Bewerbung nach Studienabbruch formulieren - abgebrochenes Studium

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Rincewind
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Re: Bewerbung Studiumsabbruch, zurück in erlerntes Berufsfe

Beitrag von Rincewind » 08.03.2014, 19:42

Lorantera hat geschrieben:(Erwähnen muss man es ja)
Wenn du schreibst das sie ein Fernstudium macht, dann ist das ja in ihrer Freizeit, oder? Da kann sie ja machen was sie will und muss es ja auch nicht erwähnen. Vor allem wenn das Studium nichtmal was mit der Stellt zu tun hat, oder vielleicht negative Auswrikungen haben könnte (Abbruch).

Anders sieht es eventuell aus, wenn sie (deswegen) nicht arbeitet und dann eine Lücke im Lebenslauf entsteht. Dann wird vermutlich gefragt werden was sie in der Zeit gemacht hat.

Lorantera
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Beitrag von Lorantera » 10.03.2014, 11:55

Hallo,

danke für die Antworten, nein Sie macht das Fernstudium in Vollzeit dh, wenn wir es nicht angeben würden würde eine Lücke im Lebenslauf entstehen, arbeiten tut sie nicht nebenbei.

Jetzt zum 1.4 würde das 4te Semester anfangen, also befindet Sie sich zur Zeit im Ende des 3ten Semesters.


M.f.G

Lorantera

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Beitrag von TheGuide » 10.03.2014, 12:24

Wieso hat denn deine Freundin noch kein Modul bestanden? Hat sie die Prüfungen nicht bestanden oder nicht angetreten? Ist ggf. die Eigenverantwortlichkeit des Fernstudiums, bei dem man ja niemandem außer sich selbst schadet, wenn man Leistungen nicht erbringt, nicht ihr Ding? Wäre eine Uni mit Anwesenheitspflicht da hilfreicher?

Lorantera
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Beitrag von Lorantera » 10.03.2014, 12:56

Hallo,


Prüfungen nicht bestanden. Ja ein Studium mit Anwesenheitspflicht bzw Vorlesungen würde viel helfen aber, zum einen ist der NC ziehmlich happig und zum anderen zur Zeit wegen Geldmangels keine Option.

Sollte man in die Bewerbung einfach schreiben das es an Geldmangel lag oder kommt sowas schlecht rüber?

M.f.G

Sebastian

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Beitrag von TheGuide » 10.03.2014, 13:20

Lorantera hat geschrieben:Sollte man in die Bewerbung einfach schreiben das es an Geldmangel lag oder kommt sowas schlecht rüber?
Meine Antwort bleibt dieselbe:
TheGuide hat geschrieben:
Lorantera hat geschrieben:(Erwähnen muss man es ja)
Wieso eigentlich? Heißt der Prozess Be-Werbung oder Be-Rechtfertigung?
Die berufliche Qualifikation ist, ob mit oder ohne Studienabbruch, immer noch dieselbe. Ergo würde ich den Lebenslauf einfach korrekt mitschicken, im Anschreiben aber auf den Studienabbruch nicht eingehen. Deine Freundin sollte sich nicht über den Studienabbruch/Ihr Scheitern definieren, das macht sie für den Arbeitgeber unattraktiv. Sie sollte sich über ihre beruflichen erfolge definieren. Nur das macht attraktiv. Wenn sich jemand dafür interessiert, warum das Studium abgebrochen wurde, kann er das auch noch im Vorstellungsgespräch erfragen. Bis dahin könnt ihr euch ja über eine zwar ehrliche, aber den Abbruch nicht als Scheitern darstellende Erklärung einfallen lassen.

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Abgebrochenes Studium im Anschreiben erwähnen?

