Probleme mit der Berufsbezeichnung

Wenn ihr Berufsanfänger oder Berufspraktiker seid, dann könnt ihr eure Bewerbungsbeispiele in dieser Rubrik zur Diskussion stellen und die Musterbewerbungen anderer Bewerber bewerten. Auch für Bewerbungen um eine Neben- oder Teilzeitbeschäftigung.
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Aivlis
Beiträge: 3
Registriert: 08.06.2015, 21:58

Probleme mit der Berufsbezeichnung

Beitrag von Aivlis » 08.06.2015, 22:54

Hallo zusammen,
schon öfter habe ich mir Anregungen für Bewerbungsschreiben in eurem tollen Forum geholt, doch heute habe ich ein spezielles Problem.

Ich habe ein interessantes Stellenangebot gelesen und möchte mich darauf bewerben. Nun weiß ich nicht, wie ich beginnen soll, weil ich nicht weiß, was ich als erlernten Beruf angeben soll.

Ursprünglich habe ich mal einen handwerklichen Beruf erlernt, fand jedoch keine Stelle in diesem Bereich und machte dann eine einjährige Umschulung zur "Fachschreibkraft."

Seitdem war ich bei verschiedenen Arbeitgebern angestellt (sogar im Ausland) und bin mit so ziemlich allen Bürotätigkeiten vertraut.

Von der Kundenberatung über die Angebotserstellung, Auftragserfassung und Bearbeitung, Zeit- und Projektdatenerfassung, Terminvergabe, Aufnahme und Bestätigung von Buchungen, Personaleinteilung, Reklamationsbearbeitung war schon alles dabei.

Leider habe ich aber kein Abschlusszeugnis, das ich meiner Bewerbung beifügen könnte und in dem z.B. steht, dass ich ausgebildete Bürokauffrau o.ä. bin. Was ich habe sind zwei Zeugnisse über die erfolgreiche Teilnahme an der Umschulung zur "Fachschreibkraft" und an einem zusätzlichen Kurs für "Computerunterstützte Textverarbeitung." Natürlich habe ich auch Zeugnisse von meinen Arbeitgebern aber da ist keine Berufsbezeichnung angegeben, sondern nur die Tätigkeiten, die ich ausgeübt habe.

Das Bewerbungsschreiben würde ich gerne in etwa so beginnen:
aufgrund meiner langjährigen Berufserfahrung als Bürofachkraft verfüge ich über ausgezeichnete Computerkenntnisse und bin eigenverantwortliches Arbeiten und den Umgang mit Kunden gewöhnt.
Bürokauffrau traue ich mich nicht zu schreiben, eben wegen dem fehlenden Abschlusszeugnis aber "Bürofachkraft" klingt nach nichts, irgendwie so minderwertig - als richtigen Ausbildungsberuf gibt es das, glaube ich, auch gar nicht.

Wie würdet ihr dieses Problem lösen?

Danke schonmal für eure Unterstützung

Oexmann Consulting
Beiträge: 68
Registriert: 06.05.2015, 11:08

Beitrag von Oexmann Consulting » 09.06.2015, 03:32

Hallo Aivlis,

welche Tätigkeitsbezeichnungen stehen jeweils in den bisherigen Arbeitsverträgen?

Mit bestem Gruß

Oexmann Consulting

Romanum
Bewerbungshelfer
Beiträge: 8956
Registriert: 12.09.2008, 19:20

Beitrag von Romanum » 09.06.2015, 08:15

Aivlis hat geschrieben:"Bürofachkraft" klingt nach nichts, irgendwie so minderwertig

Ich finde, es klingt gut. Du schreibst ja schließlich nicht nur die Berufsbezeichnung ins Anschreiben.

Ansonsten vielleicht noch "Sachbearbeiterin"


Aivlis
Beiträge: 3
Registriert: 08.06.2015, 21:58

Beitrag von Aivlis » 09.06.2015, 22:33

Oexmann Consulting hat geschrieben:welche Tätigkeitsbezeichnungen stehen jeweils in den bisherigen Arbeitsverträgen?Consulting
Dort stehen keine allgemeinen Berufsbezeichnungen wie "Bürofachkraft", sondern z.B. "Mitarbeiterin der Telefonauskunft", wobei das nur ein kleiner Bruchteil meiner Aufgaben ist, wie du gleich an meinem Bewerbungsschreiben sehen wirst.

