Sachbearbeiterin/Telefonistin Bewertung Zeugnis

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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TineTine
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Sachbearbeiterin/Telefonistin Bewertung Zeugnis

Beitrag von TineTine » 18.05.2010, 10:37

Guten Morgen,

ich bräuchte bitte mal Hilfe bei der Übersetzung eines Zeugnisses. Auf den ersten Blick hört es sich gar nicht so schlecht an, aber mein "Bauchgefühl" schimpft ununterbrochen rum...

Frau XXX hier kommen Angaben zu meiner Person (geb. am, Adr. usw) war vom xx.xx.xx bis xx.xx.xx in meinem Unternehmen XXXXXXX als Sachbearbeiterin/Telefonistin tätig.

Nach kurzer Einarbeitungszeit übernahm Fr xxx die Telefonzentrale und wurde in alle anfallenden Büroarbeiten der ambulanten Pflege eingewiesen. Mit der Zeit wurde ihr Aufgabengebiet ständig erweitert.
Zu Ihren Hauptaufgaben gehörten: sämtliche Schreib- und Registraturarbeiten sowie selbständige Korrespondenz, Verwaltung der Patientenakten, Instandhaltung der elekt. Geräte, Postein-/ausgang, Überwachung der Lagerbestände, Buchführung und laufende Bürotätigkeiten.

Zusätzliche entlastete sie im übrigen die Pflegeleitungskräfte sehr wirksam bei der Koordination und Organisation der häuslichen Krankenpflege, wobei außerordentliche Flexibilität und Organisationstalent von Nöten war. Dies beinhaltet auch die Einsatzplanung der Mitarbeiter.

Frau XXXXXX arbeitet sich schnell und mit Freude in neue Aufgabengebiete ein. Sie besitzt gute fachliche Fähigkeiten und Kenntnisse in der Verwaltungsarbeit. In vertraulichen Angelegenheiten erwies sie sich als absolut verschwiegen.

Ihr Aufgaben erledigte sie mit lobenswertem Fleiß, außerst sorgfältig, zuverlässig, sicher, selbständig und verantwortungsbewußt stets zu meiner vollsten Zufriedenheit. Ihre Arbeit erfüllte sie stets mit überdurchschnittlicher Arbeitsleistung. Frau XXXX war stets bereit, auch zusätzliche Aufgaben außerhalb ihres eigentlichen Aufgabengebietes zu übernehmen.

Die Führung von Frau XXXX war jederzeit einwandfrei, sie gab mir zur Beanstandungen niemals Anlaß. Wegen ihrer freundlichen, gewissenhaften und hilfsbereiten Art war Frau XXXX bei Vorgesetzten und Kollegen gleichermaßen beliebt.

Ich danke Frau xxx für ihren vorbildlichen Einsatz und wünsche ihr für ihren künftigen Lebensweg viel Glück und Erfolg.



Also, die Kündigung war, wie es so schön heißt "betriebsbedingt"... Wurde mit keinem Wort erwähnt, ist das dann automatisch ein "Negativ Vermerk"?! bzw, auch, dass kein Bedauern erwähnt wurde??.... Ich wäre einfach sehr dankbar, wenn mir jemand etwas dazu sagen könnte.

schon mal vielen Dank und
viele Grüße
TineTine, neu hier im Forum

Globetrotter
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Beitrag von Globetrotter » 18.05.2010, 13:44

Stellenweise ist das Zeugnis etwas umständlich formuliert. Der Tenor des Zeugnisses ist aber durchweg positiv, allerdings fällt die Schlussformulierung etwas knapp aus, ist jetzt aber nicht als negativ zu werten, da wie gesagt, der Gesamteindruck des Zeugnisses sehr positiv ist. Hätte man aber (meiner Meinung nach) ruhig etwas mehr schreiben können um den positiven Gesamteindruck des Zeugnisses abzurunden.

Formulierungsvorschlag:
Aus betriebsbedingten Gründen endet das Arbeitsverhältnis am ... Ich bedaure diese Entwicklung sehr, da ich mit Frau X eine sehr gute Mitarbeiterin verliere. Ich danke ihr für ihre geleistete Arbeit und wünsche ihr für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.

derReisswolf
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Beitrag von derReisswolf » 18.05.2010, 15:34

TineTine, der hie eingestellte Zeugnistext mutet fast schon umgangssprachlich bzw. in Klartext geschrieben an, er ist wohl wörtlich zu nehmen. Da es sich wohl um eine Kleinunternehmen handelt würde ich ihn als als authentisch bezeichnen...

TineTine
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Beitrag von TineTine » 18.05.2010, 17:26

@derReisswolf
ich würde mal behaupten, klar erkannt.... Ganz kleines Unternehmen, Chef, der sein "erstes eigenes" Zeugnis geschrieben hat und er hat es bestimmt gut machen wollen... Ohne Frage... Aber bedeutet authentisch denn auch, dass das JEDER Personaler auch als das erkennt und sich nicht wundert??...

Ich denke, den Tip von Globetrotter (@..Danke !!) werde ich beherzigen und versuchen, den letzten Satz ein wenig umformulieren zu lassen... Wobei Ex-Chef schon "gemault" hatte..., denn genau so eine Formulierung hatte ich ihm schon mal geschickt als Tip für einenSchlußsatz.. Er meint aber nun, dass dann direkt jeder denkt, er sei pleite.....

Was liest man aus einem "betriebsbedingter Kündigung" denn eigentlich heraus? Ist das tatsächlich die allgemein gültige Formulierung für eine drohende Insolvenz o.ä.?!... Oder kann ich versuchen, meinem Ex-Chef diese Formulierung irgendwie "schmackhaft" zu machen????

