Maschinenbautechniker Bewerbung Muster für Jobsuche OK?

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sCAPe
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Maschinenbautechniker Bewerbung Muster für Jobsuche OK?

Beitrag von sCAPe » 22.08.2016, 17:23

Hallo zusammen,
ich möchte mich mal kurz vorstellen. Mein Name ist Eugen, 31 Jahre alt und von Beruf Maschinenbautechniker.
Ich bin seit einer längeren Zeit auf der suche nach einem neuen Job in einer anderen Region. Da ich schon einige Bewerbungen verschickt habe und ständig nur Absagen bekomme, wollte ich mich bei euch informieren ob es an mir selber oder an der Bewerbung liegt.

Ein Beispiel meiner letzten Absage:
Ihr Aufgabengebiet:
-Betreuung der Kunden als Servicespezialist im Innen- und Außendienst
-Selbständige Bearbeitung komplexer Kundenanforderungen
- Sach fachgerechte Erledigung der eigen disponierten Einsätze unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten und zur vollen Kundenzufriedenheit
-Anlagenreparatur & Wartung

Unsere Anforderungen an Sie:
-Kenntnisse oder Ausbildung in den Bereichen: Elektrotechnik, Elektronik, Mechanik, Automation, Maschinenbau
-Fundierte EDV Kenntnisse, insbesondere der Umgang mir MS Office & Windows
-Flexibilität u. Reisebereitschaft
-Gutes Englisch in Wort und Schrift
-Russisch in Wort und Schrift von Vorteil

Meine Bewerbung:

xxxxxx GmbH
xxx Straße 19-25
PLZ


Bewerbung als Maschinenbautechniker
Service und Produktion

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie bieten eine sehr interessante Stelle an, um die sich bestimmt viele bewerben. Was kann dafür sprechen, dass gerade ich der richtige neue Mitarbeiter bin, der Ihr Team sinnvoll verstärkt?

Als Maschinenbautechniker mit entsprechender Berufserfahrung verfüge ich über fundiertes theoretisches und praktisches Know-how in der Erarbeitung, Konstruktion, Montage und Wartung von Produktions- und Sondermaschinen. Auf Basis meiner langjährigen Erfahrung als Techniker im Bereich des Maschinenbaus und der Fertigung kann ich den gesamten Prozess von der Konzeption bis zum Betrieb überblicken und weiß, auf welche Details es in der Automation und dem Service ankommt. Meine technischen Kenntnisse, insbesondere auch im Bereich der Elektrotechnik und dem 3D‐ CAD, habe ich in der berufsbegleitenden Weiterbildung zum Maschinenbautechniker erweitert und in den vergangenen Jahren in der Praxis erfolgreich angewandt und durch diverse Fortbildungsmaßnahmen weiterentwickelt. Meine aktuelle Tätigkeit umfasst unter anderem das Organisieren und Durchführen aller geplanten und bevorstehenden Instandhaltungsmaßnahmen sowie die Steuerung der Produktion und dem Umbau der Produktionsmaschinen. Aufgrund der Erfahrung im Bereich Maschinenbau, ist es mir gelungen durch diverse Optimierungsprozesse an den Maschinen, kontinuierliche Produktions- und Qualitätssteigerungen zu erzielen. Als Teamleiter und stellvertretender Abteilungsleiter konnte ich zudem meine Personalführungsqualitäten, meine Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten und zugleich meine Teamfähigkeit unter Beweis stellen. Nach vierzehn Jahren im gleichen Unternehmen ist es nun jedoch für mich an der Zeit, neue Erfahrungen zu sammeln und mich neuen Herausforderungen zu stellen.
An einer Mitarbeit im Hause xxx reizen mich die Vielseitigkeit der herausfordernden Aufgaben und zugleich die internationale Ausrichtung, um auch zukünftig im Markt erfolgreich zu bleiben.

Hochmotiviert stehe ich der xxx GmbH als Maschinenbautechniker ab dem 15.09.2016 für eine Anstellung zur Verfügung. Meine Kündigungsfrist beträgt 1 Monat zum 15. oder zum Monatsende. Ein Umzug in die Nähe Ihres Unternehmens ist für mich selbstverständlich.

