Abbruch in der Probezeit im Anschreiben erwähnen?

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schneehase1908
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Abbruch in der Probezeit im Anschreiben erwähnen?

Beitrag von schneehase1908 » 30.12.2014, 10:23

Hallo Forum ich hoffe ihr könnt mir ein wenig weiter helfen

Ich habe folgendes Problem:

Ich bin zur Zeit in der Probezeit bei einem Unternehmen angestellt. Leider ist weder die Arbeit, noch die Arbeitsbedingungen auch nur annähernd das, was mir im Bewerbungsgespräch dargestellt wurde (unbezahlte Überstunden, kein Urlaub...) daher habe ich mich beschlossen noch während meiner Probezeit das Unternehmen zu verlassen (Probezeit endet im März).

Ich habe auch schon nach neuen Stellen geschaut und ein paar interessante Angebote gefunden auf die ich mich bewerben will. Eins davon ist eine Stelle als Copywriter in einer Agentur. Die Stellenausschreibung gibt leider nicht viel her in wie fern man qualifiziert genug ist für die Stelle, es werden lediglich 1-2 Jahre Agenturerfahrung vorausgesetzt.

Dies ist mein Anschreiben soweit
Sehr geehrtes [Firmenname]-Team

Ihr sucht jemanden, der seine Arbeit nicht nur erledigt sondern mit Leidenschaft dabei ist? Jemanden der querdenken kann und dabei sein Ziel nicht aus den Augen verliert? Dann bewerbe ich mich hiermit bei euch auf die Stelle zum Junior Copywriter für den Standort [ort].

Während meines Studiums in [Ort im Außland] mit dem Schwerpunkt „Marketing and Communications“ konnte ich durch Langzeitpraktika und Projektarbeiten bereits wertvolle internationale Erfahrungen im Bereich online und offline Marketing sammeln.
Besonders positiv geprägt hat mich dabei das Jahrespraktikum in der Agentur [Agenturname] GmbH, eine Full-Service Werbeagentur wo ich bereits nach wenigen Wochen Projekte und Kunden eigenständig im Bereich Online- und Print Marketing betreut habe, wozu das grafische Gestalten der Werbemittel, das Erstellen und Texten der Webseite und auch das Bekleben der Werbemittel gehörte.
Da mein Studium mehrsprachig war, fällt mir der Umgang mit Worten in verschiedenen Sprachen leicht und das Arbeiten in internationalen Teams ist kein Problem für mich.

Durch mein Studium hatte ich die Möglichkeit mit großen Unternehmen, und auch Lidl, in Projektarbeit zusammen zu arbeiten und verschiedene Marketing Strategien kennen zu lernen. Die besondere Herausforderung lag dabei natürlich darin, mit fremden Federn zu schreiben und den Stil des Unternehmens in den Kampagnen zu treffen und gleichzeitig etwas Neues und Innovatives zu kreieren.

Ich lerne schnell dazu, was mich motiviert immer wieder Fragen zu stellen und neue Sachen auszuprobieren. Mein Motto ist, dass es nichts gibt was man nicht lernen kann, man muss nur mutig genug sein auch mal umzudenken und immer offen für Neues bleiben.

Wenn ihr jemanden sucht, der gerne Verantwortung übernimmt, selbständig arbeitet und ein Teamplayer ist dann freue ich mich auf eure Antwort.


Mit besten Grüßen,

Ich weiß nicht ob ich reinbringen soll dass ich gerade angestellt bin aber in der Probezeit das Unternehmen verlasse, auch würde ich gerne einbringen, dass ich bereits in 3 Ländern gelebt habe, mein Studium komplett im Außland absolviert habe und 7 Sprachen nahezu fließend spreche nur habe ich Sorge, dass es dadurch zu lang und langweilig wird.

Habt ihr tips für mich?

Beste Grüße

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FRAGEN
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Re: Abbruch in der Probezeit im Anschreiben erwähnen?

Beitrag von FRAGEN » 30.12.2014, 11:06

schneehase1908 hat geschrieben:Ich weiß nicht ob ich reinbringen soll dass ich gerade angestellt bin aber in der Probezeit das Unternehmen verlasse
Ich wüsste nicht, was diese Information Dir nutzen könnte. Zudem sind die von Dir (hier) genannten Gründe (unbezahlte Überstunden, kein Urlaub...) aus Sicht eines Arbeitgebers alles Andere als vertrauenserweckend. Man könnte den "Schneehasen" schlicht und einfach für faul halten... und darüber hinaus für ungeduldig, wenn er damit sofort zu Anfang kommt. Es ist doch allgemein üblich, dass es in Probezeiten keinen Urlaub gibt... und dass die Arbeitszeiten in der Werbung extrem sind, weiss ebenfalls jedes Kind. Insofern könnte man Dich schlimmstenfalls als arbeitsscheuen + ungeduldigen Traumtänzer einsortieren... ;-)
schneehase1908 hat geschrieben:auch würde ich gerne einbringen, dass ich bereits in 3 Ländern gelebt habe, mein Studium komplett im Außland absolviert habe und 7 Sprachen nahezu fließend spreche nur habe ich Sorge, dass es dadurch zu lang und langweilig wird.
Lang und langweilig muss es damit definitiv nicht werden. Wenn Du Dich darauf konzentrieren würdest, könnte es sogar ausgesprochen kurz und kurzweilig werden... ;-)

