Industriekaufmann Bewerbungsschreiben

Hier besteht die Möglichkeit, über Anschreiben für die Ausbildung, für Praktika und für das Studium (Duales Studium, Universität, BA) mit anderen Mitgliedern zu diskutieren.
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MariusAC
Beiträge: 3
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Industriekaufmann Bewerbungsschreiben

Beitrag von MariusAC » 02.09.2014, 03:01

*Die eigendliche Bewerbung ist weiter unten. Hier erstmal Hintergrundinfos*


Guten Morgen liebe Forengemeinde und ehrenamtliche Bewerbungshelfer.

Erstmal möchte ich mich für die Möglichkeiten bedanken, die dieses Forum bietet. Ich habe mir viel über Bewerbungsanschreiben durchgelesen und probiert, viele Tipps in mein Anschreiben mit einfließen zu lassen.

Nachfolgend findet ihr das Werk vierstündiger, schweißtreibender Wortklauberrei ;) . Ich freue mich über jede Rückmeldung mit konstruktiver Kritik.

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Hintergrundinformationen:

Bewerbung gerichtet an:
Internationales großes Industrieunternehmen. Am Standort werden u.A. Gasturbinen hergestellt


Meine Hintergrundinfos:

Leider sieht mein Lebenslauf nicht sehr linear aus. Vieles werde ich im potenziellen Bewerbungsgespräch erklären müssen. Dazu später mehr:

-nach mittlerer Reife Ausbildung zum Werkstoffprüfer, nach 1 Jahr zugunsten des Abiturs (1 Jahr verspätet in die Oberstufe) abgebrochen.

-Abitur sehr gut (1,x) abgeschlossen.

-Maschinenbau angefangen, war aber nicht das richtige Fach. BWL Interesse damals schon da. Hatte auch eine Zulassung für Wirt.Ing. Maschinenbau.
Hab mich aber trotzdem für Maschinenbau entschieden

-Nach 2 Semestern Maschinenbau Wechsel auf reines BWL. Gefällt mir außerordentlich gut!


Gründe für den Abbruch: Ich komme mit der Art, wie an der Uni Wissen vermittelt und angewand wird, nicht auf den grünen Zweig. Ich bestehe zwar Klausuren, aber oft erst im Zweit-, bzw. bald im Drittversuch und dass dann auch nicht gerade rosig. Klausuren wie "Rechnungswesen" oder "Organisation und Personal" hab ich bestanden und kann damit Punkten, große Probleme bereitet mir aber die reine Unimathematik. Ich bin nicht dumm und mir macht Mathe Spaß, aber mit DIESEM Mathe bin ich irgendwie auf Kriegsfuß. Dadurch sehe ich auch kein Wasser was das angeht.


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Hier nun endlich meine Bewerbung:



Bewerbung für eine Ausbildung zum Industriekaufmann ab 09/2015 – Kennziffer 123456
Ihre Ausschreibung auf musterhomepage.de


Sehr geehrter Herr Mustermann,

als gebürtiger Musterhausener ist mir Ihr Unternehmen seit jeher als großer und international agierender Konzern ein Begriff. Ich möchte durch eine Ausbildung bei Ihnen meinen Teil dazu beitragen, Ihr Unternehmen noch erfolgreicher zu machen und dabei meine bisher erlangten betriebswirtschaftlichen Kenntnisse weiter zu vertiefen.

Sie müssen sich als Global Player auf die Fachkompetenz Ihrer Mitarbeiter verlassen können. Mir macht das Arbeiten und Rechnen mit Zahlen nicht erst seit meinem Abitur Spaß. Der Beruf des Industriekaufmanns vereint für mich alle Fertig- und Fähigkeiten, welche ich bisher in meiner beruflich- und akademischen Laufbahn erlernt habe. Das Buchen von Rechnungen sowie die Analysierung diverser Betriebsabläufe haben mir immer sehr gefallen. Darüber hinaus sehe ich Ihre Fokussierung auf Englisch als Fremdsprache als weitere Motivation und Herausforderung, meine guten Kenntnisse in diesem Bereich weiter zu vertiefen.