Globetrotter
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Beitrag von Globetrotter » 19.05.2010, 01:12

Ein wesentlicher Punkt der Schlussformulierung besteht darin, von wessen Seite das Arbeitsverhältnis beendet wurde. Wenn dein Chef Probleme mit der Formulierung "Ausscheiden aus betriebsbedingten Gründen" hat (ein Zeugnis unterliegt im Übrigen dem Grundsatz der Wahrheitspflicht) gäbe es noch die Alternative, dass das Arbeitsverhältnis von deiner Seite beendet wurde. Dann solltest Du allerdings darauf achten, dass dein Ausscheiden ausdrücklich bedauert wird, da ansonsten der Eindruck entsteht das der AG die Beendigung des Arbeitsverhältnisses ebenfalls wünschte. Würde also einen denkbar schlechten Eindruck vermitteln.

Vorschlag:
Frau X scheidet auf eigenen Wunsch aus meinem Betrieb aus. Ich bedaure ihre Entscheidung sehr, da ich mit Frau X eine sehr gute ... (siehe Vorschlag oben)

derReisswolf
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Beitrag von derReisswolf » 19.05.2010, 09:17

Tine, dafür dass JEDER Leser dein Zeugnis als gut einordnen wird möchte ich meine Hand nicht ins Feuer legen, auch nicht nach der sicherlich sinnvollen Änderung der Schlussformulierung gemäß Globetrotters erstem Vorschlag. Dazu jedoch dein Ausscheiden unwahrheitsgemäß als Eigenkündigung zu verkaufen ist, insbesondere wenn keine Folgeanstellung vorliegt, ist dringend abzuraten.

Wenn du hier auf Nummer Sicher gehen möchtest dann hole dir das OK deines ExChefs für das Einreichen eines extern Erstellten Zeugnistextes und wende dich an einen auf das Erstellen von Arbeitszeugnissen spezialisierten Ghostwriter, er kann dir ein fachgerecht und in gängiger Schreibweise verfasstes, deine gute Arbeitsweise und -Leistung in angemessener Weise würdigendes Zeugnis zur Verfügung stellen.

TineTine
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Beitrag von TineTine » 19.05.2010, 09:41

Tja, schwierige Sache... Ich werde erst einmal um Änderung des Schlusstextes bitten. Da ich nicht vorhabe, mich in Management Etagen zu bewerben, denke ich, dass das Zeugnis so eigentlich ganz gut ist...
Ich habe ja schon einige Jahre "auf dem Buckel" und diverse Zeugnisse erhalten. Da ich auch schon diverse Mal bei kleineren Firmen gearbeitet habe, sehen mehre so in etwa aus, wie dieses hier... (damals gab es solche Foren noch nicht... :? ) und bisher war das eigentlich kein Problem....

Ach ja, ich hätte auch niemals so etwas wie "auf eigenen Wunsch" akzeptiert, denn es entspricht einfach nicht der Wahrheit... Ausserdem gäbe es dann auch Schwierigkeiten mit dem AA, und ehrlich, wer wäre in der heutigen Zeit so unschlau, seinen Job zu kündigen, wenn er keinen Neuen hat. Aber das nur ganz nebenbei...

derReisswolf
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Beitrag von derReisswolf » 19.05.2010, 10:13

Hallo Tine,
TineTine hat geschrieben:Tja, schwierige Sache... Ich werde erst einmal um Änderung des Schlusstextes bitten. Da ich nicht vorhabe, mich in Management Etagen zu bewerben, denke ich, dass das Zeugnis so eigentlich ganz gut ist...
Ich habe ja schon einige Jahre "auf dem Buckel" und diverse Zeugnisse erhalten. Da ich auch schon diverse Mal bei kleineren Firmen gearbeitet habe, sehen mehre so in etwa aus, wie dieses hier... (damals gab es solche Foren noch nicht... :? ) und bisher war das eigentlich kein Problem....

Ach ja, ich hätte auch niemals so etwas wie "auf eigenen Wunsch" akzeptiert, denn es entspricht einfach nicht der Wahrheit... Ausserdem gäbe es dann auch Schwierigkeiten mit dem AA, und ehrlich, wer wäre in der heutigen Zeit so unschlau, seinen Job zu kündigen, wenn er keinen Neuen hat. Aber das nur ganz nebenbei...
... richtig Tine, alleine darum sollte dein Ausscheiden nicht als Arbeitnehmerkündigung definiert werden.

TineTine
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Beitrag von TineTine » 23.05.2010, 00:23

Ich habe mich da nochmal ein wenig reingehängt und versucht, meinem ExChef das "betriebsbedingt" abzuringen....
Zitat:
Ich hatte extra nicht reingeschrieben, wie das Arbeitsverhältnis aufgelöst wurde, diese Formulierung (nicht Formulierung) wird dafür genützt, wenn der AN kündigen wollte, man sich aber so einigt, damit AN Geld vom Amt bekommt…
Und nach nochmaliger Frage nach Erklärung, weil ich definitiv nicht kündigen wollte..:
Zitat:
Wenn man es „offen“ lässt, heisst es soviel, dass der AN aus was für Gründen auch immer, sich gerne trennen wollte… dies ist positiv zu sehen, weil dort nicht steht, dass der AG sich trennen wollte… man hat sich gut verstanden und deshalb diese Lösung gewählt

Jetzt sei mal völlig dahin gestellt, was man von dieser Begründung hält...
Meine Frage ist, ob dem denn tatsächlich so ist... also, wenn kein Kündigungsgrund drin steht, dass das im allgemeinen als positiv angesehen wird?? Kann doch nicht sein, oder vertue ich mich da???
Oder ist das diese Art von Fehlinfos, die man immer mal wieder findet, wenn man sich auf den "falschen" Internetseiten rumtreibt????

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