Beitrag von Goingdown » 30.04.2014, 00:59

Hi,
habe jetzt meinen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften gemacht und habe vorher Wirtschaftsinformatik studiert. Leider musste ich damals mein erstes Studium im 5 Semester abbrechen, weil ich eine Klausur zum 3. mal nicht bestanden habe. Ging um eine Info Klausur die ich einfach nicht geschafft habe, obwohl meine Noten in den restlichen Info fächern nicht wirklich schlecht waren. Hab dann Uni und Fach gewechselt und konnte mir wenigstens noch 2 Semester anrechnen lassen.
In dem Lebenslauf muss ich da ja sicher erwähnen, weil die Lücke sonst zu groß wäre, aber sollte ich im Anschreiben etwas dazu schreiben?
Geht erstmal um eine Bewerbung für ein Praktikum zwischen Bachelor und Master und habe Angst, dass dies direkt negativ aufgenommen wird.

Sollte man die Leistungsübersicht des ersten Studiums der Bewerbung hinzufügen oder nur die Leistungen des abgeschlossenen?

Romanum
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Beitrag von Romanum » 06.05.2014, 12:00

Du brauchst es jedenfalls nicht so im Anschreiben schreiben, als wenn du dich rechtfertigen willst. Du musst das Positive sehen, dass du dir in dieser Zeit auch Fachwissen angeeignet hast, welches vielleicht für das Praktikum eine Rolle spielt.

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Exmatrikulation wegen nicht bestandener Prüfung in Bewerbung

Beitrag von droider » 27.11.2014, 16:04

Hallo @ alle,

meine Situation ist eigentlich banal - ich hatte bis vor Kurzem dual Informatik studiert und dann zu wenig für eine Wiederholungsklausur in Analysis gelernt. Ich bin noch bis Mitte Februar in meinem Betrieb, weil es so vertraglich geregelt ist. Nun möchte ich mich um einen Ausbildungsplatz als Fachinformatiker bewerben und habe Probleme, den Studienabbruch in die Bewerbung rein zu bekommen. Den Beitrag von Caroline habe ich gelesen, allerdings geht es dort eher nicht um eine Exmatrikulation wegen einer nicht bestandener Prüfung.

Wie gesagt, ich weiß ganz genau, was ich will, habe auch sehr viel praktische Erfahrungen in IT und Softwareentwicklung, hatte auch gute Leistungen in allen IT-Fächern. Der Grund für den Abbruch würde eigentlich heißen "ich war zu dumm, um ausreichend Zeit in die Vorbereitung zu investieren".. Wie kann ich das im Anschreiben richtig erwähnen? Im Anschreiben erwähnt man ja, was man zurzeit macht und da komme ich nicht weiter

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Re: Exmatrikulation wegen nicht bestandener Prüfung in Bewer

Beitrag von TheGuide » 28.11.2014, 16:14

droider hat geschrieben:Der Grund für den Abbruch würde eigentlich heißen "ich war zu dumm, um ausreichend Zeit in die Vorbereitung zu investieren".. Wie kann ich das im Anschreiben richtig erwähnen?
Gar nicht. ins Anschreiben kommen nur Gründe, die für dich sprechen.
droider hat geschrieben: Im Anschreiben erwähnt man ja, was man zurzeit macht und da komme ich nicht weiter
Was "man" tut, muss dich nicht interessieren. Du erstellst einfach ein interessantes und ansprechendes Anschreiben für den Personaler.

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FRAGEN
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Re: Exmatrikulation wegen nicht bestandener Prüfung in Bewer

Beitrag von FRAGEN » 07.12.2014, 12:50

droider hat geschrieben:meine Situation ist eigentlich banal - ich hatte bis vor Kurzem dual Informatik studiert und dann zu wenig für eine Wiederholungsklausur in Analysis gelernt. Ich bin noch bis Mitte Februar in meinem Betrieb, weil es so vertraglich geregelt ist.
Sehe ich es richtig, dass Du eigentlich am liebsten an Ort und Stelle die quasi begonnene Fachinformatiker-Ausbildung von "Dual" auf "Mono" umswitchen würdest? D. h. alles liefe weiter wie gehabt... nur ohne den Hochschul-Teil? Hast Du schon einmal gefragt, ob das irgendwie zu machen ist? Der Charme dieser Variante bestünde darin, dass Du so um den Abbruch herum kämst. Am Ende könnte man das Ganze quasi rückwirkend als "Fachinformatiker"-Ausbildung deklarieren und die paar "dualen" Monate am Anfang unter den Tisch fallen lassen...?!?

