Soziologe Bewerbung für Erwachsenenbildung - Kommentar?

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dasto
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Soziologe Bewerbung für Erwachsenenbildung - Kommentar?

Beitrag von dasto » 06.07.2007, 14:55

Als erstes die Anforderungen:

1) Hochschulabschluss in einem der Bereiche: Erwachsenenbildung, Pädagogik, BWL
2) bundesweite Mobilität

bei mir ist das Problem, dass ich Soziologe bin, aber nicht explizit auf Erwachsenenbildung spezialisiert bin, eigentlich nie hatte - ne Idee, was ich damit jetzt mache?

Ansonsten hier meine Bewerbung
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Bewerbung als Trainee für den Bereich Erwachsenenbildung – unser Telefonat vom

Sehr geehrter Herr X,

Weiterbildung in einer sich immer schneller entwickelnden Gesellschaft endet nie. Ich betrachte das Gebiet der (außerbetrieblichen) Weiterbildung aus demografischen und ökonomischen Gründen zukunftsträchtig, weil dadurch neue Ressourcen entwickelt werden können. Des Weiteren wird es an Bedeutung zunehmen.

Nach Abschluss meines Studiums der Soziologie und Wirtschaftswissenschaften habe ich im Rahmen eines Evaluationsprojektes meine umfangreichen Kenntnisse in der Organisation von Projekten und deren Umsetzung ausbauen und vertiefen können. Bei der Bearbeitung dieses Projektes konnte ich auf verschiedene Methoden zurück greifen. Des Weiteren bereitete mir die Möglichkeit zur Entwicklung neuer Ideen und das Aufstellen von Konzepten zur Verbesserung des evaluierten Projektes besondere Freude.

Mit Hilfe meiner Fähigkeit zur schnellen und systematischen Einarbeitung in neue Aufgaben, kann ich mir das Gebiet der Erwachsenenbildung in kürzester Zeit aneignen. Während der Projektarbeit habe ich gelernt, dass der Erfolg eines Projektes sowohl von einer vertrauensvollen Teamarbeit, als auch von der selbstständigen Arbeitsweise der einzelnen Teammitglieder abhängig ist. In diesem Zusammenhang kam mir auch mein interdisziplinäres und zielorientiertes Arbeiten in der Bearbeitung der Aufgaben zu Gute.

Als Mitarbeiterin der Studentenorganisation „.....“ konnte ich Erfahrungen in der Durchführung von Informationsveranstaltungen und in der Beratung von ausländischen Studenten sammeln.

Bundesweite Mobilität ist für mich in diesem Bereich selbstverständlich, um eine umfassende Beratung und Betreuung der Kunden der XZ-Agentur zu gewährleisten und verschiedene Standorte und Einsatzgebiete kennenlernen zu können.

Ich freue mich auf Ihre Einladung zu einem persönlichen Gespräch.

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Dasto

Raleigh
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Registriert: 06.07.2007, 20:33

Re: Soziologe Bewerbung für Erwachsenenbildung - Kommentar?

Beitrag von Raleigh » 06.07.2007, 20:50

Sehr geehrter Herr X,
[Erster Absatz gelöscht, weil unergiebiges Geplänkel, die allgemeine Betrachtung zur Weltlage ist nicht interessant.]
Nach Abschluss meines Studiums der Soziologie und Wirtschaftswissenschaften habe ich im Rahmen eines Evaluationsprojektes meine umfangreichen Kenntnisse in der Organisation von Projekten und deren Umsetzung ausbauen und vertiefen können.
Das ist ein starker Einstieg und nervt den Betreffenden nicht mit Ansichten und Beteuerungen sondern mit Fakten.

Aber welches Projekt? Wodurch hast du dabei Kenntnisse erworben? Was hast du da gemacht?
Bei der Bearbeitung dieses Projektes konnte ich auf verschiedene Methoden zurück greifen.

