Bewerbung aus Arbeitslosigkeit auf Empfehlung

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Shakki
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Bewerbung aus Arbeitslosigkeit auf Empfehlung

Beitrag von Shakki » 06.08.2010, 20:35

Ich möchte mich aufgrund eines Tipps bewerben. Den Tipp-Geber kenne ich nicht persönlich, es ist der Bruder einer Freundin, der dort arbeitet aber nicht erwähnt werden möchte.
Unsicher bin ich mir, ob ich jetzt einfach mal in der Firma anrufen und nachfragen soll, wobei ich von dem Tipp-Geber schon gehört habe, das die dort sagen es gäbe diese Stellen nicht (mehr); dann kennen die aber meinen Namen ....

Ich habe bis Ende September 2008 bei dem großen Handyhersteller gearbeitet, war dann ein Jahr lang in der Transfergesellschaft und falle Ende des nächsten Monats in Hartz4. Eigentlich habe ich meine Zeit zuhause mit meinen Kindern sehr genossen, aber das kann ich ja wohl nicht schreiben - oder?

hier mal mein Bewerbungsansatz:

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Im Laufe meiner Beschäftigung bei der XXX GmbH als Lagermitarbeiterin, Vorarbeiterin und Bestückerin von Produktionsanlagen habe ich mir fundierte Kenntnisse in den Bereichen der Warenbewegung, Kommunikation und der Mitarbeiterführung angeeignet.

Als Lagermitarbeiterin war ich verantwortlich für das Kommissionieren der Ersatzteilaufträge inkl. der sachgerechten Verpackung und der Erstellung von Versandpapieren. Die Warenannahme und deren Überprüfung bzgl. Quantität und Qualität sowie die Warenversorgung der Abteilungen gehörten ebenfalls zu meinen Aufgaben. 
Meine Tätigkeit als Bestückerin beinhaltete den effektiven Materialfluss von vier Produktionsanlagen sowie die Fehlerfeststellung und –meldung. Des Weiteren war ich zuständig für die Durchführung von Erstaudits und die Eingabe von Produktionsdaten in das SAP R/3-System.

Zu meinen Stärken gehören neben der hohen Zuverlässigkeit, Organisationsfähigkeit auch Belastbarkeit, die ich besonders als Bestückerin in meiner  täglichen Arbeit gezeigt habe.

Da die Fa. XXX GmbH ein sehr hohes Qualitätsniveau hatte ist für mich die Einhaltung und Umsetzung von diversen Qualitätsstandards zur Selbstverständlichkeit geworden. 

Trotz meiner Berufspause bin ich sicher, mich zügig in Ihr Team integrieren und in den Aufgabenbereich einarbeiten zu können. Aufgrund meiner raschen Auffassungsgabe und meiner hohen Motivation wird es mir sicher gelingen, mein Wissen abzurufen, erfolgreich einzubringen und es kontinuierlich und mit lebhaftem Interesse auszubauen.
Auf eine positive Rückmeldung freue ich mich sehr.

Mit freundlichen Grüßen
Wie könnte ich den Einleitungssatz am besten formulieren? Anrufen oder nicht? Was könnte man an der Bewerbung sonst verbessern oder anders machen?

Tanja

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FRAGEN
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Re: Bewerbung aus Arbeitslosigkeit auf Empfehlung

Beitrag von FRAGEN » 07.08.2010, 07:58

Alle Achtung, Shakki!

