Lücken im Lebenslauf kaschieren?

Fragen zum Lebenslauf: Wie sieht ein tabellarischer Lebenslauf und wie ein handschriftlicher Lebenslauf aus? Welche Daten müssen unbedingt in den Lebenslauf und welche nicht?
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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 20.06.2015, 12:41

Ich glaube, ich an Deiner Stelle würde im Moment überhaupt kein Schriftstück verfassen, was mit "Lebenslauf" überschrieben ist. Wenn ich Dich richtig verstehe, gäbe es darin ja nur die Punkte "Schule" und "Gewichtsentwicklung" (bzw. halt "Schule" und "Lücke")... mit den Augen eines Arbeitgebers also quasi ein leeres Blatt. Das ganze Thema "LL" würde ich daher erst einmal auf unbestimmte Zeit vertagen...

Gibt es schon ein Berufsziel? Was wäre das für eins und wie lange existiert es schon? Gibt es bereits irgendeine konkret greifbare Vorab-Auseinandersetzung Deinerseits mit diesem Ziel (z. B. Schulfächer, AGs, Praktika, Kurse, Vereine, eigenständige Information durch Bücher und sonstige Medien etc.)? Von solchen Argumenten würde ich es abhängig machen, ob ich mich im ersten Schritt überhaupt irgendwo bewerben würde... oder ob nicht erst einmal die SCHAFFUNG derartiger Argumente angesagt wäre. Als Zwischenschritt käme ggf. auch die Bewerbung um ein Praktikum anstelle einer Lehrstelle in Frage.

An einer Tatsache kommen wir ja nicht vorbei: Der Arbeitgeber wird sich immer für den Kandidaten entscheiden, der den insgesamt besten Eindruck von allen macht. Für diesen Eindruck muss man etwas zu liefern haben. Solange das nicht der Fall ist, lässt sich ein äusserst zäher und demoralisierender Bewerbungsprozess voraussagen, der letzten Endes auch ohne Ergebnis bleiben wird.

Um Zeit geht es bei Dir ja nicht mehr: Sieben oder acht Jahre sind storytechnisch kein Unterschied. Von daher hast Du jetzt m. E. auch die Freiheit, komplett auf die langfristige Chancenentwicklung (und damit erst einmal in die Qualität der Vorarbeit) hin zu wirken...

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 20.06.2015, 14:19

Es gibt berufliche Rehabilitierungsmaßnahmen. Über solche erhöhst du deine Chance, via Praktika in einen Beruf zu kommen.

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Lücke im Lebenslauf - beschreiben oder bestehen lassen

Beitrag von NewName » 29.10.2016, 22:50

Liebe Community,

ich bin mir unschlüssig zu folgendem Sachverhalt und möchte euch um eure Hilfe bitten:

Nach meiner Berufsausbildung wurde ich von meinem Ausbildungsbetrieb übernommen, habe jedoch noch 1 1/2 Monaten die Kündigung eingereicht, da ein Familienmitglied aufgrund eines schweren Autounfalls pflegebedürftig war.
Im Anschluss habe ich mein Fachabitur und mein Studium gemacht. Die Lücke liegt also schon gut 4 Jahre zurück und ist ca. 5 Monate lang.

Soll ich diese nun im Lebenslauf erwähnen oder erst schildern, falls ich im Vorstellungsgespräch darauf angesprochen werde?

Mein Lebenslauf besteht aus den Rubriken:
  • Studium
    Berufserfahrung
    Ausbildung
    Schulbildung
    Praktikum
    Kenntnisse
Sollte ich bei einer Erwähnung eine eigene Rubrik aufmachen oder wo genau sollte dies beschrieben werden :?:

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Beitrag von TheGuide » 30.10.2016, 00:25

Eine Ausbildung von vor fünf Jahren, die nach lediglich sehcs Wochen abgerbrochen wurde, würde ich nicht erwähnen. Nimm die Angehörigenpflege in den LL auf.

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Beitrag von NewName » 30.10.2016, 02:46

Erstmal Danke für deine Antwort TheGuide.
Ich befürchte jedoch, du hast dich etwas verlesen.

