Anschreiben Sachbearbeitung Organisation Stadtverwaltung

Wenn ihr Berufsanfänger oder Berufspraktiker seid, dann könnt ihr eure Bewerbungsbeispiele in dieser Rubrik zur Diskussion stellen und die Musterbewerbungen anderer Bewerber bewerten. Auch für Bewerbungen um eine Neben- oder Teilzeitbeschäftigung.
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eStorm
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Anschreiben Sachbearbeitung Organisation Stadtverwaltung

Beitrag von eStorm » 20.02.2013, 10:24

Hallo!
Als Folgethread zum "Anschreiben Archivar" nun hier ein weiteres Anschreiben. Auch hier bitte ich natürlich um konstruktive Kritik :) Die Standardformen sind selbstverständlich, es geht erneut tendentiell um den Inhalt.

Hintergrund: Die angeschrieben Stadtverwaltung ist unter dem "Rettungsschirm" und stellt kein neues Personal ein. Ich gehe dort also nur hin um nicht tätigkeitenlos zu sein und wieder mehr Erfahrung in etwas größeren Organisationseinheiten zu sammeln.

Bewerbung um Praktikum zum Sachbearbeiter in der Organisation

Bewerbung um Praktikumsstelle als Sachbearbeiter in der Organisation

Sehr geehrte Frau XXXl,

Arbeiten ist für mich nicht irgendein Job – ich lebe Arbeit und meine Aufgaben! Ich erlebe und engagiere mich intensiv für meine Aufgaben und ggf. darüber hinaus. Die Stadt XXX muss viele solche Mitarbeiter haben – anders sind die zahlreichen positiven Entwicklungen der letzten Jahre nicht zu erklären. Ich möchte Teil Ihrer Mannschaft werden!

Mein Talent liegt in der Organisation, Optimierung, in der Schaffung von qualitativem und zeitlichem Effizienzgewinn. Üblicherweise sind solche Aufgaben auch fachübergreifend – viele Erfahrungen kann ich in den Schnittstellenbereichen zur Informatik und Personalverwaltung bieten. Im Rahmen einer beruflichen Reintegration über die [MAßNAHMENBEZEICHNUNG] suche ich eine interessante Praktikumsstelle – mit dem Ziel einer langfristigen Zusammenarbeit und Entwicklungsmöglichkeiten. Einen sinnvollen Einstieg zum gegenseitigen Kennenlernen ist eine Tätigkeit als Sachbearbeiter.

Über folgende Stärken kann ich Sie maßgeblich unterstützen:
 zielorientiertes, analytisches Denken  Organisationsgeschick
 initiative, selbständige Arbeitsweise  guter Umgang mit Menschen
 starke Effizienzorientierung  fundierte PC-Kenntnisse

Mit dem Abschluss meines Studiums als Diplom-Kaufmann mit den Schwerpunkten „Wirtschaftsinformatik“ und „Internationale Wirtschaft“ und meinen bisherigen Tätigkeiten besitze ich umfangreiche Erfahrung in der Verwaltung und im Bürowesen. Ob über meine Mitarbeit im Prüfungsamt XXX oder über meine Selbständigkeiten: Immer stand eine effiziente, kundenorientierte Arbeitsweise im Vordergrund.

Nach lebhafter Zeit in Positionen als Geschäftsführer, Unternehmer und Freiberufler möchte ich in feste Strukturen zurückkehren. Neuen Herausforderungen gegenüber bin ich aufgeschlossen und finde mich schnell in neue Aufgaben und Arbeitsgebiete ein. Ich bin mir sicher, aufgrund meiner generalisierten und strukturierten Arbeitsweise und entsprechenden Fähigkeiten Ihr Team hervorragend verstärken zu können.

Ich stehe Ihnen ab Mitte April 2013 zur Verfügung und würde mich über ein persönliches Gespräch mit Ihnen freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Momentan habe ich nur den Eindruck, dass dieses Schreiben zu lange ist. Wo sollte ich "abspecken" bzw. was noch "optimieren"? ;)
Die FOrmatierung sieht natürlich vernünftiger aus - die gesammelten Stichpunkte in der Mitte sind (wie seinerzeit in der Arcor-TV-Werbung) mit Häckchen versehen und in einer unsichtbaren Tabelle ordentlich aufgezeigt.

