Anschreiben für Praxissemester Maschinenbau

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sTineR
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Anschreiben für Praxissemester Maschinenbau

Beitrag von sTineR » 21.02.2013, 11:58

Hi,

ich bin neu hier und hätte gleich mal eine Frage zu meinem Anschreiben. Ich muss im 5. Semester ein Praxissemester absolvieren und bin zurzeit dabei meine Anschreiben aufzusetzen. Wirkt dieses zu "Ich-bezogen" oder findet Ihr sonst irgendwelche Fehler?

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Bewerbung um eine Praxissemesterstelle „…“


Sehr geehrter XXXXX

auf der Suche nach einer interessanten Anstellung für mein geplantes Praxissemester ab Oktober 2013 möchte ich mich Ihnen gerne vorstellen.

Seit Oktober 2011 studiere ich Maschinenbau an der XXXX und befinde mich zurzeit im 4. Semester.
Das Studium sieht für das 5. Semester ein Praxissemester vor. Nach eingehender Recherche Ihrer Internetpräsenz und Ihrem vorgestellten Unternehmensbild bei der Firmenkontaktmesse XXXXX im November 2012 an der XXXXX, bin ich sehr interessiert eine Anstellung bei Ihnen zu erhalten.

Vor meiner Entscheidung zu studieren erhielt ich mein Fachabitur von der XXXXXXXXXXX im Bereich Wirtschaft. Die Entscheidung Maschinenbau zu studieren, fiel dann wegen des anschließenden Zivildienstes. Gerade wegen meines Fachabiturs im Bereich Wirtschaft erlernte ich die Fähigkeit „wirtschaftlich“ zu denken, was jetzt im Maschinenbaustudium ebenfalls hilfreich ist. Einen Einblick in meine studienbezogenen Leistungen finden Sie im Anhang.

Durch das Studium konnte ich mich bisher in drei Studienarbeiten im Bereich Konstruktion mit dem CAD-Programm Creo Elements 5.0 vertraut machen, sowie auch meine Fähigkeit zum selbstständigem Arbeiten vertiefen. Durch meine Tätigkeit als Tutor im Fach „Ingenieurmathematik“ für den Studiengang Medizintechnik, sowie einem halbtägigen Seminar „XXXX“ lernte ich, in Gruppen selbstbewusst aufzutreten. Des Weiteren habe ich mir während mehrerer studienbegleitender Praktika, die in Gruppen abgehalten wurden, teamorientiertes und verantwortungsvolles Arbeiten angeeignet.


Ich würde mich sehr freuen diese Fähigkeiten bei einem Praktikum in Ihrem Betrieb zu erweitern. [Sollte man das "würde" anders formulieren? Habe gehört würde, hätte, sollte und sowas kommt nicht gut im Anschreiben]


Mit freundlichen Grüßen


XXXXX

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Ich würde gern noch einbringen, dass ich im Formula Student Electric Team Mitglied bin, jedoch weiß ich nicht, ob das dann einfach zu viel über mich wäre. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich das mit dem Fachabtiur im Bereich Wirtschaft erwähnen soll, oder stattdessen eben das mit Formula Student...
Im Lebenslauf steht das ja ebenfalls, aber sollte ich es im Anschreiben nochmal erwähnen? Das Anschreiben wäre nämlich jetzt ne Seite und mehr finde ich irgendwie zu viel...

Ich würde mich freuen, wenn ich mal Meinungen von anderen lesen könnte.

Vielen Dank schon mal für diejenigen, die sich Zeit nehmen.

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 21.02.2013, 18:14

Hallo sTineR,

dieses Anschreiben ist noch stark optimierungsbedürftig.

Es fängt mit der nichtssagenden Einleitung an. Denn das jemand, der sich bewirbt, auf der Suche ist, ist doch eine Selbstverständlichkeit.

Dann sagst Du gar nicht, was Du eigentlich möchtest. Eine Praktikantenstellen ... Aber als was? In welcher Abteilung? Oder möchtest Du in der Produktion am Fließband eingesetzt werden?

Überhaupt hat man beim Lesen des Anschreibens eher den Eindruck einer Pflichtbewerbung, denn eines Brewerbers, der richtig Lust hat, endlich einmal das erlernte Wissen in der Praxis anwenden zu können.

Hinzukommen sprachliche "Unebenheiten".
So ist es ungünstig Begifflichkeiten in Kürze zu wiederholen ("Vor meiner Entscheidung ..... Die Entscheidung ....")
Oder: Kompetenzen, wie etwa die Teamfähigkeit kann sich ein Mensch gar nicht aneignen, da diese in jedem Menschen bereits angelegt sind.

Viele Grüße aus Duisburg

sTineR
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Beitrag von sTineR » 21.02.2013, 18:48

Hallo Andreas,

Sollte man die Einleitung dann komplett weglassen? Ich empfand das als einen guten Einwurf, dass ich mich gerne vorstellen möchte. Ich schreib ja nicht "ich bin auf der suche und bewerbe mich hiermit bei Ihnen" oder so..?

