könnte ein sarkastischer Mensch tatsächlich sagen, dass auch Einleitung und Schluss zum Ganzen "passen" bzw. das Bild, was sich einstellt, "abrunden"... ;-)

Aber ganz ernsthaft: Ich meinte NICHT, dass irgend etwas Wichtiges unerwähnt geblieben wäre (empfinde es persönlich auch grundsätzlich als angenehm, wenn jemand die Nerven hat, auf Allerweltsbehauptungen zu verzichten). Es ging mir um die Art, WIE das gesagt wird, was gesagt wird... und die zieht sich vom ersten bis zum letzten Satz durch.
Zane hat geschrieben:Sind die Sätze bislang zu lang formuliert? Sind sie nichtssagend?
Sagen wir: Für ihre Länge sagen sie m. E. zuwenig... und das Wenige etwas zu umständlich... ;-)

Ich würde einmal davon ausgehen (weiss es nicht wirklich!), dass die wesentliche Herausforderung solch einer Ausstellungskonzeption darin besteht, das Wissen eines Fachmanns auf den Horizont eines Laien herunterzubrechen. Und Dein bisheriger Text liest sich einfach nicht wie der Text einer Person, die dazu in der Lage wäre...

Davon ganz unabhängig klingt der allererste Satz mit dem Fazit "hat mich schon immer fasziniert und erfüllt mich mit großer Neugierde" für mich nicht wie das Statement eines Fachmanns... sondern wie das Statement einer Schülerin, die gerne bei einem solchen ein Praktikum machen würde... ;-)

Zane
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Beitrag von Zane » 02.04.2011, 14:29

Oki, ich hab mich gleich nochmal drangesetzt und das Konzept neu überdacht. Manche Passagen finde ich vom Ansatz her recht schön, vorallem den 1. und letzten Abschnitt. Den Hauptteil habe ich dagegen fast komplett neu gemacht:

Sehr geehrter Herr X,

die musealische Vermittlung von historischen Objekten im Bereich der Jugend- und Erwachsenenbildung erfüllt mich als Historiker und Kulturwissenschaftler mit großer Neugierde und Leidenschaft. Die Neuausrichtung Ihrer Dauerausstellung zu einer der aufregendsten "Titel der Ausstellung" Deutschlands eröffnet daher eine einzigartige Möglichkeit der Mitgestaltung und Unterstützung, weswegen mich die Stellenausschreibung Ihres renommierten Hauses sofort angesprochen hat und mich dazu bewog, Ihnen meine Unterlagen zu senden.

Bereits während meines M.A Studiums sammelte ich durch studiennahe Projekte und Praktika wertvolle Einblicke in die breitgefächerte Museumslandschaft. Dieses Studium werde ich im September dieses Jahres an der "Hochschule x" abschließen. Mein fundiertes Wissen setzte ich erstmals kreativ und problemorientiert bei der seminarbegleiteten Konzeption der Dauerausstellung „Titel der Ausstellung" des "Museum X" ein und trug auf diese Weise zum Erfolg des Projektes bei. Erste Einblicke in die Verwaltung von musealen Objekten erlernte ich während einer ebenfalls seminarbegleitenden Tätigkeit am "Museum Y", in der ich mich an der Objektdokumentation und Museumsinformatik beteiligte. Eine von mir in Eigenverantwortung erstellte besucherorientierte Analyse zum Einsatz neuer Medien wurde vom "Museum Z"aufgegriffen und in die Ausstellung „Titel der Ausstellung“ integriert.

Im Rahmen eines einjährigen Volontariats möchte ich meine Fähigkeiten und persönlichen Eigenschaften sehr gerne bei Ihnen einbringen. Die erfolgreiche Mitarbeit in Ihrem Museum und das Kennenlernen berufsspezifischer Fertigkeiten reizen mich sehr, sodass ich mich darüber freue, Ihnen und Ihrem Team bei der Neukonzeption der spannenden und vielfältigen "Titel Ausstellung" zur Seite stehen zu dürfen.


-Wie ist es damit? ;-)

-Ich hätte noch einwenig Platz, sollte ich den nutzen um meine persönlichen Eigenschaften etwas mit einzubauen?

- Falls die ein oder andere Passage (ich hoffe mal, dass es nur noch Passagen sind ;-) ) nicht passt, hättet ihr einen Vorschlag zur Umgestaltung?

