Anschreiben Mitarbeiterin für wissenschaftliche Projekte

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Firenze
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Anschreiben Mitarbeiterin für wissenschaftliche Projekte

Beitrag von Firenze » 22.07.2013, 12:05

Hallo zusammen,

ich würde mich freuen, wenn ihr mir bei meinem Anschreiben weiterhelfen könntet.

Vorher noch ein paar Informationen zu mir und der Stellenanzeige:
Ich hab vor fast zwei Jahren mein Studium abgeschlossen und abgesehen von einem Nebenjob immer noch nichts in meiner eigentlichen Studienrichtung gefunden. Es gibt leider nicht allzu viele Stellen, bei der ich ins Profil passe. V.a. fehlende Berufserfahrung scheint ein K.O.-Kriterium zu sein.
Bei der anvisierten Stelle geht es um die wissenschaftliche Mitarbeit bei Projekten im Leistungssport - Anträge bearbeiten, Mitarbeit bei der Projektbearbeitung, Prüfung von Veröffentlichungen. Besonders geht es um die Bereiche Bewegungs-/ Trainingswissenschaft. Die Anforderungen an den Bewerber sind Studium Sportwissenschaft, Erfahrungen im Hochleistungssport sind von Vorteil, Englischkenntnisse, Erfahrungen in der Projektarbeit von Vorteil.


Bewerbung um die Stelle der Mitarbeiterin im Fachbereich I – Forschung und Entwicklung

Sehr geehrte Frau ...,

Ihre Stellenanzeige auf der Internetseite ... hat mich sehr angesprochen. Mit Freude würde ich Sie bei der Bearbeitung verschiedener Projekte in den Bereichen Bewegungs- und Trainingswissenschaft unterstützen wollen.

Mein Studium an der ... habe ich erfolgreich abgeschlossen. Seit 2005 studierte ich das Kombinationsprofil Sportwissenschaft-Sportgerätetechnik. Eines meiner Praktika absolvierte ich im Ganglabor ... . Nach einer kurzen Einarbeitungszeit war ich für die Durchführung und Auswertung der Druckverteilungsmessungen verantwortlich. Des Weiteren assistierte ich bei den dreidimensionalen Bewegungsanalysen, bei denen wir die Kinematik, Kinetik und Muskelaktivität der Patienten bestimmten. In meiner Magisterarbeit beschäftigte ich mich zudem mit dem Thema Symmetrie in der Ganganalyse. Das zweite Hauptfach Sportgerätetechnik beinhaltete außerdem eine Studienarbeit über das Thema „Spezifikationsbestimmung von Drucksensoren beim Nachweis von Kompressionswirkung“.

Sport gehört seit meiner Kindheit zu einer meiner liebsten Beschäftigungen. Mein Interesse gilt dabei diversen Sportarten wie Radsport, Fußball oder Tennis, die ich regelmäßig in den Medien oder vor Ort verfolge. Durch dieses langjährige Interesse konnte ich mir hinreichende Kenntnisse über die Aspekte des Hochleistungssports aneignen. Außerdem spiele ich seit etwa vierzehn Jahren aktiv Volleyball im Verein und engagiere mich bei der Betreuung einer Kinder-Übungsgruppe.
Mir aufgetragene Aufgaben erledige ich zuverlässig und gewissenhaft. Selbständiges Arbeiten sowie der Umgang mit dem Computer bereiten mir keine Schwierigkeiten. Recherchen in englischer Fachliteratur waren ein wichtiger Bestandteil sowohl des Studiums als auch im erwähnten Praktikum. Ein kurzfristiger Einstieg in die Arbeit bei ... ist mir möglich. Ein Umzug nach ... würde für mich kein Problem darstellen.

Gerne möchte ich Sie in einem persönlichen Gespräch kennenlernen und würde mich daher über eine positive Rückmeldung freuen.

Mit freundlichen Grüßen
...


Und anbei gleich noch einige Fragen, die mich beschäftigen. Berufspraktische Erfahrungen in der Projektarbeit hab ich ja eher nicht, aber Magister- und Studienarbeit sind ja auch so was wie Projekte, oder? Da ich Volleyball eher auf einem unteren Liganiveau spiele, habe ich eben erwähnt, dass ich mich sehr für Sport interessiere. D.h. ich sehe viel und lese auch viel darüber (nicht nur Ergebnisse sondern auch Hintergrundinformationen und Reportagen/ Berichte). Klingt das aber vielleicht zu sehr nach Freizeitbeschäftigung?

