Anschreiben MTA zu lang

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Mala
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Anschreiben MTA zu lang

Beitrag von Mala » 15.02.2012, 12:46

Hallo
ich bewerbe mich um eine Stelle als technische Assistentin im Bereich der kardiovaskulären (Herz- und Gefäßsystem) Grundlagenforschung.
Folgendes ist als Tätigtkeitsfeld angegeben: Molekularbiologie ([RT-]PCR, Western-Blot, Northern-Blot, Klonierung, microRNAs, siRNAs), histologische und immunhistologische Analysen, Mikroskopie, FACS-Analyse (Anmerkung=Durchflußzytometrie), Isolation und Kultur von Primärzellen (Anmerkung=Zellkulturarbeiten), tierexperimentelles Arbeiten. Der Einsatz erfolgt im Bereich kardiovaskulärer Grundlagenforschung.

Das aller meiste davon ist mir in der Ausbildung zur Veterinärmedizinisch-technischen Assistentin schon mal begegnet.
Jetzt habe ich ein Anschreiben dazu verfasst, nur weil ich irgendwie versucht habe alles unterzubringen ist es meiner meinung nach zu lang geworden (mehr als 1 Seite Schriftgröße 10) oder was meint ihr dazu? Ich tue mich sehr schwer damit zu kürzen, ich hoffe da könnt ihr mir helfen, außerdem bin ich Meisterin im Schachtelsätze bauen ist das zu arg verschachtelt?
Danke für drüberschauen
Mala

Sehr geehrter Herr Professor XXX,

als junge, flexible Berufseinsteigerin, mit praktischen molekularbiologischen Kenntnisse im Bereich von RNA/DNA-Isolationen und RT-PCR-Analysen sowie einem Kurs in Versuchstierkunde bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als technische Assistentin.

In meiner bisherigen Tätigkeit als medizinisch-technische Assistentin beim XXX GmbH in XXX zählten u.a. RNA-/DNA-Isolierungen aus z.B. Blut oder Fruchtwasser ebenso wie hochsensitive Nachweise von z.B. C282Y-, H63D-, und HLAB27-Genmutationen via PCR zu meinen Aufgabengebieten. Zuvor führte ich im Rahmen eines 8monatigen Praktikums im XXX Institut der XXX Hochschule Ort selbstständig Lebensmittelanalysen via Real-Time PCR und Luk PCR durch und wertete die Ergebnisse mittels Gelelektrophorese aus.
Durch meine Ausbildung bin ich auch mit Nachweissystemen wie dem Western-Blot, Northern-Blot und Klonierungen vertraut.
Während der Ausbildung eignete ich mir in Vorlesungen und Praktika solide Kenntnisse der Histologie an. Hierbei lernte ich u.a. die Fixationen in Formalin, Glutaraldehyd sowie die Kryokonservierung. Des Weiteren fertige ich am Schlitten- und Gefriermikrotomen Histologische Schnitte, an färbe diese, deckte sie ein und beurteilte sie.
Durch die Vorlesung Immunhistochemie im letzten Semester der Ausbildung bin ich mit verschiedenen Immunhistochemischen Methoden wie der direkten Methode der indirekten Methode oder der PAP-Methode vertraut.
Aufgrund der vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten konnte ich mir während der Ausbildung zur veterinärmedizinisch-technischen Assistentin gleich in mehreren Fächern Wissen über die Durchflußzytometrie aneignen, so dass ich auch mit dieser Methode gut vertraut bin.
Mit den Basiskenntnissen der Zellkultur bin ich dank theoretischem und praktischem Virologieunterricht in der Ausbildung und eines Virologiepraktikums gut vertraut.
Anfang Juli 2010 belegte ich aus Interesse einen Kurs zum Thema fachgerechten Umgang mit Versuchstieren. Durch diesen erhielt ich den Sachkundenachweis nach §9 des Tierschutzgesetzes. Dieser Kurs vermittelte mir neben dem Handling der Tiere Hintergrundwissen zur genetischen Standardisierung, Hygienestufen von Tieren (z.b SPF Tiere) und der theoretischen Durchführung operativer Eingriffe.


Meine schnelle Auffassungsgabe und meine hohe Motivation kamen mir beim XXX GmbH zugute, so dass es mir leicht viel mich in neue Methoden einzuarbeiten. Teamfähigkeit wie auch selbständiges und verantwortungsbewusstes Arbeiten sind in meiner Position als Leiterin einer Gruppe für historische Tänze stets wichtige Voraussetzungen


Ich freue mich sehr über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch.


Mit freundlichen Grüßen

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 15.02.2012, 16:48

Hallo Mala,

die Bewerbung ist Werbung. Das Ziel von beiden ist es, Neugier zu wecken. Der Verbraucher soll sich das Produkt näher ansehen, der Personalverantwortliche den Bewerber.

Als Personalverantwortlicher würde ich relativ schnell abschalten. Denn ich werde mit Begriffen überhäuft, die mir nichts sagen, denn ich bin ja "nur" für Personalsachen zuständig.

