Stimmung im Job hat sich gewandelt - normal? - Jobwechsel

Auch im Berufsleben steht man immer wieder vor Herausforderungen und Problemen. Die könnt ihr hier diskutieren.
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Kiwijana
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Stimmung im Job hat sich gewandelt - normal? - Jobwechsel

Beitrag von Kiwijana » 23.01.2017, 19:23

Hallo!

Ich hoffe, ihr könnt mir einen Rat geben... Bin seit 4 Jahren mit dem Studium fertig und im Berufsleben. Nun hat sich die Stimmung im Büro im letzten Jahr komplett gewandelt und ich bin nicht ganz sicher, ob das noch "normal" ist.

Folgende Situation haben wir momentan:

Bestimmte Mitarbeiter können sich schlicht alles erlauben. Das fängt bei Missachtung sämtlicher Regeln an (Ein/Ausstechen, gnadenloses Überziehen der Pausenzeiten, Missachtung aller Arbeitsschutz-Regeln) und hört mit totaler fachlicher Inkompetenz auf, die die Firma auch schon eine hohe 6-stellige Summe gekostet hat. Wenn dagegen "normale" Mitarbeiter mal ein Geschirrtuch in der Küche liegen lassen (weil sie z. B. zum Telefon gerufen wurden) gibt es ein Donnerwetter, dass sich gewaschen hat.

Man kann in seinem Fachgebiet nicht frei arbeiten, die Geschäftsführung will im Grunde bis ins Detail alles kontrollieren. So wird zum Beispiel Mitarbeitern der Text vorgegeben, mit dem diese z. B. Angebote einholen sollen. Diese Texte sind dann voll von gravierenden (!) Rechtschreib- und Grammatikfehlern, von "Form" gar nicht erst zu reden. Korrigiert man diese Fehler stillschweigend, muss man sich eine wüste Gardinenpredigt anhören, wie man es wagen könne, die vorgegebenen Texte zu ändern. Das ist bei Texten zu Fachthemen, die als Angebote/Infomaterial an Kunden gehen noch viel schlimmer, die teilweise schlicht sachlich falsch sind. Auf die Fehler aufmerksam machen darf man übrigens auch nicht.

Bei Projekten wird meist seitens der Geschäftsführung alles in allergrößter Eile übers Knie gebrochen, und sämtliche Warnungen der Mitarbeiter werden in den Wind geschlagen. (Oft besteht noch nicht einmal ein Grund zur Eile!) In 90 % der Fälle geht das Projekt dann grandios daneben. Schuld am Scheitern des Projekts tragen dann die Mitarbeiter.

Mir reicht es inzwischen und ich suche nach einer neuen Stelle. Trotzdem würde ich gerne wissen, ob ihr das für "normal" haltet?

Vielen Dank für eure Meinungen!

Liebe Grüße,
Kiwijana

Romanum
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Re: Stimmung im Job hat sich gewandelt - normal? - Jobwechse

Beitrag von Romanum » 23.01.2017, 22:34

Kiwijana hat geschrieben:Nun hat sich die Stimmung im Büro im letzten Jahr komplett gewandelt und ich bin nicht ganz sicher, ob das noch "normal" ist.

Lässt sich mit der Stimmungsverschlechterung denn ein bestimmtes Ereignis verbinden, zum Beispiel ein Vorgesetztenwechsel, Eigentümerwechsel, Umstrukturierungsmaßnahmen usw.???

Zerschmetterling
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Beitrag von Zerschmetterling » 24.01.2017, 06:54

Dass man, wenn man einen fachlichen Fehler gemacht hat, einen Rüffel bekommt - völlig ok. Aber die von Dir beschriebene Gardinenpredigt bzw. das Donnerwetter wg. Kleinigkeiten - nein, das finde ich definitiv NICHT normal.

Eine ähnliche Situation gab es bei meiner letzten Stelle, als die Geschäftsleitung intern wechselte. Das war einfach nur furchtbar und ich wollte und konnte da nicht weiter arbeiten, da es mir auch gesundheitlich schadete. Bin ein umgänglicher Mensch, aber irgendwo hörts auf... Auch dort gab es Lieblinge, die eingestellt wurden, weil sie mit dem GF befreundet waren, fachlich nichts drauf hatten, aber sich quasi alles rausnehmen durften.

