Schwierigkeiten mit der Chronologie bei Berufspraxis

Fragen zum Lebenslauf: Wie sieht ein tabellarischer Lebenslauf und wie ein handschriftlicher Lebenslauf aus? Welche Daten müssen unbedingt in den Lebenslauf und welche nicht?
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zoolander
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Schwierigkeiten mit der Chronologie bei Berufspraxis

Beitrag von zoolander » 04.07.2018, 14:49

Hallo Forum!

Mein Lebenslauf sieht grob gegliedert folgendermaßen aus:

Punkt 1: Studium

Punkt 2: Sämtliche Dinge, die mit praktischen Tätigkeiten meines Berufsfeldes zu tun haben.
Seit zwei Jahren bin ich in diesem Bereich auch selbstständig tätig - und das geht in der Chronologie momentan noch unter und erweckt den Eindruck, dass ich seit meinem Studienabschluss nichts in dem Bereich gemacht habe. :(

04/ 2014 - 09/ 2015 Teilnahme an Workshop xy

seit 04/ 2014 - Wiederholtes Engagemant als xy (Aufzählung der Auftraggeber folgt)

10/ 2012 - 10/ 2013 Ausübung von xy

seit 06/ 2012 - Freiberufliche Tätigkeit als xy (unter diesen Punkt soll auch noch die autodidaktische Weiterbildung durch Fachliteratur kommen, man interessiert sich ja für sein Berrufsfeld)

Jetzt befürchte ich, dass beim Überfliegen offen bleibt, was der Typ seit Ende 2015 gemacht hat, da dieser Hinweis in der Mitte der Auflistung steht. Da chronologisch aufgebaut, seh ich auf Anhieb aber keinen Weg, wie ich das mehr in den Fokus bringen kann...

Eine Idee wäre, die Tätigkeit vorzudatieren, also erst z.B. an 02/ 2015 aufzuführen, damit sie an erster Stelle steht.

Hat jemand hier einen guten Tipp?

Viele Grüße
zoolander

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 04.07.2018, 17:05

Ich habe die Berufstätigkeiten in meinem LL in gegenwärtige und vergangene Berufstätigkeiten unterteilt. Wäre das für dich eine Lösung?

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zoolander
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Beitrag von zoolander » 04.07.2018, 20:45

Der Ansatz ist nicht schlecht, aber ich bekomm es nicht so recht unter.
Dafür ist mein Lebenslauf zu kompliziert und nicht linear.
Da ich meinen Studiengang nach längerer Zeit komplett gewechselt habe, kannst Du dir meinen LL so vorstellen:

1. Persönliche Angaben

2. Studium im Bereich (das abgeschlossene Studium)

3. Praxis im Bereich (des abgeschlossenen Studiums)

4. Schule, Studium (vor dem Wechsel nach einigen Semestern, komplett andere Sache)

5. Technische Kenntnisse (in Bezug auf den Umgang mit Equipment, mit dem man es in dem Berufsbild zu tun hat)

6. EDV Kenntnisse (spezielle Software, Word - das übliche eben)

7. Sprachkenntnisse

8. Erwerbstätigkeiten (absolut nur Jobs, die zur Finanzierung des Studiums gedient haben)

9. Freizeit (kreativer Bereich, hab ich drin, da er gut zum Stellenwunsch passt)

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 04.07.2018, 21:34

Sortier das doch mal um:

1. Persönliche Angaben

2. Aktuelle Berufstätigkeit

3. Vergangene Berufstätigkeit
(natürlich auch die Jobs zur Studienfinanzierung [ggf. auch unter Praktika aufführen, Überschrift dann aber erweitern])

4. Studium
(auch das abgebrochene Studium)

5. Praktika

6. Schulbildung

7. Technische Kenntnisse

8. EDV-Kenntnisse

9. Sprachkenntnisse

0. Hobbies/Engagement

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zoolander
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Beitrag von zoolander » 04.07.2018, 23:18

Danke dir erneut für´s Feedback!