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FRAGEN
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Re: Anschreiben Mitarbeiterin für wissenschaftliche Projekte

Beitrag von FRAGEN » 23.07.2013, 22:05

Hallo Firenze!

Gar nicht so leicht, dazu etwas zu sagen. Man hat eigentlich den Eindruck, dass Du eine gute Bewerbung schreiben können müsstest. Der grösste Haken besteht wohl darin, dass Du in weiten Teilen mit ganz massiv angezogener Handbremse schreibst. Du präsentierst Dich an beinahe jeder Stelle derart defensiv, dass es dem Leser schwer fällt, Kompetenz in der schreibenden Person zu vermuten. Das beginnt ganz vorne:
Firenze hat geschrieben:Ihre Stellenanzeige auf der Internetseite ... hat mich sehr angesprochen.
Was ist das für eine Aussage? Ist es überhaupt eine? Ich würde sagen... es klingt beinahe wie der Versuch, um beinahe jeden Preis eine Aussage zu vermeiden... indem Du einfach mal den Sachverhalt nennst, der in seiner Evidenz der unbestreitbarste von allen ist.
Firenze hat geschrieben:Mit Freude würde ich Sie bei der Bearbeitung verschiedener Projekte in den Bereichen Bewegungs- und Trainingswissenschaft unterstützen wollen.
Das ist nicht viel mehr. Im Grunde noch einmal dasselbe. Du spielst die Aussage des Inserenten quasi ungeöffnet an ihn zurück. Er sagt: "Ich brauche jemanden, der mich bei Projekten aus diesen und jenen Bereichen unterstützt." Du sagst "Ich unterstütze sie bei Projekten aus diesen und jenen Bereichen." Der zweite Satz, mit dem der Autor sich komplett aus dem Geschehen zurück zieht und den Adressaten sich selbst überlässt.
Firenze hat geschrieben:Mein Studium an der ... habe ich erfolgreich abgeschlossen. Seit 2005 studierte ich das Kombinationsprofil Sportwissenschaft-Sportgerätetechnik.
Das ist die erste Aussage - wobei die beiden Sätze sich auch problemlos fusionieren liessen und dabei für mein Gefühl ein grösseres Gewicht entwickeln würden.

Der wissenschaftliche Teil ist bisher das Sahnestück. Den würde ich für den Moment mal so lassen.
Firenze hat geschrieben:Sport gehört seit meiner Kindheit zu einer meiner liebsten Beschäftigungen.
Das sollte man bei einem abgeschlossenen Sportstudium mal voraussetzen.
Firenze hat geschrieben:Mein Interesse gilt dabei diversen Sportarten wie Radsport, Fußball oder Tennis, die ich regelmäßig in den Medien oder vor Ort verfolge. Durch dieses langjährige Interesse konnte ich mir hinreichende Kenntnisse über die Aspekte des Hochleistungssports aneignen.
Das klingt wirklich nicht nach einer sportwissenschaftlichen Perspektive. Dahinter könnte auch der Abend mit dem Kasten Bier vor der Sportschau stecken. Das Verfolgen des Profisport-Geschehens ist dabei kein Fehler. Es müsste nur deutlich werden, dass Du dabei mehr siehst als Otto-Normalverbraucher!
Firenze hat geschrieben:Außerdem spiele ich seit etwa vierzehn Jahren aktiv Volleyball im Verein und engagiere mich bei der Betreuung einer Kinder-Übungsgruppe.


Ich glaube, das ist der Teil, mit dem ich meine persönliche Sport-Seite einläuten würde - weil halt am ehesten eigenes Erleben!
Firenze hat geschrieben:Mir aufgetragene Aufgaben erledige ich zuverlässig und gewissenhaft.


Aua. Nichts gegen Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit an sich... aber viel unspezifischere (und... hmmmm... unqualifiziertere) Tugenden sind schwer zu finden. Dazu passt dann auch die "Aufgetragenheit" der Aufgaben, die Du erledigst. Merkst Du, das das ein Bild ergibt? Und wie dieses Bild aussieht? Vor allem in Verbindung mit dem argumentativen "Wegducken" in der Einleitung? Hier scheint einfach absolut stimmig in sämtlichen Punkten das krasse Gegenteil einer "Leistungssport"- Mentalität zum Ausdruck zu kommen. Das ist das Problem. Nicht die Tatsache, dass Dir explizite "Leistunssport"-Erfahrungen fehlen - sondern, dass Dir das Thema selbst so wesensfremd wirkt. Da hilft es auch nicht, wenn Du im nächsten Satz ganz zaghaft anmerkst, dass "selbständiges Arbeiten" Dir ja auch "keine Probleme bereitet". Schon auf die Wortkombination "selbständig arbeiten" und "Probleme bereiten" muss man erst einmal kommen... ;-)

Versuch doch einmal, so zu schreiben, wie Du Volleyball spielst... ;-)

Firenze
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Beitrag von Firenze » 24.07.2013, 19:47

Danke erst mal für deine Antwort.

