8 Jahre Studium ohne Abschluss - wie in Lebenslauf?

Fragen zum Lebenslauf: Wie sieht ein tabellarischer Lebenslauf und wie ein handschriftlicher Lebenslauf aus? Welche Daten müssen unbedingt in den Lebenslauf und welche nicht?
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Xenos
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8 Jahre Studium ohne Abschluss - wie in Lebenslauf?

Beitrag von Xenos » 09.01.2009, 13:55

Hallo zusammen,

ich habe ein dickes Problem und zwar wurde ich nach 8 Jahren Studium nun exmatrikuliert, ohne einen Abschluss.
Gründe sind zum Grossteil Faulheit und dass ich Angst hatte rechtzeitig die Notbremse zu ziehen und vorher abzubrechen, also eigenes Verschulden hoch 10.

Nun muss ich mich natürlich um was anderes bemühen und frage mich, wie ich den Teil in meinem Lebenslauf einbauen soll.

Ich habe schon ein bisschen gelesen, dass man evtl einfach "Studium 2000-2008" schreiben soll und dann den Abschluss weglassen soll.
Nur wenn man mich dann fragt, ob ich den Abschluss habe und wenn nicht, warum denn nicht, kann man sich schwer irgendwas gutes einfallen lassen, was 8 Jahre Studium ohne einen Abschluss rechtfertigen.

In welcher Form soll ich also am besten das Studium in meinen Lebenslauf einfügen, so dass er vielleicht nicht sofort in den Papierkorb wandert oder wie kann ich noch am ehesten erklären, dass ich den Teil zwar verbockt habe, nun aber motiviert bin etwas neues anzugehen?

Während des Studiums habe ich auch sonst nur 1-2 kleine Nebenjobs und ein Engagement im Sportverein gehabt.

Danke schonmal und Gruß
Xenos

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Knightley
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Re: 8 Jahre Studium ohne Abschluss - wie in Lebenslauf?

Beitrag von Knightley » 09.01.2009, 19:38

Jeder Bildungsgang, der mit einer Prüfung endet, trägt eben das Risiko in sich, nicht zu bestehen. Das Nicht-Bestehen kann dann verschiedene Gründe haben. So ungewöhnlich ist es nicht, dass Prüflinge nicht bestehen. :?
Ich habe schon ein bisschen gelesen, dass man evtl einfach "Studium 2000-2008" schreiben soll
Nur das zu schreiben, wäre zu wenig. Es kommt aber darauf an, was du tatsächlich gemacht hast, in welchem Zeitraum du also "wirklich studiert" hast. Nur "Studium 2000-2008" zu schreiben, ist zu wenig. Der Zeitraum muss mit mehr Inhalt gefüllt werden. :? Gucke hier bei den Tipps für den Studienabbruch noch für Ideen.

Xenos
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Beitrag von Xenos » 10.01.2009, 15:36

Danke schonmal für die Antwort.

Im Grunde genommen hab ich ausser zu studieren und Prüfungen nicht zu bestehen ein bisschen nebenher gearbeitet, aber wirklich nix grosses erwähnenswertes und halt das Training im Sportverein.
Es lag also nicht an Geld- oder Zeitmangel, womit man das Scheitern erklären könnte sondern wirklich an meiner falschen Einstellung und der Faulheit.

Den kleinen Nebenjob hab ich schon im Lebenslauf erwähnt, ebenso die Tätigkeit im Sportverein, also kann ich auch schlecht nochmal schreiben "Studium 2000-2008, nebenbei Tätigkeit als Übungsleiter im Sportverein sowie Nebenjob."
Oder sollte ich es lieber so schreiben und dafür dann an anderer Stelle im Lebenslauf streichen?

Gruß

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Felixx
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Beitrag von Felixx » 10.01.2009, 15:45

Außer dem kleinen Nebenjob und dem Engagement im Sportverein hast du wirklich nichts anderes gemacht? Geheiratet? Familie gegründet? Irgendwomit mußt du dich doch beschäftigt haben die 8 Jahre lang. Jedenfalls kannst du im Bewerbungsgespräch später schlecht sagen, daß Faulheit der Grund für dein erfolgloses Studium war.