Meine Ausbildung habe ich erfolgreich beendet (nicht abgebrochen). Danach wurde ich in ein normales Angestelltenverhältnis übernommen. Aufgrund der Angehörigenpflege habe ich nach ca. 1 1/2 Monaten freiwillig gekündigt.

Wo genau soll ich dies im LL aufnehmen? Eine extra Rubrik eröffnen?

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 31.10.2016, 17:52

Ich glaube, ich hab's verstanden, würde es aber auch nicht großartig thematisieren. Es passt nirgendwo rein und wenn du dafür eine Rubrik eröffnest, bekommt das Ganze viel mehr Aufmerksamkeit als wirklich nötig ist.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 31.10.2016, 18:25

NewName hat geschrieben: Ich befürchte jedoch, du hast dich etwas verlesen.
Tatsächlich.
Danach wurde ich in ein normales Angestelltenverhältnis übernommen. Aufgrund der Angehörigenpflege habe ich nach ca. 1 1/2 Monaten freiwillig gekündigt.
Bist du denn nach den fün Monaten wieder in deinem Ausbildungsbetrieb untergekommen oder anderweitig?

Romanum
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Beitrag von Romanum » 01.11.2016, 18:28

NewName hat wohl nach der Pflegezeit noch ein Jahr die Schule besucht (Fachabitur) und drei Jahre lang studiert.

---

Die Lücke bleibt ja eine Lücke. Deshalb gib einfach die Wahrheit an. Denn:
  1. die Lücke liegt schon etwas weiter zurück,
  2. der Zeitraum der Lücke ist noch angemessen,
  3. der Grund (Pflegezeit) ist nachvollziehbar
  4. aus dem Lebenslauf geht hervor, dass der Grund tatsächlich wahr ist und nicht nur vorgeschoben sein kann und
  5. du hast seitdem Wichtiges vorzuweisen.
Dein Lebenslauf ist ja hinsichtlich der Lebenslaufdaten noch sehr übersichtlich. Ob du die Pflegezeit in einer extra Rubrik angibst, ist eher nebensächlich, aber wahrscheinlich naheliegend. Zu viele Unterrubriken bei zu wenig Inhalten erhöhen aber nicht die Übersichtlichkeit. Daher: grundsätzlich könntest du auch alle Einträge hintereinander weg umgekehrt chronologisch anordnen. Dann steht dein Studium an erster Stelle; Schul- und Ausbildungsabschlüsse formatierst du ja sowieso in Fettdruck.

Schmidthammer
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Viele mittelgroße Lücken erwähnen, kaschieren, weglassen?

Beitrag von Schmidthammer » 01.01.2017, 17:06

Ich habe einen Bekannten, der folgendes Problem bei der Gestaltung seines Lebenslaufs aufgeworfen hat.

Er ist gut 50 Jahre und hat die überwiegende Zeit gearbeitet. In ungefähr 7 Firmen, teilweise als Geschäftsführer. Zwischen jedem (!) Arbeitgeberwechsel klafft allerdings eine Lücke in der Größe von 6 bis 11 Monaten.

Würdet Ihr diese Lücken erwähnen, kaschieren, weglassen? Wir (da ich ihm helfe) wissen nicht, wie wir damit umgehen sollen.

Vielen Dank für eine Antwort.
Woody

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Re: Viele mittelgroße Lücken erwähnen, kaschieren, weglassen

Beitrag von tanda » 01.01.2017, 17:24

Schmidthammer hat geschrieben:Ich habe einen Bekannten, der folgendes Problem bei der Gestaltung seines Lebenslaufs aufgeworfen hat.

Er ist gut 50 Jahre und hat die überwiegende Zeit gearbeitet. In ungefähr 7 Firmen, teilweise als Geschäftsführer. Zwischen jedem (!) Arbeitgeberwechsel klafft allerdings eine Lücke in der Größe von 6 bis 11 Monaten.

Würdet Ihr diese Lücken erwähnen, kaschieren, weglassen? Wir (da ich ihm helfe) wissen nicht, wie wir damit umgehen sollen.
Ich würde die Zeiträume nennen und daneben "arbeitssuchend" schreiben. Kaschieren würde auffallen. Wenn in diesen Zeiten Weiterbildungen absolviert wurden, kann man diese erwähnen.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 01.01.2017, 17:25

Es ist ja jetzt dann das achte Mal, dass dein Bekannter in der wiederholten bekannten Situation ist. Wie hat er das die Male davor gehandhabt? Und warum wird das jetzt plötzlich zum Problem?