Ja, du hast Recht, ist präsentiere mich eher defensiv. Aber das ist genau das, was ich bin. Ich enttäusche nicht gern andere und möchte deswegen wohl auch (oft unbewusst) nicht zu hohe Erwartungen an mich wecken. Das heißt nicht, ich bin strohdoof und zu nichts zu gebrauchen, aber eben doch sehr zurückhaltend und selbstkritisch. Ich kann mich schon in andere oder neue Dinge gut einarbeiten, aber ich habe immer das Gefühl, dass andere das bestimmt besser und schneller können.
Übrigens spiele ich auch so Volleyball, nämlich als Libero, also defensiv. :wink:

Aber zurück zum Anschreiben.
Wo ich die Anzeige her hab, ist also eher überflüssig? Dann würde ich einfach mit dem Abschnitt über das Studium beginnen. Eine Einleitung à la „Sie suchen einen motivierten, …Mitarbeiter. Hier bin ich.“ ist mir irgendwie zu offensiv.

Zum „Sportteil“ hätte ich folgendes anzubieten:
Ich spiele seit etwa vierzehn Jahren aktiv Volleyball im Verein. Besonders fasziniert mich dabei, dass man im Team antritt, im Team gewinnt oder verliert, aber dennoch als einzelner Spieler herausstechen (mir fehlt noch ein besseres Wort) kann. (Oder soll ich lieber schreiben, dass ich gern in einem Team arbeite, bei dem man gemeinsam ein Projekt bearbeitet, aber dennoch eigenständig Teilaufgaben erledigt). Weiterhin engagiere ich mich bei der Betreuung einer Kinder-Übungsgruppe, bei der ich mein technisches und taktisches Wissen weitergeben kann. Neben meiner eigenen sportlichen Aktivität beschäftige ich mich auch häufig mit Hintergrundberichten aus dem professionellen Sport (oder Sportarten nennen?).


Hättest du zum Schluss vielleicht noch einen Tipp, was ich zu meinen soft skills schreiben kann? Wenn es passt, würde ich schon gern einbringen, dass man sich auf mich verlassen kann. Wenn mir eine Aufgabe gegeben wird, mach ich das nicht „husch husch“, Hauptsache schnell fertig. Ich versuche die Aufgabe bestmöglich und ohne Fehler zu erledigen. Auch wenn sich das vielleicht nach Standardfloskel anhört, würde ich das wirklich von mir behaupten.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 24.07.2013, 22:15

Firenze hat geschrieben:Ja, du hast Recht, ist präsentiere mich eher defensiv. Aber das ist genau das, was ich bin. Ich enttäusche nicht gern andere und möchte deswegen wohl auch (oft unbewusst) nicht zu hohe Erwartungen an mich wecken. Das heißt nicht, ich bin strohdoof und zu nichts zu gebrauchen, aber eben doch sehr zurückhaltend und selbstkritisch. Ich kann mich schon in andere oder neue Dinge gut einarbeiten, aber ich habe immer das Gefühl, dass andere das bestimmt besser und schneller können.
Übrigens spiele ich auch so Volleyball, nämlich als Libero, also defensiv. :wink:
Da fällt mir das schöne Stichwort "mannschaftsdienlich" ein... und was den "Libero" angeht: Heisst der nicht so, weil er relativ frei in der Ausgestaltung seiner Position ist (bzw. zwischen Angriff und Sturm wechseln kann + soll)? Das wäre das zweite schöne Stichwort für Deine Bewerbung: Wenn Du so arbeitest, wie Du Volleyball spielst (mit "Libero"-Qualitäten halt)... dann klänge das für mich schon ziemlich interessant!