Und das mit der Praktikantenstelle ist ja noch das "..."! Das wollte ich dann noch anpassen. Da kommt natürlich die genaue Stelle und Abteilung hin.

Das mit der "Entscheidung" sehe ich jetzt auch und werde das natürlich ändern. Ist mir beim durchlesen nicht aufgefallen.

Aber findest du wirklich, dass die Bewerbung an eine Pflichtbewerbung erinnernt? ich dachte gerade wenn ich erwähne dass ich Tutor bin und das mit Formula Student mit einbringe, dass das dann als motiviert und engangiert empfunden wird. Gerade solche "Soft Skills" werden ja von Unternehmen gern gesehen.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 21.02.2013, 20:58

Lies bitte unbedingt hier zum Anschreiben: https://www.bewerbung-forum.de/anschreiben.html
Sollte man die Einleitung dann komplett weglassen? Ich empfand das als einen guten Einwurf, dass ich mich gerne vorstellen möchte. Ich schreib ja nicht "ich bin auf der suche und bewerbe mich hiermit bei Ihnen" oder so..?

Du müsstest die Einleitung schon noch spezifischer schreiben. Was interessiert dich besonders an der Stelle, was bringst du dafür mit? Im Verlauf des Anschreibens gehst du dann weiter darauf ein.
Vor meiner Entscheidung zu studieren erhielt ich mein Fachabitur von der XXXXXXXXXXX im Bereich Wirtschaft. Die Entscheidung Maschinenbau zu studieren, fiel dann wegen des anschließenden Zivildienstes. Gerade wegen meines Fachabiturs im Bereich Wirtschaft erlernte ich die Fähigkeit „wirtschaftlich“ zu denken, was jetzt im Maschinenbaustudium ebenfalls hilfreich ist. Einen Einblick in meine studienbezogenen Leistungen finden Sie im Anhang.

Das ist zu umständlich. Was du noch anderes gemacht hast und wann du dich für den Studiengang entschieden hast, ist zweitrangig. Es ist für den AG wichtig, was du kannst, um auch im Praktikum produktiv eingesetzt werden zu können.

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 22.02.2013, 13:59

Hallo sTineR,

eine Einleitung sollte man nicht weglassen, da man sonst zu sehr den eindruck erweckt, mit der Tür ins Haus zu fallen. Allerdings solltest Du dort möglichst Selbstverständlichkeiten vermeiden. "auf der suche ..." ist halt eine solche Selbstverständlichkeit.

Was mir halt in dem Anschreiben fehlt, ist die Botschaft "Ich habe Lust auf dieses Praktikum", weshalb das Ganze auf mich halt wie eine Pflichtbewerbung wirkt; was auch noch durch die Formulierung "Das Studium sieht für das 5. Semester ein Praxissemester vor" unterstützt wird.

Im Übrigen, um auf deine Frage mit dem Konjunktiv einzugehen: der sollte tunlichst vermieden werden, da Personalverantwortliche diesen als Zeichen für ein mangelndes Selbstbewusstsein werten.
"Ich freue mich sehr, diese Fähigkeiten bei einem Praktikum in Ihrem Betrieb zu erweitern" hat da eine ganz andere Aussagekraft.

Viele Grüße aus Duisburg

sTineR
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Beitrag von sTineR » 23.02.2013, 18:06

Vielen Dank schonmal für die Kritik und Tipps. Ich hab mich jetzt nochmal ein wenig hingesetzt und das ganze etwas abgeändert und freue mich über neue Meinungen zum jetzigen Anschreiben. Ist dieses besser gelungen?

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Bewerbung um eine Praxissemesterstelle […] [als was und wo wird ergänzt]

Sehr geehrte „Damen und Herren,…“ [Wird noch abgestimmt]

ich bin ein junger, dynamischer Student der Fachrichtung Maschinenbau und studiere zurzeit im 4. Semester an der XXXX. Sie stellten Ihr Unternehmensbild bei der vergangenen Firmenkontaktmesse XXX im November 2012 an der XXX vor und beschrieben sich als führendes XXXXXunternehmen Europas. Es reizt mich, bei einer in der Branche angesehenen Firma zu arbeiten und bei Ihnen mein ganzes Wissen und Engagement einzubringen sowie selbstverständlich zu erweitern. Auch Ihr Ruf als ein Unternehmen mit einem offenen und freundlichen Arbeitsklima hat mich zu meiner Bewerbung bei Ihnen ermuntert.

Durch das Studium konnte ich mich bisher in drei Studienarbeiten im Bereich Konstruktion mit dem CAD-Programm Creo Elements 5.0 vertraut machen, sowie auch meine Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten vertiefen. Durch meine Tätigkeit als Tutor im Fach „Ingenieurmathematik“ für den Studiengang Medizintechnik, sowie einem halbtägigen Seminar „XXX“ lernte ich, in Gruppen selbstbewusst aufzutreten.

