Anschreiben Studienabbrecherin für Hotelempfang

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kataia
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Anschreiben Studienabbrecherin für Hotelempfang

Beitrag von kataia » 20.06.2016, 15:35

Hallo ihr Lieben,
ich bin neu hier im Forum und ebenso in der Berufswelt. Ich habe nach zwei Jahren Literatur, Kultur und Medienwissenschaften und einem Jahr Sozialwissenschaften sowie zwei Semester, während denen ich aufgrund von Krankheit keine Kurse belegt habe, dennoch eingeschrieben war. Nun versuche ich, einen Job zu finden, um mich selbstständig übers Wasser halten zu können. Das Studium hab ich aus den Krankheitsgründen und einem Wunsch nach Neustart aufgegeben, auch wenn ich das Studieren an sich noch nicht aufgegeben habe..
Jedenfalls habe ich mir einige Gesuche angeschaut und hab einen für mich am meisten geeigneten Nebenjob gefunden: Rezeptionistin oder Aushilfe in einem Hotel. Jedoch tu ich mich unglaublich schwer mit dem Anschreiben, vor allem, da ich keine wirkliche Berufserfahrung habe (außer als Aushilfe im elterlichen Betrieb) und schwer einschätzen kann, was meine Stärken sind.

Darum würd ich euch bitten, mal drüberzuschauen, Kritik abzugeben, vielleicht ein paar Hilfestellungen oder hinweise. Die ersten zwei Absätze find ich so weit ganz gut, den Rest kann ich noch nicht so ordentlich verknüpfen...

"Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin eine multilinguale, freundliche und engagierte junge Frau, die nach ihrer Studienzeit auf der Suche nach einem Einstieg ins Berufsleben ist. Gerne würde ich diesen in Ihrem Hotel finden, da ich mit Freude mit und für Menschen arbeite und im Bereich der Touristik außerdem meine Sprach- sowie Kulturkenntnisse gut einsetzen kann.

Während des Studiums war es mir möglich, mich mit meinen persönlichen Interessen auseinanderzusetzen und in verschiedene kulturelle, medien- als auch sozialwissenschaftliche Bereiche hineinzuschnuppern. Durch mein Engagement in der Hochschulpolitik habe ich gelernt, auch größere Projekte zu planen, zu organisieren und durchzuführen. Des Weiteren hatte ich mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun und habe gelernt, im Team zu arbeiten und Lösungen, als auch Kompromisse zu finden.

Ich habe meine Studienzeit sehr genossen, vor allem, da ich aus Interesse studiert habe, möchte nun aber Verantwortung für mich selbst übernehmen und Unabhängigkeit erlangen.


Meine Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass ich immer auf der Suche nach Zufriedenheit bin – und zwar beider Parteien.

Ich spreche fließend Deutsch, Englisch und Polnisch und besitze Grundkenntnisse in Spanisch und Französisch. Weiterhin besitze ich sichere Kenntnisse in MS Office.

Über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch freue ich mich sehr!



Sozial, engagiert, freundlich, höflich, flexibel

Ich bin immer auf der Suche nach Zufriedenheit sowohl des Kunden als auch des

lösungs- und kompromissorientiert, zu Gunsten des Gastes
Kontakt mit Kunden durch "intera-nova" "


Bin für jede hilfreiche Antwort dankbar.
Eine schöne Woche!

katerfreitag
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Re: Anschreiben Studienabbrecherin für Hotelempfang

Beitrag von katerfreitag » 20.06.2016, 16:59

"Sehr geehrte Damen und Herren,

BITTE FINDE HERAUS, WER DEINE ANSPRECHPARTNER SIND. 'Damen und Herren' WIRKT HIN GEPFUSCHT, SO ALS HÄTTEST DU KEINE LUST GEHABT ZU RECHERCHIEREN.

ich bin eine multilinguale, freundliche und engagierte junge Frau, die nach ihrer Studienzeit auf der Suche nach einem Einstieg ins Berufsleben ist.