Spass beiseite: Die Frage wäre einfach, wie gewichtig dieses Argument für Deinen Wunschjob wäre. Würdest Du dabei in mehreren Sprachen schreiben sollen? Was wäre überhaupt die genaue Aufgabenstellung? Ich muss gestehen, dass ich die Jobbezeichnung "Copywriter" noch nie gehört habe...
schneehase1908 hat geschrieben:Ihr sucht jemanden, der seine Arbeit nicht nur erledigt sondern mit Leidenschaft dabei ist? Jemanden der querdenken kann und dabei sein Ziel nicht aus den Augen verliert? Dann bewerbe ich mich hiermit bei euch auf die Stelle zum Junior Copywriter für den Standort [ort].
Hmmmm... das klingt zwar schwungvoll (was in diesem Umfeld sicher nicht verkehr ist)... rein inhaltlich aber ziemlich unspezifisch. "Leidenschaft" im Allgemeinen kann doch tausende Objekte haben... und die meisten davon werden für den Job völlig uninteressant sein. Was genau wäre die Leidenschaft, mit der Du hier "dabei wärst"? Was wäre das Ziel, was Du nicht aus den Augen verlierst? Was wären die "geraden" Denkrichtungen, die Du in Deiner gedanklichen Freiheit "querst"?
schneehase1908 hat geschrieben:Während meines Studiums in [Ort im Außland] mit dem Schwerpunkt „Marketing and Communications“ konnte ich durch Langzeitpraktika und Projektarbeiten bereits wertvolle internationale Erfahrungen im Bereich online und offline Marketing sammeln.
Hmmmm... ich finde es schade, dass Du Dein Studium hier zur rein zeitlichen Einordnung von anderen (außerakademischen) Erfahrungen verbrätst. So geht diese wichtige Zeit als eigenständiges Argument ohne Not fast vollständig verloren. Das heisst nichts gegen die Langzeitpraktika... aber letztendlich bist Du so mit einem Argument (Praktika) zufrieden, wo Du zwei (Studium PLUS Praktika) haben könntest...
schneehase1908 hat geschrieben:Besonders positiv geprägt hat mich dabei das Jahrespraktikum in der Agentur [Agenturname] GmbH, eine Full-Service Werbeagentur wo ich bereits nach wenigen Wochen Projekte und Kunden eigenständig im Bereich Online- und Print Marketing betreut habe, wozu das grafische Gestalten der Werbemittel, das Erstellen und Texten der Webseite und auch das Bekleben der Werbemittel gehörte.
Hmmmm... für jemanden, der quasi als Textspezialist antritt, ist dieser Satz sprachlich extrem umständlich + sperrig und inhaltlich recht unbestimmt.
schneehase1908 hat geschrieben:Da mein Studium mehrsprachig war, fällt mir der Umgang mit Worten in verschiedenen Sprachen leicht und das Arbeiten in internationalen Teams ist kein Problem für mich.
Da sind wir wieder bei der Frage von ganz oben: Worum geht es hier? Geht es um den perfekten Umgang mit Wörtern in EINER Sprache? Oder um die reine Verständigung in möglichst vielen? Auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen: Auf Deutsch erscheinst Du mir bislang ein wenig nachlässig in der Formulierung. Der Satz oben ist dafür ein gutes Beispiel: Zwei komplett autarke Hauptsätze einfach mit einem "und" zu verbinden, ist ziemlich... unraffiniert... vorsichtig gesagt...
schneehase1908 hat geschrieben:Durch mein Studium hatte ich die Möglichkeit mit großen Unternehmen, und auch LLL, in Projektarbeit zusammen zu arbeiten und verschiedene Marketing Strategien kennen zu lernen.
Noch so ein Ding: "Grosse Unternehmen und auch LLL". LLL IST ein grosses Unternehmen; der Satzbau suggeriert jedoch, dass es etwas anderes wäre. "Marketing Strategien" ist englische Schreibweise im deutschen Wort. Hier hiesse es entweder "Marketingstrategien" (klassisch) oder "Marketing-Strategien" (seit Rechtschreibreform zulässig). Zwei Hauptwörter unverbunden nebeneinander geht hier nie.
schneehase1908 hat geschrieben:Die besondere Herausforderung lag dabei natürlich darin, mit fremden Federn zu schreiben und den Stil des Unternehmens in den Kampagnen zu treffen und gleichzeitig etwas Neues und Innovatives zu kreieren.
Hier wird es inhaltlich interessant, weil es hier erstmals um die Zieltätigkeit als solche geht. Wenn Dir hierzu noch Weiteres einfällt, wird es vielleicht noch interessanter!
schneehase1908 hat geschrieben:Ich lerne schnell dazu, was mich motiviert immer wieder Fragen zu stellen und neue Sachen auszuprobieren. Mein Motto ist, dass es nichts gibt was man nicht lernen kann, man muss nur mutig genug sein auch mal umzudenken und immer offen für Neues bleiben.
Hmmmm... wie kommst Du darauf? Nicht, dass daran etwas falsch wäre... aber man fragt sich, warum Du das jetzt in diesem Brief schreibst. Normalerweise schreibt so oder ähnlich jemand, der genau weiss, dass er von seinem Wunschjob keine Ahnung hat und irgendwie die Chance über seine reine Persönlichkeit sucht. Letztendlich ist das ein Verzweiflungs-Ansatz... den ich bei Dir ganz unbegründet sehe. Du bist doch eigentlich voll im Thema, oder? Deine Aussage müsste m. E. genau das Gegenteil sein!
schneehase1908 hat geschrieben:Wenn ihr jemanden sucht, der gerne Verantwortung übernimmt, selbständig arbeitet und ein Teamplayer ist dann freue ich mich auf eure Antwort.
Auch das kommt für mich komplett aus heiterem Himmel... ohne Bezug zu irgendetwas Anderem. Damit wären wir auch bei meinem größten und grundsätzlichsten Kritikpunkt: Für einen professionellen Schreiber wirkt der Text im Ganzen auffallend unstrukturiert. Ich erkenne hier keinerlei inhaltliches Konzept im Sinne einer gedachten Dramaturgie oder folgerichtigen Argumentationskette. Es wirkt auf mich wie "frei drauflosgeschrieben". Dafür stellt man m. E. keine hauptamlichen "Writer" ein... oder?!?

