Bewertung/ Verbesserungsvorschläge Anschreiben Ingenieur

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FRAGEN
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Re: Bewertung/ Verbesserungsvorschläge Anschreiben Ingenieur

Beitrag von FRAGEN » 11.10.2014, 16:26

Hmmmm.... Dein "konzeptionelles und analytisches Denken" merkt man dem Schreiben leider noch nicht so richtig an, Golf2Vr6. Das ist vom Inhalt her noch ziemlich dünn... wobei in dem Wenigen wiederum eine ganze Menge Luft steckt:
Golf2Vr6 hat geschrieben:Ihr Unternehmen hat die o.g. Position durch einen Wirtschaftsingenieur neu zu besetzen.
Das beispielsweise wissen die schon viel länger als Du. Von daher ein schlechter Einstieg, um das Interesse des Lesers zu wecken.
Golf2Vr6 hat geschrieben:Da sich der umrissene Aufgabenbereich als sehr interessant darstellt würde ich gerne in Ihrem Unternehmen tätig werden.
Das ist eine Selbstverständlichkeit... und somit bereits der zweite reine Füllsatz in Folge.
Golf2Vr6 hat geschrieben:Durch meine Ausbildung zum Diplom- Wirtschaftsingenieur sowie meiner Tätigkeit als Projektmanager in verschiedenen Projekten der Luftfahrtindustrie besitze ich mehrjährige Erfahrung im Bereich Materialfluss und Kapazitätsplanung für die Versorgungssicherung und bewältige die Anforderungen an einen reibungslosen Lieferprozess zuverlässig.
Die zweite Satzhälfte bezieht sich jetzt aber nur auf die Tätigkeit als Projektmanager... nicht auf die Ausbildung zum Diplom- Wirtschaftsingenieur, oder?
Golf2Vr6 hat geschrieben:Seit dem erfolgreichen Abschluss meines Studiums arbeite ich bei einem großem Engineering- Dienstleister der Luftfahrtindustrie und habe verschiedene Projekte im Bereich Projektmanagement bei xxx unterstützt.
Dieser Satz führt den vorangegangenen Gedanken nicht weiter, sondern geht gewissermaßen noch einmal hinter diesen zurück. Im Grunde sagst Du hier gar nichts, was nicht schon gesagt worden wäre.
Golf2Vr6 hat geschrieben:Als administrative Schnittstelle zwischen dem Kunden und dessen Lieferanten habe ich mir ein hohes Verhandlungsgeschick sowie konzeptionelles und analytisches Denken aneignen können.
Das "Handlungsgeschick" als Konsequenz klingt plausibel. Was das mit "konzeptionellem und analytischen Denken" zu tun haben könnte, erschließt sich dem Leser allerdings nicht...
Golf2Vr6 hat geschrieben:Aufgrund des gewählten Studiengangs, der angefertigten Diplomarbeit im Bereich Ersatzteillogistik sowie der Mitwirkung an den oben genannten Projekten verfüge ich bereits über fundierte Kenntnisse aus Luftfahrt und Logistik, die ich in Ihrem Unternehmen auch gerne im Schiffbau anwenden sowie weiter vertiefen möchte.
Das ist in weiten Teilen ebenfalls wieder eine Wiederholung von schon Gesagtem... bis auf die plötzliche Erwähnung des "Schiffbaus", die hier derart lapidar aus heiterem Himmel kommt, dass man beim Lesen laut lachen muss. Mir zumindest ging das so... ;-)

Der Gesamteindruck ist wirklich das absolute Gegenteil von Konzeption und Anlayse. Vielleicht wäre es wirklich eine Idee, die ganze Sache noch einmal neu aus einer analytischen Richtung aufzurollen: Ganz bewusst erst einmal NICHT in ganzen Sätzen denken, sondern ausschließlich in Auswahl und Sortieren der richtigen Stichwörter für eine von vorn bis hinten durchlaufende Argumentation, wo jeder Punkt folgerichtig auf dem vorangegangenen aufbaut...

Unabhängig davon fehlt es dem bisherigen Schreiben auch ganz auffallend an Fachaussagen...

