Rückkehr nach Deutschland: Bewerbung schreiben

Informationen und Fragen zum Bewerbungsablauf, zu einzelnen Elementen der Bewerbungsmappe und zu individuellen Formulierungen. Wie soll eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein? Welche Fakten gehören in ein Anschreiben? Welche Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden?
clody
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Rückkehr nach Deutschland: Bewerbung schreiben

Beitrag von clody » 07.01.2013, 14:37

Hallo zusammen,

ich benötige dringend Hilfe für meinen Einleitungssatz.
Vorab vielleicht erstmal die Hintergründe.

Ich bin in die Schweiz ausgewandert um mich hier beruflich und persönlich zu verändern. Leider bin ich kläglich gescheitert und erwäge es nun, wieder zurück nach Deutschland zu kommen.

Da ich die Bewerbung nun von der Schweiz aus schicke, möchte ich es mit einbringen, warum ich mich aus der Schweiz aus bewerbe.

Oder schreibt man das überhaupt mit in das Bewerbungsanschreiben mit rein?

Jedenfalls sitze ich seit Tagen an den kniffligen Einleitungssatz.
Kann mir da jemand einen Tipp geben, wie ich so einen Fall verfasse?

Danke schon mal im voraus.

Liebe Grüße

GutOderSchlecht
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Beitrag von GutOderSchlecht » 07.01.2013, 14:49

Grundsätzlich würde ich es nicht schreiben. Aber wenn du das ganze schreiben hier reinsetzt, könnte man da vielleicht mehr zu sagen.

clody
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Beitrag von clody » 07.01.2013, 15:16

Wow, das ging ja schnell!

Ja bezüglich des Einleitungssatzes habe ich noch nicht´s drinnen zu stehen. Da ich aber im Lebenslauf die Lücke als "Arbeitssuchend in der Schweiz" reingeschrieben habe, wäre es vielleicht besser dies im Anschreiben zu erklären. Widerrum ist mein Anschreiben schon sehr lang, finde ich.

Okay hier nun mein bisheriges Bewerbungsanschreiben als Personalvermittler/in. Über Berichtigungen oder Tipps bin ich sehr dankbar.

Sehr geehrter Herr/Frau ...,

Seit über 3,5 Jahren war ich nunmehr in der Dienstleistungsbranche tätig und habe enorme Erfahrung im Bereich der Kunden- und Auftraggeberkommunikation.

Während dieser Zeit habe ich es sehr schätzen gelernt in einem Unternehmen zu arbeiten, dessen Arbeitsumfeld von Internationalität, Professionalität, Teamgeist sowie motivierten Mitarbeitern geprägt ist.

Während dieser dreijährigen Ausbildung konnte ich u.a. auch Erfahrungen in der Zeugniserstellung, Ansätze der Mitarbeiterführung, Vorbereitung und Durchführung von Bewerbungsgesprächen, Personalbetreuung, Bewerbermanagement, Teilnahme an Auswahlverfahren und Rekrutierungsmessen sammeln.

Durch meinen Einsatz in der Personalabteilung in der ich circa 1 Jahr tätig war, erwarb ich u.a. gute Kenntnisse im Umgang mit der Software SAP-HR.

Nach meiner Berufsausbildung zur Kauffrau für Dialogmarketing war ich als Service Center Mitarbeiterin tätig. Während dieser Zeit diente ich als Drehscheibe der Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden. Neben der Entgegennahme von Kundenanrufen, führte ich unter anderem auch ausführliche Beratungsgespräche durch. Durch meine sehr gute Kundenorientierung konnte ich somit den Kundenservice und die Kundenzufriedenheit stetig sichern und erhöhen.

Einsatzbereitschaft, Organisationsfähigkeiten, Teamfähigkeit, hohe Auffassungsgabe, strukturiertes und serviceorientiertes Arbeiten, kommunikative Fähigkeiten sowie Kundenorientierung zählen zu den wichtigsten Komponenten für tadellose Abläufe und stellen eine große Stärke von mir dar.

