Diplom-Finanzwirt Bewerbung auf dualen Studienplatz

Hier besteht die Möglichkeit, über Anschreiben für die Ausbildung, für Praktika und für das Studium (Duales Studium, Universität, BA) mit anderen Mitgliedern zu diskutieren.
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Heidjer
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Diplom-Finanzwirt Bewerbung auf dualen Studienplatz

Beitrag von Heidjer » 12.09.2012, 15:36

Liebe Helferinnen und Helfer,

ich beabsichtige, mich beim Finanzamt auf einen dualen Studienplatz zum Diplom-Finanzwirt zu bewerben.
Zum Verständnis: Ich habe 2010 Abitur gemacht und bin danach als Offzieranwärter zur Bundeswehr gegangen. Dort bestand ich mein Maschinenbaustudium leider nicht und leiste nun meine Restdienstzeit (ingsgesamt sind es 3 Jahre) bis zum 31.07.2013 in einem Logistikbataillon ab.

Leider habe ich keinerlei Erfahrung im Bewerbungen schreiben und hoffe, dass ich es mithilfe der im Internet und in diesem Forum bereitgestellten Informationen, trotzdem geschafft habe, ein halbwegs brauchbares Anschreiben zu entwerfen.

Wäre super, wenn ihr es allgemein einmal auf stilistische sowie orthographische Fehler lesen könntet und Kritik äußert. Unten im Beitrag habe ich dann noch ein paar konkrete Fragen, die ihr eventuell noch beantworten könntet. :-)

Vielen, vielen Dank im Voraus!
Bewerbung um einen dualen Studienplatz zum Diplom-Finanzwirt

Sehr geehrte/r Herr/Frau XY,

in der XY-Zeitung habe ich von Ihrer Stellenausschreibung eines dualen Studiums zum Diplom-Finanzwirt erfahren und war sofort sehr interessiert. Weiterführende Recherchen – unter anderem auf der Internetseite der Oberfinanzdirektion Niedersachen – führten mich zu dem Schluss, dass dieser Ausbildungsweg in hervorragendem Maße für mich geeignet ist und Sie und ich gleichermaßen von einer Zusammenarbeit profitieren werden.

Bereits in der Schule stellten sich die Fächer Mathematik (Leistungskurs) und Politik-Wirtschaft als meine Hauptinteressen heraus. Aufgrund der dadurch erlangten mathematischen Grundlagen und großem Spaß an wirtschaftlichen Vorgängen, bringe ich beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Beschäftigung im Finanzwesen mit.
Darüber hinaus habe ich in der Schulzeit durch zahlreiche Klassen- bzw. Kurssprecherämter sowie als Mitglied des Schülerrats wertvolle Erfahrungen in puncto soziale Kompetenz und Arbeit im Team sowie im Umgang mit Vorschriften und Gesetzen sammeln können.
Aufgrund meiner hohen Begeisterung für eine Tätigkeit im Umgang mit Menschen und für das Gemeinwohl, entschied ich mich nach dem Abitur für eine Verpflichtung als Zeitsoldat, welche im Juli nächsten Jahres endet. Gerne möchte ich diese Begeisterung auch in Ihrem Betrieb positiv einbringen.
Darüber hinaus verfüge ich durch den Aufgabenbereich meiner jetzigen Beschäftigung, welcher im Kern die wirtschaftliche Koordination von Bundeswehrfahrzeugen umfasst, über wirtschaftliches Verständnis und die Fähigkeit zu methodischer und sorgfältiger Arbeit.

Gerne würde ich mit Motivation und Einsatzbereitschaft zum Erfolg Ihres Unternehmens beitragen und freue mich auf ein persönliches Gespräch.


Mit freundlichen Grüßen
"Mein Name"
Zu meinen konkreten Fragen:

1. Wirkt der erste Satz "In der Zeitung XY habe ich von ihrer Stellenausschreibung erfahren" zu standardmäßig?

2. Ich neige immer schnell dazu, ZU ausschweifend und verfloskelt zu schreiben und darüber hinaus ohne es zu merken, mit der einen oder anderen Formulierung gar etwas zu übertreiben. Passt der Stil grundsätzlich so oder wirkt das Schreiben schon vielmehr selbstüberschätzt denn selbstbewusst?
Grundsätzlich bin ich schon ein sehr offener und extrovertierter Typ. Selbstbewusst passt daher schon recht gut zu mir, aber übertrieben sollte es halt nun auch nicht wirken.