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 12.10.2014, 09:06

Golf2Vr6 hat geschrieben:"Gern" hab ich ein Lachen bei dir erzeugt durch die Erwähnung des Schiffbaus...durch eine erfolgreiche Bewerbung würde halt ein Branchenwechsel erfolgen. Aber dies sollte dann wohl nicht nur am Rande erwähnt werden im Schreiben.
Vor allem sollte dabei auch nicht vorab derart massiv auf die Luftfahrt abgezielt werden. Du erwähnst diese explizit so oft, dass ich bis zum vorletzten Satz nicht den geringsten Zweifel hatte, dass Du Dich bei einem Luftfahrtsunternehmen bewirbst... und diese ständige Wiederholung selbst DAFÜR schon übertrieben fand. Und DANN dieses "Ätschebätsch" mit den Schiffen... ;-)

Aber ganz ernsthaft: Wenn es für diesen Wechsel einen (auch aus Arbeitgebersicht) plausiblen Grund geben sollte, wäre der aus meiner Sicht geradezu der Dreh- und Angelpunkt der Bewerbung... möglicherweise sogar der perfekte Einstieg. Es wäre auf jeden Fall ein ziemlich sicheres Alleinstellungsmerkmal, das Dir (im Gegensatz zu dem bisherigen Anfang) die sofortige und ungeteilte Aufmerksamkeit des Lesers garantieren würde. Im Anschluss ist dann natürlich die Argumentation gefordert, deren Überzeugungskraft den Wert dieser Aufmerksamkeit rechtfertigt...

dicker Zeh
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Beitrag von dicker Zeh » 12.10.2014, 17:35

moin moin,

hab mal dein as kopiert und auf einen regulären geschäftsbrief kopiert.
selbst mit calibri 11 kriegst du das nicht auf eine seite

mit arial 12 werden das 1,5 seiten

also : viel zu lang - unbedingt kürzen.

:shock: :shock: :shock:

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TheGuide
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Re: Neuer Versuch

Beitrag von TheGuide » 12.10.2014, 19:26

Golf2Vr6 hat geschrieben:aktuell arbeite ich als Projektmanager bei einem großen Engineering-Dienstleister der Luftfahrtbranche und habe bereits mehrere Projekte im Bereich Materialflusssteuerung und Versorgungssicherung unterstützt. Durch diese Projekte habe ich mir Erfahrung im Bereich Performance Management, Lieferantenmanagement sowie die Identifikation, das Aufzeigen sowie Lösen von Prozesskonflikten angeeignetKOMMA welche ich nun gerne in den Schiffbau zum weiteren Erfolg Ihres Unternehmens einbringen und vertiefen möchte, da ich durchaus Parallelen bei der Komplexität der Produkte beider Branchen erkennen kann.
Uff... vor allem der zweite Satz... immer noch 3x Projekt. Was du aber eigentlich willst, wird in diesem langen Zweisatzabsatz nicht wirklich deutlich.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 12.10.2014, 19:34

Eine inhaltliche Verbesserung ist auf jeden Fall zu erkennen - sogar eine sehr deutliche: Der Aufbau im Ganzen ist deutlich logischer, die Dopplungen sind verschwunden und die inhaltlichen "Stolpersteine" ebenfalls. So richtig begeistern tut das Ergebnis mich allerdings noch nicht.

Ich sehe ein sehr markantes Ungleichgewicht in der sprachlichen Ausarbeitung von "harten" und "weichen" Qualitätsmerkmalen. Sehr untypisch für einen Ingenieur stauchst Du Deine fachlichen Kenntnisse auf ein absolutes Minimum von Oberbegriffen zusammen:
Erfahrung im Bereich Performance Management, Lieferantenmanagement sowie die Identifikation, das Aufzeigen sowie Lösen von Prozesskonflikten
That's it. Und dann kommen absätzeweise die "Weichteile"... ;-)

Nicht, dass an denen von Grundsatz etwas Schlechtes wäre... aber die harten Fachargumente sollten m. E. mindestens die Hälfte der Bewerbung prägen; in einer explizit technischen Disziplin eher mehr...

Was genau wäre eigentlich die genaue Aufgabenstellung bei dem Job, um den Du Dich bewirbst?

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