Genau diese Stärken, gepaart mit meinem Fachwissen bringe ich mit und möchte diese in Ihrem Unter-nehmen einbringen, um sowohl am Erfolg Ihres Unternehmens mitzuwirken, als auch, im Hinblick auf meine persönliche Entwicklung, den nächsten Schritt nach vorn zu erreichen.

Vor diesem Hintergrund stellen Sie einen attraktiven Arbeitgeber für mich dar, eine neue und spannende Herausforderung anzunehmen.

Eine Wohnmöglichkeit in ... ist vorhanden, um diesen verantwortungsvollen Job engagiert ausführen zu können.

Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch oder einem Probearbeiten würde ich mich sehr freuen.

GutOderSchlecht
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Beitrag von GutOderSchlecht » 07.01.2013, 18:20

Das würde im letzten Satz raus.
Du freust dich drauf.

Ingesamt fehlt mir irgendwie der Grund, warum du gerade da arbeiten willst. Du schreibst ganz allgemein, dass du gerne mit Int., Prof., etc Leuten zusammenarbeitest.
Warum schreibst du nicht, dass du das an dieser Firma schätzt oder sowas in der Richtung und deshalb gerne dort arbeiten willst.

Dass du in der Schweiz versagt hast (wie du es formuliert hast), würde ich nicht reinnehmen.
Finde es ausreichend, dass du sagst, dass eine Wohnmöglichkeit vorhanden ist.

Es fehlt also eigentlich in der einleutung ein motivierter eingang, warum du gerade jetzt und gerade bei dieser Firma anfangen willst.

clody
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Beitrag von clody » 07.01.2013, 18:39

Danke für die Tipps!!!

In Texte formulieren bin ich total schlecht.

Wäre das eine Variante?

...

Durch meinen Einsatz in der Personalabteilung in der ich circa 1 Jahr tätig war, erwarb ich u.a. gute Kenntnisse im Umgang mit der Software SAP-HR.

Ich interessiere mich für die ausgeschriebene Stelle als Personalvermittler/in, da ich sehr viele Parallelen zu meinem bisherigen Aufgabengebieten sehe und meine vorhandenen Kenntnisse hervorragend in Ihrem Unternehmen anwenden kann.

...

Ist das evtl. persönlicher? Ich möchte diesen Job, da mich die Personalbranche in meiner Ausbildung begeistert hat. Das Bewerbermanagement, Recruiting auf Messen, Bewerberinterviews etc. hat mich einfach fasziniert und diese Kentnisse möchte ich vertiefen.

Aber wie man das ausdrücken soll, sodass der Personaler interessiert ist, ist mir ein Rätsel.[/u]

GutOderSchlecht
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Beitrag von GutOderSchlecht » 07.01.2013, 19:02

hmm irgendwie weiß ich gerade nicht, wo du das bei dir in den Text einbaust.

Ist das evtl. persönlicher? Ich möchte diesen Job, da mich die Personalbranche in meiner Ausbildung begeistert hat. Das Bewerbermanagement, Recruiting auf Messen, Bewerberinterviews etc. hat mich einfach fasziniert und diese Kentnisse möchte ich vertiefen.
Du möchtest nicht, du WILLST ;-)
Schreib diese Sätze einfach mal und druck ihn dir aus. Dann ließ ihn dir alle 1-2 stunden mal durch und überleg wie du ihn noch runder kriegst und schreibe es drunter. (etc. würde ich übrigens nicht benutzen).
So wirst du stück für stück das passenden finden. Am besten auch immer dazu vorstellen, was du alles tolles da machen könntest und wo du freude dran hast.

wenn du dann meinst, das ist es jetzt (und nach 2-4h du immer noch der Meinung bist) kannst du es noch mal hier schreiben und wir gucken noch mal rüber.

clody
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Beitrag von clody » 07.01.2013, 20:30

Jetzt haben wir aneinander vorbei geschrieben :D

Ich meinte eigentlich den Absatz...

Ich interessiere mich für die ausgeschriebene Stelle als Personalvermittler/in, da ich sehr viele Parallelen zu meinem bisherigen Aufgabengebieten sehe und meine vorhandenen Kenntnisse hervorragend in Ihrem Unternehmen anwenden kann.