Xenos
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Beitrag von Xenos » 11.01.2009, 14:36

2007 habe ich geheiratet, aber in den 7 Jahren davor, naja, wirklich nur das Studium, Mini-Nebenjob und Sportverein.
Natürlich kann ich denen nicht erzählen, dass ich es aus Faulheit verbockt habe aber ich kann ja auch schlecht lügen und sagen, dass ich viel nebenbei Arbeiten musste und ständig mit dem Verein unterwegs war, was ja nicht der Fall war.
Ich habe fast 2 Jahre damit verbracht einen Praktikumsplatz zu finden, den ich dann auch nicht gefunden habe bis zum Schluss, aber das kann man ja auch nur mit mangelnder Motivation und Faulheit begründen.

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magrab
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Beitrag von magrab » 12.01.2009, 09:50

das ist aber ein harter Fall...

als was willst du dich denn bewerben? kannst du da vielleicht kenntnisse, die du im studium erworben hast, irgendwie gebrauchen? was hast du überhaupt studiert?

16 semester ohne abschluss... hast du wenigstens ein vordiplom/zwischenprüfung, etc. die du vorweisen kannst?

Romanum
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Beitrag von Romanum » 12.01.2009, 14:19

Bevor man sich in den nächsten Lebensabschnitt stürzt, sollte man den letzten - auch mit externer Hilfe - intensiv analysieren und verarbeiten, um die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Dabei muss man hart gegen sich selbst sein. Hier kommt es so rüber: hat halt nicht so richtig geklappt, was soll's. Mal gucken, was so auf mich zukommt. :?

Xenos
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Beitrag von Xenos » 12.01.2009, 15:55

Klar, die Gründe für mein Scheitern weiss ich natürlich, wie ich oben auch schon geschrieben habe.
Fehlende Motivation, falsche Einstellung und Faulheit. Dazu war ich gut abgesichert, da ich zuhause wohnte.

Jetzt wo ich verheiratet bin sieht das natürlich anders aus und ich will meine Ehe nicht gefährden, indem ich den Fehler nochmal mache (und die wäre ganz sicher zu Ende, wenn ich mir jetzt nochmal sowas leiste!).

Ich bräuchte halt jetzt ein bisschen Hilfe, wie ich diese erfolglosen 8 Jahre so verpacke, dass ich nicht mit Pinocchio-Nase jede Bewerbung abschicke sondern es halt "gut" (wenn man davon noch reden kann) verpacke und die Menschen, die es lesen nicht gleich zum Papierkorb greifen.

Ich weiss, das jeder normale Mensch sein Studium eher abbricht und das nicht gleich negativ aufgefasst wird in einer Bewerbung, aber 8 Jahre sind halt doch etwas krass um zu sagen "Ich war unentschlossen, ob es das Richtige für mich ist".

Ich bin für jede Hilfe, Formulierung, Tip dankbar.

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drusilla
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Beitrag von drusilla » 12.01.2009, 16:02

also erstmal würd ich evtl. noch schwerpunkte beim studium hinzufügen, je nach fach ist das noch hilfreich, das zeigt evtl. die parallelen zum job auf, auf den du dich bewirbst (obwohl wir immer noch nicht wissen, was du studiertest und worauf du dich bewirbst...)

dann kommts halt drauf an: hast du ein einigermassen anständiges vordiplom? semesterarbeiten? oder irgendeine prüfung, die du in den 8 jahren bestanden hast? wenn sowas vorliegt, würd ich halt behaupten, du hättest zwar "normal" studiert, dir wegen persönlichen gründen aber den abschluss vermasselt. kenntnisse der inhalte des studienganges hättest du dir aber trotzdem erworben, halt einfach nicht den titel...

