Anschreiben Initiativbewerbung - Hochschulabsolvent

Wenn ihr Berufsanfänger oder Berufspraktiker seid, dann könnt ihr eure Bewerbungsbeispiele in dieser Rubrik zur Diskussion stellen und die Musterbewerbungen anderer Bewerber bewerten. Auch für Bewerbungen um eine Neben- oder Teilzeitbeschäftigung.
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Tomcat25
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Anschreiben Initiativbewerbung - Hochschulabsolvent

Beitrag von Tomcat25 » 04.10.2014, 11:30

Hallo Forumsgemeinde,

in den letzten Wochen musste ich leider einige Bewerbungsabsagen hinnehmen. Daher beschlich mich das Gefühl, dass u.g. Anschreiben dafür verantwortlich sein könnte. Ich bitte um Hilfe.

Hinweis zum Anschreiben: vorausgegangen war eine persönliche Kontaktaufnahme mit einer Führungskraft des Unternehmens.
Sehr geehrte Frau XX

auf Empfehlung von Herrn XX möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich in Ihrem Haus initiativ um eine Stelle als Mitarbeiter zu bewerben.
Ihnen schreibt ein baldiger Hochschulabsolvent, der sich mit seinen Wissen in der Volkswirtschaft sowie seiner ausgeprägten Affinität zum Börsenparkett in den weiteren Erfolg Ihres Unternehmens einbringen will.

Bereits seit meiner Kindheit haben mich alle Themen rund um den Aktienmarkt fasziniert. Daher konnte ich dessen Entwicklung mit verfolgen und sah Trends kommen und gehen. Bis zum heutigen Tag habe ich mir diese Liebe erhalten.
Ich möchte nun, nach dem Abschluss meines Studiums hauptberuflich in der [X] tätig werden. Warum also meine Begeisterung für die Börse sowie mein volkswirtschaftliches Handeln nicht zu einem Teil meines Berufes machen?

Meine Teamfähigkeit konnte ich während diverser Praktika bei führenden Finanzdienstleistern unter Beweis stellen. Die Arbeit in diesem börsenaffinen Sektor gestaltete sich stets sehr vielfältig. Ich wirkte in erster Linie bei der Kundenbetreuung und -beratung sowie an der Entwicklung von Marketing- und Verkaufsförderungsmaßnahmen mit.

Insgesamt zeige ich, dass ich mich durch meine Arbeitsweise erfolgreich in bestehende Teams integriere und zu deren Erfolg beitrage. Persönliche Eigenschaften wie [X], [X], … machen mich außerdem zu einem Mitarbeiter, auf den Sie sich jederzeit verlassen können.

Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich sehr.

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TheGuide
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Re: Anschreiben Initiativbewerbung - Hochschulabsolvent

Beitrag von TheGuide » 04.10.2014, 13:17

Tomcat25 hat geschrieben:auf Empfehlung von Herrn XX möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich in Ihrem Haus initiativ um eine Stelle als Mitarbeiter zu bewerben.
Wann wirst du die Gelegenheit nutzen, dich initiativ zu bewerben? Du kündigst das hier ja großartig an...

Im Ernst. Streichen! Dass du dich bewirbst steht im Betreff.
Ihnen schreibt ein baldiger Hochschulabsolvent, der sich...

Hiermit distanzierst du dich ein wenig von dir selbst, als habest du mit dem allem nichts zu schaffen.

Im Telefonat wirst du sicher auch nicht von dir in der dritten Peson gesprochen haben: "Mit Ihnen telefoniert ein baldiger Hochschulabsolvent, der..." ;)
...mit seinen Wissen in der Volkswirtschaft sowie seiner ausgeprägten Affinität zum Börsenparkett in den weiteren Erfolg Ihres Unternehmens einbringen will.
Insgesamt wirkt der Satz ein wenig unidiomatisch.
Bereits seit meiner Kindheit haben mich alle Themen rund um den Aktienmarkt fasziniert.
Wie oft ich in diesem Forum schon lesen musste, dass jemand bereits seit seiner Kindheit von den absonderlichsten Dingen fasziniert gewesen sein will...
Wahrscheinlich hast du mit fünf angefangen das Handelsblatt zu lesen und bist seit dem siebten Lebensjahr dazu übergangen, die Bilanzen selbst zu lesen, um nicht mehr abhängig vom Medium zu sein, was?