...

Ob ich den mit einbringen soll, damit es persönlicher wirkt?
Ich weiß auch nicht... :/

RichmondX
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Beitrag von RichmondX » 08.01.2013, 11:26

Warum drehst du den Spieß nicht einfach rum? Was meine ich damit?!

Du schilderst einfach deine positiven Erfahrungen während deines Aufenthaltes in der Schweiz. Ich gebe dir mal ein Beispiel aus meinem Anschreiben:

Während meines Auslandssemesters an der Missouri Southern State University, USA, hat sich bei mir eine starke interkulturelle Kompetenz gebildet, die es mir ermöglicht, mich schnell auf neue Menschen und Situationen einzustellen.


Bzgl. der Schweiz

--> internationale Ausrichtung
--> vll. die interkulturelle Kompetenz mit reinbringen wie bei mir

Ist aus Wikipedia:

Interkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit, mit Individuen und Gruppen anderer Kulturen erfolgreich und angemessen zu interagieren, im engeren Sinne die Fähigkeit zum beidseitig zufriedenstellenden Umgang mit Menschen unterschiedlicher kultureller Orientierung.

--> du zeigst dich flexibel und mobil


usw. Also ich würde die Schweiz zu deinem Vorteil nutzen, sodass wenn das Unternehmen dein Anschreiben liest sagt:

Wow, schau mal der hat sich schon im Ausland durchgesetzt, besitzt international Erfahrung, ist flexibel (mobil) usw.



Was hälst du davon ?

clody
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Beitrag von clody » 08.01.2013, 15:23

Das hört sich echt super an, so habe ich die Sache noch gar nicht gesehen.

Das werde ich auch nehmen. Aber wie schreibe ich das jetzt, dass ich mich wieder in Deutschland orientieren möchte.

...

Während meines Auslandsaufenthalt in der Schweiz, hat sich bei mir eine starke interkulturelle Kompetenz gebildet, die es mir ermöglicht, mich schnell auf neue Menschen und Situationen einzustellen.

Nun suche ich noch den Satz, warum ich wieder nach Deutschland möchte.

...

Hier noch mal das Anschreiben! Was meinst du, passt deine Idee in den Absatz dort rein?

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Sehr geehrte Damen und Herren,

Seit über 3,5 Jahren war ich nunmehr in der Dienstleistungsbranche tätig und habe enorme Erfahrung im Bereich der Kunden- und Auftraggeberkommunikation. Während dieser Zeit habe ich es sehr schätzen gelernt in einem Unternehmen zu arbeiten, dessen Arbeitsumfeld von Internationalität, Professionalität, Teamgeist sowie motivierten Mitarbeitern geprägt ist.

Während dieser dreijährigen Ausbildung konnte ich u.a. auch Erfahrungen in der Zeugniserstellung, Ansätze der Mitarbeiterführung, Vorbereitung und Durchführung von Bewerbungsgesprächen, Personalbetreuung, Bewerbermanagement, Teilnahme an Auswahlverfahren und Rekrutierungsmessen sammeln.

Nach meiner Berufsausbildung zur Kauffrau für Dialogmarketing war ich als Service Center Mitarbeiterin tätig. Während dieser Zeit diente ich als Drehscheibe der Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden. Neben der Entgegennahme von Kundenanrufen, führte ich unter anderem auch ausführliche Beratungsgespräche durch.

Ich interessiere mich für die ausgeschriebene Stelle als Personalvermittler/in, da ich sehr viele Parallelen zu meinem bisherigen Aufgabengebieten sehe und meine vorhandenen Kenntnisse hervorragend in Ihrem Unternehmen anwenden kann.

Während meines Auslandsaufenthalts in der Schweiz, hat sich bei mir eine starke interkulturelle Kompetenz gebildet, die es mir ermöglicht, mich schnell auf neue Menschen und Situationen einzustellen.

Einsatzbereitschaft, Organisationsfähigkeiten, Teamfähigkeit, hohe Auffassungsgabe, strukturiertes und serviceorientiertes Arbeiten, kommunikative Fähigkeiten sowie Kundenorientierung zählen zu den wich-tigsten Komponenten für tadellose Abläufe und stellen eine große Stärke von mir dar.

