Anschreiben Ingenieur Automobilzulieferer

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Try_Apply
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Anschreiben Ingenieur Automobilzulieferer

Beitrag von Try_Apply » 19.05.2010, 10:01

Servus zusammen,

hab grad ein Anschreiben fertiggestellt und würde mich über Kritik vom Spezialisten freuen.
Das Unternehmen sucht Ingenieure für die Produktion und den Einkauf. Ich favorisiere die Produktion als Tätigkeitsfeld, da ich mir hier als Berufseinsteiger bessere Chancen ausrechne. Die Bewerbung soll aber alternativ auch für die Stelle im Einkauf gelten.

Sehr geehrte Frau XXX,

nach Ihrer freundlichen Email vom XXX, für die ich mich nochmals bedanke, möchte ich Ihnen meine schriftlichen Bewerbungsunterlagen zukommen lassen.

Mit Aufmerksamkeit habe ich auf Ihrer Website von der offerierten Position eines Ingenieurs für den Bereich Produktion gelesen. Meinem Interesse folgend, habe ich schon während meines Studiums Erfahrung in diesem Tätigkeitsfeld gesammelt. Dementsprechend suche ich als Diplom-Ingenieur für meinen Berufseinstieg eine herausfordernde Entwicklungsmöglichkeit in einem innovativen und international tätigen Unternehmen der Automobilbranche. Daher stelle ich mich Ihnen kurz vor.

Nach meinem erfolgreich abgeschlossenen Maschinenbaustudium mit dem Schwerpunkt Fahrzeugtechnik entschied ich mich für ein Aufbaustudium zum Diplom-Wirtschaftsingenieur an der Fachhochschule XXX. Ausschlaggebend dafür war das Bestreben meine kaufmännischen Kenntnisse zu erweitern und dadurch in technisch-wirtschaftlichen Querschnittsfunktionen tätig sein zu können.
Zuletzt fertigte ich im Rahmen des Aufbaustudiums von Oktober 2009 bis März 2010 eine Abschlussarbeit bei der XXX GmbH in XXX auf dem Themengebiet „Lean Production“ an. Schwerpunkt der Arbeit war die Entwicklung eines Betriebsdatenerfassungsprozesses zur Bestimmung der Gesamtanlageneffektivität (Overall Equipment Effectiveness) von Produktionsanlagen. Hierbei führte ich insbesondere ein maßgeschneidertes Kennzahlensystem ein und entwickelte eine auf Excel basierende Software-Lösung zur Auswertung von Betriebsdaten. Dem ging eine eingehende Verlust-Analyse der zu untersuchenden Aggregate voraus. Zu meinen Kernaufgaben gehörten im Weiteren die Planung und Durchführung von Mitarbeiterschulungen sowie die Betreuung der Umsetzung. Kommunikationsstärke und Mitarbeitermotivation waren hierbei besonders wichtig. Durch das sich gerade im Aufbau befindliche Produktionssystem bot sich mir überdies die Möglichkeit, mich mit Produktionsthemen wie z.B. KVP, Lean, Kanban, Just-in-Time, TPM oder 5S auseinanderzusetzen.
Die Arbeit befindet sich derzeit in Korrektur, d.h. eine Benotung seitens der Hochschule sowie die Ausstellung des Diplomzeugnisses ist erst Ende des Monats Mai zu erwarten.

Das Praxissemester absolvierte ich im strategischen Einkauf bei der XXX GmbH in XXX. Während dieser Zeit habe ich ein internationales Einkaufsteam bei der Vor- und Nachbereitung von Preisverhandlungen unterstützt und fungierte als Ansprechpartner bei technischen Fragestellungen. Überdies habe ich durch eine umfassende Rohmaterialmarktanalyse das Verständnis von Marktentwicklungen vorangetrieben und stand in Kontakt mit branchennahen Verbänden und Instituten. Sehr gute Englischkenntnisse und der sichere Umgang mit SAP R/3 stellten Voraussetzung für dieses Praktikum dar.
Da ich auf Ihrer Website auch von Stellenausschreibung eines Ingenieurs für den Einkauf gelesen habe, könnte ich mir vor diesem Hintergrund auch eine Tätigkeit als technischer Einkäufer vorstellen.

Es wäre für mich sehr reizvoll meine Ideen, Kenntnisse und Fähigkeiten gewinnbringend im Sinne der XXX AG einbringen zu können. Für die Stelle als Ingenieur könnte ich ab sofort zur Verfügung stehen.
Gerne vervollständige ich die Eindrücke der Bewerbungsunterlagen in einem persönlichen Gespräch.

Mit freundlichen Grüßen

Was meint Ihr dazu?

Natalie_001
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Beitrag von Natalie_001 » 19.05.2010, 12:08

Hallo Try_Apply,

ich bin zwar keine Spezialistin, aber ist Dein Anschreiben nicht viel zu lang? Passt es noch in einer Seite?