3. Beim Verfassen bin ich ganz stumpf vorgegangen und habe mir auf der Homepage der Oberfinanzdirektion sämtliche Anforderungen, die an Bewerber gestellt werden, "zur Brust" genommen und versucht, sie auf mich "umzubiegen".
Konkret sieht es auf der Homepage so aus:
Haben Sie ...
• Freude am Umgang mit Menschen und Zahlen und Spaß an der EDV,
• Verantwortungsbewusstsein und Interesse an der Anwendung von Gesetzen
• ähigkeit und Bereitschaft zu methodischer und sorgfältiger Arbeit und einen Blick für das Wesentliche

Dann sind Sie bei uns genau richtig!

Unsere Anforderungen:
1. gutes schriftliches und mündliches Ausdrucksvermögen, ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten,
2. Fähigkeit zu formallogischem, systematischen Denken,
3. soziale Kompetenz und Teamfähigkeit,
4. wirtschaftliches Verständnis,
5. deutliches berufsbezogenes Interesse,
6. Entscheidungsfähigkeit und Belastbarkeit
Hätte ich da etwas "selbstständiger" schreiben sollen oder geht das in Ordnung, sich so eng an den geforderten Kompetenzen entlang zu hangeln?


Danke nochmals!

Edit:

4. Kann man beim Finanzamt überhaupt von einem "Unternehmen" sprechen? Falls nicht, was könnte ich stattdessen im Anschreiben verwenden?

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 13.09.2012, 08:30

Hallo Heidjer,

nehme es bitte nicht persönlich. Aber ich finde es schon heftig, dass man heute den Abiturienten nicht mehr vermittelt, dass ein Finanzamt kein Unternehmen, sondern eine Behörde ist. Eigentlich sollte dieses zum Allgemeinwissen gehören. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass ein Personalverantwortlicher spätstens danach das Anschreiben auf den Stapel der Absagen legt.

Zumal dem Anschreiben die entscheidende Aussagekraft fehlt; bneginnend mit der Einleitung, die mehr den Eindruck des Geschichtenerzählens vermittelt. Mein Vorschlag: informiere Dich etwa auf dem BerufeNET der Arbeitsagentur über die konkreten Aufgaben eines Finanzwirtes, baue diese Tätigkeiten dann in die Einleitung ein, verbunden mit dem Hinweis, dass Du dies mit großer Freude erlernen wirst. So erkennt der Personalverantwoirtliche direkt, dass Du Dich mit dem Beruf auseinandergesetzt hast, weisst worauf es ankommt und es auch erlernen möchtest. Die Aussage "Ich will diesen Beruf erlernen" wird sofort erkennbar.

Der wichtigste Teil der Bewebung, die Präsentation Deiner Motivation, also die Begründung Deiner Berufswahl, ist noch zu pauschal. Erst wenn Du konkreter angibst, was genau Dih an der Politikwissenschaft interessiert hat und warum, möglichst mit einem Bezug zu den "Finanzen / Steuern", gewinnt die Bewerbung wieder an Aussagekraft. Hinzukommt, dass Du den Punkt "Interesse an der Anwendung der Gesetze" (in der Stellenanzeige gewünscht) noch gar nicht thematisiert hat.
Was hat es mit der Begeisterung für das Gemeinwohl auf sich? Diese Floskel hängt bislang im luftleeren raum.
Es wäre sicherlich von Vorteil, wenn Du neben den sportlichen Freizeitgestaltungen auch berufsbezogene Hobbies präsentieren könntest (siehe Anforderungsprofil).

Bei den Stärken wäre es besser nicht einfach die Begriffe abzuschreiben "methodische Arbeit". Gleichzeitig ist die Präsentation auch noch nicht vollständig auf die Anzeige ausgerichtet. Zumindest finde ich keinen Hinweis auf das "formallogische, systematsiche Denken".

Viele Grüße aus Duisburg

Heidjer
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Beitrag von Heidjer » 13.09.2012, 10:52

Auch an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank!

Dass das Finanzamt natürlich kein "Unternehmen" im klassischen Sinne, sondern eine staatliche Behörde ist, ist natürlich schon bekannt. So doof es klingt: Mir fiel das Wort "Behörde" bloß im Zuge des Verfassens der Bewerbung nicht ein.

Rhodus
Bewerbungshelfer
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Beitrag von Rhodus » 14.09.2012, 16:14

Hallo Heidjer,

dann nehme ich meinen diesbezüglichen kommentar zurück. Denn das passiert ja jedem schon einmal, dass einem etwas auf der zunge liegt ....

Viele Grüße aus Duisburg

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