Genau diese Stärken, gepaart mit meinem Fachwissen bringe ich mit und möchte diese in Ihrem Unternehmen einbringen, um sowohl am Erfolg Ihres Unternehmens mitzuwirken, als auch, im Hinblick auf meine persönliche Entwicklung, den nächsten Schritt nach vorn zu erreichen.

Eine Wohnmöglichkeit in ... ist vorhanden, um diese verantwortungsvolle Stelle engagiert ausführen zu können. Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch oder einem Probearbeiten stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

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Meinst du nicht auch, dass zu dem Satz mit dem Auslandsaufenthalt noch der Grund bzw. der Punkt fehlt warum man sich jetzt für Deutschland und gerade der Firma entscheidet? Ich will die Stelle unbedingt!

Kannst du mir da vielleicht noch einen Tipp geben?
Ich finde auch, dass das Anschreiben jetzt extrem lang ist. Kannst du mir da Tipps geben, wo ich es abkürzen kann?

Vielen Dank schon mal im Voraus für die guten Tipps![/i]

clody
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Beitrag von clody » 08.01.2013, 15:28

Hier noch die Stellenbeschreibung, wenn das vielleicht auch hilft.

Ihre Aufgaben:

- Betreuung unserer Bestandsfirmenkunden
- Anzeigenmanagement
- Bewerbersuche/Vorauswahl
- Vorbereitung und Durchführung von Bewerbungsgesprächen


Ihr Profil:

- erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung
- Kommunikationsstärke
- gute Allgemeinbildung
- teamorientierte Persönlichkeit
- fundierte Kenntnisse MS-Office Palette
- gutes Organisationsvermögen

RichmondX
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Beitrag von RichmondX » 08.01.2013, 16:07

Es gibt ein paar Grundregeln für ein Anschreiben, die du durchweg erfüllst. Jedoch fehlt mir z.B. ein Einleitungssatz.

Das hebt dich jetzt aber nicht von anderen Bewerbern ab. Ich hatte letztens erst ein Vorstellungsgespräch da wurde mir gesagt das sich auf die
Stellenausschreibung insgesamt 60 Bewerber hatten. Es wurden aber nur drei eingeladen inklusive mir.

So nun stellt sich die Frage: Warum hat das Unternehmen mich ausgewählt? Da gibt es natürlich viele Gründe

--> eines ist aber auch das Anschreiben.

Nun musst du dir die Frage stellen? Würde mich die Firma einladen "nur" anhand des Anschreibens und zur Folge den Großteil an Bewerbern (>90%) absagen.


Ich bin kein Personaler, aber bei deinem Anschreiben fehlt mir absolut der rote Faden. Es ließt sich nicht flüssig und wirkt wenig durchdacht. Des Weiteren benutzt du zu oft "einfache Sätze" und es sind Grammatikfehler vorhanden.

Nur weil du jetzt meinen Satz einfügst, wird das nicht besser. Es muss schlüssig von Anfang bis Ende sein. Dazu ein hohes Sprachniveau und keine Grammatikfehler enthalten.


Wenn ich dir jetzt helfen würde, bräuchte ich mindestens einen kompletten Tag für das Anschreiben. Leider fehlt mir die Zeit da ich in Prüfungsvorbereitung bin. Ich kann dir nur mal anbieten dir per e-mail mein Anschreiben zu schicken, dann siehst du mal wie ein "sehr gutes" Anschreiben aussieht.


P.S. Manchmal benötigt man auch nicht das perfekte Anschreiben. Es kommt immer auf das Niveau des Jobs an. Damit will ich sagen ich kann den Job für den du dich bewerben willst nicht einschätzen. Ich habe mich jetzt immer bei OEM's in der Forschung/Entwicklung beworben, hierfür ist für eine Einladung eine perfektes Anschreiben notwendig.

clody
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Beitrag von clody » 08.01.2013, 16:50

Ja und das finde ich auch, dass der rote Faden in der ganzen Sache fehlt.

