Kein roter Faden im Lebenslauf

Informationen und Fragen zum Bewerbungsablauf, zu einzelnen Elementen der Bewerbungsmappe und zu individuellen Formulierungen. Wie soll eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein? Welche Fakten gehören in ein Anschreiben? Welche Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden?
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Pollux
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Kein roter Faden im Lebenslauf

Beitrag von Pollux » 07.04.2021, 22:57

Hallöchen! :)
Ich bin neu hier und hoffe auf Eure Hilfe. :D

Wie so viele hat die Pandemie leider auch meinen Job getroffen und ich bin auf der Suche nach einer neuen Tätigkeit. Ich war zuvor Selbständig im Tourismus (Reiseleitung) tätig.

Ich habe letztes Jahr, über eine Förderung meinen Ada-Schein gemacht und bin von Beruf Kauffrau für Bürokommunikation und Kfm. Ass. - Schwerpunkt Fremdsprachen. Meine letzte Tätigkeit in einer ähnlichen Position in Anstellung endete 2014. Seitdem war ich in der Selbständigkeit und hatte gleichzeitig einen Mini-Job von Juli 2016 - März 2017. (Der AG hatte gefragt, ob ich nochmals einspringen kann für eine Krankenvertretung.)

Meine Bewerbung, Anschreiben & Lebenslauf wurden durch einen Coach überarbeitet, doch leider hat sich nichts geändert und ich bekomme immer noch keine einzige Einladung zu einem Bewerbungsgespräch.

Gründe denke ich gibt es viele, nicht zuletzt viele weitere Mitbewerber um die gleiche Stelle. Meine hauptsächliche Vermutung ist jedoch, dass ich keinen roten Faden in meiner "Karriere" habe.

Nach meiner ersten Berufsausbildung war ich arbeitssuchend, habe Weiterbildungen inkl. IHK Zertifikaten gemacht und hatte dann leider ständig das Pech (aus heutiger Sicht), viele kurzfristige Krankenvertretungen und Schwangerschaftsvertretungen zu machen. Tatsächlich ist nur meine Selbständigkeit keine Krankenvertretung gewesen. :oops:

Zwischen diesen einzelnen Tätigkeiten war ich dann meistens, für kurze oder längere Zeit arbeitssuchend.

Meine Frage, bringt es etwas, wenn ich in meine Bewerbung (Lebenslauf) schreibe, dass die Kurzfristigkeit meiner Tätigkeiten auf befristete Verträge für Kranken- und Schwangerschaftsvertretungen zurückzuführen sind????

Würde mir das helfen oder eher schaden...obwohl was schadet noch bei der 38igsten Ablehnung... :roll: :?
Denn letztlich bin ich auf der Suche nach einer langfristigen Anstellung. Ich möchte nicht mehr ständig meinen AG wechseln.
Derzeit habe ich einen Mini-Job und wurde auch von diesem AG gefragt ob ich "nochmal einspringen kann", ich habe dort bereits früher gearbeitet (Schwangerschaftsvertretung). Doch die Tätigkeit ist nur auf max. 400€ ausgelegt und die Firma wird aus altersgründen spätestens zum Ende des Jahres aufgegeben. Also, wieder eine kurzfristige Tätigkeit. :cry:

Oje, mein Text ist jetzt recht lang, aber ich hoffe es hilft mit dem Verständnis. Wäre schön, wenn jemand eine Idee hätte, was ich machen könnte um doch mal eine Einladung zum Vorstellungsgespräch zu bekommen.

Pollux - der eine Zwilling

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TheGuide
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Re: Kein roter Faden im Lebenslauf

Beitrag von TheGuide » 08.04.2021, 00:46

Das Problem bei Bewerbungscoaches ist, dass das ein geschützter Beruf ist. Es gibt sehr gute Bewerbungscoaches, aber ich habe hier schon häufiger Bewerbungen gelesen, die von anagbelichen Coaches überarbeitet worden sein sollen, die absolut grottig waren. Insofern ist die Aussage, dass die Bewerbung(sunterlagen) von einem Coach überarbeitet wurden, wenig aussagekräftig.

Hier macht mich sowieso etwas hellhörig: Du sprichst von einer Bewerbung und 38 Absagen. Das interpretiere ich so, dass du quasi ein Masteranschreiben hast, welches du bestenfalls geringfügig an die jeweilige Stelle anpasst. DAS IST DIE FALSCHE STRATEGIE!!! Du musst jede Bewerbung individuell auf die Ausschreibung zugeschnitten schreiben. Vom ersten bis zum letzten Satz. EIn geübter Personaler merkt sofort, wenn die vorliegende Bewerbung ein Masteranschreiben ist, das seine Firma gar nicht wirklich meint.

Was deinen Lebenslauf anbelangt: Lassen sich da mehrere Tätigkeiten zusammenfassen?

Jede Absage ist natürlich frustrierend, ich habe das auch durch. Aber wie du schon richtig sagst: Du bist nicht die einzige Bewerberin und somit ist das u.U. einfach Pech. Aufstehen, Krönchen richten, weitermachen.

