Wie schreibe ich eine Initiativbewerbung

Eine initiative Bewerbung lohnt immer dann, wenn keine konkrete Stellenausschreibung vorliegt. Worauf ihr achten musst, ist Thema in diesem Forum.
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sika
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Wie schreibe ich eine Initiativbewerbung

Beitrag von sika » 30.08.2007, 10:32

Hallo zusammen, :D ich habe ein großes Problem - bin gelernte Bauzeichnerin und habe seit über 10 Jahren keine Bewerbung geschrieben - bin seit 8 Jahren aus dem Job - und suche jetzt seit 3 Jahren Arbeit. Habe mich jetzt mit Fortbildungen wieder auf Das Laufende gebracht, nur beim Bewerben hapert es noch gewaltig. Wer kann mir mit einer Initiativbewerbung helfen bzw. auch einen Tip geben wie ich ein Bewerbungschreiben nach heutigem Stand formuliere.

Vielen Dank im Voraus

Silke

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Knightley
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Beitrag von Knightley » 30.08.2007, 14:10

Eine Initiativbewerbung unterscheidet sich nicht von anderen Bewerbungen - es kommt da eher auf die sprachliche Kreativität an. Außerdem muss man fäig sein, Sachverhalte knapp aber nicht nur aufzählend darzustellen.

Hier findest du alles Wichtige: Initiativbewerbung schreiben

sika
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Beitrag von sika » 30.08.2007, 14:18

Ich weiß ja- aber da ich für meine Ausbildung damals keine Bewerbung gebraucht habe und seitdem auch nicht - schreibe ich quasi jetzt meine ersten richtigen Bewerbungen. Leider bis jetzt nicht so erfolgreich. Deshalb denke ich auch dass mein Stil einfach total veraltet ist - gibt es den irgendwo Vorlagen an denen man sich am Anfang wenigstens ein bißchen orientieren kann?

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 30.08.2007, 20:05

Hallo sika!

Um wegen "Altertümlichkeit" auszuscheiden, müsstest Du m. E. schon wie Walther von der Vogelweide schreiben. Bin mir fast sicher, dass es andere Gründe hat... wobei die lange Auszeit mit Sicherheit zu den dicken Brocken gehört...

Kannst Du erklären, was Du in der Zeit gemacht hat? Und was meinst Du genau mit dem "Laufenden"? Kannst Du am Computer zeichnen? Hast Du schon ein paar kompetente Sätze zu Deinen Kenntnissen und Erfahrungen im Allgemeinen? Was genau Du zu welcher Art von Bauwerken gezeichnet hast? Vielleicht noch ein paar besonders gelungene Zeichnungen als Arbeitsproben?

Unabhängig davon glaube ich, dass Architekturbüros (?) zu den Arbeitgebern gehören, die besonders viel Wert auf die vielzitierte "Chemie" legen. Die Chancen sind mit Sicherheit deutlich grösser bei solchen, deren eigenes Tätigkeitsfeld dem Deines Lehrbetriebs ähnlich ist. Am allergrössten vermutlich bei denen, die sogar auf eine ähnliche Art entwerfen wie Dein früherer Chef. Du solltest die Homepages sehr genau studieren... und wenn Du zeigst, dass Du verstehst, was dem betreffenden Büro besonders wichtig ist, ist das mit Sicherheit ein Pluspunkt!

sika
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Beitrag von sika » 31.08.2007, 10:02

ich habe 1990-1992 eine Ausbildung als Bauzeichner Ingenieurbau gemacht. Dann nebenher gearbeitet bis 1999. (alles von Hand gezeichnet). Dieses Jahr habe ich eine Fortbildung gemacht: 8 Wochen Autocad 2D und 3D mit sehr gutem Abschluss. Dann noch 8 Wochen Allplan Nemetschek 2 D und 3D - auch mit sehr gutem Abschluss. Jetzt hänge ich noch 8 Wochen Mediengestaltung (Photoshop etc.) dran. Habe aber auch gemerkt wenn man aus dem Ingenieurbau kommt, es etwas hapert mit dem "Gestalten". Das habe ich mit der Fortbildung etwas in den Griff bekommen, und ich denke mit der Praxis wird auch das immer besser.

Vielleicht könnte ich meine Abschluss-Arbeit aus den Kursen mitschicken?

Ehrlich gesagt habe ich auch wenig "Selbstbewusstsein", was das Bewerben angeht - da ich schon einige Absagen bekommen habe -bzw. mir auch das Arbeitsamt und einige Arbeitgeber gesagt haben, dass man mit 40 nicht mehr so einfach vermittelbar ist, auch weil ich 3 Kinder habe und deshalb noch nicht 100 % arbeiten kann, außer wenn ich teilweise zuhause arbeiten kann. Dann geht auch Vollzeit. Dabei zeichne ich sooo gern, und hätte lieber heute als morgen Arbeit.