Das ist so ziemlich das Beste, was ich in Deinem Beruf jemals gelesen habe! Die Situation verstehe ich richtig, dass Du ein Jahr lang arbeitlos warst, das ganz cool als Familienpause aufgefasst hast ... und Dich nirgendwo beworben hast, weil Du sicher warst, dass Du am Ende der ALG-I-Phase sofort etwas Neues finden wirst?!? Könnte in Deinem Fall sogar klappen... ;-)
Shakki hat geschrieben:Ich möchte mich aufgrund eines Tipps bewerben. Den Tipp-Geber kenne ich nicht persönlich, es ist der Bruder einer Freundin, der dort arbeitet aber nicht erwähnt werden möchte.
Unsicher bin ich mir, ob ich jetzt einfach mal in der Firma anrufen und nachfragen soll, wobei ich von dem Tipp-Geber schon gehört habe, das die dort sagen es gäbe diese Stellen nicht (mehr); dann kennen die aber meinen Namen ....
Das klingt für mich insgesamt eher riskant. Ich würde das einfach als ganz normale Initiativbewerbung verschicken... ohne mich auf irgendwen oder irgendwas zu berufen. Den Text im Ganzen finde ich ausgesprochen überzeugend... auch wenn Kleinigkeiten noch etwas präziser sein könnten...
Shakki hat geschrieben:Zu meinen Stärken gehören neben der hohen Zuverlässigkeit, Organisationsfähigkeit auch Belastbarkeit, die ich besonders als Bestückerin in meiner täglichen Arbeit gezeigt habe.
Das ist so eine minimal ungenaue Stelle: Du meinst vermutlich, dass Du die Belastbarkeit beim Bestücken gezeigt hast... was man auch sofort versteht. Dann hättest Du aber entweder die anderen Stärken nicht belegt (was schade wäre)... oder ebenfalls mit dem Bestücken verbunden... was vor allem im Falle der Organisationsfähigkeit nicht so gut passt. Ich glaube, ich würde da zwei Sätze daraus machen: Einen mit der Belastbarkeit (und meinetwegen auch Zuverlässigkeit) als Bestückerin... und einen, der die Organisationsfähigkeit mit einer eher... organisatorischen Arbeit verbindet.
Shakki hat geschrieben:Da die Fa. XXX GmbH ein sehr hohes Qualitätsniveau hatte ist für mich die Einhaltung und Umsetzung von diversen Qualitätsstandards zur Selbstverständlichkeit geworden.
Sehr gutes Thema... was leider etwas ins Leere geht, weil Du die "Qualität" halt nur mit "Qualität" erklärst. Das Interessante wäre ja, worin Dein Qualitätsanspruch sich bei der täglichen Arbeit äussert!
Shakki hat geschrieben:Wie könnte ich den Einleitungssatz am besten formulieren?
Das ist tatsächlich noch die grösste Frage... wenn die Sachlage so ist, wie ich vermute (s. o.) wäre Ehrlichkeit insgesamt vermutlich noch am besten... weil insgesamt plausibel, ohne die Inhalte Deiner wirklich tollen Bewerbung in Zweifel zu ziehen. Wenn Du Dich die ganze Zeit so engagiert beworben hättest, hätte es ja schon fast mit dem Teufel zugehen müssen, wenn niemand Dich genommen hätte. Dann wäre die naheliegende Schlussfolgerung, dass ein ganz massiver Haken an anderer Stelle liegt...

Alternative wäre, zum Einstieg gar nichts zu Deiner Situation zu sagen - sondern stattdessen mit einem Kompliment an die Wunschfirma zu starten... und dass Du Deine Laufbahn gern in solch einem Unternehmen fortsetzen würdest. Dir ist natürlich klar, dass die Frage nach dem vergangenen Jahr so oder so ein Hauptthema eines eventuellen Vorstellungsgespräches wird... ;-)

Shakki
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Beitrag von Shakki » 07.08.2010, 14:33

Danke für das Feedback.
Das mit der Qualität denke ich, kann ich so stehen lassen - der Firmenname sagt da schon einiges aus.

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Zu meinen Stärken gehören neben der hohen Zuverlässigkeit, Organisationsfähigkeit auch Belastbarkeit, die ich besonders als Bestückerin in meiner  täglichen Arbeit [i]gebündelt [/i]gezeigt habe.
.
Wäre das so besser?
Zwei Sätze erscheinen mir zu dick aufgetragen...
Vielleicht sollte ich dazu erwähnen, das schon ehemalige Kollegen dort arbeiten.