Nehmerinnen-Qualitäten hast Du übrigens auch! Ich hatte gestern abend ja fast ein schlechtes Gewissen für die Tirade, die mir da so rausgerutscht ist. Und dass Du da den Nerv hast, ohne grossen Stress zu sagen, dass Du halt so bist... ich finde schon, dass das Klasse hat... und ebenfalls etwas, was in Mannschaftssportarten wertvoll ist. Apropos: Ich könnte schwören, dass Deine Vorgesetzten Euer Team/Projekt in ihren Festreden als eine Art "Mannschaftssport" bezeichnen würden.

Ich wollte BTW auch gar nicht sagen, dass Du grossartig angeben sollst. Ich fände es nur wichtig, dass bei so einem "sportlichen" Thema eine gewisse Energie und Fokussierung spürbar sein sollte. Stilistisch und persönlich ist dann Vieles möglich. Nur die Motivation als solche sollte nicht in Frage stehen.
Firenze hat geschrieben:Neben meiner eigenen sportlichen Aktivität beschäftige ich mich auch häufig mit Hintergrundberichten aus dem professionellen Sport (oder Sportarten nennen?).
Die Sportarten fände ich noch nicht so wichtig wie die Art der Überlegungen dazu.

Je länger ich mir das so überlege, desto stärker wird mein Eindruck, dass Du sogar eine ganz außergewöhnlich überzeugende Bewerbung schreiben kannst. Halt mal den "Libero" und die "Mannschaftsdienlichkeit" im Hinterkopf... ;-)

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Beitrag von Firenze » 25.07.2013, 22:03

... und was den "Libero" angeht: Heisst der nicht so, weil er relativ frei in der Ausgestaltung seiner Position ist (bzw. zwischen Angriff und Sturm wechseln kann + soll)?


Eher nicht. Das war mal im Fußball so. Soweit ich weiß, existiert die Position des klassischen Liberos aber nicht mehr. Im Volleyball ist der Libero nur für die Abwehr zuständig. Er/ sie wird auf den hinteren Positionen eingewechselt, um die Verteidigung zu verstärken. Dabei macht er extrem selten einen Punkt, sondern versucht, Punkte für den Gegner zu verhindern.

Aber zurück zum Wesentlichen. Was hältst du davon?
Ich spiele seit etwa vierzehn Jahren aktiv Volleyball im Verein. Das Besondere an Mannschaftssportarten ist für mich, dass durch die verschiedenen Positionen jeder Spieler seine Stärken einbringen kann, um so das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. In meiner Position als Libera bin ich vor allem für die Abwehr zuständig. Nur eine zuverlässige Annahme, ermöglicht es den Mitspielerinnen ihre Aufgaben im Spiel optimal zu erledigen. (obwohl ich finde, dass das schon zu sehr ins Detail geht) Genau diese Art der Zusammenarbeit schätze ich auch in anderen Bereichen. Ich arbeite gern in einem Team, bei dem ein gemeinsames Projekt bearbeitet wird und dennoch jeder eigenständig Teilaufgaben erledigt. Weiterhin engagiere ich mich bei der Betreuung einer Kinder-Übungsgruppe, bei der ich mein technisches und taktisches Wissen weitergeben kann. Mir bereitet es stets viel Freude, anderen zu helfen, sich zu verbessern und ihre Ziele zu erreichen.
Neben meiner eigenen sportlichen Aktivität beschäftige ich mich auch häufig mit informativen Hintergrundberichten aus dem professionellen Sport. Vor allem interessiere ich mich für Details, die üblicherweise nicht in den Massenmedien diskutiert werden. (Irgendwie ein doofer Satz, aber was Besseres ist mir noch nicht eingefallen.)


So ganz zufrieden bin ich mit dem Geschrieben noch nicht, aber ich hoffe, du verstehst ungefähr, was ich ausdrücken wollte.
Ich glaube, ich schweife z.T. etwas ab und gehe zu wenig auf die (zukünftige) Stelle ein. Oder was sagst du dazu?

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 25.07.2013, 23:54

Um ehrlich zu sein: Ich habe etwas den Überblick verloren, wie die Bewerbung mittlerweile im Ganzen aussieht. Den Eindruck, dass der Bezug zur konkreten Wunschtätigkeit grösser sein könnte, hatte ich allerdings auch vorher schon. Wie genau kennst Du die denn?

Firenze
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Beitrag von Firenze » 27.07.2013, 09:32

Ich habe die verschiedenen Teile erst mal nur zusammengesetzt.