Sehr gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch von mir und meinen Fähigkeiten.

Mit freundlichen Grüßen

Eugen xxx


Wie kommt diese Bewerbung in euren Augen rüber?
So ein ähnliches Anschreiben nutze ich auch für Initiativbewerbungen, natürlich dann an die Firma angepasst.

Ich würde mich über jede Kritik und Verbesserungen freuen.

Vielen Dank im Voraus

MfG
Eugen

Cybarb
Beiträge: 39
Registriert: 29.02.2016, 10:54

Beitrag von Cybarb » 22.08.2016, 19:20

Hallo Eugen,

zu deinem Anschreiben:
Sie bieten eine sehr interessante Stelle an, um die sich bestimmt viele bewerben.
Streich das. Wenn du die Stelle nicht interessant fändest, würdest du dich nicht bewerben. Dass sich viele bewerben, ist anzunehmen, aber welchen Informationswert hat es für das Unternehmen, dass du es ihm noch einmal mitteilst? Keinen.
Was kann dafür sprechen, dass gerade ich der richtige neue Mitarbeiter bin, der Ihr Team sinnvoll verstärkt?
Diese Frage musst du mit deiner Bewerbung beantworten, aber stellen solltest du sie nicht (macht das Unternehmen ohnehin selbst).
Als Maschinenbautechniker mit entsprechender Berufserfahrung verfüge ich über fundiertes theoretisches und praktisches Know-how in der Erarbeitung, Konstruktion, Montage und Wartung von Produktions- und Sondermaschinen.
Das hingegen ist ein sinnvoller Einstiegssatz, weil er das wichtigste Argument für das Unternehmen ist, dich einzustellen. (Es sei denn, es gibt noch ein stärkeres Argument - das weißt du selbst am besten.)
Den Absatz, der danach folgt, finde ich auch ziemlich stark, allerdings habe ich den Eindruck, dass manche Informationen dort auch in deinem Lebenslauf zu finden sein könnten. Vielleicht kannst du die "sachlicheren" Infos eher in den Lebenslauf stecken und die Tätigkeiten, die du beschreibst, im Anschreiben noch mit ein wenig mehr Leben füllen.
Nach vierzehn Jahren im gleichen Unternehmen ist es nun jedoch für mich an der Zeit, neue Erfahrungen zu sammeln und mich neuen Herausforderungen zu stellen.
Das ist mir zu vage. Welche neuen Erfahrungen möchtest du machen? Wie stellst du dir die neuen Herausforderungen vor?
Hochmotiviert
Das sollte deinem Anschreiben zu entnehmen sein und nicht extra betont werden müssen.
Meine Kündigungsfrist beträgt 1 Monat
Schreib die "1" aus, sonst sieht das a) faul und b) wie ein Einkaufszettel oder Rezept aus ("Man nehme 1 Monat" :wink: ).
Ein Umzug in die Nähe Ihres Unternehmens ist für mich selbstverständlich.
Da es selbstverständlich ist, musst du es nicht erwähnen.

Insgesamt sehe ich keinen groben Schnitzer in deinem Anschreiben, der dich von vornherein disqualifizieren würde (nur der Einstieg ist schon sehr ungelenk). Aber vielleicht haben andere Forenmitglieder da andere Meinungen. Ich finde, man kann an der einen oder anderen Stelle sicher noch feilen, konkreter werden, die Motivation für den Wechsel klarer formulieren, aber auf einem guten Weg bist du m.E. allemal.

Gruß
Cyb

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 22.08.2016, 19:51

Ich schließe mich Cybarb an: Dein Anschreiben ist schon recht gut, abgesehen vom Einstieg (dem merkt man die Verzweiflung dann doch zu sehr an) und ein paar Details - ich würde mir zum Beispiel auch mehr Infos zur Wechselmotivation wünschen.

Eugen schreibt:
Nach vierzehn Jahren im gleichen Unternehmen ist es nun jedoch für mich an der Zeit, neue Erfahrungen zu sammeln und mich neuen Herausforderungen zu stellen.

WELCHE SIND DAS?