Was für Methoden? Aus welchem Bereich?
Des Weiteren bereitete mir die Möglichkeit zur Entwicklung neuer Ideen und das Aufstellen von Konzepten zur Verbesserung des evaluierten Projektes besondere Freude.
Welche Konzepte? Gab es ein Ergebnis?
Und Freude? Spaß bei der Arbeit ist nicht verkehrt, aber ist das für deinen Arbeitgeber interessant, dass es dir Spaß macht?
Mit Hilfe meiner Fähigkeit zur schnellen und systematischen Einarbeitung in neue Aufgaben, kann ich mir das Gebiet der Erwachsenenbildung in kürzester Zeit aneignen.
Kühne Behauptung! Belegbar? Wenn ja, erklären - oder weglassen.

Während der Projektarbeit habe ich gelernt, dass der Erfolg eines Projektes sowohl von einer vertrauensvollen Teamarbeit, als auch von der selbstständigen Arbeitsweise der einzelnen Teammitglieder abhängig ist.
In diesem Zusammenhang kam mir auch mein interdisziplinäres und zielorientiertes Arbeiten in der Bearbeitung der Aufgaben zu Gute.
Was verstehst du unter "interdisziplinärem" Arbeiten?
Als Mitarbeiterin der Studentenorganisation „.....“ konnte ich Erfahrungen in der Durchführung von Informationsveranstaltungen und in der Beratung von ausländischen Studenten sammeln.
Konntest du Erfahrungen sammeln? Hat es auch was gebracht?
Oder hast du als Mitarbeiter Informationsveranstaltungen durchgeführt und geplant und ausländische Studenten beraten? Schreib einfach, was du gemacht hast!
Ich freue mich auf Ihre Einladung zu einem persönlichen Gespräch.
Ziemlich Standard, trau dir mehr.

Was man aus deinem Anschreiben erraten kann, liest sich gut, aber man muss ziemlich raten und hat keine konkreten Vorstellungen, was du nun getan hast und ob du geeignet bist. Du schreibst recht nebulös.

Werd doch deutlicher. Das schadet dir nicht.

dasto
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Beitrag von dasto » 09.07.2007, 10:10

Zuerst einmal mein Dank für die offene Kritik.

[Erster Absatz gelöscht, weil unergiebiges Geplänkel, die allgemeine Betrachtung zur Weltlage ist nicht interessant.]
nicht schlecht, eigentlich richtig, aber dann fällt man ziemlich rein. Diesen Punkt nehm ich aber an.
Nach Abschluss meines Studiums der Soziologie und Wirtschaftswissenschaften habe ich im Rahmen eines Evaluationsprojektes meine umfangreichen Kenntnisse in der Organisation von Projekten und deren Umsetzung ausbauen und vertiefen können.

Das ist ein starker Einstieg und nervt den Betreffenden nicht mit Ansichten und Beteuerungen sondern mit Fakten.

Aber welches Projekt? Wodurch hast du dabei Kenntnisse erworben? Was hast du da gemacht?
Problem: Es ist ein Nachsorgeprojekt zur systemischen Krebsnachsorge - passt also nicht zu Weiterbildung und erzeugt neg. Assoziationen hinsichtlich Krebs. Da bin ich grad ideenlos.
Zitat:

Bei der Bearbeitung dieses Projektes konnte ich auf verschiedene Methoden zurück greifen.

Was für Methoden? Aus welchem Bereich?
geht klar, kommt dazu,sind zwar fachspezifisch aber ist richtig.
Zitat:
Des Weiteren bereitete mir die Möglichkeit zur Entwicklung neuer Ideen und das Aufstellen von Konzepten zur Verbesserung des evaluierten Projektes besondere Freude.

Welche Konzepte? Gab es ein Ergebnis?
Ergebnis: haben rausgefunden, was die Patienten wahrnehmen/mitnehmen.
Und Freude? Spaß bei der Arbeit ist nicht verkehrt, aber ist das für deinen Arbeitgeber interessant, dass es dir Spaß macht?
also mehr in Richtung: ich bringe das mit und deshalb bin ich besser als andere?
Zitat:
Mit Hilfe meiner Fähigkeit zur schnellen und systematischen Einarbeitung in neue Aufgaben, kann ich mir das Gebiet der Erwachsenenbildung in kürzester Zeit aneignen.