Mein erster Tipp: Dein Fachwissen und können kannst Du parallel auch im Lebenslauf präsentieren, etwa durch die Angaben von Schwerpunkten. Dort ist die Präsentation immer sehr übersichtlich. Durch Nummerierungen kann man mit einem Blick erkennen, was der Bewerber alles so kann. Den Lebenslauf kann man dann immer auf die entsprechenden bewerbungen anpassen, in dem man die Reihenfolge verändert.

Dadurch kann man sich in dem Anschreiben darauf beschränken, nur das wissen und Können zu präsentieren, das dem Bedarf des Arbeitgebers entspricht. Das Anschreiben ist dann auch nicht mehr so umfangreich und hat gleichwohl die erforderliche Aussagekraft.

Viele Grüße aus Duisburg

Romanum
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Beitrag von Romanum » 15.02.2012, 16:50

Jetzt habe ich ein Anschreiben dazu verfasst, nur weil ich irgendwie versucht habe alles unterzubringen ist es meiner meinung nach zu lang geworden (mehr als 1 Seite Schriftgröße 10) oder was meint ihr dazu? Es ist wohl besser, wenn du für dein Wissen übergordnete Begriffe könntest, wie oben auch angegeben: Durchflußzytometrie oder Zellkulturarbeiten. Die Details zu einelnen Verfahren könntest du u.U. noch im Lebenslauf angeben.
Sehr geehrter Herr Professor XXX,

als junge, flexible Berufseinsteigerin, mit praktischen molekularbiologischen Kenntnisse im Bereich von RNA/DNA-Isolationen und RT-PCR-Analysen sowie einem Kurs in Versuchstierkunde, bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als technische Assistentin.
Anfang Juli 2010 belegte ich aus Interesse einen Kurs zum Thema fachgerechten Umgang mit Versuchstieren. Durch diesen erhielt ich den Sachkundenachweis nach §9 des Tierschutzgesetzes. Dieser Kurs vermittelte mir neben dem Handling der Tiere Hintergrundwissen zur genetischen Standardisierung, Hygienestufen von Tieren (z.b SPF Tiere) und der theoretischen Durchführung operativer Eingriffe. Weiß der Prof. nicht selbst, wozu dieser Kurs befähigt? Der Absatz ist vielleicht unnötig.

Mala
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Beitrag von Mala » 16.02.2012, 12:06

Als Personalverantwortlicher würde ich relativ schnell abschalten. Denn ich werde mit Begriffen überhäuft, die mir nichts sagen, denn ich bin ja "nur" für Personalsachen zuständig.
Das Anschreiben geht nicht an irgend einen Personalverantwortlichen sondern an den Leiter des Instituts in dem ich mich bewerbe, da gehe ich schon davon aus das der zu mindestens ein bisschen Ahnung hat von dem was da an Praktiken gefragt ist.

Ich habe ein bisschen die Befürchtung das es zu allgemein wird wenn ich nur die übergeordneten Begriffe benutze a la "die von ihnen geforderten Kenntnisse wie Zellkulturarbeiten beherrsche ich". Das ist relativ nichtssagend meiner Meinung nach, richtig wäre wohl der Mittelweg zwischen dem was ich geschrieben habe und dem Satz oben, aber genau das fällt mir schwer da die richtige Balance zu finden.

Ich tüftel nochmal ein bisschen rum und stell dann nochmal ne Version rein

Mala
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Beitrag von Mala » 16.02.2012, 13:31

So hier mal meine verbesserte Version, irgendwie bin ich immer noch nicht so ganz zufrieden mit dem Mittelteil, irgendwie ist mir das immer noch zuviel ich kann das ein bisschen und das auch ein bisschen, hm ich weiß nicht wie ich es sagen soll nicht konkret genug, allgemein zuviel?
Warte gespannt auf eure Meinung

Sehr geehrter Herr Professor XXX

als junge, flexible Berufseinsteigerin, mit praktischen molekularbiologischen Kenntnisse im Bereich von RNA/DNA-Isolationen und RT-PCR-Analysen sowie einem Kurs in Versuchstierkunde, bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als technische Assistentin.

In meiner bisherigen Tätigkeit als medizinisch-technische Assistentin beim XXX GmbH in XXX zählten u.a. RNA-/DNA-Isolierungen aus z.B. Blut oder Fruchtwasser ebenso wie hochsensitive Nachweise via PCR zu meinen Aufgabengebieten. Zuvor führte ich im Rahmen eines 8monatigen Praktikums im Institut xxx der xxx Hochschule selbstständig Lebensmittelanalysen via Real-Time PCR durch und wertete die Ergebnisse mittels Gelelektrophorese aus. Durch meine Ausbildung zur veterinärmedizinisch-technischen Assistentin bin ich auch mit Nachweissystemen wie dem Western-Blot, Northern-Blot und Klonierungen vertraut. Solide Kenntnisse der Histologie erarbeitete ich mir in Vorlesungen und Praktika der Histologischen Technik und Gewebelehre.
In der Vorlesung Immunhistochemie im letzten Semester erhielt ich Kenntnis ich über verschiedene Immunhistochemische Methoden.Aufgrund der vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten konnte ich mir im Rahmen der Ausbildung gleich in mehreren Fächern Wissen über die Durchflußzytometrie aneignen, so dass mir auch diese Methode gut bekannt ist. In den Basiskenntnissen der Zellkultur bin ich dank theoretischem und praktischem Virologieunterricht in der Ausbildung und eines Virologiepraktikums gut vertraut.
Anfang Juli 2010 belegte ich aus Interesse einen Kurs zum Thema fachgerechten Umgang mit Versuchstieren. Durch diesen erhielt ich den Sachkundenachweis nach §9 des Tierschutzgesetzes.