masta
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Bewerbung nach Studienabbruch

Beitrag von masta » 29.04.2015, 04:03

Ich habe eine echt blöde Voraussetzung für ein Bewerbungsschreiben. Daher bin ich ratlos und etwas pessimistisch. Ich hoffe man kann mir Tipps geben wie ich aus dem was ich habe etwas rausholt:

1. Ich habe bereits eine Ausbildung als Kaufmann Abi absolviert.
2. Dann habe ich ein Studium BWL abgefangen und das erste Jahr vermasselt.
3. Ich habe das zweite Jahr wiederholt und während dem ersten Semester eine 80% Stelle auf dem Bau (nur wegen Finanzen) angenfangen.
4. Währenddessen ist in meiner Familie ein tragischer Zwischenfall passiert weswegen ich das Studium absichtlich abgebrochen habe.
5. Jetzt im zweiten Semester bin ich zu Hause, keine Arbeit, kein Studium (da rausgeflogen).

Ich suche jetzt einen Job als Kaufmann, aber die Lust und Voraussetzungen dafür sind wie es scheint ziemlich schlecht. Was könnt ihr mir raten? Soll ich den Job suchen und mich bewerben? Wie soll ich das mit dem verlorenen 2 Jahren Studium begründen? Das erste Jahr war ja meine Schuld, das zweite naja... meine Absicht.

Danke

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Beitrag von Romanum » 29.04.2015, 11:49

Hallo,

du solltest nicht großartig versuchen, dein Studium zu erklären oder zu "verpacken". Das hemmt dich ja offensichtlich bei deinem Gedankengang. Du kannst es sowieso nicht jedem AG recht haben. Du schreibst dein Anschreiben für diejenigen AG, die nach so ein Fachkraft wie dich gesucht haben. Stelle deine Leistungen und Stärken dar, versuche diese mit einem Nutzen für den AG darzustellen: http://www.bewerbung-forum.de/anschreib ... bschnitt11

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Beitrag von masta » 29.04.2015, 13:50

Aber im Lebenslauf habe ich geschrieben: 1.5 Jahre Studium, sonst ist da eine Lücke. Soll ich das mit keinem Wort in der Bewerbung erwähnen?
Oder einfach nur

"Ich habe während dem Vollzeit-Studium gemerkt, dass ich mich in der Arbeitswelt wohler fühle. Trotzdem konnte ich einige wertvolle Erfahrungen und Kenntnisse aus dieser kurzen Zeit sammeln".

Damit diesen Abschnitt abschliessen? oder ausführlicher erklären? Ich fühl mich voll als Loser, hab das Gefühl so nimmt mich eh niemand :(

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 30.04.2015, 09:23

Warum willst du dich denn in einen Beruf bewerben, auf den du keine Lust hast?

In den Lebenslauf gehört das Studium natürlich mit hinein, dein Anschreiben ist aber ein BeWERBUNGsschreiben. Da gehören nur die Dinge rein, mit denen du auch punkten kannst.

Speziell für Studienabbrecher hat die IHK ein Programm entwickelt. Wende dich an die!

masta
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Beitrag von masta » 30.04.2015, 11:29

Ich habe nicht gesagt, dass ich keine Lust auf den Job habe :)

Mal ne andere Frage. Wieso werden die Anforderungen auf einen Job als Sachbearbeiter so hoch gestellt. Fast überall steht mehrjährige Erfahrungen oder in einer bestimmten Branche Erfahrungen in der Logistik, Steuern, Zoll, etc. das sind doch Sachen, das können nur die wenigsten. Kann man sich hier nicht bewerben?

Mein letzter Betrieb war in der Kommunikation, aber da werden nicht so viele Leute gesucht und wenn dann nur mit Uni.. was ich mal vorhatte und jetzt eben abgebrochen habe.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 30.04.2015, 11:34

masta hat geschrieben:"Ich habe während dem Vollzeit-Studium gemerkt, dass ich mich in der Arbeitswelt wohler fühle. Trotzdem konnte ich einige wertvolle Erfahrungen und Kenntnisse aus dieser kurzen Zeit sammeln".