Kühne Behauptung! Belegbar? Wenn ja, erklären - oder weglassen.
weil ich nicht aus Erwachsenbildung komme ist der Satz drin. ich denk mal drüber nach.
Zitat:
In diesem Zusammenhang kam mir auch mein interdisziplinäres und zielorientiertes Arbeiten in der Bearbeitung der Aufgaben zu Gute.

Was verstehst du unter "interdisziplinärem" Arbeiten?
erklärt sich das nicht durch das Wort? Fachübergreifend.
Zitat:
Als Mitarbeiterin der Studentenorganisation „.....“ konnte ich Erfahrungen in der Durchführung von Informationsveranstaltungen und in der Beratung von ausländischen Studenten sammeln.

Konntest du Erfahrungen sammeln? Hat es auch was gebracht?
ah ich verstehe: nicht können, sondern gemacht.
Oder hast du als Mitarbeiter Informationsveranstaltungen durchgeführt und geplant und ausländische Studenten beraten? Schreib einfach, was du gemacht hast!
ok

Dasto

Raleigh
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Beitrag von Raleigh » 09.07.2007, 11:25

Deine bisherige Praxis dokumentiert sehr schön, dass du a) Handwerkszeug beherrschst und b) dich auch auf angrenzenden Gebieten einfinden kannst und die nötige fachliche Flexibilität besitzt.

Du bietest einen Studium Soziologie und Wirtschaftswissenschaften (sprich wirtschaftliche Teilausbildung --> nicht so weit weg von BWL) und hast praktische Erfahrung.
Nach Abschluss meines Studiums der Soziologie und Wirtschaftswissenschaften habe ich im Rahmen eines Evaluationsprojektes meine umfangreichen Kenntnisse in der Organisation von Projekten und deren Umsetzung ausbauen und vertiefen können. Bei der Bearbeitung dieses Projektes konnte ich auf verschiedene Methoden zurück greifen. Des Weiteren bereitete mir die Möglichkeit zur Entwicklung neuer Ideen und das Aufstellen von Konzepten zur Verbesserung des evaluierten Projektes besondere Freude.
Kann man daraus lesen, dass du:
- das Projekt organisiert hast?
- konzipiert hast?
- mitbetreut hast?
- ausgewertet hast?

Das sind relativ neutrale Fakten, die überall gefragt sind und deine Selbstständigkeit, Teamfähigkeit und deine Qualifikation umreißen.
Daher eignet sich das Projekt (unabhängig vom Thema) ja dennoch hervorragend, deine Qualitäten herauszustellen.

Ich arbeitete an einem Evaluationsprojekt zur "..." (trau dich ruhig es auszusprechen, dass du dich mit einem Thema befasst hast, dass Sensibilität erfordert, spricht nicht gegen dich - zumindest nicht aus meiner Sicht).
Ich war verantwortlich für...
Ich konzipierte...
Mein Verantwortungsbereich umfasst...
Ich war zuständig für die Koordination (der Mitarbeiter aus den Bereichen Medizin und Psychologie).
Sowas in der Art.
Es ist ein Nachsorgeprojekt zur systemischen Krebsnachsorge - passt also nicht zu Weiterbildung und erzeugt neg. Assoziationen hinsichtlich Krebs. Da bin ich grad ideenlos.
Was war denn das Ziel des Projektes? Wenn dir der Titel zu negativ erscheint, kannst du das Projekt anhand des Ziels oder der einbezogenen "Fachbereiche" vielleicht kurz näher definieren.
haben rausgefunden, was die Patienten wahrnehmen/mitnehmen.
Also wurde erforscht, wie die Wahrnehmung funktioniert und wie sie positiv beeinflussbar ist? Ich rate nur herum, du bist sprachlich sehr geschickt und verbirgst das, was du getan hast sehr gut - eben weil du ja Angst hast es würde dir negativ ausgelegt werden, da es eben nicht 100% passt.
erklärt sich das nicht durch das Wort? Fachübergreifend.
Und zu welchen Fächern griff es über? Ich nehme jetzt mal an, es ging in Richtung Medizin, wenn ich so das Thema des Projekts betrachte. Oder Psychologie?
Vorher war nicht wirklich ersichtlich, ob du nicht im Bereich Wirtschaft oder Bildung zu tun hattest. Das war sicherlich absichtlich nebulös, damit nicht so auffällt.