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 01.01.2017, 18:34

Bei jemandem in der "Geschäftsführungs"-Kategorie würde ich das spontan für kein allzu grosses Problem halten. Dort gelten m. E. etwas andere Gesetze als für einen kleinen Angestellten. Hier geht man erstens davon aus, dass passende Jobs relativ rar gesät sind und man zweitens auch nicht auf Biegen und Brechen *irgendetwas* nehmen muss. Weiterhin würde man auch davon ausgehen, dass so jemand genügend auf der hohen Kante hat, um mal die ein oder andere Durststrecke zu überstehen... und möglicherweise sogar aus "Lifestyle"-Aspekten heraus ganz gern mal eine kleine, freiwillige Auszeit einschiebt. Von daher würde ich persönlich noch nicht einmal etwas von "arbeitssuchend" schreiben... sondern einfach nur die Stationen untereinaner, die Lücken offen stehen lasen... und davon ausgehen, dass der Leser das in solch einem Fall weit eher als ein "Wollen" denn ein "Müssen" einstufen wird...

Romanum
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Beitrag von Romanum » 04.01.2017, 11:23

Schmidthammer hat geschrieben:Würdet Ihr diese Lücken erwähnen, kaschieren, weglassen? Wir (da ich ihm helfe) wissen nicht, wie wir damit umgehen sollen.

Bei 30 Jahren Berufsleben kann man mit so wenig Infos schlecht eine pauschale Antwort geben. Es kommt doch darauf an, wie lange er jeweils gearbeitet hat, warum eine Trennung erfolgte und was er während dieser Lücken gemacht hat.

Lies mal zuerst hier: https://www.bewerbung-forum.de/lebenslau ... slauf.html und https://www.bewerbung-forum.de/lebenslau ... eiben.html


Schmidthammer
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Beitrag von Schmidthammer » 08.02.2017, 09:07

Letztlich bleibt es wohl eine individuelle Entscheidung.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 09.02.2017, 09:11

Ja, es kommt immer auf den Werdegang, den Grund für die Lücken und die weiteren beruflichen Ziele an. Du könntest doch ein paar Infos mehr geben, dann könnte man gucken, welche Variante am besten wäre.

Aber generell sind die Lücken jetzt noch nicht zu lang, wenn es denn davor und danach immer jahrelange Beschäftigungszeiten gab.

Wichtig ist auch, dass bei einem beruflichen Eintrag eben auch die Aufgaben angegeben werden, ggf. auch der Verantwortungsbereich (als Geschäftsführer). Dann machen die Zeiten der Berufserfahrung auch optisch etwas her.

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Beitrag von Schmidthammer » 15.02.2017, 09:05

Die Sache mit der Geschäftsführung hätte ich vielleicht gar nicht erwähnen sollen. Das liegt schon 20 Jahre zurück. Eine Führungsposition strebt er aus gesundheitlichen Gründen nicht an – bzw. hatte. Inzwischen hat er eine Aushilfstätigkeit angenommen.

Der Grund für die Lücken ist einfach der, das er immer nach der Arbeitslosigkeit sich erstmal eine Erholungszeit gegönnt hat und nach einigen Monaten angefangen hat sich zu bewerben. Keine Weiterbildungen, keine Neuorientierung, … Nichts, was wir hätten schreiben können.

Lenno92
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Luecken im Lebenslauf darstellen

Beitrag von Lenno92 » 26.02.2018, 19:14

Hallo Community :)

Ich aktualisiere gerade meinen Lebenslauf und habe Probleme damit, einige Lücken richtig zu füllen. Ich erläutere die Lücken erstmal etwas detaillierter:

