Arbeitszeugnis Industriekaufmann

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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jobline
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Arbeitszeugnis Industriekaufmann

Beitrag von jobline » 17.05.2010, 21:36

Hallo Leute, habe ein Arbeitszeugnis erhalten und benötige Eure Meinung dazu.
Ich war in diesem Betrieb 1 Jahr beschäftigt, Kündigung war Betriebsbedingt.
Würde mich um jeden Tipp freuen.
Danke schon mal im voraus für ein Feedback :lol:


Arbeitszeugnis

Herr xxxxxxx, geboren am xxxxxxxx war in der Zeit vom xxxxxx bis xxxxx als Mitarbeiter im Bereich Arbeitsvorbereitung und im Einkauf unseres Unternehmens tätig.
Die xxxxxx GmbH in xxxxx ist ein mittelständisches Unternehmen...... / hier folgen vier Zeilen über das Unternehmen./

Sein Aufgabengebiet umfasste im Einzelnen:
Auftragsbearbeitung, Rohstoffeinkauf, Fertigungsplanung, Stammdatenpflege im ERP-System sowie Logistikorganisation.

Herr xxxxx beherrschte seine Arbeitsbereiche umfassend und fand stets brauchbare Lösungen. Er hat sich engagiert in seine neuen Aufgabengebiete eingearbeitet und verfolgte nachhaltig und erfolgreich die vereinbarten Ziele.

Herr xxxxxx erledigte alle Ihm übertragenen Aufgaben korrekt und zufriedenstellend, auch hohem Arbeitsaufwand und Termindruck ist er stets gewachsen. Die Qualität seiner Arbeitsergebnisse erfüllt in vollem Umfang die gestellten Anforderungen.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets vorbildlich.

Es tut uns außerordentlich Leid Herrn xxxxxx als Mitarbeiter zu verlieren. Wir wünschen Ihm für die Zukunft alles Gute.

Globetrotter
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Beitrag von Globetrotter » 17.05.2010, 23:51

Auffallend ist, dass das Zeugnis recht knapp gehalten wurde, es wurde nicht mehr geschrieben als unbedingt erforderlich, außerdem wirkt es recht kühl. Das hat insgesamt einen ungünstigen Einfluss auf Gesamtbeurteilung des Zeugnisses.

Der Arbeitseifer des Mitarbeiters scheint sich in Grenzen gehalten zu haben, was durch folgende Formulierungen zum Außdruck gebracht wurde:
und verfolgte nachhaltig und erfolgreich die vereinbarten Ziele (Dienst nach Vorschrift)

Qualität seiner Arbeitsergebnisse erfüllt in vollem Umfang die gestellten Anforderungen (mehr aber auch nicht)
Auffallend ist auch, dass in der Beurteilung nirgendwo von Fachkenntnisse, Zuverlässigkeit oder Sorgfalt die Rede. In der Zeugnissprache spricht man in diesen Zusammenhang vom so genannten "beredetem Schweigen" womit ein Mangle oder eine unzureichende Leistung zum "Ausdruck" gebracht wird. Der AG ist dazu verpflichtet ein wohlwollendes Zeugnis auszustellen, d.h. es darf keine offensichtlich negativen oder nachteilige Formulierungen enthalten. Erachtet der AG also die Leistung oder Kenntnisse als mangelhaft werden diese erst gar nicht erwähnt (erschließt sich für den Laien also nicht).

An dem Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern gab es wohl nichts zu beanstanden, andererseits aber wohl auch nichts besonders erwähnenswertes wie, z.B. "durch sein freundliches und kollegiales Wesen war die Zusammenarbeit mit Herrn X immer angenehm".

In der Schlussformulierung wird das Ausscheiden des Mitarbeiters zwar bedauert, allerdings wird für die geleistete Arbeit nicht gedankt (ist somit widersprüchlich), was aber aufgrund der Leistungsbeurteilung auch nicht anderes zu erwarten war. Auch halten sich die Glückwünsche für die Zukunft in Grenzen, und das in diesem Zusammenhang nicht von "auch weiterhin viel Erfolg" die Rede ist, wird den erfahrenen Zeugnisleser nicht überraschen. Das es sich hier um eine Kündigung Seitens des Arbeitgebers handelt ist offensichtlich!

derReisswolf
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Beitrag von derReisswolf » 18.05.2010, 15:51

Jobline, es ist tatsächlich so dass der dir vorliegende Zeugnistext aus einer sehr knappen und aufs nötigste reduzierten Aneinanderreihung von, zumeist für eine befriedigenden Wertung stehenden Standardformulierungen besteht. Eine deutlich positiver anmutende Würdigung findet deine Führung... zumindest auf den ersten Blick- offen bleibt hier die Frage nach deinem, sicherlich vorhandenen Kontakt zu Externen.

Jobline, durch beifügen dieses Zeugnis wird deine Bewerbungsmappe keine Aufwertung erfahren.




PS
Die Würdigung der Fachkenntnisse ist im Übrigen mit dem Satz...
Herr xxxxx beherrschte seine Arbeitsbereiche umfassend und fand stets brauchbare Lösungen.
... abgedeckt.

jobline
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Beitrag von jobline » 19.05.2010, 19:41

Hallo zusammen,

vielen Dank für Euren ausführlichen Kommentar.
In der Tat war es so dass das Arbeitsverhältnis durch den AG beendet wurde. Ich war sogar äußerst erleichtert darüber.
Trotzdem bin ich mit diesem Zeugnis nicht einverstanden. Auch meine Vorgänger hatten schon ein Problem damit.
Nur wie soll ich weiter vorgehen. Habe im Net gelesen dass man für einen relativ geringen Betrag sein Zeugnis überarbeiten lassen kann.
Ist das zu empfehlen? Gibt es Alternativen?

Danke im voraus für Euer Feedback.

derReisswolf
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Beitrag von derReisswolf » 19.05.2010, 20:29

Jobline schau mal, wenn er selbst nicht befähigt ist ein adäquaten Zeugnistext zu erstellen, du aber einen solchen anstrebst, muss das eben von externer Seite übernommen werden ... letztendlich unterzeichnet werden muss dieses dann korrekt verfasste Zeugnis aber von deinem Arbeitgeber.

jobline
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Beitrag von jobline » 20.05.2010, 20:21

Ok, sorry. Mir war nur nicht ganz klar ob der AG ein extern erstelltes Arbeitszeugnis aktezptieren muss oder ablehnen kann. Gibt es eigentlich eine Frist in der man ein geändertes Arbeitszeugnis vorzulegen hat?

jobline
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Beitrag von jobline » 21.05.2010, 20:03

Hallo derReisswolf, ich habe noch ein wenig Gegoogelt und fand dies:

"Wer binnen eines Jahres nach Erhalt eines Arbeitszeugnisses zwar Kontakt zum Arbeitgeber hat, diesen aber nicht zur Zeugniskorrektur auffordert, kann in der Regel später keine Berichtigung mehr fordern."
Quelle: Landesarbeitsgericht Köln - 13 Sa 1050/99

Aber wie du schon sagtest ist es trotzdem vorteilhaft eine Korrektur zeitnah zu verlagen.

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