SandraZ
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Beitrag von SandraZ » 31.08.2007, 21:16

Ich bin 38, habe zwei Kinder und aus meinem Lebenslauf geht hervor, dass ich ein abgebrochenes Studium habe, zwei Kinder, mehrfach umgezogen bin (Beruf meines Mannes) daraus folgt wiederum, keine Familie für Notfälle in der Nähe. Meine Jungs sind 6 u. 9 und ich habe das letzte mal vor gut 10 Jahren gearbeitet.
Gib nicht auf und laß dich nicht entmutigen. Das wirst du auch in deiner Bewerbung transportierne.
Ich hatte Glück und eine Stelle in meinen Ausbildungsberuf gefunden, allerdings auf 400 Euro Basis. Besser als gar nichts und ich habe wieder einen Fuß in der Tür.
Tip: Bewerbe dich nicht nur als Bauzeichnerin. Suche auch anders, zumindest hier gibt es recht viele Firmen, die Mitarbeiter suchen, die egal wie sich mit Zeichenprogrammen auskennen.
Und aus meiner eigenen persönlichen Erfahrung heraus. Es hat vieles mit Glück zu tun, du mußt dich zum richtigen Zeitpunkt auf die entsprechende Stelle bewerben und auf den richtigen Chef treffen. Und da allein ist schon fast wie ein sechser im Lotto.

Also, laß dich nicht entmutigen. STeh zu deiner Familie und auch zu deiner Auszeit und deinem Alter.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 02.09.2007, 12:13

Hallo Sika!

Gut möglich, dass Dein mangelndes "Selbstbewusstsein" in Bewerbungen Dich bisher vor unbedachten Schnellschüssen bewahrt hat. In Deinem Fall geht Überlegung definitiv deutlich vor Geschwindigkeit. Ich glaube übrigens mit SandraZ, dass besagter Fall absolut nicht hoffnungslos ist... wenn Du die Sachlage vor Dir selbst in gnadenloser Offenheit betrachtest und Deine Zielsetzung (und deren Kommunikation) daran ausrichtest... was m. E. vor allem bedeutet, nicht zu viel zu wollen... und das nicht zu schnell...

Deine Idealvorstellung (Vollzeitstelle in weitgehender Heimarbeit) halte ich in näherer Zukunft für sehr, sehr unwahrscheinlich. Ich würde dem eventuellen Arbeitgeber die Entscheidung so leicht wie irgend möglich machen, was - hart gesagt - auch und gerade die Möglichkeit des leichten und schnellen "Loswerdens" einschliesst. Heisst konkret: Dich explizit als "Freie Mitarbeiterin" anzubieten... und dabei fachlich nicht zu hoch zu greifen. Dass Du jetzt drei gefragte und gut abgeschlossene Fortbildungen in Folge gemacht hast, spricht für Deine Lernfähigkeit und noch mehr für die Ernsthaftigkeit Deiner Absicht... stellt allerdings bei weitem noch keine "technische" Konkurrenzfähigkeit zu einer 10 Jahre Jüngeren her, die mit Computern aufgewachsen ist.

Vielleicht muss die allerdings auch gar nicht sein. Meine Idee wäre (mal ins Unreine gesprochen) Dich zur praktischen Vertiefung Deiner neu erworbenen Kenntnisse als eine Art Assistenz-Zeichnerin in Teilzeit anzubieten. Es ist ja so, dass komplexe Computerzeichnungen/-modelle über einen längeren Zeitraum entstehen und sich zu einem grossen Teil aus doch relativ simplen Elementen zusammensetzen. Vom betriebswirtschaftlichen Standpunkt fände ich es schon ziemlich interessant, meinem (teuren) Zeichencrack 2-3-mal in der Woche eine Zuarbeiterin zur Seite zu stellen, die (zu einem deutlich niedrigeren Preis) nach klaren Vorgaben bestimmte Einzelteile erstellt, für deren "Hingefummel" derjenige eigentlich "zu schade" ist. Wenn Dein Ehrgefühl eine solche Konstellation zulässt, würde dabei eigentlich jeder gewinnen. Möglicherweise könntest Du so etwas sogar für mehrere Unternehmen simultan machen... und nach einer Einarbeitungs- und Vertrauensbildungsphasen z. T. vielleicht sogar wirklich zu Hause...
sika hat geschrieben:Vielleicht könnte ich meine Abschluss-Arbeit aus den Kursen mitschicken?
Das würde ich auf jeden Fall... und wenn Du zwischen den Bewerbungen noch Zeit hast und/oder Entspannung brauchst, wäre es vielleicht auch ein Gedanke, irgend eine Deiner alten "Handarbeiten" noch einmal in digitaler Form umzusetzen. Reale Aufgaben werden mit Sicherheit noch eindrucksvoller sein als vorgegebenen Kurs-Übungen...
sika hat geschrieben:Dabei zeichne ich sooo gern
Gefällt mir, der Satz. Zeigt persönliches Interesse an der Sache ohne die üblichen "Karrierewünsche". Genau in dieser Rolle sehe ich Deine Chance... als jemand, der "kleine Aufgaben" mit denen Nachwuchsstars nicht glänzen können, mit uneitlem Einsatz (und nicht zu teuer) übernimmt...