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 20.02.2013, 17:54

Hallo eStorm,

zunächst einmal solltest Du alles aus dem Anschreiben herauslassen, was Dich als Überqualifiziert erscheinen läst, so etwa die Tätigkeit als Geschäftsführer und Unternehmer. Das wirft sofort die Frage auf, was wohl mit dem Bewerber nicht stimmen mag, der sich nach ehemals verantwortungsvollen Jobs nunmehr mit einer unterqualifizierten Praktikantenstelle abfinden will.

Was auf mich auch noch nebulös wirkt, ist die Position, die dort einnehmen möchtest. Als was für ein Sachbearbeiter. Mir wird nicht richtig klar, was Du nun dort machen möchtest. Erfahrungsgemäß werden die Bewerber lieber gesehen, die klar sagen, was sie möchten, weil ihre Motivation höher eingeschätzt wird, denn derjenige, der signalisiert, es wäre ihm letztlich gleich, Hauptsache überhaupt eine Position.

Viele Grüße aus Duisburg

eStorm
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Beitrag von eStorm » 22.02.2013, 11:35

Hmmm ich weiss nie so recht wie ich mein BurnOut "charmant" unterbringen soll - das ist die reale Begründung. Bislang versuche ich den "roten Faden" Selbständiger->Rückkehr in Feste Strukturen in Kombination mit "berufliche Reintegration/Maßnahme" als Begründung für Geschäftsführer zum Praktikanten anzubringen. Reicht dies nicht? Sollte ich dies ggf. anders strukturieren?

Meine Qualifikationen gebe ich gerne an, weil ich davon ausgehe, dass sich mir so eine Stelle mit Entwicklungsmöglichkeit eröffnet... und mit der Angabe der Stelle "Sachbearbeiter Organisation[-sabteilung]" dachte ich wäre ich verständlich? Oder sollte ich es im Text anders/nicht formulieren?

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 22.02.2013, 14:01

Hallo eStorm,

verstehe ich das jetzt so, dass Du eine stelle zum einstieg suchst, die Du dann aber schnellst möglich wieder verlassen möchtest, um so an qualifiziertere Jobs heranzukommen?

Viele Grüße aus Duisburg

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 23.02.2013, 11:41

Für mich liest es sogar so, als würdest Du den Einstieg zu einer Kategorie von Aufstieg suchen, die es an diesem Ort grundsätzlich überhaupt nicht gibt und geben kann:

Wenn ich Begriffe wie "starke Effizienzorientierung", „Internationale Wirtschaft“ und "Geschäftsführung" in Reihe lese, sehe ich geradezu vor mir, wie dem Bürgermeister (der sich diesen Job vermutlich auf Basis einer weit weniger anspruchsvollen Ausbildung über jahrzehntelange Ochsentouren zwischen Marktplatz und Bierzelt erkämpft hat), der kalte Schweiss ausbricht... ;-)

Ernsthaft, das ist m. E. eine ganz eigentümliche Mischung, die Du da gerade zu präsentieren gedenkst... eingeschränkte Leistungsfähigkeit in dem offiziell zu vergebenden Job - mit dem gleichzeitig impliziten Anspruch, auf mittlere Sicht alle anderen Jobs daneben und darüber von Grund auf umzukrempeln. Ich glaube nicht, dass sich das irgendjemand dort gefallen lassen wird. Die sind nicht grundlos da, wo sie sind... und egal, was hier und da von aussen installierte "Turbo-Verwalter" in den Medien erzählen: Der gefühlte "Schutzraum" dort ist für die überwältigende Mehrheit der Bewohner dieses Biotops absolut essenziell - und dementsprechend mit allen Mitteln zu verteidigen! Die werden den Teufel tun, sich absehbare Unruhe ins Haus zu holen... ;-)

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