Zurzeit studiere ich BWL an der RWTH Aachen im zweiten Fachsemester und arbeite als studentische Hilfskraft an einem Wirtschaftsinstitut meiner Universität. Neben dem während meines Studiums bisher erworbenen Fachwissen gefiel mir das interdisziplinäre und teilweise bilinguale Arbeiten mit Arbeitskollegen sehr. Ein viel genutztes Instrument stellt MS Office dar, mit welchem ich sehr gut umgehen kann.


Über die Möglichkeit Sie in einem persönlichen Vorstellungsgespräch von mir zu überzeugen, freue ich mich sehr.





Mit freundlichen Grüßen

Max Mustermann


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Eigene Kommentare:

Einleitung: Ich wollte keine 08/15 Einleitung. Ich habe zwar gelesen, dass persönlicher Bezug zum Unternehemn erst später eingebaut werden solle, ich sah die Einleitung aber als gute Möglichkeit, um von dem "Ich habe ihre Anzeige gelesen [...]" wegzukommen und meine Motivation zu offenbaren, meine bisherigen Fähigkeiten vertiefen zu wollen. (Hinweiß auf Studium, soll neugierig machen.) Manche Firmen sortieren ja hier direkt sonst aus, wenn man "Studienabbruch" schreibt, andere reißen sich um solche. Dies soll halt ein gesunder Mittelweg sein!

Hauptteil: Er soll halt wie üblich meine Motivation für die Ausbildung darstellen. Meine Hauptmotivation und Hauptverbindungspunkt zur Ausbildung ist ja, dass mir die Studieninhalte ja gefallen und somit auch die Themengebiete, mit denen sich Industriekaufläute beschäftigen.

Aktuelles & Softskills: Die Standartsätze in denen nacheinander alle Softskills stumpf aufgezählt werden, wollte ich nicht.
Also habe ich alles probiert, in Beispiele/Erfahrungen zu formulieren.


-Lernbereitschaft und Engargement: Englisch weiter lernen + bisher erworbenes Fachwissen

-Gut in neue Aufgaben einarbeiten: Interdisziplinäres Arbeiten im Nebenjob

-fremdsprachentauglich: bilingual gearbeitet (etwas Kontakt mit Fremdfirmen, englischsprachige Vorlesungsfolien erstellt)

-teamfähig: mit Arbeitskollegen

-MS Office: Bisher damit regelmäßig gearbeitet




Hinweis wegen dem abgebrochenen Maschbaustudium:
Ich möchte das im potenziellen Bewerbungsgespräch so darstellen (entspricht ja der Wahrheit), dass ich mich in der Studienrichtung vertan habe, aber dennoch technisch versiert und interessiert bin und dass ich das
dort erlangte Wissen auch für betriebliche Vorgänge Nutzen möchte (z.B. im Einkauf von Waren, Werkzeugen, Stählen etc)




Vielen Dank, falls ihr die Ausdauer hattet bis hierhin alles zu lesen!


Ich freue mich auf eure Kommentare :)