Vor allem weil dann solche wenig aussagekräftigen Sätze herauskommen, kann man sie eigentlich auch weglassen.

Man müsste schon die relevanten Erfahrungen und Kenntnisse näher angeben.


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Beitrag von masta » 30.04.2015, 13:03

Ok, wenn man einige Fächer im Studium versaut hat, dann bringt es wohl nichts wenn ich da von "Kenntnisse" o.ä bringe? Die Zeugnisse werde ich auch schicken, damit sie sehen ich war wenigstens eingeschrieben. Oder sollte ich auch das lassen?

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Beitrag von TheGuide » 30.04.2015, 13:39

masta hat geschrieben:Ich habe nicht gesagt, dass ich keine Lust auf den Job habe :)
Dann hast du dich im Eingangsbeitrag missverständlich ausgedrückt:
masta hat geschrieben:Ich suche jetzt einen Job als Kaufmann, aber die Lust und Voraussetzungen dafür sind wie es scheint ziemlich schlecht.
masta hat geschrieben: Mal ne andere Frage. Wieso werden die Anforderungen auf einen Job als Sachbearbeiter so hoch gestellt. Fast überall steht mehrjährige Erfahrungen oder in einer bestimmten Branche Erfahrungen in der Logistik, Steuern, Zoll, etc. das sind doch Sachen, das können nur die wenigsten. Kann man sich hier nicht bewerben?
Ist das las hartes oder als weiches Kriterium formuliert?

Noch mal der Hinweis IHK!

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Studienabbruch nach 5 Jahren aus verschiedenen Gründen

Beitrag von julioprince » 25.05.2015, 16:08

Hallo,

ich möchte mich nun nach 5 Jahren Studium für eine Ausbildung bewerben.
5 Jahre ist eine lange Zeit. Habe mich hier schon nach Formulierungen umgeguckt, aber für mein Fall nichts passendes gefunden, daher suche ich nun mögliche Hilfestellungen bei Euch:

Meine Gründe für den Abbruch:

Aufgrund dem Tod meiner Mutter habe ich keinen Kopf mehr dafür, daraus resultiert des Weiteren die finanzielle Notlage, sowie durch den ganzen Mist, worunter auch das Studium sehr gelitten hat, eine mittelschwere Depression, die aber in Behandlung ist und mir es wieder besser geht.

Das alles sind Gründe für meine Umorientierung. Nun weiß ich allerdings nicht, wie ich das geschickt in das Anschreiben packen kann, ohne das der eventuelle, zukünftige AG , einen falschen Eindruck direkt beim Lesen der Bewerbung bekommt.

Über Hilfe würde ich mich sehr freuen.

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Re: Studienabbruch nach 5 Jahren aus verschiedenen Gründen

Beitrag von FRAGEN » 25.05.2015, 16:27

julioprince hat geschrieben:Meine Gründe für den Abbruch: Aufgrund dem Tod meiner Mutter habe ich keinen Kopf mehr dafür, daraus resultiert des Weiteren die finanzielle Notlage, sowie durch den ganzen Mist, worunter auch das Studium sehr gelitten hat, eine mittelschwere Depression, die aber in Behandlung ist und mir es wieder besser geht.
Hmmmm... Gründe für eine "Umorientierung" sehe ich darin eigentlich nicht... ich möchte fast sagen: Ganz im Gegenteil. M. E. kommt einem die relative Freiheit und Autonomie eines Studiums gerade in solch einer Situation sogar eher entgegen. In einer betrieblichen Lehre stehst Du hingegen unter permanenter Beobachtung verschiedener Seiten - nicht nur bzgl. Leistung und Ergebnissen, sondern auch und vor allem in menschlicher Hinsicht. Da erwartet jeder einen konstant frisch-fröhlichen "Teamplayer", der Probleme vor und neben Kollegen, Chefs und Kunden zackzack abarbeitet und mit seiner Art dabei repräsentativ für das Unternehmen wirkt. Da kann eine geringe Anzahl von "Hängern" in ungünstigen Momenten das Aus bedeuten. Im Studium bist Du im Wesentlichen Herr Deiner Zeit, Deiner Arbeitsweisen, Stimmungen etc... und kannst Dich um Deine weitere Genesung kümmern, ohne das LL-technisch etwas anbrennt. Aus meiner Sicht ist das unter den gegebenen Umständen beinahe der Idealfall...?!?

