Initiativ/Blindbewerbung aus Arbeitslosigkeit

Eine initiative Bewerbung lohnt immer dann, wenn keine konkrete Stellenausschreibung vorliegt. Worauf ihr achten musst, ist Thema in diesem Forum.
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Patrick
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Initiativ/Blindbewerbung aus Arbeitslosigkeit

Beitrag von Patrick » 15.12.2004, 11:39

Moin,

ich bin momentan Arbeitslos und habe schon so gut wie alle offenen Stellen angeschrieben. Für mich gibt es jetzt nur noch Zeitarbeit und das finde ich nicht so reizend. Also wage ich den Schritt und möchte Initiativbewerbungen an die Firmen in meiner Nähe schicken. Ein zusätzliches Problem ist, dass ich arbeitslos bin, seit ich mit meinem Zivi fertig bin.
Ich habe mal ein Anschreiben kopiert und vielleicht könnt ihr mich noch was dazu sagen.
Bitte zerreist mich nicht gleich in der Luft wenn ihr irgendwelche "Kapitalverbrechen" entdeckt...


MFG

Patrick

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<Briefkopf

<Anschrift


Bewerbung um einen Arbeitsplatz als Elektroinstallateur

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit diesem Schreiben möchte ich mich Ihnen als Elektroinstallateur vorstellen und habe großes Interesse in Ihrem Betrieb zu arbeiten.

Ich verfüge über eine abgeschlossene Berufsausbildung als Elektromechaniker bei der Deutschen Post AG. Dabei erwarb ich Kenntnisse im Bereich SPS, Klein-Elektronik, Schaltplanerstellung per PC, Metallverarbeitung und Installationstechnik.

Darüber hinaus habe ich mir, selbstständig, bedingt durch mein Hobby, fortgeschrittene Kenntnisse in der Informationstechnik angeeignet. Diese umfassen den Umgang mit Standard Software wie Microsoft Windows- und Officeprodukten, Errichten und Betreuen eines Netzwerkes, sowie weit reichende Kenntnisse im Umgang mit Hardware.

Die Tätigkeit während meines Zivildienstes in einem Pflegeheim für psychisch kranke Menschen lehrte mich respektvollen Umgang mit Menschen, Anpassungsfähigkeit und Teamfähigkeit, in die ich mich auch gut einfinden kann. Da ich nach meinem Zivildienst bisher leider noch keine Beschäftigung gefunden habe bin ich zur Zeit aktiv auf Arbeitssuche und daher sofort einsetzbar.

Erwähnen möchte ich ferner, dass ich auch eine Tätigkeit außerhalb meines Ausbildungsberufes annehmen würde. Daher bin ich selbstverständlich bereit, mir spezielles Wissen selbst anzueignen, sowie Fortbildungen oder Schulungen zu besuchen.

Gerne überzeuge ich Sie von meinen Qualitäten auch in einem persönlichen Gespräch.


Mit freundlichen Grüßen





Anlagen
- Lebenslauf
- Gesellenbriefkopie
- Zeugniskopie
- Beurteilung über Zivildienstzeit
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Marlenchen
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Beitrag von Marlenchen » 15.12.2004, 19:54

Das Anschreiben ist doch soweit gelungen. Am Anfang sollest du noch etwas über die Firma schreiben, bei der du dich bewerben willst. Sonst haben die Firmen das Gefühl, dass du hundertmal das gleiche Anschreiben verschickt hast. Das macht sich nicht so gut. Oft findet man einen guten Aufhänger in der regionalen Zeitung oder im Internet, wenn über die Firma berichtet wird.

"Die Tätigkeit während meines Zivildienstes in einem Pflegeheim für psychisch kranke Menschen lehrte mich respektvollen Umgang mit Menschen, Anpassungsfähigkeit und Teamfähigkeit, in die ich mich auch gut einfinden kann."

Den letzten Teil verstehe ich nicht so richtig. In was kannst du dich gut einfinden?

lunte
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Initiativbewerbung bei Langzeitarbeitslosigkeit

Beitrag von lunte » 27.09.2005, 12:26

Hallo,

ich bin neu hier, habe aber gezielt nach derartigen Seiten/Foren gesucht, und dieses gefällt mir sehr gut.

Ich bin zurzeit etwas ratlos. Ein Bekannter hat mich gebeten, für ihn Initiativbewerbungen zu erstellen.

Das Problem ist dabei, dass er seit seiner Ausbildung zum Frisör keine Anstellung mehr hatte (ca. 10 Jahre), also Langzeitarbeitsloser ist. Nun hat er sich während dieser Zeit aber viele handwerkliche Fähigkeiten angeignet (z.B. Fliesen/Parkett etc. verlegen, Maurerarbeiten sowie noch viele andere Arbeiten rund um Haus u. Garten, hauptsächlich aber Autos reparieren usw.), und hat dabei bei vielen div. Nachbarschaftshilfen viel Geschick u. Talent entwickelt u. bewiesen, von dem ich mich persönlich überzeugen konnte.