Grüße,
Natalie

Try_Apply
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Beitrag von Try_Apply » 19.05.2010, 13:07

Ja, passt gerade noch auf ne Seite (Arial Schriftgröße 10). Ist mir bewußt dass das Anschreiben relativ lange ist. Jedoch sollen damit auch 2 Bewerbungen (eine favorisierte und eine alternative) erschlagen werden.

Try_Apply
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Beitrag von Try_Apply » 19.05.2010, 16:19

Hat noch jmd gute Tipps bzw. Verbesserungsvorschläge?

Gruß
Try_Apply

robonaut
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Beitrag von robonaut » 19.05.2010, 17:00

Klingt für mich wie ein ausformulierter Lebenslauf..

Scheinbar hast du dir nicht mal die Mühe gemacht dich eingehend mit Bewerbungen zu beschäftigen..

In diesem Forum findet man sehr viele Hilfen dazu. Diese sind zwar etwas zeitintensiver in der Recherche, als mal eben schnell seinen Text hier reinzustellen und auf Feedback zu hoffen. Eine Berücksichtigung der Regeln nach eigener Außeinandersetzung mit dem Thema, bringt dich aber sicher weiter.

Try_Apply
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Beitrag von Try_Apply » 19.05.2010, 17:56

Ausformulierter Lebenslauf? Ich gehe lediglich auf meine praktischen Erfahrungen während des Aufbaustudiums etwas genauer ein, da diese für das Anforderungsprofil der Stelle wichtig sind.

robonaut
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Beitrag von robonaut » 19.05.2010, 19:13

ich sehe nicht, wo du auf die Anforderungen eingehst.. Du legst stupid ein Mosaiksteinchen an das andere über die Dinge die du alle in letzter Zeit nacheinander abgehandelt hast..

Dann versuchst du noch intelligent zu wirken, indem du Schlagworte aufzählst.

Ich meins nicht böse, auch wenn man´s nicht glauben mag.. :wink:

Stell Dir vor, du bist der Arbeitgeber. Warum würdest du den Bewerber der diese Bewerbung verfasst hat nehmen?

Wo sagt der bewerber: sie brauchen dies, ich kann jenes; da hab ich das gelernt, dass kann ich dort und dort bei ihnen einsetzten.


Ach eins noch, ich schreib das hier so locker.. ich kämpfe mit ähnlichen Nöten, denn oftmals gibt es das Stellenangebot nicht her, da die Persos bzw. Fachabteilungsleute selbst keine richtige Ahnung haben, was alles in eine Stellenannonce hineingehört und ganz leicht ist es auch nicht wirklich Positionsbezogen seine Bewerbung zu tippen.

Viel Erfolg :wink:

Try_Apply
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Beitrag von Try_Apply » 20.05.2010, 10:37

Das ist ja genau der Punkt: Das Stellenprofil ist sehr allgemein gehalten.
Anforderungen:
Abgeschlossenes Hochschulstudium (Uni, FH)
Prozessdenken
Belastbarkeit
Bereitschaft zu internationalen Einsätzen
Sehr gute Englischkenntnisse, zusätzliche Fremdsprache erwünscht

Durch die Fachbegriffe versuche ich nicht intelligent zu wirken, sonder zu zeigen, dass ich micht mit diesen (Produktions-)Themen bereits auseinandergesetzt habe. Ich könnte ja auch einfach nur schreiben "...eine Diplomarbeit im produktionsnahen Bereich angefertigt...", aber diese Formulierung sagt rein gar nichts aus.
Sorry, falls ich dich falsch verstehe, aber das ist es doch worauf du hinaus willst?

Gibts evtl. noch eine Zweitmeinung? Wäre sehr dankbar.

Try_Apply
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Beitrag von Try_Apply » 21.05.2010, 11:21

Hallo,

hab mir das Anschreiben nochmal vorgeknöpft!
Ich wäre erfreut, wenn es Meinungen, Verbesserungsvorschläge etc. dazu gibt.

Sehr geehrte XXX,

nach Ihrer freundlichen Email vom XXX, für die ich mich nochmals bedanke, möchte ich Ihnen meine schriftlichen Bewerbungsunterlagen zukommen lassen.

Mit Aufmerksamkeit habe ich auf Ihrer Website von der offerierten Position eines Ingenieurs für den Bereich Produktion gelesen. Meinem Interesse folgend, habe ich schon während meines Studiums Erfahrungen in diesem Tätigkeitsfeld gesammelt und suche nun für meinen Berufseinstieg als Diplom-Ingenieur eine herausfordernde Entwicklungsmöglichkeit. Daher stelle ich mich Ihnen kurz vor.