Das heisst jetzt nicht, dass Du keine Gründe für eine Umorientierung haben könntest... aber genannt hast Du Sie m. E. bislang nicht... vor allem nicht angesichts der Fortgeschrittenheit Deines Studiums.

Aber vielleicht erzählst Du erst einmal ein bisschen mehr zum allgemeinen Hintergrund? Wie weit bist Du mit Deinem Studium und was fehlt noch zu dessen Abschluss? Was ist es für ein Fach und was wäre nun die ausbildungstechnische Alternative? Gibt es hierfür auch inhaltliche Gründe (wenn ja, welche?)?

julioprince
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Beitrag von julioprince » 25.05.2015, 16:37

Also in den 5 Jahren wobei 2 Jahre abwesend waren, aufgrund der ganzen Sache, habe ich nicht viele Klausuren bestanden. Kein einziges Semester zu ende bringen können, sodass ich letztes Jahr 2 Semester gleichzeitig gemacht habe. Das führte auch zu meiner Krankheit. Lernen, ohne Erfolg wenn man so möchte.

Für mich persönlich sehe ich kein Ende in dem Studium aufgrund der zahlreichen Rückschläge. Zwar immerwieder motiviert am Anfang des Semesters, aber in der Prüfungsphase sah es immer mau aus.

Zu meinem Abschluss fehlen also noch über 20 Klausuren.

Ich studiere Wirtschaft. Habe meine Fachhochschulreife sowie meine schulische Ausbildung zum kaufmännischen Assistenten Fremdsprachen.

Ich bin gerade an einer Bewerbung zum Bankkaufmann dran, da einmal die Bezahlung mich bisschen finanziell entlasten würde, aber auch meine Kenntnisse in Sachen Controlling ( Externes und Internes Rechnungswesen, bei dem ich auch in der Schule im Fach BWL keine Schwierigkeiten hatte und durch das Studium auch Interesse entwickelt habe )

Romanum
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Beitrag von Romanum » 27.05.2015, 07:56

Halte dich gedanklich nicht beim Studienabbruch auf, sondern formuliere Gründe, die deine Eignung für den gewünschten Beruf darstellen.

Wobei Controlling im Bankkaufmann-Alltag nicht die große Rolle spielen wird.

julioprince
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Beitrag von julioprince » 27.05.2015, 11:32

Nur leider kann ich im Moment meine Eignnung nicht ganz in Worte fassen.

Vielleicht könnt ihr mir einen Gedankenanstoss geben.

Hier einige Informationen:

Bin am Berufskolleg den Werdegang des kaufmännischen Fremdsprachenassistenten gegangen. Habe dort Einblicke in die BWL und die VWL bekommen. Habe dort meine FHR, sowie den Abschluss des kaufmännischen Fremdsprachenassistenten erlangt.

Im Studium, konnte ich dieses Wissen weiter anwenden und erweitern. Ich konnte mir Wissen in Bereich des Externen- und internen Rechnungswesen, sowie der BWL, Markting, Steuern und VWL und Recht. Also quasi alles was mit Wirtschaft zu tun hat.

Kann ich das im Moment in die Bewerbung gut einbauen.

Oexmann Consulting
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Beitrag von Oexmann Consulting » 27.05.2015, 16:07

Hallo julioprince,

leider lässt sich Deine Situation nicht aus der Ferne einschätzen. Erfahrungsgemäß machen sich viele Studenten in den ersten Semestern in die Hose, weil sie zum ersten Mal (kognitiv und auch im Bezug auf ihren inneren Schweinehund) gefordert werden. Manche werfen dann bspw. die Flinte zu früh ins Korn und geben das Studium auf oder sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und werden durch die daraus resultierende Überforderung depressiv.

