Initiativbewerbung: was muss rein, ich brauche einen Tipp

Eine initiative Bewerbung lohnt immer dann, wenn keine konkrete Stellenausschreibung vorliegt. Worauf ihr achten musst, ist Thema in diesem Forum.
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Alice
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Initiativbewerbung: was muss rein, ich brauche einen Tipp

Beitrag von Alice » 22.07.2006, 11:01

Hallo an alle!
Schön, dass es dieses Forum gibt, in dem man so einfach verschiedene Fragen zum Thema Bewerbung stellen kann. Besonderes schön ist es in meinem Fall, denn ich weiß eigentlich überhaupt nicht, wie ich ein Initiativschreiben verfassen soll… :?

Vor einiger Zeit bin ich aus meinem Heimatland nach Österreich übersiedelt und habe angefangen mich ans Leben in einem anderen Land zu gewöhnen. Doch, was die Arbeitswelt angeht, wird es natürlich nicht leicht, das Richtige zu finden.

Leider gilt meine Hochschulreife in diesem Land nicht, deshalb habe ich mich für eine Abendshandelsakademie entschieden. Meine Ausbildung wird noch 3 Jahre dauern, die ich nicht zu Hause verbringen möchte. Unser Arbeitsmarktservice hat mir empfohlen, alle nah liegende Speditionen anzuschreiben, da bei denen vielleicht ein Interesse an osteuropäischen Sprachen besteht könnte: „Schicken Sie ihnen einfach ein Initiativschreiben ohne jegliche Unterlagen zu.“ – war ihre Empfehlung. Aber, bevor ich das mache, möchte ich mir auch eure Meinung dazu holen. Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr meine Fragen beantworten könnt:

1). Kurzbewerbung. Eine Kurzbewerbung ohne Anlagen ist in meinem Fall natürlich optimal, aber womit soll ich dann meine Deutschkenntnisse belegen, denn ein Initiativschreiben kann für mich auch ein anderer (ein Muttersprachler) verfasst haben?

2). Bewerbungsmappe. Wenn ich mich doch für eine ausführliche Bewerbungsmappe entscheide, welche Bestendteile soll sie dann enthalten? Um Referenzen habe ich mich in meinem Herkunftsland nicht gekümmert und ich glaube auch nicht, dass sie hier einen Wert hätten. Wie sieht es mit meiner Allgemeinen Reife? Kann ich sie auch beilegen oder ist es eher nicht relevant (für den EU-Raum gilt sie sowieso nicht)?

3). Lebenslauf. Seit meinem Umzug nach Österreich bin ich Hausfrau gewesen. Wie kann ich dies in meinem Lebenslauf erwähnen? Muss ich das überhaupt machen, oder soll ich nur meinen letzten Arbeitsplatz, den ich vor 2 Jahren gehabt habe, beschreiben?

Ich hoffe, dass ihr mir weiter helfen könnt, und danke euch für diese Hilfe im Voraus! :)

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Caroline
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Re: Initiativbewerbung: was muss rein, ich brauche einen Tip

Beitrag von Caroline » 24.07.2006, 13:09

Hallo,
Leider gilt meine Hochschulreife in diesem Land nicht
Bist du dir da sicher?
1). Kurzbewerbung. Eine Kurzbewerbung ohne Anlagen ist in meinem Fall natürlich optimal, aber womit soll ich dann meine Deutschkenntnisse belegen, denn ein Initiativschreiben kann für mich auch ein anderer (ein Muttersprachler) verfasst haben?
Ich glaube nicht, dass die Arbeitsgeber so mißtrauisch sind, dass sie einem "Ausländer" das Selbstverfassen eines Anschreibens nicht zutrauen. Denn spätestens im Vorstellungsgespräch würde sich das ja aufklären. Aber du kannst ja auf deine Schulkenntnisse verweisen und dass du diese im Alltag perfektioniert hast - so liest sich das jedenfalls hier. :D
2). Bewerbungsmappe. Wenn ich mich doch für eine ausführliche Bewerbungsmappe entscheide, welche Bestendteile soll sie dann enthalten? Um Referenzen habe ich mich in meinem Herkunftsland nicht gekümmert und ich glaube auch nicht, dass sie hier einen Wert hätten. Wie sieht es mit meiner Allgemeinen Reife? Kann ich sie auch beilegen oder ist es eher nicht relevant (für den EU-Raum gilt sie sowieso nicht)?
Verstehe ich nicht, warum die Allgemeine Reife nicht gelten sollte. Aus welchem Land kommst du denn ursprünglich?