Sehr geehrte Frau ...,

Mein Studium an der ... habe ich erfolgreich abgeschlossen. Seit 2005 studierte ich das Kombinationsprofil Sportwissenschaft-Sportgerätetechnik. Eines meiner Praktika absolvierte ich im Ganglabor ... . Nach einer kurzen Einarbeitungszeit war ich für die Durchführung und Auswertung der Druckverteilungsmessungen verantwortlich. Des Weiteren assistierte ich bei den dreidimensionalen Bewegungsanalysen, bei denen wir die Kinematik, Kinetik und Muskelaktivität der Patienten bestimmten. In meiner Magisterarbeit beschäftigte ich mich zudem mit dem Thema Symmetrie in der Ganganalyse. Das zweite Hauptfach Sportgerätetechnik beinhaltete außerdem eine Studienarbeit über das Thema „Spezifikationsbestimmung von Drucksensoren beim Nachweis von Kompressionswirkung“. Recherchen in englischer Fachliteratur waren ein wichtiger Bestandteil sowohl des Studiums als auch im erwähnten Praktikum.

Ich spiele seit etwa vierzehn Jahren aktiv Volleyball im Verein. Das Besondere an Mannschaftssportarten ist für mich, dass durch die verschiedenen Positionen jeder Spieler seine Stärken einbringen kann, um so das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. In meiner Position als Libera bin ich vor allem für die Abwehr zuständig. Nur eine zuverlässige Annahme, ermöglicht es den Mitspielerinnen ihre Aufgaben im Spiel optimal zu erledigen. (obwohl ich finde, dass das schon zu sehr ins Detail geht) Genau diese Art der Zusammenarbeit schätze ich auch in anderen Bereichen. Ich arbeite gern in einem Team, bei dem ein gemeinsames Projekt bearbeitet wird und dennoch jeder eigenständig Teilaufgaben erledigt. Weiterhin engagiere ich mich bei der Betreuung einer Kinder-Übungsgruppe, bei der ich mein technisches und taktisches Wissen weitergeben kann. Mir bereitet es stets viel Freude, anderen zu helfen, sich zu verbessern und ihre Ziele zu erreichen.
Neben meiner eigenen sportlichen Aktivität beschäftige ich mich auch häufig mit informativen Hintergrundberichten aus dem professionellen Sport. Vor allem interessiere ich mich für Details, die üblicherweise nicht in den Massenmedien diskutiert werden. (Irgendwie ein doofer Satz, aber was Besseres ist mir noch nicht eingefallen.)

Ein kurzfristiger Einstieg in die Arbeit bei ... ist mir möglich. Ein Umzug nach ... würde für mich kein Problem darstellen.

Gerne möchte ich Sie in einem persönlichen Gespräch kennenlernen und würde mich daher über eine positive Rückmeldung freuen.

Mit freundlichen Grüßen
...



Den Eindruck, dass der Bezug zur konkreten Wunschtätigkeit grösser sein könnte, hatte ich allerdings auch vorher schon. Wie genau kennst Du die denn?
Ich weiß nur das aus der Stellenanzeige. Es geht darum bei wissenschaftlichen Projekten mitzuarbeiten. "Das Aufgabengebiet ist auf wissenschaftliche Unterstützung des Spitzensports ausgerichtet. Es ist primär auf die trainings- und bewegungswissenschaftliche/
trainingsmethodische Sicht orientiert." Man bearbeitet also sportwissenschaftliche Fragestellungen (im Team), die im Idealfall einen Nutzen für den Leistungssport haben. Ich schätze, dass die konkreten Aufgaben für den neuen Mitarbeiter zunächst aus der Beantragung von Projekten, Recherchen zum Thema, Aufstellen eines Ablaufplans, Teilaufgaben innerhalb des Projekts bearbeiten und Korrekturlesen von Veröffentlichungen bestehen. Der Großteil der Forschungsarbeit wird wohl eher von erfahreneren Mitarbeitern erledigt.

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Beitrag von FRAGEN » 27.07.2013, 12:27

Firenze hat geschrieben: Der Großteil der Forschungsarbeit wird wohl eher von erfahreneren Mitarbeitern erledigt.
Das mag in der Praxis zwar so sein... aber schaden würde eine Vorstellung von ebendieser Arbeit natürlich nicht. Selbst, wenn Du als Forschungs-"Libera" erst einmal nur die Annahme zu DEREN Angriffen liefern würdest. Erstens würdest Du ja irgendwann auch zu den Erfahrenen gehören... und zweitens kannst Du denen ihre Angriffe natürlich umso besser vorbereiten, je besser Du ihre Bewegungsabläufe kennst.