Entschuldige die Polemik, sie soll dich nur darauf aufmerksam machen, wie dein Text auch auf den Adressaten wirken könnte.
Warum also meine Begeisterung für die Börse sowie mein volkswirtschaftliches Handeln nicht zu einem Teil meines Berufes machen?
Erwartest du, dass der Personalsachbearbeiter dir diese Frage beantwortet?
Meine Teamfähigkeit konnte ich während diverser Praktika bei führenden Finanzdienstleistern unter Beweis stellen. Die Arbeit in diesem börsenaffinen Sektor gestaltete sich stets sehr vielfältig. Ich wirkte in erster Linie bei der Kundenbetreuung und -beratung sowie an der Entwicklung von Marketing- und Verkaufsförderungsmaßnahmen mit.
Reiner Füllsatz, der nichts über dich aussagt. (Außer vielleicht, dass du keine Argumente für deine Einstellung vorweisen kannst. :shock: )
Insgesamt zeige ich, dass ich mich durch meine Arbeitsweise erfolgreich in bestehende Teams integriere und zu deren Erfolg beitrage.
Redundant, die Teamfähigkeit war bereits zwei Sätze zuvor Thema.

In einer Bewerbung solltest du den Anforderungskatalog der Stellenausschreibung abarbeiten. Bei einer Initiativbewerbung musst du dir deine Stelle selbst designen (es sei denn, du bewirbst dich auf eine durch eine ältere Ausschreibung klar definierte Stelle, von der du hoffst, dass eine gleichartige Stelle zu besetzen wäre). Auch hier musst du klar ein Stellenprofil abarbeiten. Vor allem musst du aber in einer Initiativbewerbung dem Adressaten deutlich machen, dass er dich braucht. Und da fehlt es noch. Dein Anschreiben ist mehr eines nach dem Motto "schau'n wa' mal, vielleicht haben die ja 'ne Idee, wo s'e mich einsetzen könn'n".

Deine Aufgabe wäre es zu schreiben "Ist Ihnen eigentlich schon mal aufgefallen, dass Sie an der Stelle X Geld vergeuden, weil sie Y ungenutzt verstreichen lassen? Stellen Sie mich ein, denn ich werde Y regeln und auf diese Weise den Firmenerfolg steigern."

Tomcat25
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Beitrag von Tomcat25 » 04.10.2014, 13:31

@TheGuide: vielen Dank für deine wertvollen Tipps.

Wie kann man denn in der Einleitung auf ein vorangegangenes Gespräch mit einer Führungskraft eingehen? Gibt es da geläufigere Möglichkeiten?

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 04.10.2014, 14:22

Tomcat25 hat geschrieben:Gibt es da geläufigere Möglichkeiten?
Das ist meines Erachtens die falsche Frage. Geläufig ist dann auch schnell abgedroschen. Geläufig wäre es sich für das Telefonat zu bedanken, normalerweise geschieht das im ersten Satz der Bewerbung. Vielleicht könnte man mal versuchen, diesen Dank im letzten Satz unterzubringen und schauen, wie das wirkt... Ist grad nur so 'ne Idee...

Im Grunde genommen kannst du ja auch das "auf Empfehlung von Herrn X" belassen, es hapert ja mehr am Anschluss.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 04.10.2014, 14:57

Anders gesagt: Was die "Geläufigkeit" angeht, ist die derzeitige Formulierung im Grunde schon das Optimum... wenn man maximale Geläufigkeit als ein solches bezeichnen möchte. Wenn es hingegen darum ginge, von der "Geläufigkeit" WEG zu kommen (um eher aufzufallen bzw. im Gedächtnis zu bleiben), böte es sich an, bzgl. der genauen Gesprächsinhalts konkreter zu werden. Das Interessante ist ja nicht die Tatsache, DASS Dir da jemand etwas empfohlen hat, sondern WARUM! Am Allerbesten wäre solch ein "Warum" natürlich aus Firmensicht. Wenn er sinngemäss gesagt hätte: "Wir brauchen gerade Sie für dies und jenes..."... DANN wäre das genau die Art von "Ungeläufigkeit", die richtig zieht... ;-)

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