An einer Mitarbeit im Hause xxx reizen mich die Vielseitigkeit der herausfordernden Aufgaben und zugleich die internationale Ausrichtung, um auch zukünftig im Markt erfolgreich zu bleiben.

ZU WENIG KONKRET.

Hochmotiviert stehe ich der xxx GmbH als Maschinenbautechniker ab dem 15.09.2016 für eine Anstellung zur Verfügung. Meine Kündigungsfrist beträgt 1 Monat zum 15. oder zum Monatsende. Ein Umzug in die Nähe Ihres Unternehmens ist für mich selbstverständlich.
Hier könnte ein Zugehörigkeitsgefühl zur Region des Unternehmens thematisiert werden.

Mich persönlich würde auch interessieren, warum Du nach 14 Jahren verzweifelt den Betrieb wechseln willst - da solltest Du natürlich nichts Negatives über den alten Betrieb schreiben. Aber so fällt schon auf, dass da was im Argen liegen wird...

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TheGuide
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Re: Maschinenbautechniker Bewerbung Muster für Jobsuche OK?

Beitrag von TheGuide » 22.08.2016, 20:06

sCAPe hat geschrieben:Auf Basis meiner langjährigen Erfahrung als Techniker im Bereich des Maschinenbaus und der Fertigung kann ich den gesamten Prozess von der Konzeption bis zum Betrieb überblicken und weiß, auf welche Details es in der Automation und dem Service ankommt.
Zu den Einstiegssätzen hat der Vorredner schon das Wesentlich gesagt, daher steige ich hier ein.
Auf Basis meiner langjährigen Erfahrung als Techniker im Bereich des Maschinenbaus und der Fertigung ÜBERBICKE ich den gesamten Prozess von der Konzeption bis zuR INbetriebNAHME und weiß, auf welche Details es in Automation und Service ankommt.



Meine technischen Kenntnisse, insbesondere auch im Bereich der Elektrotechnik und dem 3D‐_CAD, habe ich in der berufsbegleitenden Weiterbildung zum Maschinenbautechniker erweitert und in den vergangenen Jahren in der Praxis erfolgreich angewandt und durch IN diverseN Fortbildungsmaßnahmen weiterentwickelt.
Meine aktuelle Tätigkeit umfasst unter anderem das Organisieren und Durchführen aller geplanten und bevorstehenden Instandhaltungsmaßnahmen sowie die Steuerung der Produktion und dem Umbau der Produktionsmaschinen.
Kein Fehler, aber ich finde anstatt substantivierter Verben die eigentlichen Substantive immer schöner: die Organisation und Durchführung

Aufgrund der Erfahrung im Bereich Maschinenbau, ist es mir gelungen durch diverse Optimierungsprozesse an den Maschinen, kontinuierliche Produktions- und Qualitätssteigerungen zu erzielen.
Mit meiner Erfahrung im Maschinenbau ist es mir gelungen diverse Optimierungsprozesse zu implementieren und damit kontinuierlich Produktions- und Qualitätssteigerungen zu erzielen.

Als Teamleiter und stellvertretender Abteilungsleiter konnte ich zudem meine Personalführungsqualitäten, meine Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten und zugleich meine Teamfähigkeit unter Beweis stellen.

Als Teamleiter stellte ich...
Ein Umzug in die Nähe Ihres Unternehmens ist für mich selbstverständlich.
Du müsstest erst umziehen?
Zuletzt geändert von TheGuide am 22.08.2016, 20:16, insgesamt 1-mal geändert.

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 22.08.2016, 20:08

Ich sehe das tatsächlich ein wenig anders. :wink:

Mir gefällt der Einstiegssatz. Das ist doch tatsächlich die Frage, die sich der Leser stellt. Klar, vom Informationsgehalt her könnte man ihn weglassen, aber so finde ich die Bewerbung eleganter. Denn gleich danach geht's ja ordentlich zur Sache. Jede Menge relevanter Daten und Fakten. Ich würde noch einen Absatz einbauen, bevor es an die Teamleitung geht, das macht es etwas leichter lesbar. Insgesamt ist der ganze Absatz etwas mit Informationen vollgepropft, da gebe ich meinem Vorredner absolut Recht. Kann aber sein, dass da alle notwendigen "buzzwords" für deine Branche drin stehen und ich das nur nicht verstehe.