Mit dem Einleitungssatz kämpfe ich noch ein wenig. Evtl. "ohne mich auf eine Stellenausschreinung zu beziehen..."
weiß ich aber noch nicht, so rumschleimen steh ich auch nicht drauf (das bin nicht ICH).
Und: Du hast mich schon ziemlich gut verstanden

Tanja

oder vielleicht so?

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durch einen Mitarbeiter Ihrer Firma habe ich erfahren, dass Sie Kommissionierer als Verstärkung suchen.
wobei ich das Wort Verstärkung von der Internetseite der Firma im Bereich Stellenausschreibungen genommen habe...
auf der Internetseite sind zwei Person für den HR Bereich genannt, soll ich diese direkt ansprechen oder lieber förmlich mit DuH?

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 08.08.2010, 10:55

Shakki hat geschrieben:

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Zu meinen Stärken gehören neben der hohen Zuverlässigkeit, Organisationsfähigkeit auch Belastbarkeit, die ich besonders als Bestückerin in meiner  täglichen Arbeit gebündelt gezeigt habe.
.
Ich verstehe zwar die Absicht... finde aber, dass doch recht ungewöhnliche "gebündelt" an dieser Stelle eher irritiert und hilft. Effektiver fände ich dann eine Vereinfachung des Satzes. So etwas wie
Shakki hat geschrieben:Zuverlässigkeit, Organisationsfähigkeit und Belastbarkeit konnte ich besonders in meiner täglichen Arbeit als Bestückerin zeigen.
Damit hättest Du die Stärken quasi "gebündelt", ohne dieses Wort zu benutzen. Aber noch einmal: Ist die "Bestückung" tatsächlich der fachlich (und damit letztlich finanziell) wertvollste Teil Deiner Arbeit, dass Du all Deine Stärken darauf konzentrierst? Die Aufteilung der doch recht verschiedenartigen Stärken auf verschiedene Tätigkeiten würde ja nicht nur bzgl. der Stärken "auftragen"... sondern auch dafür sorgen, dass Du als vielseitige Kraft wahrgenommen wirst. Schade finde ich z. B., dass man Deine Tätigkeit als Vorarbeiterin bisher beinahe überlesen kann. Ich würde alleine der schon einen eigenen Satz gönnen... und in diesen auch mindestens eine Stärke einfliessen lassen...
Shakki hat geschrieben:Vielleicht sollte ich dazu erwähnen, das schon ehemalige Kollegen dort arbeiten.
Das wird man ja schon aus Deinem Lebenslauf ersehen können. Du könntest natürlich aus Äusserungen dieser Kollegen wieder Positives über die Firma einleiten... aber ich höre Dich schon wieder sagen: "Das bin ich nicht!"... ;-)
Shakki hat geschrieben:so rumschleimen steh ich auch nicht drauf (das bin nicht ICH)
Dann solltest Du es auch nicht tun. Authentizität ist m. E .das A&O einer Bewerbung...
Shakki hat geschrieben:oder vielleicht so?

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durch einen Mitarbeiter Ihrer Firma habe ich erfahren, dass Sie Kommissionierer als Verstärkung suchen.
Ich wüsste nicht, was damit zu gewinnen wäre. Erstens schränkst Du Dein Arbeitsgebiet gleich zu Anfang ohne Not ein (wer sagt, dass Dein alter Kumpel alles weiss, was in der Personalplanung vor sich geht?)... und zweitens zeigt es natürlich auch ein gewisses Niveau, sich seine Informationen nicht am Stammtisch, sondern an "offizieller" Stelle zu holen. Und wenn es dort keine gibt, wendet man sich halt an diese, um welche zu erhalten... ;-)
Shakki hat geschrieben:auf der Internetseite sind zwei Person für den HR Bereich genannt, soll ich diese direkt ansprechen oder lieber förmlich mit DuH?
Auf jeden Fall direkt - alle beide! Das zeigt, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, auf der HP nachzusehen... und passt so sehr schön zu dem umsichtigen und vorausschauenden Arbeiten, was Du ja auch ansonsten anbieten möchtest!

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