Naja ich werde mal noch ein bisschen rumexperimentieren...danke trotzdem für die Tipps!

thommy83
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Formulierung Jobwechsel, nach kurzer Zeit zurück ins Ausland

Beitrag von thommy83 » 04.10.2013, 11:22

Hallo liebes Forum,

dies ist mein erster Beitrag hier und ich hoffe, ihr könnt mir helfen.

Kurz zu meiner Situation. Ich bin Ingenieur im Bereich Flugzeugantriebe und ich bin direkt nach meinem Master-Abschluss in Deutschland für vier Jahre zu einem mittelständischen Unternehmen nach Großbritannien gegangen, da ich dort einen sehr guten Einstiegsjob bekommen habe und auch sehr gerne in Großbritannien leben wollte.

Die vier Jahre waren sehr gut, nur leider hat meine britische Firma ein großes Projekt verloren, sodass ich nicht lange zögerte, als mir eine Firma in Deutschland ein gutes Angebot machte. Ich plante, langfristig in Deutschland zu bleiben, evtl. eine Wohnung zu kaufen etc., vorausgesetzt natürlich, der Job ist gut.

Nun ist meine Arbeit wirklich nicht schlecht, ich habe eine verantwortungsvolle Aufgabe und auch so genieße ich schon die Vorzüge eines deutschen Unternehmens, sprich Bezahlung, Urlaub, Arbeitszeiten.

Trotzdem bemerke ich mehr und mehr, dass ich nicht mehr in Deutschland leben möchte. Es sind so viele kleine Dinge, die zusammen kommen und ich fühle mich hier einfach nicht mehr zu Hause. Ich hätte nie gedacht, dass das passieren wird, denn ich habe mein ganzes Leben lang hier gelebt. Und nun merke ich erst, da ich in einem anderen Land war und wieder zurück bin, dass ich mir meine Zukunft hier nicht mehr vorstellen kann. Ich weiß, dass Deutschland in vielen Hinsichten "besser" ist, aber ich habe mit der Insel irgendwie meine neue Heimat gefunden.

Nun ja, ich habe mich damit abgefunden, erst mal für weitere 2 Jahre in Deutschland zu bleiben, da es wohl im Lebenslauf sehr komisch aussehen würde, wenn ich nach so kurzer Zeit wieder zurück nach GB gehen würde.

Jetzt wurde aber gestern eine Stelle bei meinem Traumunternehmen in GB veröffentlicht (ich halte das Karriereportal der Firma schon seit Jahren im Blick, in der Hoffnung, eine passende Stelle für mich zu finden, da es einfach mein Traum wäre, für diese Firma zu arbeiten), die zu 100% meinen Fähigkeiten und meiner Erfahrung entspricht und ich finde mich in der Stellenbeschreibung 1:1 wieder. Daher würde ich mich sehr gerne bewerben.

Ich möchte auch auf jeden Fall eine langfristige Karriere aufbauen und auf Dauer in Großbritannien leben.

Nur weiß ich nicht, wie ich das irgendwie kurz verständlich und nicht all zu abschreckend in meinem Anschreiben erklären kann. Es geht mir nicht um die englische Formulierung, das bekomme ich hin.

Ich wäre für jede Hilfe sehr dankbar.
Zuletzt geändert von thommy83 am 13.12.2013, 10:10, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von FRAGEN » 04.10.2013, 15:55

Ich glaube, ich würde das genau so schreiben. Für mich zumindest klingt die ganze Geschichte positiv, spannend und nach Wahrheit... immer getreu dem Motto "Leben ist das, was passiert, während Du Deine Pläne machst..."... ;-)

Du solltest nur gucken, dass Du mit dieser Story nicht mehr als maximal ein Drittel des Anschreibens füllst, damit Du noch genügend Platz für Deine fachlichen Argumente und Zukunftsvorstellungen hast. Aber im Prinzip scheinen mir hier alle Voraussetzungen für eine herausragende Bewerbung gegeben zu sein. Personaler lieben echte Stories zwischen all der Dummschwätzerei, die sie den ganzen Tag lang lesen müssen... ;-)