Recht herzliches Dankeschön schonmal im Voraus

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Beitrag von FRAGEN » 02.04.2011, 22:44

Zane hat geschrieben:Manche Passagen finde ich vom Ansatz her recht schön, vorallem den 1. und letzten Abschnitt.
Ich weiss jetzt nicht genau, was Du mit "Schönheit" im Kontest von Bewerbungen meinst. Meine persönliche Definition (die zugegebenermassen eine reine Privatmeinung darstellt) wäre eine gleichrangige Mischung aus inhaltlicher Dichte, stilistischer Konsistenz und sprachlicher Leichtigkeit.

Im Mittelteil hat sich diesbezüglich viel getan; davor und dahinter eher wenig:
Zane hat geschrieben:Sehr geehrter Herr X,

die musealische Vermittlung von historischen Objekten im Bereich der Jugend- und Erwachsenenbildung erfüllt mich als Historiker und Kulturwissenschaftler mit großer Neugierde und Leidenschaft. Die Neuausrichtung Ihrer Dauerausstellung zu einer der aufregendsten "Titel der Ausstellung" Deutschlands eröffnet daher eine einzigartige Möglichkeit der Mitgestaltung und Unterstützung, weswegen mich die Stellenausschreibung Ihres renommierten Hauses sofort angesprochen hat und mich dazu bewog, Ihnen meine Unterlagen zu senden.
Anstelle des roten Teils müsste m. E. ein spezifisches fachliches Statement zu dieser ganz speziellen Ausstellung kommen... und BTW eins ohne diese doppelte Schraube [fett] im Abgang.
Zane hat geschrieben:Im Rahmen eines einjährigen Volontariats möchte ich meine Fähigkeiten und persönlichen Eigenschaften sehr gerne bei Ihnen einbringen. Die erfolgreiche Mitarbeit in Ihrem Museum und das Kennenlernen berufsspezifischer Fertigkeiten reizen mich sehr, sodass ich mich darüber freue, Ihnen und Ihrem Team bei der Neukonzeption der spannenden und vielfältigen "Titel Ausstellung" zur Seite stehen zu dürfen.
In diesem ganzen Absatz sehe ich, ehrlich gesagt, überhaupt keinen inhaltlichen Fortschritt gegenüber dem bisher Gesagten bzw. Selbstverständlichen... und diesen ganz speziellen "Schraubenabgang" bringst Du auch hier... ;-)
Zane hat geschrieben:Ich hätte noch einwenig Platz, sollte ich den nutzen um meine persönlichen Eigenschaften etwas mit einzubauen?
M. E. hast Du sogar noch ziemlich viel Platz, wenn Du die nicht weiterführenden Passagen streichst... ;-)

Ich würde den allerdings weniger mit "Eigenschaften" als fachlichen Inhalten füllen - und die in einer Form darbringen, dass sich bestimmte Eigenschaften daraus ableiten lassen... ;-)

Zane
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Beitrag von Zane » 03.04.2011, 13:06

Ok, ich hab nach bestem Gewissen versucht, Ihre Anmerkungen in die Tat umzusetzen:

die musealische Vermittlung und Präsentation von historischen Objekten im Bereich der Jugend- und Erwachsenenbildung erfüllt mich als Historiker und Kulturwissenschaftler mit einer großen Neugierde und Leidenschaft. Die Neuausrichtung Ihrer Dauerausstellung „Titel Ausstellung a" zu einer der aufregendsten "Themas der Ausstellung" Deutschlands sowie die Konzeption zur „Titel Ausstellung B" und des neuen "Titel Ausstellung C"“ stellen dabei im besonderen Maße ein äußerst spannendes Verhältnis von Tradition und Moderne dar, mit dem ich mich sehr gut identifizieren kann.

Bereits während meines M.A Studiums sammelte ich durch studiennahe Projekte und Praktika wertvolle Einblicke in die breitgefächerte Museumslandschaft. Dieses Studium werde ich im September dieses Jahres an der "Hochschule X" abschließen. Mein fundiertes Wissen setzte ich erstmals kreativ und problemorientiert bei der seminarbegleiteten Konzeption der Dauerausstellung „Titel Ausstellung" des "Museum X" ein und trug auf diese Weise zum Erfolg des Projektes bei. Wichtige Praxiserfahrung in der Verwaltung von musealen Gegenständen sammelte ich während einer ebenfalls seminarbegleitenden Objektdokumentation am "Museum Y", in der ich mich an der Museumsinformatik beteiligte und dabei das Registrierungsprogramm „xxx"“ kennenlernte. Zudem erstellte ich in Eigenverantwortung eine besucherorientierte Analyse zum Einsatz neuer Medien, welche vom "Museum Z" aufgegriffen und in die Ausstellung Titel Ausstellung“ integriert wurde. Diese Erfahrungen bezüglich der neuen Medien konnte ich als Besucherbetreuer am "Museum B" weiter vertiefen und in den Umgang mit Besuchergruppen einbeziehen.