Nach meinem Realschulabschluss habe ich 4 Monate lang nichts gemacht. In dieser Zeit war ich mir sehr unsicher, wie es für mich weitergehen sollte. Nach diesen 4 Monaten habe ich anschließend für 5 Monate einen Spanischkurs belegt. Das diente dem Zweck, dass ich in einer zweiten Fremdsprache ein Mindestniveau erreichen musste, um mich auf einer Berufsfachschule anzumelden, die dies voraussetzte. Ich habe also diesen Sprachkurs absolviert (für 5 Monate) und anschließend für weitere 5 Monate wieder nichts gemacht, bis dann die Berufsfachschule losging.
Ich habe also vor und nach dem Spanischkurs zwei Lücken von mehreren Monaten, die gefüllt werden müssen. Ich muss dazu sagen:
Ich war in dieser Zeit aufgrund familiärer Schwierigkeiten ein sehr antriebsloser und von leichter Depressivität geplagter Jugendlicher. Das hing unter anderem mit familiären Spannungen zusammen, welche wiederum als Nachwirkung einer Krebserkrankung meines Bruders entstanden. Das ganze ist äußerst kompliziert. Ich möchte jedenfalls natürlich nicht im Lebenslauf angeben, dass ich "antriebslos" o.ä. gewesen bin.
Hat da Jemand eventuell Ideen, wie man dies akkurat lösen könnte?

Nachdem ich nach 2 Jahren die Berufsfachschule absolviert habe, gibt es wieder für 1 Jahr und 2 Monate eine Lücke in meinem Lebenslauf. In dieser Zeit habe ich versucht, eine Ausbildungsstelle als Schiffahrtskaufmann in Hamburg zu bekommen, was allerdings äußerst schwierig war, da ich mein Abitur noch nicht hatte. Ich habe mich dann nach mehreren erfolglosen Bewerbungsversuchen kurzerhand entschlossen, mein Abitur nachzuholen. Dafür habe ich mich an einem Tagesgymnasium für erwachsene in Hamburg beworben und musste mich anschließend auf eine sehr umfangreiche Aufnahmeprüfung vorbereiten, konkret waren das jeweils eine Klausur in Englisch, Mathe und Deutsch.
In diesem 1 jahr und 2 Monaten habe ich mich also erst für Ausbildungsberufe beworben und anschließend auf die Aufnahmeprüfung für das Tagesgymnasium vorbereitet (und diese auch bestanden)

Nachdem ich dann das Abitur abgeschlossen habe gibt es wieder eine Lücke von 3 Monaten. Das war sozusagen die "Übergangszeit" zwischen Abitur und Studium. In dieser Zeit bin ich viel in Deutschland rumgereist und habe mir verschiedene Universitäten angesehen. Anschließend musste ich mich um meinen Umzug nach Leipzig kümmern.

Momentan studiere ich nun an der Uni Leipzig.

Das wären so weit alle Lücken.

Noch eine andere Frage: Macht es Sinn, im Lebenslauf die Schulzeit der Beobachtungsstufe (Klasse 5 - 6) mit aufzuführen? Oder nur ab der Realschulzeit? Während meiner Beobachtungsstufe habe ich nämlich noch einen Schulwechsel durchgemacht.

Übrigens: Ich bewerbe mich mit dem Lebenslauf auf Aushilfs- bzw. Teilzeitstellen.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 26.02.2018, 19:30

Es heißt zwar immer lückenloser Lebenslauf, aber davon darfst du dich nicht derart unter Druck setzen lassen, dass du in Panik gerätst. Sieh die Forderung nach einem lückenlosen Lebenslauf mehr als Hilfestellung, dass du genau darüber nachdenkst, was du alles in deinem Leben gemacht hast anstatt als Druck, dass du bloß keinen Tag in deinem Leben nicht nachweisen kannst.
Die vier Monate nach dem Realschulabschluss schieß in den Wind. Gibt die Zeit nach dem Realschulabschluss als Vorbereitsungszeit für die Berufsfachschule an. Warst du für den Spanischkurs im spanischsprachigen Ausland oder hast du den in Dtld. gemacht?
Die Zeit zwischen Spanischkurs und Berufsfachschule kannst du als arbeitssuchend angeben, ebenso die nach der Berufsfachschule.
Du kannst ggf. den Lebenslauf auch erst mit der Schule beginnen lassen, an der du dein Abitur nachgeholt hast. Alles frühere wird eigentlich nur dann angegeben, wenn du dich bei einem weltanschaulichen Arbeitgeber bewirbst und damit deine Verbindung zu diesem veranschaulichen möchtest, also etwa eine Kirche und du hast deine gesamte Schullaufbahn in kirchlischen Institutionen verbracht.

