Anschreiben nach DIN 5008

Besondere Informationen, Tipps und Tricks für Bewerber, aber auch für Stelleninhaber.

Wo muss das Absenderfeld stehen?

Umfrage endete am 31.08.2007, 16:24

links!
5
83%
rechts!
1
17%
egal!
0
Keine Stimmen
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 6

Tim111
Beiträge: 14
Registriert: 26.04.2015, 17:34

Bewerbung nach DIN 5008 veraltet oder ein Muss?

Beitrag von Tim111 » 21.05.2015, 17:01

Hallo,
ich habe meine Anschreiben immer recht offen gehalten. Ich habe eine Kopfzeile mit meinen Adressdaten und wiederhole diese noch vor der Adresse des Empfängers in einer Zeile (sehr klein, 8Pkt. oder so und hochgestellt). Dann fange ich sofort mit dem Empfänger an, lasse 2-3 Zeile Platz (je nachdem wie lang das Anschreiben ist), schreibe rechtsbündig das Datum, lasse nochmal 2-3 Zeile Platz, schreibe in 2 Zeile den Betreff und nach weiteren 2 Zeilen kommt die Anrede.

Die Frage ist nun, ob das überhaupt so i.O. ist oder viele Personaler die Gestaltung nach DIN 5008 bevorzugen. Finde nur, dass man dann ja erst in der Mitte der Seite anfängt und das ganze sehr "altbacken" wirkt. Außerdem reicht mir der Platz so schwer aus.

Dadurch könnte mein Anschreiben allerdings auch schnell zu lang werden und den Personaler nerven.

Wie haltet ihr das? Gibts so ne grobe Zeichen (ode Zeilen) Richtlinie für Anschreiben?

Beispiel:
Kopfzeile (zentriert)

Name Adresse, Tel. E-mail

Name Empfänger
Ansprechpartner
Straße
PLZ-Ort


Ort, Datum (rechtsbündig)


Betreff 1
Betreff 2


Anrede

ichbindabei
Beiträge: 103
Registriert: 29.09.2010, 00:02

....

Beitrag von ichbindabei » 21.05.2015, 19:40

Hallo,

also wenn ich ehrlich bin - genauso mache ich es auch! Ich habe noch nie so wirklich auf die DIN Regel geachtet. Es gibt bestimmt irgendwo einen GANZ pingeligen Personaler der Abstände nach misst oder so. Mein Onkel hat mir neulich erst erzählt:

Wenn sein Chef Bewerbung in doc Format per Email zugeschickt bekommt, lässt er sich erstmal die Zeichen anzeigen um zu sehen ob der Bewerber mit dem Word Programm umgehen kann, also mit Tabs oder mit 10000 Leerzeichen arbeitet. Aber das zum Beispiel bei kfm Berufen.

Bisher bekam ich von vielen Seiten Lob, dass meine Bewerbung anständig aussieht und gut aufgebaut ist (Arbeitgeber, Arbeitsamt, Freunde etc).

Ich finde wir Bewerber machen uns doch eh schon viel zu viel Gedanken über alles ;-)

das einzige was mir auffiel, was ich nicht machen würde:

In deiner Adresszeile /Anschriftenfeld wo deine Daten in Punktgröße 8 und unterstrichen sein sollten - da schreibe ich NIEMALS Telefonnumme rund EMailadresse rein. Ich denke das ist auch komplett falsch und macht nen saublöden Eindruck. Denn im Grunde genommen ist das ja das Feld was man ja in einem Fensterumschlag sehen würde! Und da sind Daten wie Telefonnummer und Email völlig fehl am Platz. (Es sei denn es ist neu und ich habe da was nicht mitbekommen). diese Daten gehören nur in Lebenslauf bzw in die Kopfzeilen.

LG

Tim111
Beiträge: 14
Registriert: 26.04.2015, 17:34

Beitrag von Tim111 » 21.05.2015, 20:37

:lol: :lol:
Stimmt, Tel. und E-mail mache ich auch gar nicht mit in die Zeile...

Klar macht man sich als Bewerber sehr viele Gedanken um alles, aber ich meinte vor allem auch die Länge (Volumen) des Texts. Laut DIN kommt die Betreffzeile iwo in Zeile 24!! Das ist mitten auf der Seite.

Sieht imo auch völlig bescheuert aus...

Oexmann Consulting
Beiträge: 68
Registriert: 06.05.2015, 11:08

Beitrag von Oexmann Consulting » 22.05.2015, 10:57

Tim111,

Gegenfrage, was hindert Dich daran einfach eine Formatvorlage zu erstellen und diese auf Dauer zu verwenden?

Es gibt keine Verpflichtung zur Anwendung der DIN 5008. Jedoch fällt es natürlich auf, wenn ein Schreiben von dieser Norm abweicht. Und nein, es muss nicht nachgemessen werden...das fällt auf dem ersten Blick auf.

Nun stellt sich die Frage, ob der Leser diese Abweichung als störend/ablenkend, unattraktiv etc. empfindet. Das kann Dir niemand vorhersagen. Daher lautet mein Rat, sich an der Norm zu orientieren und durch den Inhalt (Anschreiben UND Lebenslauf) positiv aufzufallen und hervorzustechen.

Eine knappe halbe Seite reicht übrigens aus, um gezielt auf die individuell geforderten Kenntnisse und Eigenschaften einzugehen. Der Lebenslauf ergänzt und vertieft diese Ausführungen.

Alles andere gehört dann allenfalls in ein Einstellungsgespräch.

Die Kunst besteht also darin gezielt auf gestellte Anforderungen einzugehen und auf den Punkt zu kommen.

