Bewerbung wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw Promotion

Wenn ihr Berufsanfänger oder Berufspraktiker seid, dann könnt ihr eure Bewerbungsbeispiele in dieser Rubrik zur Diskussion stellen und die Musterbewerbungen anderer Bewerber bewerten. Auch für Bewerbungen um eine Neben- oder Teilzeitbeschäftigung.
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Diese Suse
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Initiativbewerbung als Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Beitrag von Diese Suse » 17.07.2008, 20:53

Hallo,
ich habe mein Psychologiestudium gerade beendet, bin im falschen Job gelandet und nun auf der Suche nach etwas passenderem. Ich möchte meine Doktorarbeit schreiben und mich deswegen bei bestimmten Profs bewerben. In einer Initiativbewerbung will ich deutlich machen, warum ich gerade bei Ihm/Ihr anfangen möchte, ohne dabei "bauchpinselig" zu klingen... Außerdem find ich es noch sehr holprig. Dafür bräucht ich Hilfe!
DANKE!!!!

Was haltet ihr davon:

Sehr geehrter Herr Professor XY,

in meiner derzeitigen Tätigkeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der XY erarbeite ich einen methodischen Rahmen (...). An diesem Projekt interessiert mich die besondere methodische Herangehensweise. Jedoch habe ich festgestellt, dass ich mich inhaltlich stärker zur klinischen Psychologie und Psychotherapieforschung hingezogen fühle und dementsprechend auch arbeiten und promovieren will. Aus diesem Grunde bewerbe ich mich bei Ihnen für eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Nicht zuletzt Ihr besonderes Renommee in der klinischen Psychologie, sowie der Verhaltenstherapie und Psychotherapieforschung ist ein Anreiz für meine Bewerbung. Während meines Studiums und im Eigenstudium habe ich mich wiederholt mit Ihren Arbeiten zu Vorgehensweisen und Wirkfaktoren in der Psychotherapie beschäftigt. Das erworbene Wissen habe ich in Praktika bei X und Y angewendet und vertieft.

Neben der Anwendung konnte ich meine Begeisterung für die psychologische Forschung als studentische Mitarbeiterin in verschiedenen Forschungsteams entdecken. Insbesondere meine Tätigkeit am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie in (...) , hat dazu geführt, dass ich meine Diplomarbeit dort über (...) geschrieben habe (eine Zusammenfassung der Arbeit können Sie im Anhang finden). Im Gegensatz zu meiner Diplomarbeit würde mich an einer Einstellung bei Ihnen reizen, dass ich stärker die praktische, psychologische Arbeit mit Patienten in meine Forschung integrieren kann.

Auf Grund dieser Begeisterung für die klinisch-psychologische Forschung und das methodischen Arbeiten würde ich mich freuen, Sie in einem persönlichen Gespräch von meinem Können in Ihrem Fachgebiet überzeugen zu können.


Mit freundlichen Grüßen

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Knightley
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Re: Initiativbewerbung als Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Beitrag von Knightley » 18.07.2008, 15:28

Ich finde die Initiativbewerbung schon gut.

Was mir nur aufgefallen ist: Einmal schreibst du bei "Wissenschaftliche Mitarbeiterin" das erste Wort groß, dann wieder klein.
Insbesondere meine Tätigkeit am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie in (...) ,Kein Komma hat dazu geführt, dass ich meine Diplomarbeit
Im Gegensatz zu meiner Diplomarbeit würde mich an einer Einstellung bei Ihnen reizen, dass ich stärker die praktische, psychologische Arbeit mit Patienten in meine Forschung integrieren kann.
Wenn das keine Aufzählung sein soll, dann kommt dort auch kein Komma.

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Felixx
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Beitrag von Felixx » 18.07.2008, 17:47

Was bedeutet "bauchpinselig"?

Wäre es nicht besser, vorab bei den Professoren vorzusprechen und in einem Gespräch über deine Absichten zu reden, anstatt sich einfach so initiativ zu bewerben?

hindenburg
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Bewerbung wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw Promotion

Beitrag von hindenburg » 02.08.2010, 17:55

Hallo,

bitte um Korrekturlesen meines Anschreibens für eine Stelle als wissenschatlicher Mitarbeiter an einem Institut, die ich gerne als Promotion nutzen möchte.

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Ihre Anzeige für einen wiss. Mitarbeiter - Zeitaufgelöste PIV-Strömungsmessungen mit Hochgeschwindigkeitskameras in industrienahen Windkanälen

Sehr geehrter Prof. XXX,

nach unserem Telefonat Gestern schicke ich Ihnen meine Bewerbungsunterlagen für die Position eines wissenschaftlichen Mitarbeiters zum Thema „Zeitaufgelöste PIV-Strömungsmessungen mit Hochgeschwindigkeitskameras in industrienahen Windkanälen“ zu. Nach dem Abschluss meines Maschinebau-Studiums und der abschließenden Diplomarbeit im Bereich PIV Messungen der Luftströmung suche ich eine Möglichkeit das gesammelte Wissen durch eine Promotion zu vertiefen.