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magrab
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Beitrag von magrab » 12.01.2009, 19:00

genau so sehe ich das auch! du musst zeigen, dass du in den 8 jahren nicht nur "herumgelungert" hast, sondern trotzdem studiert hast. nicht jeder der anfängt zu studieren beendet es auch mit einem abschluss, allerdings solltest du dir en paar wirklich gute gründe
1. für die lange zeit, in 16 semestern kann man fast 2 abschlüsse machen, und
2. für den abbruch überlegen.
sonst könntest du wirklich pech haben und deine bewerbungen landen ungelesen im papierkorb.

mach doch mal ein paar vorschläge für die formulierung deines LL.

gruß

Romanum
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Beitrag von Romanum » 13.01.2009, 13:21

Ob das Vordiplom bestanden wurde, würde mich auch interessieren, und wann das war. Welche Nachweise für das Studium willst und kannst du mitschicken?

Jiveman
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Studium ohne Abschluss im Lebenslauf schreiben

Beitrag von Jiveman » 18.02.2014, 10:51

Hallo,

Ich suche mir einen neuen Job nachdem mein Vertrag beim letzten abgelaufen ist. Während dieser Zeit habe ich auch an eine Uni studiert, musste aber mein Studium abbrechen. Meine Frage ist:

Ist es besser im lebenslauf meine Zeit and der Uni schreiben mit "Ohne Abschluss" oder ähnliches, oder soll ich es lieber aus dem Lebenslauf komplett lassen?

Danke,

Jiveman

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 18.02.2014, 12:49

Die Handwerkskammern haben, inbesondere in den Studentenstädten, häufig ein extra Vermittlungsprogramm für Studienabbrecher. Dies nur als Hinweis.
Das du keinen Abschluss hast wird man im LL daran erkennen, dass du das Studium mit seiner Laufzeit angeben wirst, aber keines Zeugnisse mitschickst und auch keine Abschlussnoten erwähnst.
Und vergiss die Vokabel abbrechen. Du hast es beendet (wenn auch ohne Abschluss). Beenden ist neutraler.

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Beitrag von Jiveman » 18.02.2014, 13:45

Danke für den Hinweis :)

soll ich dann einfach die kurze Studiumszeit lassen ohne weitere hinweis oder auch "Studium frühzeitig beendet" schreiben oder ähnliches?

Noch eine Frage: gehört Militärdienst auch im LL? oder ist es übeflüssig?

danke,

Jiveman

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Beitrag von TheGuide » 18.02.2014, 16:01

Jiveman hat geschrieben:soll ich dann einfach die kurze Studiumszeit lassen ohne weitere hinweis oder auch "Studium frühzeitig beendet" schreiben oder ähnliches?
Wie ich schon sagte: Wer sich den Lebenslauf interessiert ansieht, dem wird das auf den ersten Blick klar. Für alle anderen gilt: Warum schlafende Hunde wecken?
Noch eine Frage: gehört Militärdienst auch im LL? oder ist es übeflüssig?
Natürlich gehört das rein.

Jiveman
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Beitrag von Jiveman » 19.02.2014, 09:47

Das hast du recht...


Vielen Dank!

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 20.02.2014, 17:38

Du kannst Dinge aus dem Lebenslauf rauslassen. Aber never- never - never Dinge behaupten, die du nicht gemacht hast. Wenn du niemals Work and Travel gemacht hast, dann schreib das auch nicht rein! Du scheinst ja sowieso schon ethische Bedenken zu haben :D aber das ist nicht der einzige Grund, der dagegen spricht. Wer lügt bringt sich auch immer in die Bedrouille ggf. Unterstützungslügen finden zu müssen. Angenommen du wirst im Vorstellungsgespräch gefragt, wo du denn W&T gemacht hast.
Der Klassiker: Australien oder Neuseeland
Personaler: "Ach ja, in Australien war ich auch mal. Das Englisch dort hat mich zunächst irritiert (imitiert australisches Englisch)"
Du: "..."
Personaler: "???"

Romanum
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Beitrag von Romanum » 20.02.2014, 20:04

Das sehe ich genauso wie TheGuide: etwas für den Lebenslauf erfinden, bringt neue Probleme und ist rechtlich auch bedenklich.

Gucke auch noch diese Tipps an.

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