Schwangerschaft/Beschäftigungsverbot im Arbeitszeugnis

Fragen zu Zeugnissen und Nachweisen: Müssen alle bisherigen Zeugnisse mitgeschickt werden? Welche Nachweise sind wichtig? Wie müssen die Zeugnisse geordnet werden?
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HorusTheSG
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Schwangerschaft/Beschäftigungsverbot im Arbeitszeugnis

Beitrag von HorusTheSG » 07.02.2016, 18:47

Hallo zusammen

Meine Frau hat ihr Arbeitszeugnis erhalten und ich würde es gerne bewerten lassen. Hier ein paar Angaben:
- Zahnarztpraxis mit 3 Zahnärzten (Vater und Söhne) und ca . 15 Helferinen
- Tätigkeit: Zahnmedizinische Fachangestellte
- Unterzeichner: alle Zahnärzte
- befristeter Arbeitsvertrag (1 Jahr)
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Zeugnis

Frau ..., geboren am ...., war vom 06.10.2014 bis zum 11.02.2015 als ausgebildete zahnmedizinische Fachangestellte in unserer Praxis tätig. Danach erfolgte ein Beschäftigungsverbot aufgrund einer Schwangerschaft.

Zu ihrem Aufgabengebiet gehörten:

- die Assistenz in der zahnärztlichen Behandlung und deren Leistungsdokumentation
- die Durchführung verschiedener Röntgenaufnahmetechniken
- die Entfernung von Zahnstein
- Sterilisations- und Desinfektionsmaßnahmen
- Abdrucknahmen
- die Anfertigung von Provisorien
- ggf. der Empfang von Patienten und Aufnahme von Personalien

Diese Arbeiten erledigte sie stets zu unserer vollen Zufriedenheit und mit Sorgfalt und Umsicht.

Frau ... war engagiert, zuverlässig und pflichtbewusst und erledigte ihre Aufgaben auch in Belastungssituationen selbstständig.

Sie wurde aufgrund ihres freundlichen Wesens von den Zahnärzten, dem Praxisteam und unseren Patienten sehr geschätzt.


Wir bedanken uns für ihre Mitarbeit und wünschen ihr für die private und berufliche Zukunft alles Gute.

Ort, Datum

Unterschriften

Globetrotter
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Beitrag von Globetrotter » 14.02.2016, 18:53

Danach erfolgte ein Beschäftigungsverbot aufgrund einer Schwangerschaft.

Soll das heißen, dass man deine Frau aufgrund der Schwangerschaft entlassen hat???? Bin jetzt zwar nicht aus der Medizinischenbranche, aber ich glaube diese "Begründung" lässt sich nicht mit gültigem Arbeitsrecht vereinbaren?! Kann und sollte, meiner Meinung nach, so nicht stehen bleiben. Falls dem tatsächlich so gewesen sein sollte, würde ich hier einen Gang zum Fachanwalt empfehlen.

Falls deine Abschrift des Arbeitszeugnisses komplett ist, Du also nichts weggelassen hast, denn ein Zeugnis kann nur als Ganzes bewertet werden. Dann ist auffallend, dass das Zeugnis zum einen relativ knapp und kühl formuliert ist, der erfahrenen Zeugnisleser könnte hieraus schließen, dass das Verhältnis zwischen AG und AN nicht das Beste gewesen ist.

Auch ist nicht ersichtlich ob es sich hier um ein befristetes Arbeitsverhältnis gehandelt hat oder nicht, denn ansonsten wäre ein 6 monatiges Beschäftigungsverhältnis schon recht kurz und würde die Aussage im obigen Absatz bekräftigen.

In der Schlussformel fällt auf, das der Mitarbeiterin zwar für ihre Arbeit gedankt wird, ihr Ausscheiden aber nicht bedauert wird. Was wiederum Rückschlüsse auf Differenzen zwischen AG & AN vermuten lässt, bzw. auf eine unzureichende Arbeitsleistung - wie bereits oben erwähnt, wird hier nochmals bestätigt.

Ich würde empfehlen hier nochmals um eine Nachbearbeitung, bzw. Umformulierung zu bitten. Vor allem bezüglich des Berufsverbots wegen Schwangerschaft, das wirkt schon irgendwie als ob man "froh" ist die Mitarbeiterin los zu sein, vor allem mit der kurzen und knappen Formulierung allgemein, und dem fehlenden Bedauern über das Ausscheiden, was das Ganze noch bekräftigt.

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