Meine schnelle Auffassungsgabe und meine hohe Motivation kamen mir beim XXX GmbH zugute, so dass es mir leicht viel mich in neue Methoden einzuarbeiten. Teamfähigkeit wie auch selbständiges und verantwortungsbewusstes Arbeiten sind in meiner Position als Leiterin einer Gruppe für historische Tänze stets wichtige Voraussetzungen


Ich freue mich sehr über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch.


Mit freundlichen Grüßen


Anlagen


danke fürs Lesen (und hoffentlich auch für die Antworten)
gruß mala

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 16.02.2012, 13:59

Hallo Mala,

augenscheinlich ist der Leitzer, an den das Anschreiben geht, auch für das personal verantwortlich. Da er aber kein reiner Personaler ist, kannst du natürlich in diesem Fall auch die fachbegriffe verwenden, da er damit etwas anfangen sollte.

In Deinem speziellen Fall dürfte Dein Sprachstil auch gut ankommen, da der Professor sicherlich einen ähnlichen Sprachstil pflegt.

Viele Grüße aus Duisburg

Mala
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Beitrag von Mala » 16.02.2012, 18:56

danke, ich habe nochmal ein wenig gefeilt und bin jetzt (halbwegs) zufrieden mit dem Ergebnis wenn ihr meint das ist ok so dann würde ich Bewerbung so abschicken

Sehr geehrter Herr Professor XXX,

als junge, flexible Berufseinsteigerin, mit praktischen molekularbiologischen Kenntnisse im Bereich von RNA/DNA-
Isolationen und RT-PCR-Analysen sowie einem Kurs in Versuchstierkunde, bewerbe ich mich auf die von Ihnen aus-
geschriebene Stelle als technische Assistentin.

In meiner bisherigen Tätigkeit als medizinisch-technische Assistentin beim XXX GmbH in XXX zählten u.a. RNA-/DNA-Isolierungen aus z.B.
Blut oder Fruchtwasser ebenso wie hochsensitive Nachweise via PCR zu meinen Aufgabengebieten. Zuvor führte ich im Rahmen eines 8monatigen Praktikums im Institut XXX selbstständig Lebensmittelanalysen via Real-Time PCR durch und wertete die Ergebnisse mittels Gelelektrophorese aus. Durch meine Ausbildung zur veterinärmedizinisch-technischen Assistentin bin ich auch mit Nachweissystemen wie dem Western-Blot, Northern-Blot und Klonierungen vertraut.
Solide Kenntnisse der Histologie erarbeitete ich mir in Vorlesungen und Praktika der Ausbildungsfächer Histologischen Technik und Gewebelehre. Diese umfassen u.a. Fixationen in Formalin, Glutaraldehyd und die Kryokonservierung. Weiterhin das Anfertigen von Histologischen Schnitten am Schlitten- und Gefriermikrotomen sowie die Färbung, das Eindecken und die Beurteilung dieser.
In der Vorlesung Immunhistochemie im letzten Semester erhielt ich Kenntnis ich über verschiedene Immunhistochemische Methoden wie z.b. der direkten Methode, der indirekten Methode und der PAP-Methode. Aufgrund der vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten konnte ich mir im Rahmen der Ausbildung gleich in mehreren Fächern Wissen über die Durchflußzytometrie aneignen, so dass mir auch diese Methode gut bekannt ist. Mit den Basiskenntnissen der Zellkultur bin ich dank theoretischem und praktischem Virologieunterricht in der Ausbildung und eines Virologiepraktikums gut vertraut.
Anfang Juli 2010 belegte ich aus Interesse einen Kurs zum Thema fachgerechten Umgang mit Versuchstieren. Durch diesen erhielt ich den Sachkundenachweis nach §9 des Tierschutzgesetzes.

Meine schnelle Auffassungsgabe und meine hohe Motivation kamen mir beim XXX GmbH zugute, so dass es mir leicht viel mich in
neue Methoden einzuarbeiten. Teamfähigkeit wie auch selbständiges und verantwortungsbewusstes Arbeiten sind in meiner Position als Leiterin einer Gruppe für historische Tänze stets wichtige Voraussetzungen

Ich freue mich sehr über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch.

Mit freundlichen Grüßen




Anlagen

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