Es ist ganz schwierig dir mit vorgefertigten Sätzen zu kommen.
Vielleicht hilft es dir, wenn du erstmal nicht versuchst dich selbst zu zensieren und erst im zweiten Durchgang all das glättest, was dir nicht vorteilhaft erscheint?

dasto
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Beitrag von dasto » 10.07.2007, 13:49

Gut, ich habe versucht, Deine Umschläge mal umsetzen. Sind richtig gute dabei - da wird mir auch klar, warum einiges nicht geklappt hat.
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Bewerbung als Trainee für den Bereich Erwachsenenbildung

...

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dasto
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Beitrag von dasto » 11.07.2007, 14:41

Und noch mal gebastelt:

Es geht dabei nicht nur um Projektarbeit, sondern auch um Kundenbetreuung und Akquirierung. Bzw. Projektarbeit eigentlich weniger. Komnmt das in meinem 2. Abschnitt ausreichend zur Geltung?

Sehr geehrter Herr X,

mit der Konzeption von Projekten und deren Umsetzung habe ich mich bereits während meines Studiums beschäftigt. Seit dem erfolgreichen Abschluss meines Studiums der Soziologie und Wirtschaftswissenschaften kann ich diese umfangreichen Kenntnisse in einem Evaluationsprojekt zur systemischen Brustkrebsnachsorge ausbauen und vertiefen.

Bei der Bearbeitung dieses Projektes war es meine Aufgabe, die Wahrnehmung des Programmes auf Seiten der Teilnehmerinnen herauszuarbeiten und neue Ideen und Konzepte zur Verbesserung aufzustellen. Dafür habe ich Gruppeninterviews vorbereitet, durchgeführt und diese mit Hilfe verschiedener Analysemethoden bearbeitet. Meine Fähigkeit zum interdisziplinären Arbeiten konnte ich dabei unter Beweis stellen, weil dieses Projekt an der Schnittstelle zwischen Medizin und Soziologie angesiedelt ist.

In der Zusammenarbeit mit den Projektleitern habe ich gelernt, dass der Erfolg eines Projektes sowohl von einer vertrauensvollen Teamarbeit, als auch von der selbstständigen Arbeitsweise der einzelnen Teammitglieder abhängig ist. Durch mein zielorientiertes Arbeiten war es möglich die Teilprojekte zügig abzuschließen.

Als Mitarbeiterin in der Studentenorganisation „.......“ war ich verantwortlich für die Planung und Durchführung von Informationsveranstaltungen für ausländische Studenten. Des Weiteren konnte ich in diesem Zusammenhang Erfahrungen in der Beratung sammeln, indem ich internationale Studenten in ihrer Studienorganisation unterstützt habe. Bei jeder dieser Tätigkeiten stand für mich die Zufriedenheit der Studenten an höchster Stelle.

Um eine umfassende Beratung und Betreuung der Kunden der XY AG gewährleisten zu können und um verschiedene Standorte und Einsatzgebiete kennen zu lernen, ist für mich eine bundesweite Mobilität selbstverständlich. Besonders interessant finde ich, dass das Weiterbildungsangebot der XY AG in vielen Bereichen angesiedelt ist. bietet viele Möglichkeiten, deshalb freue ich mich auf Ihre Einladung zu einem weiterführenden Gespräch.

Mit freundlichen Grüßen

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