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Beitrag von Lenno92 » 26.02.2018, 19:56

Hallo TheGuide,

erstmal vielen Dank für deine hilfreiche Antwort! Ich setze mich tatsächlich etwas unter Druck mit der ganzen Sache, aber es gibt eben auch keine klaren Richtlinien, deswegen versuche ich alles so perfekt wie möglich zu lösen.

TheGuide hat geschrieben:Die vier Monate nach dem Realschulabschluss schieß in den Wind. Gibt die Zeit nach dem Realschulabschluss als Vorbereitsungszeit für die Berufsfachschule an. Warst du für den Spanischkurs im spanischsprachigen Ausland oder hast du den in Dtld. gemacht?
Reicht es dann tatsächlich, wenn ich "Vorbereitungszeit für die Berufsfachschule" in den Lebenslauf schreibe?
Den Spanischkurs habe ich in Dtld. gemacht.

TheGuide hat geschrieben:Die Zeit zwischen Spanischkurs und Berufsfachschule kannst du als arbeitssuchend angeben, ebenso die nach der Berufsfachschule.
Wäre für die Zeit nach der Berufsfachschule nicht eventuell "Ausbildungssuchend" geeigneter?

TheGuide hat geschrieben:Du kannst ggf. den Lebenslauf auch erst mit der Schule beginnen lassen, an der du dein Abitur nachgeholt hast. [...]
Die Sache ist eben, dass es sich um eine Schule handelte, die als Aufnahmekriterium eine Berufsausbildung oder den Wehrdienst oder eine längere Elternzeit votaussetze. Ich bin ja in der Schule aufgenommen worden, weil ich vorher die Berufsfachschule absolviert habe.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 26.02.2018, 20:12

Lenno92 hat geschrieben:Wäre für die Zeit nach der Berufsfachschule nicht eventuell "Ausbildungssuchend" geeigneter?
Ja, das ist besser.

Du kannst deinen LL mit dem Realschulabschluss oder eben der Berufsfachschule beginnen lassen.

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Lebenslauf kaschieren: langes Studium / Schwarzarbeit....

Beitrag von lady_in_black84 » 27.02.2018, 10:05

hallo allerseits,
ich könnte wirklich hilfe beim kaschieren meines lebenslaufs benötigen bzw. auch bei einer passenden geschichtsversion für vorstellungsgespräche.

die ungeschönte wahrheit: vor ~10 jahren musste ich meinen job im call center aufgrund von burn-out (nach 6 jahren technischer bereich) aufgeben. zu der zeit fand ich heraus, dass es in meinem land eine förderung für menschen gibt, die bereits gearbeitet haben und am 2. bildungsweg studieren möchten. diese förderung habe ich nicht nur in anspruch genommen, sondern dank gefundener schlupflöcher mehr als ausgenutzt. ich habe nun fast 10 jahre lang halbherzig studiert und bin von einem masterabschluss meilenweit entfernt und wenn ich ehrlich bin interessiert mich mein studium auch nicht genug um mir das an zu tun. bac hab ich. um beruflich leichter fuß fassen zu können habe ich im letzten jahr noch zwei weitere ausbildungen nebenher erfolgreich abgeschlossen. ich will mich nun für herbst in diesen beiden berufen bewerben (da läuft meine förderung aus), aber ich kann doch nicht ernsthaft zu einem personalchef sagen, dass ich mich zuerst vom burn-out erholen musste und ich danach mehr party gemacht hab und meinen hobbys nachgegangen bin als ich studiert habe. so etwas kommt in unserer leistungsgesellschaft nicht gut, daher habe ich mir 3 ein wenig verschönerte versionen überlegt:

1. ich habe vor mein masterstudium noch fertig zu machen, mir ist nur gerade eben das geld ausgegangen weil die föderung wegfällt, daher möchte ich jetzt erstmal einige zeit arbeiten und den master später berufsbegleitend abschließen.