Er sucht jetzt deshalb eine Anstellung in dem er diese Fähigkeiten umsetzen kann. Wie aber schreibt man so etwas in einem Anschreiben bzw. Lebenslauf?

Ich würde ihm gerne helfen.

Für Tipps u. Anregungen bin ich sehr dankbar.

Viele Grüße, Lunte.

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Caroline
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Beitrag von Caroline » 29.09.2005, 14:50

Hallo,

du kannst es doch so schreiben, dass du eben erwähnst, dass er viele Fähigkeiten dazu erlernt hat:

"Trotz langer Arbeitslosigkeit habe ich mir während dieser Zeit viele handwerkliche Fähigkeiten angeignet. Dabei habe ich immer wieder gemerkt, dass mich das Erreichen eines Ziels sehr gut ausfüllt/befriedigt. Meine Motivation und meinen Fleiß möchte ich nun endlich wieder in einer sinnvollen Tätigkeit einbringen."

Gut wäre es natürlich, wenn dein Bekannter noch auf eine Umschulung oder ähnliches verweisen könnte.

lunte
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Beitrag von lunte » 30.09.2005, 10:23

Hallo Caroline,

danke für den Beitrag, das liest sich gut. Ich versuche mal, das so mit einzubauen.

Hoffentlich nützt es was.

Viele Grüße,
Lunte

snobilikat
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Bewerbungsschreiben nach langer Arbeitslosigkeit

Beitrag von snobilikat » 12.01.2011, 23:54

Hallo, ich bin neu hier, hab aber schon viel Nützliches hier gefunden. Mein Problem ist eigentlich nicht wirklich "mein" Problem, sondern das meines Sohnes. Der ist 18 und arbeitslos - und inzwischen schon recht verzagt. Wir natürlich auch :cry:

Wir unterstützen ihn natürlich, wo es geht, u.a. auch bei den Bewerbungsschreiben. Meine Frage nun: wie formuliert man eine Bewerbung für eine x-beliebige Stelle? Und wie kann man vernünftig "nehme alles an" schreiben, ohne dass es zuuu verzweifelt klingt?

Zur Ausbildung: er ist Koch und Bürokaufmann, hat aber bis auf eine kurze Zeit als Koch (7 Monate) und ein Praktikum als Bürokaufmann (4 Wochen) keinerlei Praxis, dafür aber große Lücken im Lebenlauf.

Habt ihr irgendwelche Tipps für mich?

Danke!

snobilikat
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Beitrag von snobilikat » 12.01.2011, 23:56

Ach ja, das ist übrigens das letze Anschreiben:
Ich habe den Wunsch, mich einer neuen Herausforderung zu stellen, da ich in meinem bisherigen Beruf in der Gastronomie keine für mich befriedigende Anstellung gefunden habe. Arbeiten am PC, allgemeine Büroarbeiten und der Umgang mit Menschen bereiten mir Freude, daher bewerbe ich mich vor allem für einen Aufgabenbereich in der Verwaltung oder im Verkauf, ich würde aber auch eine Stelle im Lager annehmen. Ihr Unternehmen ist mir gut bekannt, da ich mich für technische und elektronische Geräte interessiere.

Durch meine Ausbildung zum Bürokaufmann bin ich gut vertraut mit bürotypischen und organisatorischen Abläufen, die Microsoft Office-Programme Word, Excel und Outlook kann ich sicher anwenden, bin aber auch fähig, den Umgang mit einer neuen Software schnell zu erlernen.

Freundlicher und serviceorientierter Kontakt mit Kunden ist für mich durch meine gastgewerblichen Ausbildung eine Selbstverständlichkeit.

Ich bin belastbar und arbeite gerne teamorientiert, ich bin aber auch in der Lage selbstständige Arbeiten gewissenhaft durchzuführen

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FRAGEN
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Re: Bewerbungsschreiben nach langer Arbeitslosigkeit