Es befindet sich noch im Entwurfsmodus und ich weiß, dass es noch total unstrukturiert und viel zu lang ist aber ich habe erstmal einfach drauf los geschrieben. Könnt ihr bitte einen kurzen Blick darauf werfen und mir sagen, was ihr davon haltet?

@Romanum: Danke für den Trost :)

Bewerbung als...

Sehr geehrte...,

aufgrund meiner Kommunikationsfähigkeit und meinem guten mathematischen Verständnis werde ich Sie gerne als Mitarbeiterin der "..." unterstützen, indem ich Ihre Gäste freundlich empfange und ihnen kompetent Auskunft erteile.

Seit Jahren bin ich als Bürofachkraft tätig. Daher verfüge ich über umfangreiche Computerkenntnisse und bin eigenverantwortliches Arbeiten und den Umgang mit Kunden gewöhnt.

Bei meiner aktuellen Tätigkeit bin ich für die telefonische Beratung sowie die schriftliche Beantwortung von Kundenanfragen wie auch für die Angebotserstellung und die Bearbeitung von Reklamationen zuständig. Dabei bringe ich mein Organisationstalent und meine Fähigkeit zur Konfliktlösung ein. Zudem erstelle ich "..."listen, überprüfe und vergebe mögliche Termine, mit einer speziellen Software erfasse ich Kundendaten und Aufträge, die ich anschließend schriftlich bestätige und teile "..."personal ein. Zügig arbeite ich mich in neue Arbeitsbereiche ein und beweise dabei meine Flexibilität und Motivation.

Zu meinen wesentlichen Persönlichkeitsmerkmalen gehören eine schnelle Auffassungsgabe, Sorgfalt, Engagement und Zuverlässigkeit. Ich bin offen im Umgang mit Menschen und es fällt mir leicht, mich in ein bestehendes Team einzufügen. Unter Zeitdruck bewahre ich die Konzentration und den Blick für das Wesentliche.

An der ausgeschriebenen Stelle sprechen mich besonders die abwechslungsreichen Aufgaben an sowie die Möglichkeit, kundenorientiert zu arbeiten und meine Fremdsprachenkenntnisse einbringen zu können. Die Aussicht, mich beruflich weiterzuentwickeln und neue Kenntnisse zu erwerben haben mich zusätzlich zu meiner Bewerbung motiviert.

Da der Umgang mit Menschen mir sehr liegt, kann ich mich durch meine offene Art in einem kundennahen Beruf wie diesem sicher sehr gut einbringen.

Ich freue mich über eine Einladung und die Gelegenheit, mich persönlich vorzustellen.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 10.06.2015, 00:51

Aivlis hat geschrieben:aufgrund meiner Kommunikationsfähigkeit und meinem guten mathematischen Verständnis werde ich Sie gerne als Mitarbeiterin der "..." unterstützen, indem ich Ihre Gäste freundlich empfange und ihnen kompetent Auskunft erteile.
Wozu ist das mathematische Verständnis da genau wichtig?
Überhaupt fragt man sich als geneigter Leser an mehreren Stellen, wo genau der Zusammenhang zwischen deinen Komptenzen und den Aufgaben liegt. Das wird zumindest mir nicht klar.

Aivlis
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Beitrag von Aivlis » 10.06.2015, 10:26

TheGuide hat geschrieben:Wozu ist das mathematische Verständnis da genau wichtig?
Das ist wichtig, da es sich teilweise um eine Tätigkeit an der Kasse handelt und diese am Ende auch abgerechnet werden muss. Da ich damit bisher keine Erfahrung habe aber rechnen kann, habe ich die "mathematischen Fähigkeiten" angegeben.
TheGuide hat geschrieben:Überhaupt fragt man sich als geneigter Leser an mehreren Stellen, wo genau der Zusammenhang zwischen deinen Komptenzen und den Aufgaben liegt. Das wird zumindest mir nicht klar.
Nun habe ich Änderungen vorgenommen - ist es so besser?
Etwas kürzer ist es auf jeden Fall, denke ich :)


Bewerbung als...

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aufgrund meiner Kommunikationsfähigkeit und meinem guten mathematischen Verständnis werde ich Sie gerne als Mitarbeiterin der "..." unterstützen, indem ich Ihre Gäste freundlich empfange und ihnen kompetent Auskunft erteile.

Seit Jahren bin ich als Bürofachkraft tätig. Daher verfüge ich über umfangreiche Computerkenntnisse und bin eigenverantwortliches Arbeiten und den Umgang mit Kunden gewöhnt.