Viele Grüße

Marius

Romanum
Bewerbungshelfer
Beiträge: 8953
Registriert: 12.09.2008, 19:20

Beitrag von Romanum » 02.09.2014, 21:15

Hallo MariusAC,

das ist ein schöner Beitrag, da man sieht, dass du dich mit der Materie auch auseinandergesetzt hast.
Ich möchte durch eine Ausbildung bei Ihnen meinen Teil dazu beitragen, Ihr Unternehmen noch erfolgreicher zu machen Das finde ich für einen Azubi übertrieben (und auch nicht wirklich handfest), vor allem weil es Tausende Mitarbeiter geben wird. und dabei meine bisher erlangten betriebswirtschaftlichen Kenntnisse weiter zu vertiefen.
Sie müssen sich als Global Player auf die Fachkompetenz Ihrer Mitarbeiter verlassen können. Überleitung zwischen den Sätzen??? Mir macht das Arbeiten und Rechnen mit Zahlen nicht erst seit meinem Abitur Spaß. Also seit der Grundschule schon? Für den AG ist auch nicht vorrangig, ob dir eine Sache Spaß macht, sondern ob du sie beherrschst. Insofern lasse den "Spaß" mal weg und mache eine konkrete Aussage, was du mit deinem guten Zahlenverständnis im Arbeitsalltag ausrichten kannst.
Darüber hinaus sehe ich Ihre Fokussierung auf Englisch als Fremdsprache als weitere Motivation und Herausforderung, meine guten Kenntnisse in diesem Bereich weiter zu vertiefen.

Auch hier wieder mehr in den Anwendungsbereich gehen, was dem AG deine Englisch-Kenntnisse in den Ausbildung bringen. Du musst deine vorhandene Kenntnisse mehr mit einem Nutzen für den AG verknüpfen.
Neben dem während meines Studiums bisher erworbenen Fachwissen gefiel mir das interdisziplinäre und teilweise bilinguale Arbeiten mit Arbeitskollegen sehr.

Als Werkstoffprüfer, oder welches Arbeiten meinst du noch?
-MS Office: Bisher damit regelmäßig gearbeitet

Aber du bist jetzt darin nicht herausragend? MS Office beherrscht in Grundzügen doch jeder.
aber dennoch technisch versiert und interessiert bin und dass ich das
dort erlangte Wissen auch für betriebliche Vorgänge Nutzen möchte (z.B. im Einkauf von Waren, Werkzeugen, Stählen etc)

Das könntest du doch auch im Anschreiben schon einbringen, dann hast du alle wichtigen Argumente beisammen.

Lies auch noch hier: https://www.bewerbung-forum.de/industrie ... fmann.html

MariusAC
Beiträge: 3
Registriert: 02.09.2014, 02:01

Korrektur des Anschreibens

Beitrag von MariusAC » 03.09.2014, 15:16

vielen Dank Romanum!


Ich habe probiert alles bestmöglich umzusetzen.

Hier Version 1.1: Geänderte Stellen sind rot markiert.

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Bewerbung für eine Ausbildung zum Industriekaufmann ab 09/2015 – Kennziffer 123456
Ihre Ausschreibung auf musterhomepage.de



Sehr geehrter Herr xxx,

als gebürtiger Musterhausener ist mir Ihr Unternehmen seit jeher als großer und international agierender Konzern ein Begriff. Ich möchte durch eine Ausbildung bei Ihnen meine bisher erlangten betriebswirtschaftlichen Kenntnisse weiter vertiefen, um diese dann gewinnbringend für Sie einzusetzen.

Der Beruf des Industriekaufmanns vereint für mich alle Fertig- und Fähigkeiten, welche ich bisher in meiner beruflichen und akademischen Laufbahn erlernt habe. Während meines Studiums konnte ich mein bisher schon gutes Zahlenverständnis noch weiter verbessern, sodass mir das Buchen von Rechnungen sowie die Analysierung diverser Betriebsabläufe leicht von der Hand gingen. Mein tiefgründiges technisches Verständnis kann ich zudem sehr gut für betriebliche Vorgänge, wie z.B. den Einkauf von Gütern, nutzen. Darüber hinaus sind meine guten Englischkenntnisse im Arbeitsalltag sehr von Vorteil, da ich so flexibel einsetzbar bin.

Zurzeit studiere ich BWL an der RWTH Aachen im zweiten Fachsemester und arbeite als studentische Hilfskraft an einem Wirtschaftsinstitut meiner Universität. Neben dem während meines Studiums bisher erworbenen Fachwissen gefällt mir das interdisziplinäre und teilweise bilinguale Arbeiten mit Arbeitskollegen als studentische Hilfskraft sehr. Ein viel genutztes Instrument stellt dabei MS Office dar, mit welchem ich sehr gut umgehen kann.