Des Weiteren bin ich Vereinsmitglied im Formula Student Electric Team der XXXXXX, in dem ich mit einer kleinen Gruppe für die Auslegung des XXXX zuständig bin, wo ebenfalls ein zielorientiertes und verantwortungsvolles Arbeiten gefordert wird.

Ich möchte meine Fähigkeiten gern in den Dienst Ihres in Sachen Forschung und Entwicklung beispielhaften Unternehmens stellen und freue mich deshalb über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.


Mit freundlichen Grüßen


XXXXX

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 24.02.2013, 10:50

Hallo sTineR,

in dem Anschreiben fehlt eine ganz wichtige Information, und zwar die, was Du willst.

Ein Praktikum? Eine Trainee-Stelle? Eine Festanstellung? Als Pförtner? Im lager? Oder der Produktion?

Unternemen bevorzugen Bewerber, die klar sagen was sie wollen.

Deshalb solltest du schon klar mitteilen, was Du in welcher abteilung machen möchtest.

Viele Grüße aus Duisburg

sTineR
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Beitrag von sTineR » 24.02.2013, 11:02

Hallo Andreas,

ich habe bereits geschrieben, dass ich das noch ergänzen werde, sobald ich die Stellenanzeige vor mir liegen habe. Ich habe vor in der Forschung & Entwicklung mein Praktikum zu absolvieren, aber das kommt darauf an ob auch eine solche Stelle angeboten wird das meinte ich mit dem [wird ergänzt].

Ich wollte nur wissen, ob das jetzt vom restlichen Aufbau auch "motivierter" rüberkommt oder ob das eine 0815 Bewerbung ist.

Wie findest du den Rest dazu?

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 24.02.2013, 12:44

Hallo sTineR,

wieviele und welche Formulierungen belegen denn in deinem Anschreiben bislang deine Motivation?

Viele Grüße aus Duisburg

sTineR
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Beitrag von sTineR » 24.02.2013, 18:08

Hallo Andreas,

naja also erstmal finde ich zeigt es dass ich motiviert bin weil ich neben dem Studium noch für die Hochschule als Tutor und auch im FSE Team tätig bin.

Desweiteren bin ich jetzt darauf eingegangen warum ich genau zu DIESEM Unternehmen will.

"Sie stellten Ihr Unternehmensbild bei der vergangenen Firmenkontaktmesse XXX im November 2012 an der XXX vor und beschrieben sich als führendes XXXXXunternehmen Europas. Es reizt mich, bei einer in der Branche angesehenen Firma zu arbeiten und bei Ihnen mein ganzes Wissen und Engagement einzubringen sowie selbstverständlich zu erweitern. Auch Ihr Ruf als ein Unternehmen mit einem offenen und freundlichen Arbeitsklima hat mich zu meiner Bewerbung bei Ihnen ermuntert."

Sowie dass ich auf die Firmenmesse überhaupt gegangen bin finde ich zeigt, dass ich auch interessiert an den Firmen bin und mich nicht überall einfach bewerbe.

"Ich möchte meine Fähigkeiten gern in den Dienst Ihres in Sachen Forschung und Entwicklung beispielhaften Unternehmens stellen"

Also ich finde das reicht an "Selbstwerbung".
Alles andere finde ich wäre fast schon schleimen. Ich selbst bin von mir zwar überzeugt, dass ich die genannten Fähigkeiten habe und auch der richtige Mann für diesen Job bin, jedoch ist es nicht meine Art mich irgendwo reinzuschleimen.

Ich wüsste jetzt nicht, was genau ich noch verändern sollte, denn wie gesagt alles andere wäre für mich fast schon schleimerei. Soll ich etwa schreiben "Sie sind für mich das größte beste Unternehmen der Welt und es wäre eine Ehre für mich für Sie zu arbeiten"? Von soetwas halte ich überhaupt nichts und das wäre auch nicht "ich". Ich verstelle mich nicht in meiner Bewerbung, weil die Firma ja eben genau meine Art schon im Anrschreiben kennenlernen soll.

Kannst du mir denn einen Tipp geben was genau du meinst? Ich verstehs gerade irgendwie nicht.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 25.02.2013, 17:31

Auf das Unternehmen bist du eigentlich ausreichend eingegangen. Aber du könntest noch genauer angeben, was du mit dem Praktikum erreichen bzw. was du dabei lernen willst. Also dies mehr erweitern, denn es wird nicht richtig klar, was du mit diesem Praktikum willst bzw. was dich gerade an dem angebotenen Praktikumsinhalt interessiert:
Es reizt mich, bei einer in der Branche angesehenen Firma zu arbeiten und bei Ihnen mein ganzes Wissen und Engagement einzubringen sowie selbstverständlich zu erweitern.

Ich möchte meine Fähigkeiten gern in den Dienst Ihres in Sachen Forschung und Entwicklung beispielhaften Unternehmens stellen

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