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Beitrag von thommy83 » 09.10.2013, 16:08

Vielen Dank für deine Antwort. Du konntest mich damit doch sehr bestärken und die Bewerbung habe ich rausgeschickt. Jetzt heißt es Daumen drücken :)

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Beitrag von thommy83 » 31.10.2013, 12:28

Ich wollte nur kurz loswerden, dass ich heute eine E-Mail auf meine Bewerbung hin bekommen habe und zu einem Online-Test (das ist in Großbritannien bei großen Firmen üblich) eingeladen wurde. :lol:

Ich freue mich. Die erste Hürde ist damit immerhin genommen und es kam in der Bewerbung wohl doch nicht so schlecht rüber, dass ich wieder zurück will.

Nun warte ich mit Spannung, wie es weiter geht, und ich werde hier wieder posten, sobald es Neuigkeiten gibt.

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Beitrag von thommy83 » 06.11.2013, 01:46

Update: Den Online-Test habe ich bestanden und heute fand ein Telefon-Interview mit meinem möglichen neuen Chef statt. Das Interview war richtig, richtig gut und mein Gesprächspartner hat mir gleich zugesichert, dass ich zum Assessment Centre eingeladen werde. Und schwupps, hatte ich auch schon die Einladung dazu im Postfach. In 1,5 Wochen ist es soweit, bitte drückt mir die Daumen! Ich halte euch weiterhin auf dem Laufenden – vorausgesetzt, es interessiert hier überhaupt jemanden ;)

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 06.11.2013, 17:45

Mach mal. Es ist immer frustrierend, dass man nie hört, wie es den Leuten weiter ergangen ist.

thommy83
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Beitrag von thommy83 » 26.11.2013, 08:32

Ich wollte euch nur kurz mitteilen, dass es bei mir mit der Stelle geklappt hat. Ich bin richtig happy, nächstes Jahr geht es für mich also wieder zurück. :D

Swoop
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Anschreiben: Arbeitslosigkeit im Ausland

Beitrag von Swoop » 16.12.2013, 15:21

Liebe Mitglieder,

es geht um Folgendes: Ende 2012 habe ich meinen Job gekündigt und bin zu meinem Partner ins Ausland gezogen. In dem Land herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit und nach zahlreichen (erfolglosen) Bewerbungsgesprächen vor &während meines Aufenthalts haben wir uns Ende 2013 entschieden, dass ich wieder zurück nach Deutschland gehe und mich hier um eine Stelle bewerbe.

Im März 2013 hab ich mich noch für ein berufsbegleitendes Fernstudium eingeschrieben. Jetzt habe ich ein Problem mit meinem Anschreiben. Wie kann ich die Arbeitslosigkeit "verpacken", ohne dass ich als "faul" oder "unmotiviert" abgestempelt werde? Schließlich war ich ein Jahr ohne Job und weiß um die Vorurteile gegenüer Arbeitslosen. Sollte ich erwähnen, dass ich aus privaten Gründen ins Ausland gegangen bin?

In meinem jetzigen Entwurf habe ich meine Situation wie folgt verpackt:
[...]

Um mein Wissen in der Betriebswirtschaftslehre auszubauen, habe ich mich für einen entsprechenden Fachstudiengang an der FernUniversität in Hagen eingeschrieben. Mein Studienschwerpunkt liegt im Marketing und ich möchte mich in diesem Bereich beruflich verwirklichen.

Meine bisherigen Tätigkeiten waren sehr vielseitig. Ihr Unternehmen wird daher von meiner schnellen Auffassungsfähigkeit, strategischen Denkweise und Zielstrebigkeit profitieren. Das MS-Office Paket ist mir durch die alltägliche Anwendung vertraut und ich besitze außerdem Grundkenntnisse in den Analyseprogrammen SPSS sowie SAP R/3. Ich habe Freude am Umgang mit Menschen und möchte in einem Team arbeiten, das sich auf mich verlassen kann."

[...].

Was sollte ich an meiner Stelle im Anschreiben erwähnen, wenn es eben um meine Arbeitslosigkeit geht? Was soll ich erwähnen, worauf kommt es in meiner Situation am meisten an?