Eine ausführliche Bewerbungsmappe ist allerdings bei einer Initiativbewerbung wirklich nicht so angebracht, weil eben nicht jede Spedition einen Personalbedarf hat und du damit dem Unternehmen und dir selbst zu viel Arbeit machst.
3). Lebenslauf. Seit meinem Umzug nach Österreich bin ich Hausfrau gewesen. Wie kann ich dies in meinem Lebenslauf erwähnen? Muss ich das überhaupt machen, oder soll ich nur meinen letzten Arbeitsplatz, den ich vor 2 Jahren gehabt habe, beschreiben?
Ein Lebenslauf muss lückenlos sein. Außerdem ist "Hausfrau" keine unehrenhafte Sache, die man schamvoll unter den Teppich kehren müsste.

Lies dir diesen Artikel zur initiativen Bewerbung noch durch.

Alice
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Beitrag von Alice » 25.07.2006, 11:03

Hallo Caroline,
ich danke dir für deine schnelle Antwort!

Was meine Allgemeine Hochschulreife angeht, bin ich mir ziemlich sicher, dass sie in Österreich nicht gilt. Ich habe mich persönlich bei dem österreichischen Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur danach erkündigt. Mein Herkunftsland ist Russland. Leider werden russische Diplome und Reifezeugnisse im EU-Raum nicht (oder überwiegend nicht) anerkannt.

Dass eine komplette Bewerbungsmappe bei einer Initiativbewerbung etwa überflüssig ist, habe ich schon lange vermutet. Wahrscheinlich ist es nur dann sinnvoll, wenn dieser Bewerbung ein ausführliches Telefongespräch mit Personalchef vorausgeht.

Ich glaube, ich werde mir einfach die E-Mail-Adressen von Personalchefs geben lassen und den ersten Kontakt mit ihnen per E-Mail aufnehmen. Im Text des E-Mails werde ich auf mein Initiativschreiben verweisen, das ich als eine pdf.-Datei anhängen werde.

So könnte ich herausfinden, ob das Interesse an Russisch überhaupt da ist. Als Betreffzeile habe ich mir folgendes überlegt:

Haben Sie Interesse an einer Mitarbeiterin mit perfekten Russischkenntnissen?

Ich habe oft gelesen, dass man bei einer Initiativbewerbung auf den Betreff besonders achten soll: Es sollte quasi schon aus der Betreffzeile hervorgehen, warum der Bewerber für ein konkretes Unternehmen interessant sein könnte.

Jedoch kommt mir meine Variante irgendwie komisch vor… Vielleicht würde dir etwas Besseres einfallen. Was würdest du an meiner Stelle in die Betreffzeile schreiben? Wie findest du diese Idee mit dem E-Mail überhaupt?

Ich hoffe, dass ich dich mit meinen Fragen nicht allzu sehr belästigt habe und danke dir für deine Antwort im Voraus :D

Marina
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Beitrag von Marina » 26.07.2006, 22:48

Alice hat geschrieben:
Haben Sie Interesse an einer Mitarbeiterin mit perfekten Russischkenntnissen?
Das in die Betreffzeile der E-mail? Also bei mir würde sowas direkt in den Spamverdacht gehen.

Oder meinst du in die Betreffzeile der PDF Datei?