2. ich habe die letzten jahre meine krebskranke mutter gepflegt (habe wirklich eine krebskranke mutter) was sich eben negativ auf die dauer meines studiums ausgewirkt hat.
und falls ich weiter gefragt werde wer die mutter jetzt betreut (angst des personalchefs vor pflegeurlaub…) sage ich mein bruder ist mit seiner familie zu meiner mutter gezogen weil seine frau schwanger ist und die sich jetzt um kind und mutter kümmert.

3. ich sage in hübscheren worten, dass mich die laborarbeit im studium nervt und ich deshalb nicht vor habe abzuschließen und das der grund für die anderen beiden ausbildungen war.

ev. auch kombinationen aus diesen versionen... ich denke nur ich sollte das wort "burn-out" keinesfalls benutzen und auch studienabbruch hören sie vl. nicht so gerne...? irgendwie muss ich da eine halbwegs glaubwürdige version einlernen, die aber seriös genug für einen personalchef klingt... bin auch offen für andere ansätze...
Zuletzt geändert von lady_in_black84 am 28.02.2018, 07:21, insgesamt 1-mal geändert.

Lenno92
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Beitrag von Lenno92 » 27.02.2018, 15:43

Eine letzte Frage hätte ich noch:

Sollte ich den Spanischkurs - wie alle anderen Stationen auch - unter der Rubrik "Bildungsweg" aufführen; oder lieber eine extra Rubrik "Weiterbildungen" dafür machen?

Liebe Grüße
Lenno92

lady_in_black84
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ps

Beitrag von lady_in_black84 » 28.02.2018, 07:18

ach ja und das nächste thema - kann ich schwarzarbeit im vorstellungsgespräch zugeben oder soll ich lügen und entweder behaupten ich wäre so genügsam, dass ich nur von den beihilfen leben konnte oder schnell ein erbe oder erspartes erfinden?

es ist halt so ne sache - wenn der personalchef glaubt ich hab jetzt echt um die 10 jahre nicht gearbeitet wirkt das merkwürdig bis faul. andererseits würde ich mit dem aufzählen meiner schwarzarbeitsjobs ja quasi straftaten zugeben wenn man es ganz genau nimmt. also ist der eindruck entweder ich bin faul oder kriminell.... sind beides nicht die besten optionen...

ich hab ne ganze menge nebenher gemacht, aber ich habe nicht einmal für die hälfte davon belege. ich bin schon so lange von einer regulären seriösen beschäftigung weg, dass ich gar nicht mehr einschätzen kann, was solche personalchefs schockiert und was nicht.

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Beitrag von TheGuide » 28.02.2018, 10:28

Auch wenn ich jetzt moralinsauer rüberkomme: Schwarzarbeit finde ich nicht in Ordnung. Du betrügst uns alle, einschließlich dir selbst damit.

Rein pragmatisch: Warum gibst du die Jobs nicht einfach als Nebenjobs an? Der Personaler weiß ja nicht, dass es sich um Schwarzarbeit handelt.

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aw

Beitrag von lady_in_black84 » 28.02.2018, 12:47

du kannst mir glauben ich wäre auch lieber angemeldet gewesen, so dass meine arbeit zur pension und arbeitslosenversicherung zählt. die realität in der studentenstadt in der ich wohne schaut aber leider so aus, dass es mehr menschen gibt die jobs suchen (gerade so 0815 studentenjobs) als es verfügbare jobs gibt. da hat man dann also die option entweder den job dem nächsten zu überlassen der es ohne anmeldung macht und selbst keinen job zu haben oder aber man geht schwarz arbeiten. bzw. ist es oft so dass man einen bruchteil dessen angemeldet wird, als man wirklich arbeitet. nur für den fall dass eine kontrolle stattfindet. dann sind die 10h im monat halt genau zufällig dann wenn der kontrolleur da ist.

nunja also ich hab größtenteils ja keine belege für die schwarzarbeit. keine dienstzeugnisse bzw. fordern hier in der gegend firmen oft versicherungsdatenauszüge an und dieser stimmt dann nicht mit meinen angaben überein. die sind offiziell natürlich freiwillig abzugeben, aber wir wissen alle wie es wirkt wenn man sich weigert...

hmmmh ja ich denke ich werde mal durchsehen wo ich angemeldet war und diese stellen dann mal angeben. kann dann noch immer sagen den rest hab ich mir anders finanziert (erspartes/erbe).

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