Im Rahmen eines einjährigen Volontariats in Ihrem Hause möchte ich mir weitere berufsspezifische Fertigkeiten aneignen und erworbenes Wissen erweitern. Ihre Ausstellungsphilosophie zur Vermittlung der "Thema Ausstellung" reizt mich außerordentlich und möchte ich näher Kennenlernen, sodass ich mich darüber freuen werde, Ihnen und Ihrem Team bei der Realisierung dieser Aufgabe zur Seite stehen zu dürfen.

- Der Eingang kommt mir jetzt ein wenig "plump" vor, kann man darin tatsächlich darauf verzichten zu schreiben, dass "die Ausstellung mich dazu bewog, Ihnen meine Unterlagen zu senden"?

- Bringt der Hauptteil meine Fähigkeiten rüber?

- Wie stehts nun mit dem "Abgang" am Ende? So ne "kleine Schraube" ist doch "erlaubt", oder ;-)

- Macht der Text nun mehr Lust aufs Lesen?

- Weitere Anmerkungen zu einzelnen Passagen?

Danke im Voraus für Ihre Mühen

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Beitrag von FRAGEN » 03.04.2011, 15:05

Zane hat geschrieben:Der Eingang kommt mir jetzt ein wenig "plump" vor, kann man darin tatsächlich darauf verzichten zu schreiben, dass "die Ausstellung mich dazu bewog, Ihnen meine Unterlagen zu senden"?
Zane hat geschrieben:Wie stehts nun mit dem "Abgang" am Ende? So ne "kleine Schraube" ist doch "erlaubt", oder ;-)
Was soll ich dazu sagen? Von einem gewissen Punkt an wird alles irgendwie zur Geschmacksfrage. Es ist ganz offensichtlich so, dass unser Empfinden in diesem Punkt unterschiedlich ist: Das, was mir "zu viel" ist, wenn es da steht, ist Dir "zu wenig", wenn es fehlt... und was der tatsächliche Leser dazu denken wird, weiss keiner von uns... ;-)

Dass die Bewerbung insgesamt besser geworden ist, scheint mir allerdings ausser Frage zu stehen...

Zane
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Beitrag von Zane » 12.05.2011, 16:53

Hi,

nach einiger Verzögerung hier der neueste Entwurf meines Anschreibens.
Wäre liebenswert, wenn ihr nochmals drüber schauen könntet und eine Bewertung abgibt. Vielen Dank dafür.



Sehr geehrter Herr ...,

„jede Familie, jeder Stadtteil und jede Stadt hat eine Geschichte. Sie zu kennen heißt, sich selbst zu kennen. Sie zu erforschen heißt, sich selbst kennenzulernen“. Ihre Neugestaltung zu „...“ sowie die Konzeption zur "..." greifen diese Philosophie in wunderbarster Weise auf und stellen im besonderen Maße ein äußerst spannendes Verhältnis von Tradition und Moderne dar. Seit je her erfüllt mich als Historiker und Kulturwissenschaftler diese einzigartige Interaktion mit großer Neugierde und Leidenschaft. Das kulturelle Erbe der Stadt ... zu bewahren, zu erforschen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen sehe ich daher als eine große Herausforderung, der ich mich gerne stellen möchte.

Bereits während meines M.A. Studiums sammelte ich durch studiennahe Projekte und Praktika wertvolle Einblicke in die breitgefächerte Museumslandschaft. Dieses Studium werde ich im September diesen Jahres an der ... abschließen. Mein fundiertes Wissen setzte ich erstmals kreativ und problemorientiert bei der seminarbegleiteten Konzeption der Dauerausstellung „...“ des ... ein und trug auf diese Weise zum Erfolg des Projektes bei. Wichtige Praxiserfahrung in der Verwaltung von musealen Gegenständen sammelte ich während einer ebenfalls seminarbegleitenden Objektdokumentation am ..., in der ich mich an der Museumsinformatik beteiligte und dabei das Registrierungsprogramm „imdas-pro“ kennenlernte. Daneben erstellte ich in Eigenverantwortung eine besucherorientierte Analyse zum Einsatz neuer Medien, welche vom ... aufgegriffen und in die Ausstellung „...“ integriert wurde. Meine Vielseitigkeit konnte ich als Besucherbetreuer am ... in ... ebenso unter Beweis stellen, wie bei der Unterstützung wissenschaftlicher Publikationen der Stiftung.