Alice
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Beitrag von Alice » 27.07.2006, 00:18

Marina hat geschrieben:

Das in die Betreffzeile der E-mail? Also bei mir würde sowas direkt in den Spamverdacht gehen.
Da hast du Recht! Es klingt wirklich nach einem Spam.
Als Betreffzeile zu meinem Initiativschreiben würde es wahrscheinlich passen, der Betreff von einer E-Mail dagegen sollte etwas zurückhaltend sein. Aber was soll diese Betreffzeile enthalten, damit meine E-Mail nicht sofort aussortiert wird? – Mir fällt leider nichts Passendes ein. :(

Marina
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Beitrag von Marina » 27.07.2006, 22:05

Wie wäre es mit einem schlichten und einfachen "Anfrage"? oder "Frage bezüglich eines Arbeitsplatzes"?

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Caroline
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Beitrag von Caroline » 28.07.2006, 19:42

"Berufserfahrene BERUF NENNEN mit perfekten Russischkenntnissen sucht neues Tätigkeitsfeld" entspricht doch der Wahrheit, so dass man das ruhig als Betreff nehmen kann.

Unter http://products.austriantrade.org/defau ... l=en&inf=x findest du übrigens ein paar Unternehmen, die anscheinend mit Russland Handel treiben.

Peppie
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Anlagen in Initiativbewerbungen?

Beitrag von Peppie » 29.03.2008, 14:04

Ich hab jetzt schon des Öfteren hier im Forum gelesen, dass in Initiativbewerbungen kaum Anlagen, wie Zeugnisse und Beurteilungen aus praktischen Tätigkeiten, rein gehören.
Ist das richtig?
Wenn dass so ist, wundert es mich doch sehr, denn man muss sich doch gerade, weil es eine Initiativbewerbung ist, sofort durch gute Leistungen beweisen.

Lg Peppie

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Knightley
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Beitrag von Knightley » 29.03.2008, 15:10

Kannst du im Prinzip machen wie du willst. Wenn du was vorzuzeigen hast, dann mache das... Gucke dir diese Tipps zu den Bewerbungsanlagen mal an.

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Lilly Braun
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Beitrag von Lilly Braun » 29.03.2008, 16:39

Das kommt immer drauf an. Wenn man sich bereits telefonisch vorgestellt hat und wahrscheinlich ist, dass eine Stelle frei ist, dann lohnt es sich die Referenzen mitzuschicken. Wenn es aber eher spontan und wahllos ist, dann lohnt es sich weniger noch die Unterlagen außer Lebenslauf mitzuschicken. Sondern vorerst nur mit dem was man schreibt zu überzeugen. Im Nachhinein kann dann immer noch nach Unterlagen gefragt werden!

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Beitrag von FRAGEN » 29.03.2008, 18:29

Es kommt auch stark darauf an, als was Du Dich bewirbst. Je "spezieller" Dein Angebot ist (u. U. so speziell, dass es eine solche Position im Zielunternehmen bis dato gar nicht gibt) und/oder je grösser die Konkurrenz bzw. wie branchenüblich Initiativ-Bewerbungen sind, desto eher empfiehlt sich m. E. auch im ersten Schritt schon eine möglichst aussagestarke Bewerbung... die theoretisch natürlich auch über Meisterwerke an Anschreiben und Lebenslauf funktionieren kann... ;-)

Die beste Hilfe, die man sich selbst in solchen Fällen geben kann, ist m. E. das Versetzen in die Lage des potentiellen Lesers: Was, was ich diesem (wahrheitsgemäss) von mir und meinen Fähigkeiten zu sagen oder zeigen habe, könnte diesem das Gefühl geben, einen für sein Unternehmen besonders interessanten Kandidaten vor sich zu haben? Wobei die Betonung auf "sein" liegt: Bei Initiativ-Bewerbungen ist der Bezug zum Unternehmen von besonderer Bedeutung.

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