Über die Möglichkeit Sie in einem persönlichen Vorstellungsgespräch von mir zu überzeugen, freue ich mich sehr.





Mit freundlichen Grüßen

Marius Mustermann


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Kommentar zu deiner Antwort:

1) MS Office. Im Text habe ich bereits stehen, dass ich "sehr gut" mit MS Office umgehen kann :D


2) das "interdisziplinäre Arbeiten" bezieht sich auf meine aktuelle Zeit als studentische Hilfskraft. Ich habe es trotzdem nochmal extra hinzugeschrieben.
Der Werkstoffprüfer wird nur um Lebenslauf stehen.

3) Meine technische Versiertheit habe ich jetzt ohne Nennung des Maschinenbaustudiums eingebracht. Wie könnte ich (falls ich das tun sollte) diese Begründen, ohne den Abbruch des Maschinenbaustudiums zu erwähnen? Sonst würde ich in einem Anschreiben zwei Studienabbrüche beschreiben. Das wäre glaube ich nicht sonderlich positiv für mich. (ist es ja so schon auch nicht)




Denkt ihr, dass das so in Ordnung ist?

MariusAC
Beiträge: 3
Registriert: 02.09.2014, 02:01

Beitrag von MariusAC » 04.09.2014, 19:43

Hier nochmal die nackte Bewerbung, ohne Kommentare zur besseren Übersicht, etwas erweiterte Einleitung:

Bewerbung für eine Ausbildung zum Industriekaufmann ab 09/2015 – Kennziffer 123456
Ihre Ausschreibung auf musterhomepage.de



Sehr geehrter Herr xxx,

als gebürtiger Oberhausener ist mir ihr Unternehmen seit jeher als großer und international agierender Konzern ein Begriff. Ich möchte meinen Ehrgeiz und meine Einsatzbereitschaft dazu nutzen, um durch eine Ausbildung bei Ihnen meine bisher erlangten betriebswirtschaftlichen Kenntnisse weiter zu vertiefen, damit ich diese dann gewinnbringend für Sie einsetzen kann.

Der Beruf des Industriekaufmanns vereint für mich alle Fertig- und Fähigkeiten, welche ich bisher in meiner beruflichen und akademischen Laufbahn erlernt habe. Während meines Studiums konnte ich mein bisher schon gutes Zahlenverständnis noch weiter verbessern, sodass mir das Buchen von Rechnungen sowie die Analysierung diverser Betriebsabläufe leicht von der Hand gingen. Mein tiefgründiges technisches Verständnis kann ich zudem sehr gut für betriebliche Vorgänge, wie z.B. den Einkauf von Gütern, nutzen. Darüber hinaus sind meine guten Englischkenntnisse im Arbeitsalltag sehr von Vorteil, da ich so flexibel einsetzbar bin.

Zurzeit studiere ich BWL an der RWTH Aachen im zweiten Fachsemester und arbeite als studentische Hilfskraft an einem Wirtschaftsinstitut meiner Universität. Neben dem während meines Studiums bisher erworbenen Fachwissen gefällt mir das interdisziplinäre und teilweise bilinguale Arbeiten mit Arbeitskollegen als studentische Hilfskraft sehr. Ein viel genutztes Instrument stellt dabei MS Office dar, mit welchem ich sehr gut umgehen kann.


Über die Möglichkeit Sie in einem persönlichen Vorstellungsgespräch von mir zu überzeugen, freue ich mich sehr.


Viele Grüße

Romanum
Bewerbungshelfer
Beiträge: 8953
Registriert: 12.09.2008, 19:20

Beitrag von Romanum » 09.09.2014, 21:49

So auf die Schnelle finde ich dein Anschreiben schon recht gelungen. Du hast die wichtigsten Fakten von dir genannt und auch immer eine Verknüpfung deines Könnens mit dem Nutzen hergestellt. Als Personaler würde ich dich mir genauer angucken. :)

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