Im Rahmen eines Volontariats in Ihrem renommierten Hause möchte ich mir weitere berufsspezifische Fertigkeiten aneignen und erworbenes Wissen erweitern. In einem persönlichen Gespräch möchte ich Sie gerne überzeugen, dass ich mich mit meinen Fähigkeiten gewinnbringend in Ihr Team einbringen kann und freue mich sehr über eine Einladung dazu.

Mit freundlichen Grüßen aus ...,


Ich weiß, dass es eine eigene Rubrik für die "3. Seite" gibt, allerdings finde ich es ganz sinnvoll, meine 3. Seite direkt unter das Anschreiben zu platzieren, um somit den Zusammenhang nicht zu verlieren.

Auch hierzu wäre ich um jede Stellungnahme dankbar. Kommen meine Begeisterung rüber und Intensionen rüber? Auch hierfür recht herzlichen Dank.

Was mich an der musealen Arbeit in Ihrem Hause besonders fasziniert...

... sind in Zeiten des steigenden kulturellen Freizeitwettbewerbs und der heterogenen Besucherbedürfnissen zum Einen die Möglichkeiten der medienorientierten Wissensvermittlung. Insbesondere das interaktive Kennenlernen und Erforschen von musealen Themen und Objekten bietet große Chancen für eine effektive und individuelle Wissensaneignung, mit der jeder Besucher seine eigenen Interessenschwerpunkte vertiefen kann.

Zum Anderen begeistert mich die Übernahme von pädagogischer und wissenschaftlicher Verantwortung sowie das uns von den Besuchern entgegengebrachte Vertrauen. Dies erfordert unser vollstes Engagement, schult unser Verständnis für die Belange der Besucher und betraut uns mit der wunderbaren Aufgabe der Kinder,- Jugend,- und Erwachsenenbildung bzw. –aufklärung.

Nicht zuletzt stellen die uns zugänglichen Quellen und Museumsobjekte einen einmaligen und faszinierenden Zugang zu unserer eigenen Vergangenheit dar, die uns mit auf eine Reise in die spannendsten und abwechslungsreichsten Themen- und Lebensgeschichten der Menschheit nehmen. Der wissenschaftlich korrekte und verantwortungsbewusste Umgang mit diesen Objekten ist die Basis unserer Arbeit, um den Gästen ihren eigenen Bezug zur Ausstellung vermitteln und damit das kulturelle Erbe ihrer Region bewahren zu können.

Dies trifft in besonderer Weise auf die historischen Hinterlassenschaften der Stadt ... und seiner Umgebung zu. Ihre wechselvolle Geschichte zu Zeiten der Reformation, ihrer wirtschaftlichen Blüte unter Herrschaft der Habsburger sowie ihre politische wie gesellschaftliche Bedeutung seit der Einverleibung in das einstige ... machen ... zu einem geisteskulturellen Zentrum Deutschlands. Auch wenn ich durch mein Studium in ... mit dessen einzigartiger Geschichte in Berührung kam und viele wichtige Impressionen und Erfahrungen sammelte, so habe ich nie meine Heimatverbundenheit zu ... aus den Augen verloren und auf diesem Wege unsere Bräuche, Traditionen und unsere unvergleichliche Historie neu schätzen gelernt.

All diese Intensionen, Wünsche und Vorstellungen gipfeln im Erfolg Ihres Hauses. Die beste Grundlage für eine effektive Ausstellungskonzeption, einen lehrreichen Besuch Ihrer Einrichtungen sowie für eine effiziente Umsetzung Ihrer Philosophie sehe ich in einer markt- und besucherorientierten Denke, in einer kreativen und problemorientierten Mitarbeiterkompetenz sowie in einer vielfältigen und interessanten Wahl der Ausstellungsthemen.

Zane
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Beitrag von Zane » 14.05.2011, 11:43

Hi,

habe ich alles so schlecht formuliert, dass damit nichts anzufangen ist? Bitte schaut doch nochmals drüber.

Vielen Dank

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