ERSTENS BEGINNST DU DEINE SÄTZE NICHT MIT 'ich' - SCHON MAL GAR NICHT DEN ALLERERSTEN. ZWEITENS BEDEUTET 'auf der Suche', DASS DU NICHT GENAU WEIßT, WO ES HINGEHEN SOLL. DU STELLST DICH ALS ORIENTIERUNGSLOS DAR. DAS IST EIN WENIG ZU EHRLICH FÜR DIE BERUFSWELT ;)

Gerne würde

MIT DEM KONJUNKTIV DRÜCKST DU ZWEIFEL AUS AN DEINER EIGENEN AUSSAGE. BIST DU DIR NICHT SICHER, DASS DU DIESE STELLE WILLST? DANN STELLT DER BETRIEB DOCH LIEBER JEMANDEN EIN, DER WEIß, WAS ER WILL...

ich diesen in Ihrem Hotel finden, da ich mit Freude mit und für Menschen arbeite und im Bereich der Touristik außerdem meine Sprach- sowie Kulturkenntnisse gut einsetzen kann.

DAS KÖNNTEST DU AUCH IM SOZIALEN ODER MEDIZINISCHEN BEREICH.

Während des Studiums war es mir möglich, mich mit meinen persönlichen Interessen

DAS LIEST SICH NACH: "HEUTE STUDIERE ICH DIES, MORGEN STUDIERE ICH DAS UND ÜBERMORGEN MACHE ICH WAS GANZ ANDERES." WIKRT UNBESTÄNDIG.

auseinanderzusetzen und in verschiedene kulturelle, medien- als auch sozialwissenschaftliche Bereiche hineinzuschnuppern.

BIS AUF DIE KULTUR SIND DAS KEINE BEREICHE, IN DENEN EINE EMPFANGSAUSHILFE KENNTNISSE HABEN MUSS. DAHER AUCH KEINE ARGUMENTE FÜR DICH :( DAS 'hinein schnuppern' LÄSST DICH AUCH SEHR KINDLICH WIRKEN.

Durch mein Engagement in der Hochschulpolitik habe ich gelernt, auch größere

DU BEWIRBST DICH ALS AUSHILFE, NICHT ALS EVENTMANAGERIN. SO WIKRT ES PRÄTENTIÖS.

Projekte zu planen, zu organisieren und durchzuführen. Des Weiteren hatte ich mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun und habe gelernt, im Team zu arbeiten und Lösungen, als auch Kompromisse zu finden.

HIER SOLLTEST DU SCHON KONKRETER WERDEN.

Ich habe meine Studienzeit sehr genossen, vor allem, da ich aus Interesse studiert habe, möchte nun aber Verantwortung für mich selbst übernehmen und Unabhängigkeit erlangen.

LÖBLICH, ABER IN DIESER FORM AUCH KEIN SCHLAGENDES ARGUMENT.

Meine Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass ich immer auf der Suche nach Zufriedenheit bin – und zwar beider Parteien.

IN DER HOTELLERIE GEHT ES ZWAR DARUM, DEN KUNDEN ZUFRIEDEN ZU STELLEN, ABER DU SOLLTEST DEN BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHEN ASPEKT GENAUSO DEUTLICH MACHEN. AUSSERDEM GIBT ES HIER DREI PARTEIEN: GAST, MITARBEITER, HOTELIER. UND DAHER FUNKTIONIERT DIESER SATZ SO NICHT.

Ich spreche fließend Deutsch, Englisch und Polnisch und besitze Grundkenntnisse in Spanisch und Französisch. Weiterhin besitze

ZWEIMAL 'BESITZE'? DAS GEHT STILISTISCH BESSER.

ich sichere Kenntnisse in MS Office.

Über eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch freue ich mich sehr!

DU HAST WIRKLICH KEINE GENAUE VORSTELLUNG VON DER HOTELLERIE. DAS MEKRT MAN DEINEM TEXT AUCH AN. WÄRE ICH AN DEINER STELLE, ICH WÜRDE MICH ERSTMAL UM EIN PRAKTIKUM BEWERBEN. GERADE AUCH ZU DEINER EIGENEN SICHERHEIT, DASS DIESES BERUFSFELD WIRKLICH UND WAHRHAFTIG ETWAS FÜR DICH IST.