Will sagen: Es wäre auf jeden Fall gut, wenn sich noch mehr zum "grossen Ganzen" dort in Erfahrung bringen könnte. Haben die keine Homepage, wo - unabhängig von diesem einen Inserat - etwas mehr zu ihrer Arbeitsweise und typischen Themen gesagt wird? Fall nicht, kannst Du vielleicht ja einfach mal gucken, was so beim Googeln rauskommt... vielleicht hast Du Glück und findest irgendwelche Veröffentlichungen, Medienberichte, Interviews mit den Machern oder ähnliches. Last but not least kannst Du natürlich auch dort anrufen...

Zur Bewerbung: Die erste Hälfte finde ich schon gar nicht verkehrt so. Der Anfang von der zweiten gefällt mir auch - und gerade das Detail mit der Annahme finde ich als realistische Selbsteinschätzung der Anfängerin eigentlich sehr gelungen. Die ÜBerleitung von dort zur allgemeinen Zusammenarbeit ist ebenfalls geschickt. Und HIER müsste für mein Gefühl dann Spezifisches von diesem Leistungssport-Wasweissich folgen. Die Kinderübungsgruppe und das passive Privatinteresse scheinen mir hier im Vergleich keinen grossen Mehrwert mehr zu bringen...

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Beitrag von Firenze » 29.07.2013, 14:41

So, ich hab mal noch etwas intensiver recherchiert. Das Institut (um das es geht) vergibt z.T. Projekte, die dann von Universitäten oder anderen Einrichtungen bearbeitet werden. Die Aufgaben der Mitarbeiter von dem Institut bestehen in dem Fall aus der Ausschreibung und der Begleitung der Projekte, also Kontakt mit den Universitäten halten, Rückfragen beantworten und den Ablauf "überwachen".
Werden eigene Projekte bearbeitet, läuft das wie bei einer klassischen Studie ab. D.h. Thema bestimmen, Thesen aufstellen, Literatur suchen, evtl. Studienteilnehmer suchen, Tests durchführen, Daten auswerten, Bericht schreiben. Ich würde bei all diesen Bereichen mithelfen, mal mehr, mal weniger.
Was die Themenbereiche angeht, ist es sehr breit gefächert (aber immer in den Bereichen Trainingswissenschaft/ Bewegungswissenschaft). Es kann um Krafttraining im Leistungssport gehen, um Doping, Trainingsmethoden im Nachwuchsleistungssport, Gleichgewichtstraining bei Älteren, Dämpfung bei Laufschuhen und vieles mehr. Genauso bei den untersuchten Sportarten, von Laufen über Rudern, Turnen bis Rehasport ist so ziemlich alles dabei.
Welche Themen dann als nächstes bearbeitet werden, kann ich also nicht genau sagen.


Was meine Bewerbung angeht, würde ich bis zu dem Teil "Ich arbeite gern in einem Team, bei dem ein gemeinsames Projekt bearbeitet wird und dennoch jeder eigenständig Teilaufgaben erledigt." auch erst mal alles so lassen. Jetzt bräuchte ich nur noch 2-3 schöne Schlusssätze. Da bin ich noch am Überlegen. Ich weiß nicht genau, wie ich auf die zukünftige Stelle Bezug nehmen kann, wenn die Themenbereiche so vielfältig sind. Hast du einen Tipp, was genau ich noch schreiben kann (nicht wortwörtlich, aber soll ich eher so was schreiben, wie: ich freue mich auf die unterschiedlichen Themenbereiche oder da ich mich ja eh schon für viele Sportarten interessiere, fällt es mir bestimmt nicht schwer, mich intensiv in die ganzen Projekte einzuarbeiten oder lieber was ganz anderes)?

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Beitrag von FRAGEN » 29.07.2013, 20:54

Vom taktischen Standpunkt aus würde ich mich dabei auf die Dinge konzentrieren, die Du über dieses Telefonat jetzt neu erfahren hast, d. h. auf die, die aus dem Inserat so nicht zu ahnen waren. Das Ziel wäre halt, einen echten inhaltlichen Vorteil gegenüber denen herauszuarbeiten, die nicht angerufen haben... oder so blöd angerufen, wie es anscheinend die meisten tun... ;-)

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Beitrag von Firenze » 30.07.2013, 21:22

Ok, ich denke ich hab's jetzt so langsam. :D

Vielen, vielen Dank. Du hast mir wirklich sehr geholfen. Ich "hoffe" es zwar nicht, aber vielleicht komm ich mal auf deine Unterstützung zurück.

Schönen Abend noch ...

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