In der Tat ist die Frage interessant, ob es einen Auslöser gab...? Kannst Du das Thema denn bei irgendwem ansprechen? Was sagen Deine Kollegen?

VG Zerschmetterling

Kiwijana
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Beitrag von Kiwijana » 24.01.2017, 17:26

Vielen Dank für eure Antworten!

Nein, einen wirklichen Auslöser gab es nicht. Die Firma wächst, die Zahlen sind gut (hatten erst letzte Woche ein Meeting, in dem die Zahlen des vergangenen Jahres genannt wurden.) Auch einen Wechsel in der Geschäftsführung oder ähnliches gab es nicht.

Ich stimme dir zu, dass es in Ordnung ist, wenn man wegen eines fachlichen Fehlers Ärger bekommt.
Wer Ärger bekommt und wer nicht, ist aber völlig willkürlich - "normale" Mitarbeiter kriegen grundsätzlich wegen allem, was der Geschäftsführung nicht passt Ärger. (Und seien es Papierhandtücher, die zu rau sind.) Teilweise sind die Vorwürfe an Unfairness kaum zu überbieten. "Spezialmitarbeiter" können einfach alles machen ohne dass irgendwas passiert.

Ich finde es auch nicht üblich, dass einem Kostenerstattungen für Verpflegung auf Dienstreisen verweigert wird. Das wird mit dem Kommentar "Sie essen doch auch zuhause." abgeschmettert. Soweit ich weiß, gibt es einen gesetzlichen Anspruch darauf. Problem: es gibt keinen Betriebsrat, sprich - keine Chance...

Auch hier die Frage - ist das noch "normal"?

Liebe Grüße,
Kiwijana

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 24.01.2017, 18:05

Ich weiß nur, wie es im ÖD geregelt ist (und dort nur ungenau): Dort gibt es relativ genau abgezirkelte Angaben über Dauer der Dienstreise, Weite der Dienstreise, Anfahrt mit dem ÖPNV/eigenen PKW/Dienstfahrzeug, Übernachtung und Essen. Sprich, Essensgeld ist nur dann drin, wenn du gewissermaßen gezwungen bist, dich aushäusig zu ernähren, abseits von dem, was normal ist. An einem normalen Arbeitstag bist zu ca. 9 - 10 Stunden im Büro. In dieser Zeit wirst du etwas essen. Wo und wie auch immer. Wenn deine Dienstreise sich zeitl. auch in diesem Rahmen bewegt, besteht also essenstechnisch kein Grund, dir Spesen dafür bezahlen (wobei es sicher nicht unangenehm ist, wenn der AG das trotzdem tut). Anders mag es dann bei einem Geschäftsessen aussehen (das man ja nicht umsonst auch steuerlich absetzen kann).

Kiwijana
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Beitrag von Kiwijana » 24.01.2017, 18:40

Vielen Dank für die Antwort!

In meinem Fall ging es um eine Messe, zu der ich musste. (Diverse Kundengespräche führen, neue Anbieter finden usw.) Die Messe ging über 3 Tage, ich musste also auch übernachten. Mir geht es auch nicht wirklich um die paar Euro, die das belegte Brötchen auf der Messe mehr kostet. Mit geht es wirklich vor allem um die Frage, ob sowas "Gang und Gäbe" ist...

Zerschmetterling
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Beitrag von Zerschmetterling » 24.01.2017, 19:20

Ich kenne es so, dass man, wenn man unterwegs ist und dort isst, einen bestimmten Satz für Essen erhält. Bei uns greift das auch dann, wenn ich morgens zu einer Veranstaltung fahre und abends wieder zurück - dann gibts nur Geld für die eine Mahlzeit, die ich außer Haus einnehme. Ansonsten können es bis zu drei sein. Ausnahmen sind, wenn man irgendwo verpflegt wurde (z. B. das Frühstück bereits im Übernachtungspreis enthalten ist oder es sonstwie was zu essen gab, etwa Catering bei einer Veranstaltung).

Meines Wissens muss der AG das nicht zahlen, es sei denn, es ist im Arbeitsvertrag anders geregelt. Man kann es sich aber glaub ich auch über die Steuererklärung zurückholen.

Mein letzter AG hat zwar Fahrtkosten, aber keine Verpflegung erstattet. Das war auch etwas seltsam.