Und wenn Du erst wieder einmal ein paar Jahre im Beruf bist, sieht ohnehin wieder manches anders aus... ;-)

janaru
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Wie schreibe ich eine Initiativbewerbung?

Beitrag von janaru » 09.03.2012, 23:46

Hallo,

ich hoffe es kann mir jemand helfen!
Durch die Insolvenz der Firma in der ich arbeite bin ich zum 30.06.2012 gekündigt. Nun muss ich mich bewerben und habe keine Ahnung wie ich eine Initiativbewerbung schreibe.
Da ich einen Job benötige um alle Kosten decken zu können (wie die meisten von uns), möchte ich mich für alle möglichen Stellen in einer Firma bewerben. In den letzten Jahren 17 Jahre arbeitete ich als kaufmännischer Springer in folgenden Abteilungen: Sekretariat und Lagerwirtschaft. Einen kaufmännischen Beruf habe ich nicht erlernt, aber 17 Jahre Berufserfahrung.
Ich würde aber auch in der Produktion arbeiten, da ich eine Familie ernähren muss und einen Job brauche.
Wie schreibt man eine Bewerbung für verschiedene Jobs in einer Firma oder muss ich mich für eine bestimmte Richtung entscheiden?
Ich hoffe es kann mir jemand helfen und ich bedanke mich im voraus schon!

Mit freundlichen Grüßen

janaru

Rhodus
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Beitrag von Rhodus » 10.03.2012, 12:25

Hallo janaru,

zunächst ein grundsätzlicher Tipp. Auch wenn man in dieser Situation so schnell wie möglich einen neuen Job haben möchte und deshalb bereit ist, so ziemlich jeden Job anzunehmen.
Am erfolgreichsten sind erfahrungsgemäß die Bewerber, die sich auf eine berufliche Position festlegen, am Besten auf Ihre Wunschposition.
Dann eine aussagekräftige, individuelle Bewerbung verfasst und man erhält bald die ersten Einladungen.

Wer sich auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Positionen bewirbt, vermittelt den Personalverantwortlichen den Eindruck einer begrenzten Motivation. Denn von dem Bewerber, dem es letztlich gleichgültig ist, als was er arbeitet, wird keine große Leistungsbereitschaft erwartet. Jedenfalls eine geringere als bei dem, der klar aussagt, was er will.

Was nun die Initiativbewerbung betrifft, so unterscheidet diese sich nicht gravierend von einer "normalen" Bewerbung. Man präsentiert sein berufliches Können und seine Kompetenzen. Der einzige Unterschied besteht letztlich darin, dass diese Präsentation nicht auf eine Stellenanzeige abgestimmt wird, sondern uneingeschränkt erfolgt, also das komplette berufsbezogene Können und die entsprechenden Kompetenzen.

Lies mal hier: http://www.bewerbung-forum.de/initiativ ... eiben.html Dort findest du super Tipps.

Viele Grüße aus Duisburg

janaru
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Beitrag von janaru » 10.03.2012, 21:26

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ich werde mich erstmal allgemein im kaufmännischen Bereich bewerben, da ich sehr gute Erfahrungen gesammelt habe und fexibel eingesetzt werden kann.
Wie schreibe ich aber die ersten Sätze? Bezogen auf die Firma oder meine Fähigkeiten? Ich freue mich über jede Antwort die ich erhalte.
Soll man vorher in den Firmen anrufen und nachfragen, ob Stellen frei sind? Aus eigener Erfahrung (Arbeit im Sekretariat) weiß ich aber, dass Anrufer auch schnell abgewimmelt werden, weil im moment keine Zeit für ein Gespräch ist.

Mit freundlichen Grüßen

janaru

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 11.03.2012, 00:09

janaru hat geschrieben:Wie schreibe ich aber die ersten Sätze? Bezogen auf die Firma oder meine Fähigkeiten?
Auf Deine Fähigkeiten in Bezug auf diese Firma... und nicht nur die "ersten", sondern alle Sätze... ;-)

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