Lebenslauf Wirtschaftsingenieurwesen Praktikum

Fragen zum Lebenslauf: Wie sieht ein tabellarischer Lebenslauf und wie ein handschriftlicher Lebenslauf aus? Welche Daten müssen unbedingt in den Lebenslauf und welche nicht?
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Antonius
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Lebenslauf Wirtschaftsingenieurwesen Praktikum

Beitrag von Antonius » 09.07.2018, 10:12

Hey!

Mein Leben hat mit dem Alter von 15/16 einen Schicksalsschlag erlitten, da meine Mutter an Krebs erkrankte und ich zu dieser Zeit sehr vulnerabel war (tägliches Mobbing an der neuen Schule). Kurz gesagt, es war für mich nicht möglich die 10 Klasse der Realschule zu beenden, da ich geistig nur noch abwesend war.
Deswegen hatte ich mich dazu entschlossen, mich um meine Mutter zu kümmern (Haushalt etc) und nebenbei zu mir selbst zurück zu finden.
Was mir nach der Genesung meiner Mutter und einer Rehabilitationskur gelang.
Ich habe dann meinen Realschulabschluss und Abitur nachgeholt und mich für das Studienfach Mathematik entschieden, was ich, wie 70% meiner Kommilitonen, nach einem Semester und ein paar Monaten abgebrochen habe, da es mich Jobtechnisch später nicht erfüllt hätte. Danach habe ich mich für den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen eingeschrieben, womit ich auch sehr glücklich und meiner Meinung nach erfolgreich bin und mir erhoffe trotz meines Alters (25) auch wirtschaftlich erfolgreich sein zu können.

Nun zum eigentlichen:
Ich möchte mich nun langsam für mein „erstes“ Praktikum bewerben, dabei würde ich gerne Erfahrungen in der Finanzbranche sowie der Industrie (Projektmanagement) sammeln.
Bewerben würde ich mich gerne als erstes bei den Big4 im Audit und dafür benötige ich einen Lebenslauf, der nicht gleich im Papierkorb landet.
Und deswegen suche ich nun für meinen speziellen Fall ein paar fachmännische Tipps um das zu retten, was noch zu retten ist.

Die zwei großen Probleme sind:
Einmal das Jahr indem ich zu Hause war und mich um meine Mutter gekümmert habe und die 4-5 Monate zwischen den beiden Studiengängen.
Des Weiteren habe ich keine beruflichen Erfahrungen, außer ein paar Aushilfsjobs und Schülerpraktika, wo es keine Beweise dazu gibt. Da die Schule nicht verpflichtet war die Unterlagen aufzubewahren, außerdem waren es Praktika im Krankenhaus, also für den Job nicht relevant.
Weiter weiß ich auch nicht wie ich das Jahr mit meiner Mutter beweisen soll, kann ja schlecht ihre Krankenakte abfotografieren. Von daher wäre es doch dort besser arbeitssuchend hinzuschreiben, oder?
Ich möchte einfach nur authentisch wirken und nicht irgendetwas in den Lebenslauf schreibe, was sich schwer beweisen lässt.

Hier eine kurze Auflistung meines Werteganges:


10/2017 – heute Wirtschaftsingenieurwesen (TU9), Schnitt: 1,5 bei 73LP
10/2016 – 05/2017 Wirtschaftsmathematik (TU9), Neuorientierung zu Wirtschaftsingenieurwesen
08/2013 – 06/2016 Fachgymnasium, allgemeine Hochschulreife, Schnitt 2,3
07/2011 – 08-2013 Berufsschule, Realschulabschluss
06/2010 – 07/2011 Pflege eines Familienmitglieds und Rehabilitation
11/2008 – 06/2010 Realschule c (Wir sind durch die Trennung meiner Eltern, sowie den Jobwechsel meiner Mutter 3 mal umgezogen.)
10/2006– 11/2008 Realschule b
08/2004 – 10/2006 Realschule a

Bedanke mich im Voraus für eure Hilfe.
Vielleicht sitzen ja hier auch Leute aus dem HR im Forum:)

P.S. Was ich vlt noch anmerken möchte ist, dass ich ohne dies Begebenheit niemals ein Abitur gemacht hätte, also es hatte vlt auch was gutes?!

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zoolander
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Registriert: 04.07.2018, 13:13

Beitrag von zoolander » 09.07.2018, 18:26

Hallo Antonius,

mir ging es ähnlich wie dir. Nur zu einem viel späteren Zeitpunkt.
Mich hat es nach einem Wechsel des Studiengangs erwischt, als alles wie am Schnürchen lief und ich einen Schein nach dem anderen mitnehmen konnte.
Ich kann sehr gut verstehen, dass man mit solch einer Krankheit in der Familie keinen klaren Kopf mehr hat.
Kurz: Vater krank, dann Pflegefall, dann verstorben. Zum Ende hin habe ich meiner Mutter 24h/ Tag geholfen ihn zu versorgen, zuvor schon monatelang Zeit damit verbracht, Therapiemöglichkeiten zu finden. Dann das Studium unterbrochen. Vollzeitpflege und Prüfungen waren nicht vereinbar. Dann wieder eingestiegen und meine Mutter wurde krank. Da es sonst keinerlei Angehörige gab, habe ich erneut abgebrochen und sie gepflegt, bis sie wieder selbstständig war.
Auch dann kann man nicht sofort wieder ins Studium zurück, ich zumindest musste diese zwei Ereignisse verdauen.
Ergebnis: Zwei große Lücken und ein jahrelanges Studium.
Vermerkt im LL habe ich es direkt unter dem Studiengang als "Unterbrechungen zwecks Pflege der Eltern).
Wenn ein Personaler nur die Studienzeit betrachtet und nicht den Text liest, habe ich Pech gehabt. Gern hätte ich auch die einzelnen Zeiten (knapp 3,5 Jahre) vermerkt, aber das wäre zu kompliziert geworden.
Das sind Dinge, die man normalerweise gut in einem Gespräch klären kann - sofern einem die Chance dazu gegeben wird.

Kurzum: 25 ist kein Alter.

Antonius
Beiträge: 2
Registriert: 09.07.2018, 09:48

Beitrag von Antonius » 09.07.2018, 19:02

Das tut mir natürlich sehr leid zu hören und deine Situation kann ich auch komplett verstehen und bei dir ist es ja auch etwas schwieriger zu erklären.
Allerdings wüsste ich nicht einmal wie ich meins ordentlich in den Lebenslauf bringe.

Habe schon darüber nachgedacht alles bis zum Abitur einfach zu entfernen, da es eh unwichtig ist. Des Weiteren würde ich auch gerne meine Alter komplett weglassen, dürfte ja auch nicht stören und wenn ich dann gefragt werde kann ich meine Situation ja erklären.

Es wäre natürlich schön wenn sich hier ein Personaler melden würde, wenn es hier im Forum welche geben sollte.
Denn ER/Sie hat dann ja die Fachkompetenz mir und vlt auch dir etwas zu helfen. Ich will mich ja auch nach meinem ersten Praktikum im Konzern bewerben und dort schaut man ja genauer hin.

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