DU MUSST STRESSRESISTENT, MULTITASKING-FÄHIG, SEHR BELASTBAR SEIN. MIT VIELEN SEHR, SEHR UNTERSCHIEDLICHEN MENSCHEN UMGEHEN KÖNNEN, KRASSE BILDUNGSUNTERSCHIEDE INKLUSIVE. DU MUSST NERVENSTARK SEIN - DIE BESTEN GASTRONOMEN SIND ÄHNLICH GESTRICKT WIE SONDERPÄDAGOGEN, NUR DASS KINDER SELTENER ZU DEINEM ARBEITSALLTAG GEHÖREN WERDEN. ;)

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TheGuide
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Re: Anschreiben Studienabbrecherin für Hotelempfang

Beitrag von TheGuide » 20.06.2016, 21:12

kataia hat geschrieben:
ich bin eine multilinguale, freundliche und engagierte junge Frau, die nach ihrer Studienzeit auf der Suche nach einem Einstieg ins Berufsleben ist.
Damit erweckst du den Eindruck, du habest dein Studium abgeschlossen und der Adressat wird sich wundern, warum du die Stelle haben willst.
Während des Studiums war es mir möglich,

Das bedeutet nicht, dass du von dieser Möglichkeit Gebrauch machtest!
mich mit meinen persönlichen Interessen auseinanderzusetzen und in verschiedene kulturelle, medien- als auch sozialwissenschaftliche Bereiche hineinzuschnuppern.
Relevanz f. d. Hotel?
Ich habe meine Studienzeit sehr genossen, vor allem, da ich aus Interesse studiert habe, möchte nun aber Verantwortung für mich selbst übernehmen und Unabhängigkeit erlangen.
In fast jedem deiner Sätze kommt dein Studium vor, in fast keinem aber das Hotel.
Meine Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass ich immer auf der Suche nach Zufriedenheit bin – und zwar beider Parteien.
Wann hast du das schon mal realisiert?

Versuch doch mal einen Einstiegsatz, in dem du mit deinen Sprachkenntnissen anfängst.

kataia
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Beitrag von kataia » 20.06.2016, 21:37

Lieben Dank euch beiden erstmal. Nun ich hab wirklich nicht viel Erfahrung mit dem Schreiben von Bewerbungen..Hab jetzt zumindest mal die Einleitung überarbeitet..besser so?

"Sehr geehrte*r Herr*Frau xxx,
suchen Sie eine freundliche, engagierte junge Frau, die die Wünsche und Bedürfnisse Ihrer Gäste versteht - und das in fünf verschiedenen Sprachen, drei davon fließend? Eine aufgeschlossene Mitarbeiterin, die sich an der Universität mit unterschiedlichen Kulturen auseinandergesetzt und interkulturelle Handlungskompetenzen erlernt hat? Eine humorvolle Kollegin, die gelernt hat, im Team zu arbeiten und sowohl Lösungen, als auch Kompromisse zu finden? Sie haben diese hiermit gefunden!"

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 20.06.2016, 21:47

Eigentlich bin ich kein Freund von dieser Art der Einleitung, die ich als durchgenudelt empfinde und allenfalls in Initiativberwerbungen sinnvoll, aber bei dir mache ich eine Ausnahme. Ich habe diese Art der Einleitung selten so geschickt eingesetzt gesehen.

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 20.06.2016, 22:07

D' accord! :)

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 21.06.2016, 17:04

Ach, bin ich froh. Ich wollte das schon nicht schreiben, weil ich dachte, ich bin die Einzige, aber ich finds auch gelungen. Es kann nun mal nicht jedes Anschreiben den Anspruch erfüllen, den Leser vom Hocker zu hauen. Ich kann immer nur beurteilen, ob es mich ansprechen würde und in diesem Fall: ja, würde es. Definitiv.

Also viel Erfolg, Kataia!

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 21.06.2016, 23:35

Da kann ich mich nur anschliessen... sowohl, was den positiven Eindruck als auch meine eigene Überraschung darüber angeht. Dir ist es hier wirklich gelungen, aus einer der abgedroschsten Eröffnungen überhaupt etwas ganz Eigenes und rundum Sympathisches zu machen!