Selbstverständlich ist der Tod Deiner Mutter traurig und eine Belastung. Trotzdem bleibt offen, ob es nicht zusätzlich auch eine willkommene Begründung war, um sich endgültig innerlich vom Studium zu verabschieden. Das - und, ob eventuell eine momentane weitere Auszeit und/oder eine stationäre Behandlung empfehlenswert wäre - kannst Du allenfalls gemeinsam mit Deinem Therapeuten ergründen.

Weitere geeignete Gesprächspartner können bspw. ein Coach sowie die Studienberatung sein.

Hier mal ein paar Vor- und Nachteile bzgl. Studium vs. Ausbildung.

Studium
- zeitlich recht flexibler Alltag
- Semesterferien, Möglichkeit auch im Semester mal ein, zwei Tage auszusetzen
- dafür keine feste Tagesstruktur (was bei einer depressiven Episode durchaus ein Nachteil sein kann)
- kein Einkommen (ohne Nebenjob)

Ausbildung
- geregelter Tagesablauf
- dafür kaum Raum, um sich zurückziehen zu können
- vorgegebene Anzahl an Urlaubstagen
- Einkommen

Eine geregelte Tätigkeit kann sich durchaus positiv auf das Selbstbewusstsein und den Selbstwert aus- und damit der depressiven Episode entgegen wirken.

Interessant wäre vielleicht daher eine Kombination aus Studium und Nebenjob oder ein duales Studium.

Du solltest auch bedenken, dass das Ende der Fahnenstange als Kaufmann (egal welcher) relativ schnell erreicht und ein Weiterkommen dann oft nur durch eine Aufstiegsfortbildung (bspw. staatl. gepr. Betriebswirt, Bankfachwirt, Handelsfachwirt etc.) bzw. Studium (bspw. Bachelor/Master BWL etc.). möglich ist. Ähnliches gilt für eine Selbständigkeit. Als BWL Absolvent ist bspw. eine freiberufliche Tätigkeit als beratender Betriebswirt und/oder freiberuflicher Personalberater möglich. Die Gründungskosten sind recht gering.

Solltest Du Dich für eine Ausbildung entscheiden, so empfehle ich Dir, Deine Unterlagen ebenso wie jeder andere Bewerber zu erstellen. Lediglich im Anschreiben würde ich dann in zwei Sätzen darauf hinweisen, aus welchem Grund Du das Studium abbrichst und eine Ausbildung absolvieren möchtest.

Bspw. "Ich studiere seit dem SS/WS XXXX XXXXXX an der Uni/Fachhochschule XY. Aufgrund langer Krankheit und Tod meiner Mutter bzw. aufgrund des unerwarteten Tods meiner Mutter, habe ich mich vorübergehend nicht in der Lage gesehen, meinen universitären Verpflichtungen nachzukommen. Deshalb habe ich mich beruflich neu orientiert und für eine Ausbildung zum Bankkaufmann entschieden. Ihr Unternehmen...(dann kannst Du bspw. auf die Motivation eingehen, warum Du genau bei diesem Unternehmen ausgebildet werden möchtest)."

Im Einstellungsgespräch kannst Du dann ggf. mitteilen, dass Du den Tod Deiner Mutter therapeutisch aufarbeitest/aufgearbeitet hast und Dich wieder voll auf Dein anstehendes Berufsleben konzentrieren kannst. Bereits vorhandenes Wissen interessiert nur sekundär. Primär möchte der Personaler sicherstellen, dass Du zum Unternehmen passt und "sichergestellt" ist, dass Du das Ausbildungsziel erreichen kannst. Ich würde daher im Gespräch nicht unbedingt von selbst auf das Thema fehlende Leistungsnachweise eingehen :)

Bei Fragen fragen :)

Mit bestem Gruß

Oexmann Consulting

Oexmann Consulting
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Beitrag von Oexmann Consulting » 27.05.2015, 17:59

PS: Bitte beachte, dass durch einen Anruf beim Unternehmen bereits erste Gummipunkte gesammelt werden können. Also erst anrufen - dann die schriftliche Bewerbung einreichen.

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