Nach meinem erfolgreich abgeschlossenen Maschinenbaustudium mit dem Schwerpunkt Fahrzeugtechnik entschied ich mich für ein Aufbaustudium zum Diplom-Wirtschaftsingenieur an der FH XXX. Ausschlaggebend dafür war das Bestreben meine kaufmännischen Kenntnisse zu erweitern und dadurch in technisch-wirtschaftlichen Querschnittsfunktionen tätig sein zu können. Während dieser Zeit ist es mir gelungen mich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich weiter zu entwickeln.
So hat die Arbeit in internationalen Teams, im Rahmen einer Werkstudententätigkeit und eines Praktikums, bei der XXX GmbH dazu beigetragen, meine interkulturelle Kompetenz und Teamfähigkeit weiter auszubauen. Meine guten Englischkenntnisse waren hierbei sehr hilfreich.
Bedingt durch verschiedene Erfahrungen in der Automobilindustrie erhielt ich überdies eine abteilungsübergreifende Sichtweise, wodurch sich ein ausgeprägtes Prozessdenken entwickelte.

Zum Abschluss des Aufbaustudiums fertigte ich bei der XXX GmbH eine Diplomarbeit auf dem Themengebiet „Anlageneffektivität“ an, die mit der Note 1,7 bewertet wurde. Schwerpunkt der Arbeit war die Entwicklung und Umsetzung eines Betriebsdatenerfassungsprozesses zur Bestimmung der Gesamtanlageneffektivität (Overall Equipment Effectiveness) von Produktionsanlagen. Hierbei konnte ich mir nicht nur Fachwissen in diesem speziellen Bereich aneignen, sondern auch Kenntnisse im Bereich „Lean Production“ hinzugewinnen. Besonders profitiert habe ich dabei von meiner Kommunikationsstärke, der Fähigkeit Mitarbeiter zu motivieren und meinem analytischen Denkvermögen.
Die Ausstellung des Diplomzeugnisses ist Ende des Monats Mai zu erwarten. Selbstverständlich werde ich die Unterlagen umgehend nach Erhalt nachreichen.

Da ich auf Ihrem Stellenportal auch von Stellenausschreibung eines Ingenieurs für den Einkauf gelesen habe, könnte ich mir aufgrund meiner positiven Erfahrungen im strategischen Einkauf bei der XXX GmbH grundsätzlich auch eine Tätigkeit als technischer Einkäufer vorstellen.

Es wäre für mich sehr reizvoll meine Kenntnisse und Fähigkeiten als Ingenieur gewinnbringend im Sinne der XXX AG einbringen bzw. ausbauen zu können, und durch den Erfahrungszuwachs mittelfristig auch mehr Verantwortung zu übernehmen. Für die Stelle als Ingenieur könnte ich ab sofort zur Verfügung stehen.
Gerne vervollständige ich die Eindrücke der Bewerbungsunterlagen in einem persönlichen Gespräch.

Mit freundlichen Grüßen

dumdidum123
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Registriert: 29.07.2009, 20:11

Beitrag von dumdidum123 » 21.05.2010, 19:10

Also im Vergleich zu vielem was man hier sieht war es nicht mal ein schlechter Versuch. Immerhin hast Du tatsächlich versucht ein paar konkrete Sachen zu benennen die Du gemacht hast.

Der Personaler (oder wer Deine Bewerbung bekommt) kennt die Anforderungen der Stelle. Er weiß was er sucht. Ob Dein Profil zur Stelle passt, entscheidet er. Und: Er hat weder viel Lust noch viel Zeit zum Lesen. Was ihn interessiert ist: "Kann der das?"

Deine Aufgabe ist es zu zeigen, das Du es kannst. Nicht zu behaupten, sondern zu belegen - durch das, was Du bisher geleistet hast. Die Kunst ist, dass die Sachen die Du über Dich im Anschreiben erzählst zur Ausschreibung passen müssen.

Also: Schreib was Du geleistet hast, und verzichte auf triviale Schlussfolgerungen wie "weil ich X gemacht habe, habe ich Y gelernt" oder "ich habe A gemacht, und das passt zur Anforderung B"

Konkret: Dein zweiter Absatz hat keinen brauchbaren Inhalt. Dafür das Du die Anzeige lesen kannst und Dich deswegen bewirbst gibt es noch keine Punkte. Auch im nächsten Absatz gibt es noch wenig Konkretes. Du sprichst darüber, was Du gerne machst und bleibst im Allgemeinen.

Außerdem würde ich immer die Hard Skills zuerst angehen. Die am wichtigsten und lassen sich einfach belegen. Soft Skills sind Bonuspunkte, lassen sich aber oft nur behaupten ("Ich bin sehr teamfähig" - sagt wer?)

Bei Dir wird es erst im vierten Absatz konkret - Du warst in einem konkreten Bereich, es gibt eine Note, Du hast ein Profil. Bis dahin muss der Leser aber erst mal kommen. Deswegen: Bring Deine wichtigsten Pluspunkte gleich am Anfang.

Das mit den zwei Stellen ist ein zweischneidiges Schwert - ich würde mich im Anschreiben ein konkretes Profil aufbauen und keinen Spagat machen. Wenn Deine Fähigkeiten auf mehrere Stellen passen, dann kannst Du das natürlich erwähnen. Es sollte sich aber anhören nach "Das kann ich. Vielleicht haben sie ja auch noch andere Stellen (wie XXX) die interessant sein können." Was nicht 'rüberkommen sollte ist etwas wie "also, wenn A nicht klappt könnte ich auch B machen".

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