Die Eins würde ich auch ausschreiben, denn sonst hieße es "Kündigungsfrist beträgt eins Monat..." Es muss einen heißen, auch nicht ein Monat.

Ein Umzug hin zum Unternehmensstandort mag für dich selbstverständlich sein, das ist aber längst nicht für jeden selbstverständlich, deshalb gehört es mMn in die Bewerbung rein, und wenn es nur dazu dient, diese Frage erst gar nicht aufkommen zu lassen.

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Beitrag von TheGuide » 22.08.2016, 20:20

BlackDiamond hat geschrieben: Ein Umzug hin zum Unternehmensstandort mag für dich selbstverständlich sein, das ist aber längst nicht für jeden selbstverständlich, deshalb gehört es mMn in die Bewerbung rein, und wenn es nur dazu dient, diese Frage erst gar nicht aufkommen zu lassen.
Gerade hier würde ich noch an der Stellschraube drehen. Dem Arbeitgeber müsste der Umzugswille plausibel sein. Wer verlässt dein freiwillig sein soziales Umfeld, wenn er nicht muss?

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 22.08.2016, 20:27

Achso, entschuldige, ich lese jetzt erst wieder, dass es ja nicht um eine konkrete Bewerbung für einen offenen Job geht, sondern um ein Beispiel, um rauszufinden, warum du nicht eingeladen wirst.

Also auf diese von dir gepostete Stelle bist du nicht hundertprozentig passgenau. Du hast schon Führungserfahrung, das wird da nicht gebraucht. Ganz genau genommen bist du etwas überqualifiziert. Das muss nichts heißen, manchmal ist das sehr gut, manchmal will man aber auch nur einen Mitarbeiter einfacherer Qualifikation.

Was ist mit dem geforderten Englisch und dem wünschenswerten Russisch? Wie schätzt du deine Fachkenntnisse ein, speziell auch die Breite?
Woran liegt es denn deiner eigenen Einschätzung nach?

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 22.08.2016, 20:30

TheGuide hat geschrieben:
BlackDiamond hat geschrieben: Ein Umzug hin zum Unternehmensstandort mag für dich selbstverständlich sein, das ist aber längst nicht für jeden selbstverständlich, deshalb gehört es mMn in die Bewerbung rein, und wenn es nur dazu dient, diese Frage erst gar nicht aufkommen zu lassen.
Gerade hier würde ich noch an der Stellschraube drehen. Dem Arbeitgeber müsste der Umzugswille plausibel sein. Wer verlässt dein freiwillig sein soziales Umfeld, wenn er nicht muss?
Kommt vielleicht auch drauf an, von wo nach wo und in welchem Lebensabschnitt man sich gerade befindet. Von der Provinz in eine attraktive Großstadt erklärt sich von alleine und manch einer möchte, wenn er jung ist, auch gerne mal woanders hin.

sCAPe
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Beitrag von sCAPe » 22.08.2016, 21:01

Hallo zusammen.
Viele Dank an euch alle für die Mühe. Ging ja recht flott mit den Antworten :D
Erstmal was zu Thema Umzug. Ich selber komme aus dem Kreis Aachen, meine Freundin, mit der Ich schon länger zusammen bin, aus dem Kreis Gummersbach. Nach langem überlegen, haben ich mich entschieden zu Ihr zu ziehen. Soll man das dann in der Bewerbung auch so angeben?

Zum Punkt Einleitungssatz. Normalerweise schreibe ich etwas über die z.B. Unternehmenswerte. Wie z.B.:
„Die Anforderungen in der Fertigung an hoch automatisierte Fertigungsprozesse mit geringen Wartungszeiten steigen. Diesen Ansprüchen werden wir durch eine konsequente Weiterentwicklung unserer Produkte stets gerecht.“ – heißt es in den xxx- Unternehmenswerten. Auch mir ist es bei meiner Arbeit wichtig, auf der Basis fundierter Fachkenntnisse und Berufserfahrungen ergebnisorientierte Konzepte zu entwickeln – wo es Sinn macht auch jenseits des „Alt-Bewährten“. Daher bewerbe ich mich als Konstrukteur bei xxx, um hier meine Karriere fortzusetzen.