Pollux
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Re: Kein roter Faden im Lebenslauf

Beitrag von Pollux » 08.04.2021, 18:40

TheGuide hat geschrieben:
08.04.2021, 00:46
Das Problem bei Bewerbungscoaches ist, dass das ein geschützter Beruf ist. Es gibt sehr gute Bewerbungscoaches, aber ich habe hier schon häufiger Bewerbungen gelesen, die von anagbelichen Coaches überarbeitet worden sein sollen, die absolut grottig waren. Insofern ist die Aussage, dass die Bewerbung(sunterlagen) von einem Coach überarbeitet wurden, wenig aussagekräftig.
Meine Bewerbung wurde von einem offiziellen Coach, mit mir zusammen überarbeitet. Offiziell deshalb, weil es im Rahmen eines individuellen Coachings, dass durch die BA gefördert wurde erstellt worden ist. Die Bildungsunternehmen müssen zertifiert sein. :wink: Und mein Coach war für diesen Bereich qualifiziert und hat zuvor im Personalwesen gearbeitet.

Für mich war es wichtig, das meine Anschreiben zeitgemäßer erscheinen. Meinem Coach ist dann jedoch noch aufgefallen, dass ich dazu neige mich nicht richtig zu "vermarkten." Aber ich glaube, das fällt vielen schwer. Ich starte jetzt also meinst mit meiner "Musterbewerbung", die ich auf die entsprechenden Stellen zuschneide.
TheGuide hat geschrieben:
08.04.2021, 00:46
Hier macht mich sowieso etwas hellhörig: Du sprichst von einer Bewerbung und 38 Absagen. Das interpretiere ich so, dass du quasi ein Masteranschreiben hast, welches du bestenfalls geringfügig an die jeweilige Stelle anpasst. DAS IST DIE FALSCHE STRATEGIE!!! Du musst jede Bewerbung individuell auf die Ausschreibung zugeschnitten schreiben. Vom ersten bis zum letzten Satz. EIn geübter Personaler merkt sofort, wenn die vorliegende Bewerbung ein Masteranschreiben ist, das seine Firma gar nicht wirklich meint.

Was deinen Lebenslauf anbelangt: Lassen sich da mehrere Tätigkeiten zusammenfassen?

Jede Absage ist natürlich frustrierend, ich habe das auch durch. Aber wie du schon richtig sagst: Du bist nicht die einzige Bewerberin und somit ist das u.U. einfach Pech. Aufstehen, Krönchen richten, weitermachen.
Sorry, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich sitze für jede Bewerbung tatsächlich stundenlang (meinst über einige Tage), um sie auf die entsprechende Stelle zuzuschneiden. Was mir wie gesagt nicht immer so leicht fällt. Ich schreibe, lasse es ruhen, überarbeite und schreibe um...

Nein, die Tätigkeiten kann man nicht zusammenfassen.
Waren alles unterschiedliche Tätigkeiten, hauptsächlich im Bürobereich. Mal Assistenz, Empfang, oder Sachbearbeitung. Ich war sogar für eine kurze Zeit im Handel tätig. Und habe zweimal als Projektmitarbeiterin gearbeit. Alles, zu unterschiedlichen Zeiten und für unterschiedliche Arbeitgeber. :( Und leider auch immer nur für kurze Zeiträume...

Kann es wirklich daran liegen, dass ich nur Ablehnungen bekomme, da sich in meinem Lebenslauf kein roter Faden finden lässt. Und weil meine Tätigkeiten immer nur zw. 5 - 15 Monaten lang waren???

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Re: Kein roter Faden im Lebenslauf

Beitrag von TheGuide » 08.04.2021, 20:28

Pollux hat geschrieben:
08.04.2021, 18:40
Ich starte jetzt also meist mit meiner "Musterbewerbung", die ich auf die entsprechenden Stellen zuschneide.
Bitte nicht.
Pollux hat geschrieben:
08.04.2021, 18:40
Ich sitze für jede Bewerbung tatsächlich stundenlang (meist über einige Tage), um sie auf die entsprechende Stelle zuzuschneiden. Was mir wie gesagt nicht immer so leicht fällt. Ich schreibe, lasse es ruhen, überarbeite und schreibe um...
Das ist bis zu einem gewissen Grad normal. Solange es nicht neurotisch ist und man nie fertig wird, ist das völlig in Ordnung. Aber wie gesagt. Schreib die Bewerbungen vom ersten bis zum letzten Satz neu. Nur so kannst du individuelle, auf den AG zugeschnittene Bewerbungen schreiben.
Kann es wirklich daran liegen, dass ich nur Ablehnungen bekomme, da sich in meinem Lebenslauf kein roter Faden finden lässt. Und weil meine Tätigkeiten immer nur zw. 5 - 15 Monaten lang waren???
Möglich, du könntest als Jobhopper angesehen werden oder als jemand, den niemand lange binden wollte. Allerdings sind 38 Ablehnungen noch nicht viele und wir sind gerade in einer Pandemiesituation, wo viele Menschen um wenige Arbeitsplätze konkurrieren.

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