Die Schwerpunkte meiner aktuellen Tätigkeit sind die telefonische Beratung sowie die schriftliche Beantwortung von Kundenanfragen wie auch die Terminvergabe und die Erfassung von Kundendaten und Aufträgen, die ich anschließend schriftlich bestätige. Dabei bringe ich meine schnelle Auffassungsgabe und sorgfältige Arbeitsweise ein. Zudem erstelle ich "..."listen und Angebote, teile "..."personal ein und bearbeite Reklamationen, wobei ich mein Organisationstalent und meine Fähigkeit zur Konfliktlösung einsetze.

Zu meinen wesentlichen Persönlichkeitsmerkmalen gehören Engagement und Zuverlässigkeit. Ich bin offen im Umgang mit Menschen und es fällt mir leicht, mich in ein bestehendes Team einzufügen. Zügig arbeite ich mich in neue Arbeitsbereiche ein und beweise dabei meine Flexibilität und Motivation. Unter Zeitdruck bewahre ich die Konzentration und den Blick für das Wesentliche.

An der ausgeschriebenen Stelle sprechen mich besonders die abwechslungsreichen Aufgaben an sowie die Möglichkeit, kundenorientiert zu arbeiten und meine Fremdsprachenkenntnisse einbringen zu können. Die Aussicht, mich beruflich weiterzuentwickeln und neue Kenntnisse zu erwerben haben mich zusätzlich zu meiner Bewerbung motiviert.

Da der Umgang mit Menschen mir sehr liegt, kann ich mich durch meine offene Art in einem kundennahen Beruf wie diesem sicher sehr gut einbringen.

Ich freue mich über eine Einladung und die Gelegenheit, mich persönlich vorzustellen.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 11.06.2015, 09:03

Wenn das dein Stil ist, dann musst du es so schreiben. Aber du listest in deinem Anschreiben ja über ein Dutzend Stärken auf, so weiß man am Ende gar nicht, welche du besonders gut beherrschst.

Irgendetwas willst du mit deinen Stärken ja aussagen, du denkst inhaltlich an Beispiele aus der Vergangenheit oder an deine zukünftige Arbeit. Aber dein Gedanken kann der Leser nicht lesen.

Zum Beispiel: Wie hilft dir denn "Dabei bringe ich meine schnelle Auffassungsgabe und sorgfältige Arbeitsweise ein." konkret bei den vorher genannten Aufgaben, was wäre wenn du nicht mit diesen Stärken die Aufgaben bearbeiten würdest? Was für ein Nutzen bringst du damit dem AG?

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 13.06.2015, 13:39

Von was für einen Job reden wir denn jetzt überhaupt? An den wenigen Stellen, wo Du konkret darauf einzugehen scheinst, klingt es ja nach so etwas wie einer Rezeptionistin?!? In diesem Fall würdest Du Dich mit diesem Schreiben in die fast schon skurrile Situation begeben, als *eigentlich* Unterqualifizierte überqualifiziert zu wirken... ;-)

Wenn man Dir all die Dinge, die Du da so behauptest, 1:1 abnehmen würde... wäre die Konsequenz, dass Du Dich in dem tatsächlichen Job (?!? s. o.) von morgens bis abends nur langweilen würdest... und nebenbei unter keinen Umständen mit dem tatsächlich eingeplanten Gehalt zufrieden sein könntest.

Ich sag's einfach nochmal (obwohl es von den Vorrednern schon mehrfach angesprochen wurde): Die Stellenbeschreibung ist der Schlüssel! Aus Deinen vielfältigen Erfahrungen solltest Du exakt die (und NUR die!) herausgreifen, die in diesem einen Fall wirklich zählen - die dann dafür aber so konkret und praktisch wie möglich! Um hier noch einmal die "Mathematik" anzusprechen, die bislang jeden hier (including me) irritiert hat: Mathematik beginnt im Grunde da, wo das "Rechnen" aufhört... bei dem Verallgemeinern und Abstrahieren eincher Rechenvorgänge über Formeln, Gleichungssysteme u. ä. Das ist nicht das, was Du meinst... aber was noch viel schlimmer ist: Man könnte es in den von Dir angepeilten Jobs auch gar nicht brauchen! Wenn Du jedoch eine gute Kopfrechnerin bist und das in einem bestimmten Job von Nutzen ist - dann schreib das doch genau so!

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