Mich würde jetzt wirklich interessieren, wie es weiter geht. So, wie er war, kann der Rest ja nicht geblieben sein, oder?

kataia
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Beitrag von kataia » 22.06.2016, 15:24

Danke erstmal für die positive Rückmeldung :) ich tus mir ziemlich schwer mit dem Schreiben um ehrlich zu sein.. Der nächste Teil ist bis jetzt so:

"Bereits als Jugendliche habe ich im elterlichen Betrieb ausgeholfen und dort meine ersten Erfahrungen in der Logistik und vor allem in der Kundenkorrespondenz gemacht. Im Verlauf meiner dortigen Beschäftigung habe ich englischsprachigen Schriftverkehr mit Geschäftspartnern geführt sowie Texte verschiedener Art übersetzt. Diese Aushilfstätigkeiten habe ich bis zum Beginn meines Studiums und gelegentlich darüber hinaus ausgeführt. "

Nun überlege ich, ob ich einen "Bruch im Leben" erwähnen soll, der den Studienabbruch mit einschließt, und mit Grund für meine Umorientierung ins Berufsleben / in die Hotelbranche ist,
oder ob ich darüber schreiben soll, dass ich mich vom elterlichen Betrieb unabhängig machen will und für eine Branche arbeiten möchte, mit der ich mich z.B. besser identifizieren kann und bei der ich mehr erreichen kann..was wären eure Tipps?
Ich möchte generell schon erwähnen, dass ich zwei Jahre auf Englisch studiert habe, also wirklich wirklich gutes Englisch spreche und ggf als Übersetzerin fungieren kann. Ich hab zwar auch ein Cambridge C1 Zertifikat, aber während des Studiums hab ich z.B. einen Übersetzungskurs gemacht oder "Professional Business Communication Skills" erlernt.

kataia
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Beitrag von kataia » 22.06.2016, 16:53

Um es vielleicht noch unübersichtlicher zu machen;

"Bereits als Jugendliche habe ich im elterlichen Betrieb ausgeholfen und dort meine ersten Erfahrungen in der Logistik und vor allem in der Kundenkorrespondenz gemacht. Im Verlauf meiner dortigen Beschäftigung habe ich englischsprachigen Schriftverkehr mit Geschäftspartnern geführt sowie Texte verschiedener Art übersetzt. Diese Aushilfstätigkeiten habe ich bis zum Beginn meines Studiums und gelegentlich darüber hinaus ausgeführt. Jetzt strebe ich die Unabhängigkeit vom elterlichen Betrieb an, um einen Beruf auszuüben, mit dem ich mich identifiziere und der mir mehr Möglichkeiten und Chancen bietet.


Das hat mich auf Hotel gebracht
ihr hotel als besonderes blabla..
Ihr luxuriöses Vier-Sterne-Hotel
Mitten in köln
Modern mediterraner stil
Modern, luxuriös, vier sterne, ausgezeichnet
Als ein luxuriöses Hotel mitten in der schönen Kölner Altstadt werden Sie tagtäglich von vielen internationalen Gästen gebucht.

Ihre Zufriedenheit sowie die des Gastes

harmonisches Arbeitsklima
und mit menschen zu arbeiten/viele menschen kennenzulernen



Ich arbeite gerne im Team und habe Freude am Umgang mit Menschen, wie ich während meiner Zeit an der Universität erkannt habe. Sowohl als ehrenamtliche Helferin in einer Notunterkunft für Geflüchtete, als auch als Mitorganisatorin und Bandbetreuerin beim "festival contre le racisme" 2015 in Siegen habe ich mit und für Menschen gearbeitet. Gleichzeitig machte ich in dieser Zeit praktische Erfahrungen mit der Organisation von größeren Projekten und übernahm Verantwortung für diese."

sowas steht grad in meinem Pad..

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 22.06.2016, 20:45

Du beWIRBST dich. In der Regel führt man da Dinge an, die zu einer positiven Kaufentscheidung führen.

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 22.06.2016, 23:01

Den 'Bruch' würde ich auf keinen Fall thematisieren. Das riecht einfach zu sehr nach problembelastet...

Ich würde auch das mit dem ehrenamtlichen Engagement ein wenig runter'dimmen' - für sowas wirst Du im Schichtdienst am FO kaum Zeit finden. Versuch in dem Zusammenhang mal, eine stärkere Betonung auf den organisatorischen Aspekt zu legen. DAS ist interessant am Front Desk!