Leider sind die Internetauftritte einiger Firmen sehr schlank gehalten, so das ich mir, nach langer Internetrecherche, keinen Einleitungssatz dieser Art bilden kann.

Ansonsten kann ich eurer Kritik entnehmen, dass die Bewerbung an sich gar nicht so verkehrt ist, so dass es dann wirklich nur an meiner Berufserfahrung und den Ansprüchen der Firma liegt?!

Wie ist eure Meinung dazu, dass ich dieses Anschreiben auch als Intitiativbewerbung nutze?

Die von euch vorgenommen Korrekturen werde ich selbstverständlich in das Anschreiben übertragen.

@BlackDiamond
Meine Englischkenntnisse sind denke ich für die Stelle ausreichend (Schulenglisch+ Seminar). Russisch ist meine Muttersprache, auch wenns nur mündlich ist. Dafür perfekt. Gut, zugegeben alle Kenntnisse kann ich nicht nachweisen, wie z.B. Elektrotechnik. Schulisch alles gehabt, praktisch aufgund der Arbeitssicherheit nicht nachweisbar. Privat zählt ja bekanntlich nicht.
Woran es liegt, kann ich mir mittlerweile selber nicht beantworten. In dieser Region sind viele Unternehmen auf Automobil und Kunststoff ausgerichtet. Daran mangelt es mir. Aber das sind auch nicht alle die in dieser Branche tätig sind. Daher kann ich es dir und mir nicht so recht beantworten. Es gab natürlich schon Vorstellungsgespräche, welche man aber an einer Hand abzählen kann. Entweder kam es zu keinem Arbeitsverhältnis aufgrund des Arbeitnehmers oder man möchte einen wirklich für kleines Geld arbeiten lassen. Und dabei meine ich wirklich kleines Geld.

Eine andere Frage habe ich noch: Lesen hier Arbeitgeber mit?

MfG
Eugen

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 22.08.2016, 21:22

Hm, das mit dem kleinen Geld glaube ich jetzt mal am wenigsten. Das ist wie das eigene Alter oft eine für den Bewerber naheliegende, aber de facto unzutreffende Beobachtung. Meiner Erfahrung nach sind es eher fehlende Fachkenntnisse oder aktuelle Erfahrungen in bestimmten Bereichen, die fehlen, warum es nicht zum Gespräch kommt.

Wenn es zum Gespräch kommt und man wird dann nicht genommen, das kann tausend Gründe haben, aber wie gesagt, wenn man nicht eingeladen wird, das liegt meist an fehlenden Fachkenntnissen.

Umzug: ich würde sagen, dass du aus privaten Gründen sowieso nach G-Bach ziehen möchtest. Einige Entscheider haben kein gutes Gefühl, wenn der Bewerber extra für diesen Job umziehen müsste. Was, wenn man während der Probezeit feststellt, dass es doch nicht passt, was mit den Kosten für evtl. doppelte Haushaltführung, was, wenn der Bewerber sich am neuen Wohnort nicht wohlfühlt etc. - mit der Angabe, dass du sowieso umziehen willst, nimmst du diesen Befürchtungen die Grundlage.

Du musst halt auch wissen, ob du deine Führungserfahrung im Anschreiben erwähnen willst, wenn das gar nicht gefragt ist. Wenn ein Unternehmen einen Sachbearbeiter sucht, wollen sie in aller Regel keinen Teamleiter, das führt leicht zu Problemen und damit könnte es ein Ausschlusskriterium sein. Du musst wissen, wie wichtig das für dich ist.

Klar kann's immer mal sein, dass hier Personaler und/oder Entscheider mitlesen *hüstel* :wink: aber die Chance, dass hier von 100 Mio. deutschsprachigen Menschen ausgerechnet jemand mitliest, bei dem du dich bewirbst, ist doch - wie hoch? 1:100 Mio? :D

sCAPe
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Beitrag von sCAPe » 22.08.2016, 21:40

Das mit dem Geld von mir war keine Beobachtung, sondern eine Absage von mir. Bei 2 Angeboten musste ich wirklich wegen des Geldes absagen :(
Leider sagen es die Personalchefs einem auch nicht, aus welchem Grund es nicht zu einer Einstellung kam. Nach mehreren Anfragen, wurde mir immer etwas von Diskriminierung erzählt. Dabei wollte ich nur wissen was ich beim nächsten mal besser machen muss.