Du hast ja für Dich bereits entschieden, dass Du in solch einem Klima nicht mehr arbeiten willst und das kann ich total nachvollziehen. Leider scheinen solche Dinge gar nicht so selten zu sein. Das Schlimme daran ist, dass in derartigen Fällen ja der Fisch meist vom Kopf her stinkt und den GF meist ja nichts passiert. Stattdessen werden die Mitarbeiter ausgetauscht bzw. sie gehen von selbst... Bei meinem alten AG ist zwei Jahre nach meinem Weggang von meiner damaligen Abteilung von 10 Leuten nur noch eine Kollegin (außer dieser unsäglichen Chefin) da. Da spricht wohl auch Bände

:lol:

cre
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Beitrag von cre » 24.01.2017, 19:55

Zerschmetterling hat Recht, grundsätzlich hast du keinen Anspruch auf irgendwelche Spesen wenn es nicht in deinen Vertrag steht. Selbst für die Unterkunft muss er nicht aufkommen. Im Gegensatz bist du allerdings auch nicht verpflichtet außerhalb des Büros deine Arbeit zu tun, wenn es nicht in deinem Vertrag steht.

Grundsätzlich müsstest du aber wissen das ein Verhalten wie bei deinen Schilderungen nicht normal ist. Allerdings ist dann natürlich immer die Frage ob deine subjektive Einschätzung so korrekt ist. Letztlich ist das aber für dich nicht von Belangen, wenn man sich im Job nicht wohl fühlt muss man den Arbeitsplatz wechseln. Als Studierter mit vier Jahren Berufserfahrung ist es sowieso an der Zeit sich mal umzuorientieren. Dann hast du jetzt den perfekten Grund dafür.

nordlaender
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Beitrag von nordlaender » 23.02.2017, 18:51

Folgende Saätze sind eigendlich üblich:

An- / Abreisetag / Abwesenheit zwischen 8 und 24 h --> 12 EUR
Voller Tag --> 24 EUR
(für andere Länder, als Deutschland, gelten andere Sätze)

Übernachtung zahlt der AG, gewährte Mahlzeiten (auch Hotelfrühstück werden mit festen Prozentsätzen verrechnet.
Frühstück = 20% der Tagespauschale (4,80 EUR)


bei deinem Beispiel:
3 Tage mit 2 Hotelübernachtungen mit Frühstück

Tag 1 = 12 EUR
Tag 2 = 24 EUR - 4,80 EUR
Tag 3 =12 EUR - 4,80 EUR

Du würdest also zusätzlich zu den reinen Übernachtungskosten 38,40 EUR für Verpflegungsmehraufwendungen bekommen. Diese sind nicht zu versteuern und unterliegen auch nicht den Sozialabgaben.

Die Prozentsätze für gewährte Mittag oder Abendessen weiß ich nicht aus dem Kopf. Für Einladungen z.B. eines Lieferanten gilt die gleiche Vorgehensweise wie für das Hotelfrühstück, nur mit anderen Prozentsätzen.

cre
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Beitrag von cre » 23.02.2017, 20:28

Das sind die steuerlich absetzbaren Kosten, der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet dir das zu zahlen.

nordlaender
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Beitrag von nordlaender » 23.02.2017, 22:33

Mir ist klar, dass das die absetzbaren Sätze sind.

Ich kenne in meinem Umfeld aber niemanden der nicht in etwa diese Sätze auch bekommt. Einige, die ich kenne, bekommen auch höhere Sätze.
Bei uns in der Firma wird sich, bei der Zahlung von "Spesen" exakt an die Steuerlich definierten Sätze gehalten.

Die FRage zielte ja auch auf das übliche und nicht auf das was verpflichtend ist.

cre
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Beitrag von cre » 24.02.2017, 20:04

Nur weil es deiner direkten Beobachtung entspricht, heißt das nicht das in einem Großteil in Deutschland diese Sätze Anwendung finden. Es kann f´ür den Arbeitgeber sogar vom Vorteil sein komplett auf die Zuschläge zu verzichten.

nordlaender
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Beitrag von nordlaender » 24.02.2017, 20:17

klar ist es für den AG günstiger wenn er nichts zahlt.

cre
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Beitrag von cre » 25.02.2017, 02:04

Jupp, dass sowieso :D
Aber hier hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen, ich meine eigentlich Arbeitnehmer.

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