Ich bin Euch für Eure Ratschläge sehr dankbar

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 16.12.2013, 19:41

Sagen wir mal so, je nachdem wo dieses Ausland liegt, läufst du Gefahr für blauäugig gehalten zu werden, so nach dem Motto, dass du zu den Leuten gehörst, die in ein Urlaubsland ziehen, um da zu arbeiten, wo andere Urlaub machen. Dies gilt im Augenblick insbesondere für Spanien und Griechenland. Das gilt es natürlich sehr gut zu verpacken, dass du ins Ausland gegangen bist. Irland wäre da - obwohl die ökonomische Situation ähnlich bescheiden ist, wie in Spanien, Portugal oder Griechenland glaubhafter um nicht als "an eigener Blauäugigkeit gescheitert" durchzugehen.

Was dich gewissermaßen rettet, das ist dein Fernstudium. Insofern wäre zu fragen, ob es nicht sinnvoll wäre, aus dem Fernstudium ein Vollzeitstudium zu machen, statt dich zu bewerben.

Swoop
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Beitrag von Swoop » 17.12.2013, 09:25

Danke für die ehrliche Antwort, ich weiß allerdings immer noch nicht, wie ich meine Situation erwähnen soll.

Ich besitze auch die Staatsangehörgkeit des Landes, das übrigens kein typisches deutsches Auswanderungsziel ist und spreche ferner die Landessprache. Es ging wirklich darum, mit meinem Partner hier eine gemeinsame Zukunft aufzubauen, was aber nicht geklappt hat, da ich eben keine Stelle gefunden habe und ich deswegen wieder zurück nach Deutschland gehe.

Was mein Studium betrifft: es ist ein berufsbegleitender Studiengang, aus dem ich kein Vollzeitstudium machen kann. Außerdem bin ich bereits 33 Jahre halt, habe bereits ein Diplom in der Tasche und möchte einfach nur wieder beruflch Fuß fassen.

Wenn man mir ein paar Tipps geben kann, wie ich meine Situation im Anschreiben vorteilhaft verpacken sollte, wäre ich wirklich dankbar.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 17.12.2013, 16:29

"eingeschrieben" und "verwirklichen" sind schon mal keine gute Wortwahl.

Aber davon ab: was hast du denn sonst bisher beruflich gemacht, außer studieren und im Ausland gewesen zu sein?

Wenn du keinen lückenlosen bzw. aufbauenden Lebenslauf hast, dann ist es sowieso nicht sinnvoll, im Anschreiben auf jeden Zeitraum explizit einzugehen. Konzentriere dich auf das, was du kannst (hier: besondere Fremdsprachenkenntnisse) und bewirb dich bei AG, wo du dieses Können einsetzen kannst. Um was für Stellen bewirbst du dich jetzt?

Swoop
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Beitrag von Swoop » 18.12.2013, 15:51

Danke Dir, Romanum!
Was Bewerbungen auf Deutsch angeht, bin ich leider völlig aus der Übung.

Ich habe knapp 5 Jahre in der Konsumforschung (Datenauswertung/Datenanalyse) gearbeitet und möchte ich Richtung Marketing gehen. Bis zum Wochenende werde ich mein Anschreiben anfertigen und hier reinstellen, mein Anliegen lässt sich damit sicherlich besser besprechen.

punki
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Registriert: 22.02.2011, 17:16

Rückkehr nach D aus EU-Ausland

Beitrag von punki » 24.01.2016, 19:26

Im Anschreiben möchte ich explizit erwähnen, dass ich als Auslandsdeutscher zurück nach D möchte. Wie könnte man das formulieren?
Als Auslandsdeutscher ist meine Bereitschaft umso größer, für diese interessante Tätigkeit in die Heimat meiner Eltern zurückzukehren, um in Deutschland ansässig zu werden.
oder
Als Auslandsdeutscher bin ich umso mehr gern bereit, für diese interessante Tätigkeit in die Heimat meiner Eltern zurückzukehren, um in Deutschland ansässig zu werden.
Was meint ihr?

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