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 22.08.2016, 22:05

Du musst nichts besser machen. Klar, du kannst an deinen fachlichen Kenntnissen etwas verbessern, Englisch oder das Thema Automotive etc., aber was zur Einstellung führt oder nicht, hat oft nichts mit dir zu tun in dem Sinne, dass du was falsch gemacht hast. Das hat oft mit internen Dingen zu tun und was bei Job A zur Ablehnung geführt hat, wäre bei B genau das Richtige.

Gut, das mit dem Geld kann natürlich am Job liegen, beispielsweise wenn keine Teamverantwortung dabei ist, die du jetzt schon hast und dann ist vielleicht Gummersbach auch generell nicht mit Aachen vergleichbar, was den Gehaltsspiegel betrifft, nehme ich an?

katerfreitag
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Beitrag von katerfreitag » 22.08.2016, 22:08

Es ist meistens so, dass nicht erklärt wird, warum es zu der Absage kam.

Zum Teil liegt es am Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz. Wenn die Absage darin begründet ist, dass Du fachlich nicht passt, dann ist für das Unternehmen alles ok. Wenn andere Gründe vorliegen - Dein Alter passt nicht, oder sie würden lieber die Stelle mit einem Deutschen besetzen - und Du bekommst das mit, dann könntest Du die Firma verklagen. So in etwa. Das will kein Betrieb, ist ja klar. Also sagt keiner irgendwas, das gegen ihn verwendet werden könnte...

EDIT: Du könntest durchaus private Erfahrungen in der Elektrotechnik in Dein Anschreiben einbauen, z.B. so: 'Bei der Renovierung meines Elternhauses habe ich tatkräftig mitgearbeitet und unter anderem auch den Ausbau der Gebäudetechnik vorgenommen.'

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 23.08.2016, 00:16

Also, eine Sache hätte ich schon, die man beim nächsten Mal besser machen könnte: Du beschreibst Deine allgemeinen Kenntnisse zwar durchaus ansprechend - zumindest in diesem Fall hier jetzt aber geradezu auffallend an der Aufgabenstellung vorbei. Die suchen jemanden mit starkem Fokus auf die vollverantwortliche Bedienung von Kunden. Zwei von vier (und zwar die ersten beiden) Punkte der Aufgabenbeschreibung beziehen sich darauf. Zu diesem zentralen Thema fällt bei Dir kein Wort. Der Job, den Du beschreibst (Abteilungsleitung im eigenen Reich) ist ein völlig anderer. Das schmälert zwar nicht Deine Fähigkeiten... lässt die Bewerbung auf die vorliegende Stelle allerdings relativ zufällig und lustlos erscheinen...

Auf der anderen Seite finde ich es schade, dass Du den potentiellen Sonderpunkt für die (hierzulande wohl relativ seltenen) Russischkenntnisse so einfach liegenlässt... passt aber irgendwie genau in das bereits entstandene Bild von jemanem, der seinen Bewerbungsprozess im Wesentlichen mit einem einzigen Anschreiben bestreiten will... ;-)

... und wenn man den gedanklichen Bogen noch ein bisschen weiter schlagen möchte: Auch in das Bild von jemandem, der 14 Jahre an Ort und Stelle bleibt... so lange, bis es auch irgendeinem Grund überhaupt nicht mehr anders geht. Auch das ist an sich nichts Schlimmes... aber je länger man darüber nachdenkt, scheint sich aus allen Betrachtungsrichtungen der Eindruck einer gewissen Bequemlichkeit heraus zu kristallisieren...

Womit ich letztendlich nichts weiter loswerden möchte als den Rat, Dich mit einem deutlich grösseren Einsatz als bisher den individuellen Feinheiten jeder Stelle zu widmen... ;-)

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