Während meines Maschinenbau-Studiums an der Universität XXX (TH) mit Hauptfächern in thermischen Turbomaschinen und Aerodynamik habe ich vertieftes Wissen im Bereich Strömungsmechanik und der Strömungsmessung gesammelt. Durch die Diplomarbeit bei XXX in England habe ich den Umgang mit PIV Systemen gelernt. Hierbei habe ich Messungen der Luftströmung an der Einspritzdüse einer Brennkammer untersucht und mit Verbesserungen die Messmethode für den Einsatz im Unternehmen optimiert. Nun möchte ich dieses Wissen und Erfahrung im Rahmen einer Arbeit bzw. Promotion an Ihrem Institut vertiefen. Auch schon während meines Industriepraktikums im Bereich Komponententests und meiner Arbeit am Institut für thermische Strömungsmaschinen der Universität XXX habe ich großes Interesse an der experimentellen Arbeit entwickelt. Den Umgang mit der erforderlichen Programmierung habe ich durch die Arbeit mit Matlab, LabView, C++, Fortran, HTML und Java gewonnen, die ich sowohl selbstständig, während meines Studiums als auch in der wissenschaftlichen Arbeit und durch die Diplomarbeit erlernt habe.

Ich sehe in der ausgeschriebenen Stelle eine ausgezeichnete Möglichkeit mein Wissen im Bereich PIV Messungen zu ergänzen und zur wissenschaftlichen Arbeit der Luftfahrtindustrie beizutragen. Ich stehe ab dem 1. Oktober zur Verfügung und freue mich über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch.
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Danke und Gruss

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TWend
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Beitrag von TWend » 02.08.2010, 23:35

Hallo hindenburg,

ich bin der festen Meinung und Überzeugung, dass auch eine Bewerbung als wissenschaftlicher Mitarbeiter für eine Promotion nur dann Erfolg verspricht, wenn diese sympathisch daher kommt.

In deinem Entwurf vermisse ich allerdings diese wertvollen Sympathien für den Professor und seine Forschungsstätte. Und damit verzichtest du auf entsprechende Sympathien für deine Person.

Sage also gleich zu Beginn (auch wenn du mit dem Prof. bereits telefoniert hast - was wirklich ein großes Plus bedeutet), warum du in dieser Einrichtung arbeiten willst und vor allem auch, was du an dem Herrn Professor sehr schätzt (seine hohen fachlichen und wissenschaftlichen Kenntnisse) - an konkreten Inhalten belegt.

Erst dann wird er dir die Aufmerksamkeit entgegen bringen, die du unbedingt benötigst, vor allem dann, wenn du unter seiner Ägide deine Promotion erarbeitest.

Jetzt, in der Bewerbung, musst du dafür bereits den Anfang machen, den ersten Schritt gehen. Das ist von ausschlaggebender Bedeutung!

Du schreibst ständig: Ich habe [dies und das] gemacht.
Aber das schreiben andere auch - ebenso falsch!
Dafür ist der Lebenslauf da!

Eine Wiederholung des Werdeganges im Lebenslauf als ausformulierter Text im Bewerbungsschreiben gilt heute als Kardinalfehler, der so manchen bestens geeigneten Bewerber die Tour vermasselt hat, sprich Absage!

Damit will ich keineswegs sagen, dass du deine Qualifikationen und Fähigkeiten nicht nennen darfst - ganz im Gegenteil!

Nur solltest du deine Qualifikationen so anpreisen, dass diese auf den ersten Blick eine Bereicherung, einen Nutzen, einen Erfolg für den Professor und sein Institut erkennen lassen.

Und das wird dir nicht gelingen, wenn du lediglich nur aufzählst (eben wie im Lebenslauf), was du bislang alles Schöne und Gute gemacht und geleistet hast.

Ein Professor ist nun alles andere als dumm. Und er wird sich in seiner wissenschaftlichen Logik sofort vorstellen können, ob und wie er deine aufgezählten Qualis in seine Arbeit integrieren kann. Vielleicht hast du damit Glück und er lädt dich zum Vorstellungsgespräch ein.

Aber deine Chancen für dieses VG potenzieren sich gewaltig, wenn du selber schon die Initiative ergreifst und dem Professor sagst, wie du die Strömungsmessungen mit deinen Kenntnissen über (meinetwegen) Aerodynamik optimieren willst und kannst.

Denn das sind dann konkrete Aussagen (nahezu Fakten), die einen höchst gebildeten Professor noch wesentlich mehr beeindrucken werden, als einen Personaler in einem mittelständischen Unternehmen. Damit will ich den Personaler nun wahrlich nicht klein reden. Denn der versteht sein (Bewerbungs-) Handwerk auch aus dem Eff-Eff. Aber auf höchster Bildungsebene werden eben an die Bewerber auch entsprechend hohe geistige Ansprüche gestellt. Und deshalb genügt es keineswegs, in den Tenor des so genannten Ich-Syndroms zu verfallen.

Qualifikationen, Fähigkeiten, Erfahrungen und Stärken müssen immer im Kontext zum Nutzen des Unternehmens stehen. Ansonsten wird einer Bewerbung heutzutage kaum mehr die Aufmerksamkeit geschenkt, als einer lästigen Stubenfliege, die erst mal einen Klatsch nötig hat.

Tilo

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