Beitrag von FRAGEN » 13.01.2011, 00:04

snobilikat hat geschrieben:Zur Ausbildung: er ist Koch und Bürokaufmann, hat aber bis auf eine kurze Zeit als Koch (7 Monate) und ein Praktikum als Bürokaufmann (4 Wochen) keinerlei Praxis, dafür aber große Lücken im Lebenlauf.
Irgendetwas verstehe ich hier nicht: Mit 18 Jahren zwei abgeschlossene Lehren und trotzdem lange Lücken? Wie kommt denn so etwas zustande?
snobilikat hat geschrieben:Meine Frage nun: wie formuliert man eine Bewerbung für eine x-beliebige Stelle?
Meine Gegenfrage: Warum sollte man so etwas tun? Mit seinen beiden Ausbildungen hätte er doch schon einmal die Möglichkeit in zwei völlig verschiedenen Berufsfeldern jeweils sehr spezifische Bewerbungen zu verfassen? Wo ist der Vorteil der "X-Beliebigkeit", wenn es auch anders geht?
snobilikat hat geschrieben:Und wie kann man vernünftig "nehme alles an" schreiben, ohne dass es zuuu verzweifelt klingt?
M. E. gibt es für diese Aussage ("n. a. a.") nur die Varianten "Verzweiflung" und "Lustlosigkeit". Eine Formulierung dieses Sachverhalts, die in irgendeiner Weise positiv klingt, wüsste ich nicht. Ihr solltest auf jeden Fall bei den individuell zugeschnittenen Bewerbungen bleiben! Du kannst ja einmal je eine typische Koch- und Bürokaufmannsbewerbung Deines Sohnes posten... sofern es Dir gelingt, ihn selbst hier zwecks Rede und Antwort an den Schirm zu bekommen. Ohne seine eigene, aktive Beteiligung sehe ich hier geringe Chancen...

snobilikat
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Re: Bewerbungsschreiben nach langer Arbeitslosigkeit

Beitrag von snobilikat » 13.01.2011, 00:20

FRAGEN hat geschrieben: Irgendetwas verstehe ich hier nicht: Mit 18 Jahren zwei abgeschlossene Lehren und trotzdem lange Lücken? Wie kommt denn so etwas zustande?
Er war 2009 mit der Ausbildung fertig und hat dann 4 Monate gearbeitet. Der Betrieb wurde dann aber neu übernommen und er gekündigt. Dann haben wir 7 Monate was Neues gesucht - leider sind seine Schulzeugnisse nicht die Besten und außerdem suchen die Gastronomiebetriebe immer jemand mit Erfahrung. Er hat aber keine Lehre gemacht, sondern eine Fachschule - mit weit weniger Praktika als ein Lehrling.
Dann hat er eine Sommersaison gearbeitet, das war von Anfang an nur eine befristete Lösung. Und jetzt sind wir halt wieder am Anfang.
FRAGEN hat geschrieben: Meine Gegenfrage: Warum sollte man so etwas tun? Mit seinen beiden Ausbildungen hätte er doch schon einmal die Möglichkeit in zwei völlig verschiedenen Berufsfeldern jeweils sehr spezifische Bewerbungen zu verfassen? Wo ist der Vorteil der "X-Beliebigkeit", wenn es auch anders geht?
Weil ich inzwischen annehme, dass die Ausbildung bei den Betrieben nicht zählt - wichtig ist Arbeitspraxis. Wie aber soll sich die ein junger Mensch aneignen, wenn er keine Arbeit bekommt? Es ist zum Mäusemelken!

FRAGEN hat geschrieben: M. E. gibt es für diese Aussage ("n. a. a.") nur die Varianten "Verzweiflung" und "Lustlosigkeit". Eine Formulierung dieses Sachverhalts, die in irgendeiner Weise positiv klingt, wüsste ich nicht. Ihr solltest auf jeden Fall bei den individuell zugeschnittenen Bewerbungen bleiben! Du kannst ja einmal je eine typische Koch- und Bürokaufmannsbewerbung Deines Sohnes posten... sofern es Dir gelingt, ihn selbst hier zwecks Rede und Antwort an den Schirm zu bekommen. Ohne seine eigene, aktive Beteiligung sehe ich hier geringe Chancen...
Es ist inzwischen wirklich Verzweiflung, ich mach mir schon echt Sorgen um ihn. Ich stell mal eine Koch-Bewerbung rein - die Bürokaufmannschiene verfolgen wir ja erst "virtuell" ;) (also Gesuche lesen)
Den Junior hab ich ins Bett geschickt *g*, der hat morgen Fahrschule.

snobilikat
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Beitrag von snobilikat » 13.01.2011, 00:48

So, hier mal eine Bewerbung an ein Restaurant

Sehr geehrte Frau K.!

Ich habe im Internet Ihr Stellengesuch gelesen und mich sofort angesprochen gefühlt.

Ende Mai 2009 habe ich die Gastgewerbefachschule xxx mit Erfolg abgeschlossen, anschließend konnte ich meine praktischen Erfahrungen im Bereich gutbürgerlicher Küche im Gasthaus „xxx“ in xxx festigen. Nach einer Neuübernahme des Lokals möchte ich mich beruflich verändern und neuen Herausforderungen stellen. Die mediterrane Küche fasziniert mich schon seit meiner Ausbildung, daher will ich unbedingt in diesem Bereich meine nächsten Schritte machen.

Ich bin gewissenhaft, zuverlässig und auch unter Zeitdruck belastbar. Auch die phantasievolle Herstellung bzw. Präsentation von Buffets und Süßspeisen bereitet mir sehr viel Freude, weil ich gerne kreativ und mit Liebe zum Detail arbeite. Ich bin teamfähig und flexibel.

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