Mit bestem Gruß

Oexmann Consulting

Tim111
Beiträge: 14
Registriert: 26.04.2015, 17:34

Beitrag von Tim111 » 22.05.2015, 12:21

Naja, was mich daran hindert, hab ich ja schon beschrieben. Ich finde es wirkt total konservativ, altbacken und "leer" aus. Positiv aufzufallen und hervorzustechen durch eine Norm sollte eher schwierig werden...

Ich finde eine halbe Seite um meine Motivation für das Unternehmen, die Stelle, Branche und Produktbereich, sowie meine Qualifikationen, relevante Berufserfahrungen und abschließend noch meine Eigenschaften darzustellen, sehr wenig.

Ehrlich gesagt verstehe ich auch Personaler nicht, die sagen, dass alles über eine halbe Seite zu viel ist. Meiner Meinung nach sollten 4-5 Minuten für das Lesen eines Anschreibens nicht den Rahmen sprengen.

Aber die grundsätzliche Frage hast du ja angesprochen ich bin mir eben nicht sicher ob mein Anschreiben als negativ empfunden wird. Auf Nummer sicher geht man bestimmt mit dem Einhalten der Norm, wobei ich halt eher wissen wollte, ob es überschätzt und veraltet ist die Norm anzuwenden oder eben noch gewünscht und sehr weit verbreitet ist.

Oexmann Consulting
Beiträge: 68
Registriert: 06.05.2015, 11:08

Beitrag von Oexmann Consulting » 22.05.2015, 13:32

Hallo Tim111,

"Ehrlich gesagt verstehe ich auch Personaler nicht, die sagen, dass alles über eine halbe Seite zu viel ist. Meiner Meinung nach sollten 4-5 Minuten für das Lesen eines Anschreibens nicht den Rahmen sprengen."

Stellenbeschreibung -> Anforderungsprofil -> Stelleanzeige

Der Entscheider hat also vorher festgelegt, welche Kriterien für eine Einstellung entscheidend sind und erfüllt sein müssen, damit die Tätigkeit im gewünschten Rahmen ausgeführt werden kann. Theoretisch ist damit jeder Bewerber geeignet, aus dessen Anschreiben und Lebenslauf hervorgeht, dass genau diese Aspekte erfüllt werden.

Nun ist Papier einerseits geduldig, manchmal lässt es Fragen offen, es gibt in der Regel sehr viele Bewerber, die diese Anforderungen erfüllen...also werden ggf. Assessment-Center/Auswahltests und Einstellungsgespräche durchgeführt. Die schriftliche Bewerbung dient lediglich dazu, in diesen Prozess zu gelangen. Ist man "weiter", kann bspw. im Einstellungsgespräch mit weiteren Details, die dem Bewerber positiv und wichtig erscheinen, gepunktet werden.

Es geht also nicht darum, bereits in der schriftlichen Bewerbung das ganze Pulver zu verschießen und auch nicht um die Aufzählung (vermeintlich) positiver Hard- und Softskills, die nicht ausdrücklich in der Anzeige gefordert werden.

Geschickt genutzt, reichen dann die Kapazitäten in Lebenslauf und Anschreiben aus, um den o.g. Nachweis zu erbringen und sich über bisherige Erfahrungen etc. hervorzuheben.

Tim111
Beiträge: 14
Registriert: 26.04.2015, 17:34

Beitrag von Tim111 » 22.05.2015, 15:57

Hab jetzt eine Bewerbung nach DIN 5008 fertig gemacht und muss sagen, dass ich gerade den linken Rand (2,5) sowie die vielen Leerzeilen am Anfang nicht gerade als ästhetisch empfinde. Vom Text passt nahezu genauso viel auf die Seite wie vorher.

Ich bin der Meinung, dass man durch das Anschreiben einen persönlichen Eindruck vom Bewerber bekommen sollte (Motivation, Arbeitsweise, PErsönlichkeit), der über das Aufzählen der fachlichen Qualifikationen im LL hinaus geht.

Bei dir hört sich das alles sehr "mechanisch und binär" an (passt oder passt nicht)...

Zudem gibt es auch unfassbar viele unterschiedliche Angaben. Fängt ja schon bei sehr grundlegenden Dingen wie Seitenränder an. Ob 2,5, 2, 2, 2 oder 2,41, 1,69, 0,81, 1,69 ist ja schon ein recht großer Unterschied...

Benutzeravatar
FRAGEN
Bewerbungshelfer
Beiträge: 12152
Registriert: 22.07.2006, 18:18

Beitrag von FRAGEN » 22.05.2015, 21:15

Ich würde mich in solchen Fragen auf jeden Fall auf mein Gefühl verlassen. Dass es sowohl inhaltich als auch formal so klar ausfällt, halte ich tendenziell für ein gutes Zeichen... im Sinne von einer Persönlichkeit, die in der Lage ist, sich von der Masse abzusetzen... und das ganz ohne irgendwelche vordergründig aufgesetzten Tricks, sondern einfach dem persönlichen Gefühl von Stimmigkeit und "Richtigkeit".

Was die Theorie der "Halben Seite" angeht, bin ich mir sicher, dass die Meinungen hierzu auch auf Personalerseite weit auseinander gehen. Längst nicht jeder wird sich über die Arbeitsersparnis von einigen Leseminuten freuen, wenn ihn die Gleichförmigkeit der Ergebnisse in der Folge dazu zwingt, im Anschluss ein komplettes Assessment-Center aufzuziehen, um dann doch noch irgendwo zu Unterschieden zu kommen. Warum soll man die nicht SOFORT erwarten... und dann nur die Handvoll Kandidaten "face 2 face" einladen, die in einer frei gewählten Selbstpräsentation besonders klar hervorgetreten sind? M. E. ist das nicht nur interessanter für den Macher... sondern spart unter'm Strich auch jede Menge Zeit... ;-)

Antworten