Hast Du in dem Hotel schon mal übernachtet? In deren Restaurant gegessen? In der Bar einen Cocktail getrunken? Über sowas würde ich einen Bezug herzustellen - das Blablabla auf der Homepage ist meistens von den Zentralen der Hotelketten vorgegeben und damit identifiziert sich in der Regel kein Mitarbeiter. Auf die Fotos dort würde ich übrigens auch nichts geben: die sind gestellt und gephotoshopt ohne Ende.

Mach Dir bewusst, dass Gastronomie und Hotellerie auch immer ein gewisses Maß an Blendwerk beinhalten. Du wirst dort den 'schönen Schein' verkaufen. Lächeln, wenn Dir die Füße wehtun... ;)

Es gibt da einen netten Spruch über Köche: "Alle Köche sind besch..., die sich nicht zu helfen wissen." Der gilt meiner Meinung nach für alle Gastro-Beschäftigten - Improvisationstalent, Flexibilität und die Fähigkeit, trotz allem das Ziel im Auge zu behalten, das sind Voraussetzungen für den Erfolg und den Spaß an der Gastro.

Kriegst Du das in Deinem Anschreiben untergebracht?

Romanum
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Beitrag von Romanum » 23.06.2016, 12:57

Bei "im elterlichen Betrieb" solltest du gleich schreiben, in welcher Branche der Betrieb tätig ist, damit der Sachverhalt schneller eingeordnet werden kann. Also z.B. besser "im elterlichen Speditionsbetrieb" oder "im elterlichen Gastronomiebetrieb" schreiben.

Außerdem fällt auf, dass du durch ungeschickte Wortwahl (hineinschnuppern, persönliche Interessen verfolgen) oder überflüssige Einschübe (etzt strebe ich die Unabhängigkeit vom elterlichen Betrieb an) deine Aussagen unnötig abschwächst.
Sowohl als ehrenamtliche Helferin in einer Notunterkunft für Geflüchtete, als auch als Mitorganisatorin und Bandbetreuerin beim "festival contre le racisme" 2015 in Siegen habe ich mit und für Menschen gearbeitet. Gleichzeitig machte ich in dieser Zeit praktische Erfahrungen mit der Organisation von größeren Projekten und übernahm Verantwortung für diese

Was waren deine konkreten Aufgaben und mit welchen besonderen Stärken hast du sie umsetzen können?
[/quote]

kataia
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Beitrag von kataia » 23.06.2016, 17:55

Romanum hat geschrieben:Bei "im elterlichen Betrieb" solltest du gleich schreiben, in welcher Branche der Betrieb tätig ist, damit der Sachverhalt schneller eingeordnet werden kann. Also z.B. besser "im elterlichen Speditionsbetrieb" oder "im elterlichen Gastronomiebetrieb" schreiben.
Die Branche fällt mir schwer zu definieren - hauptsächlich ist es ein Internethandel, der Unterhaltungselektronik anbietet. Im elterlichen E-Business Betrieb? Oder ganz anders?
Romanum hat geschrieben:Außerdem fällt auf, dass du durch ungeschickte Wortwahl (hineinschnuppern, persönliche Interessen verfolgen) oder überflüssige Einschübe (etzt strebe ich die Unabhängigkeit vom elterlichen Betrieb an) deine Aussagen unnötig abschwächst.
Inwiefern ist "jetzt strebe ich die Unabhängigkeit vom elterlichen Betrieb an" abschwächend? Für mich ist das mehr oder weniger der Hauptgrund, wieso ich mich bewerbe, weil ich aus familiären/finanziellen Gründen nicht weiter studieren kann. Sollte den roten Faden herstellen...