Ich denke ich muss etwas mehr zum Hintergrund erzählen:

Ich bin seit 1,5 Jahren auf Jobsuche und arbeite zwar selbstständig in dem Bereich, der "Durchbruch" zur Finanzierung bleibt aber aus. Den letzten (und aktuellsten Job, der mich einigermaßen über Wasser hält) will ich im LL nicht erwähnen. Das ist ein Job, der a) dermaßen weit von meinem Berufsziel entfernt ist, dass jeder Personaler in dem Bereich den Kopf schütteln würde und b) müsste ich mir die Frage stellen lassen, warum ich das mache, wenn ich doch "höhere" (bitte richtig verstehen) Ziele hätte.
Ich baue auch darauf, dass sich der Leser meiner Mappe/ Mail meine Arbeitsproben ansieht.

Mit der klaren Trennung der beiden Studienrichtungen habe ich in meinem LL klargemacht, dass diese Zeit zwar eine ist, die einen prägt, mit der man aber abgeschlossen hat und sich klar auf ein anderes Ziel fokussiert und diesem eben mit der Praxiserfahrung (mein Punkt 3) deutlich unterstreichen will.

Das zugehörige Anschreiben bezieht sich auch immer auf das zugehörige "A-ha Erlebnis" durch ein Praktikum, dass diesen Bruch erklärt.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 04.07.2018, 23:52

zoolander hat geschrieben:und b) müsste ich mir die Frage stellen lassen, warum ich das mache, wenn ich doch "höhere" (bitte richtig verstehen) Ziele hätte.
- um den Lebensunterhalt zu verdienen
- Zeit zu überbrücken
- Erfahrungen zu sammeln und Bodenhaftung zu behalten
- das Rentensystem zu sichern (und eigene Rentenansprüche zu erwirtschaften)

Ich will natürlich nicht verhehlen, dass es ein Problem ist, dauerhaft im nichtausbildungsadäuaten Bereich zu arbeiten. Folgenden Artikel habe ich in der Zeit meiner heftigsten Arbeitslosigkeit gelesen. Für jemanden mit (ausbildungsadäquater) Arbeit ist er gut zu lesen, für jemand wie dich und mich damals ist er harte Kost. Ich habe geheult, als ich ihn gelesen habe:

http://www.spiegel.de/karriere/aushilfs ... 16284.html

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zoolander
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Beitrag von zoolander » 06.07.2018, 12:48

Das wären natürlich auch die Antworten, die ich selbst dann parat hätte.
Es gibt auch keinen Grund, weshalb es mir prinzipiell peinlich wäre andere Jobs zur Finanzierung zu haben, da der Berufseinstieg in diesem Bereich ohne Vitamin B alles andere als leicht ist.
Wenn sich ein Personaler die Mühe macht, den LL genau zu lesen, wird er auch sehen, dass ich trotz Schwierigkeiten meinem Berufswunsch gefolgt bin.

Meine momentane Lösung, die Selbstständigkeit ins Auge zu rücken, ist jetzt etwas am Datum zu drehen. Da der Beginn immer noch ins Studium fällt (und sich hier mit im LL erwähnten, relevanten Seminaren überschneidet), ist das nicht allzu dramatisch. Jetzt steht der Punkt zu Beginn der praktischen Erfahrungen:

- seit 06/ 2014 - Freiberufliche Tätigkeit als xy
Autodidaktische Weiterbildung zu den Themen y, y und z


- 04/ 2014 - 09/ 2015 Teilnahme an Workshop xy

seit 04/ 2014 - Wiederholtes Engagemant als xy (Aufzählung der Auftraggeber folgt)


Hmmm...den Punkt mit der autodidaktischen Weiterbildung hatte ich ursprünglich an erster Stelle des relevanten Studiums.
Uni, Studiengang, Schwerpunkte etc. folgten also erst an zweiter Stelle.
Gedanke war, dass sofort ins Auge springt, der Typ bleibt am Ball.

Bin mir jetzt nicht mehr ganz sicher, ob es als Ergänzung zur Selbstständigkeit besser aufgehoben wäre, damit wirklich nur das Studium (und nicht das Selbststudium) aufgeführt ist.

Bei jeder neuen Bewerbung fällt etwas anderes auf :-(

PS: Der Spiegel-Artikel ist sehr interessant. Ich wollte mir ihn aber nicht mehr vollständig durchlesen, da ich aktuell Motivation brauche. Das würde mich jetzt nur runterziehen und die ersten Absätze haben mir aktuell schon genügt.

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