---
katerfreitag hat geschrieben:Ich würde auch das mit dem ehrenamtlichen Engagement ein wenig runter'dimmen' - für sowas wirst Du im Schichtdienst am FO kaum Zeit finden. Versuch in dem Zusammenhang mal, eine stärkere Betonung auf den organisatorischen Aspekt zu legen. DAS ist interessant am Front Desk!
Meine ehrenamtliche Tätigkeit hab ich ja quasi nur erwähnt, und auch dort war ich in einer studentischen Initiative organisiert, die nicht nur Essen ausgegeben hat o.ä. Soll ichs jetzt trotzdem einfach rausnehmen oder weiter ausführen und erläutern, was ich dort gemacht habe?
katerfreitag hat geschrieben:Hast Du in dem Hotel schon mal übernachtet? In deren Restaurant gegessen? In der Bar einen Cocktail getrunken? Über sowas würde ich einen Bezug herzustellen - das Blablabla auf der Homepage ist meistens von den Zentralen der Hotelketten vorgegeben und damit identifiziert sich in der Regel kein Mitarbeiter. Auf die Fotos dort würde ich übrigens auch nichts geben: die sind gestellt und gephotoshopt ohne Ende.

Mach Dir bewusst, dass Gastronomie und Hotellerie auch immer ein gewisses Maß an Blendwerk beinhalten. Du wirst dort den 'schönen Schein' verkaufen. Lächeln, wenn Dir die Füße wehtun... ;)

Es gibt da einen netten Spruch über Köche: "Alle Köche sind besch..., die sich nicht zu helfen wissen." Der gilt meiner Meinung nach für alle Gastro-Beschäftigten - Improvisationstalent, Flexibilität und die Fähigkeit, trotz allem das Ziel im Auge zu behalten, das sind Voraussetzungen für den Erfolg und den Spaß an der Gastro.

Kriegst Du das in Deinem Anschreiben untergebracht?
Dass die Bereiche voll von Blendern sind (und das zum Beruf dazugehört), ist mir bewusst. :D ob ich das kann, wird man wohl sehen.^^

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 23.06.2016, 18:50

kataia hat geschrieben:
Romanum hat geschrieben:Bei "im elterlichen Betrieb" solltest du gleich schreiben, in welcher Branche der Betrieb tätig ist, damit der Sachverhalt schneller eingeordnet werden kann. Also z.B. besser "im elterlichen Speditionsbetrieb" oder "im elterlichen Gastronomiebetrieb" schreiben.
Die Branche fällt mir schwer zu definieren - hauptsächlich ist es ein Internethandel, der Unterhaltungselektronik anbietet. Im elterlichen E-Business Betrieb? Oder ganz anders?
Wie wäre es mit "Internethandel, der Unterhaltungselektronik anbietet"
:lol:
Scherz beiseite, das beschreibt es doch treffend. So kann sich jeder was darunter vorstellen.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 25.06.2016, 13:07

Mal etwas ganz anderes: Mir ist im Laufe des Threas irgendwie das "Grosse Ganze" aus dem Blick entschwunden. Du hattest also Literatur, Kultur und Medien- und Sozialwissenschaften studiert, nebenher im Internethandel Deiner Eltern gejobbt... und suchst jetzt einen NEBEN-Job an der Hotelrezeption?!? Was wäre denn der angepeilte HAUPT-Job für jetzt oder später? Hättest Du auf mittlere Sicht auch noch eine ausgebildete Tätigkit vor Augen?

Romanum
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Beitrag von Romanum » 28.06.2016, 13:53

kataia hat geschrieben:Inwiefern ist "jetzt strebe ich die Unabhängigkeit vom elterlichen Betrieb an" abschwächend? Für mich ist das mehr oder weniger der Hauptgrund, wieso ich mich bewerbe, weil ich aus familiären/finanziellen Gründen nicht weiter studieren kann. Sollte den roten Faden herstellen...

Was du gemacht hast, waren Aushilfstätigkeiten. Die Haupttätigkeit war das Studium. Wenn du woanders diese Aushilfstätigkeiten durchgeführt hättest, dann würdest du auch nicht angeben, von diesem Aushilfsjob unabhängiger werden zu wollen. Negative Sachverhalte (bzw. private Umstände) sind sowieso schlechte prioritäre Bewerbungsgründe. Von einem Erwachsenen erwartet man eh Unabhängigkeit vom Elternhaus; das muss nicht angegeben werden. Mit deiner Formulierung (strebe => Beginn des Prozesses) lenkst du den Leser doch direkt auf die bisher fehlende Unabhängigkeit, was eben nicht gut ist. Also lasse sie besser weg.

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