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Beitrag von schneehase1908 » 30.12.2014, 12:46

Danke für deine ausführliche Antwort.

Ich habe meine Bewerbung jetzt umgeschrieben und etwas bildlicher gestaltet
Sehr geehrtes [Firma]-Team

Ihr sucht jemanden, der in Bildern denken kann und Feuer und Flamme für seine Arbeit ist? Jemanden der sich sein Fähnchen nicht nach dem Wind dreht sondern auch mal gegen den Strom schwimmt? Dann bewerbe ich mich hiermit bei euch auf die Stelle zum Junior Copywriter für den Standort [Ort].

Mein internationales Bachelor-Studium (BBA) habe ich in Helsinki mit dem Schwerpunkt „Marketing and Communications“ absolviert. In dieser Zeit habe ich starkes theoretisches Wissen in Bereichen wie Webseitengestaltung, den Umgang mit Social-Media Plattformen, Grafikprogrammen und administrativen Programmen erlernt.
Die Früchte des gesäten Wissens konnte ich erfolgreich in Langzeitpraktika und praktischer Projektarbeit ernten.

Besonders positiv geprägt hat mich dabei das Jahrespraktikum in der Agentur [Name] GmbH.
Hier konnte ich bereits nach wenigen Wochen die Kunden eigenständig im Bereich Online – und Print-Marketing betreuen und somit nicht nur neue Erfahrungen im Umgang mit Kunden machen, sondern auch mein Wissen vertiefen und fachspezifisch erweitern. Die Hauptaufgaben hier lagen bei der grafischen und textlichen Gestaltung der Werbemittel und das Erstellen einer eigenen Homepage für den Kunden.
Durch mein Studium hatte ich die Möglichkeit mit großen finnischen Unternehmen, wie Lidl Finnland, in Projektarbeit zusammen zu arbeiten und verschiedene Marketingstrategien kennen zu lernen. Die besondere Herausforderung lag dabei natürlich darin, mit fremden Federn zu schreiben und den Stil des Unternehmens in den Kampagnen zu treffen und gleichzeitig etwas Neues und Innovatives zu kreieren.

Ich brenne darauf, mich mit meinen Fähigkeiten und Erfahrungen der neuen Aufgabe zu stellen und sie zu meistern.
Für ein Bewerbungsgespräch ebenso wie zu einem Probearbeiten komme ich gerne zu Ihnen und freue mich über eine Einladung.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 30.12.2014, 14:40

Das ist auf jeden Fall ein deutlicher Fortschritt: Sowohl Deine Fachkenntnisse als auch die Liebe zur Sprache kommen jetzt deutlicher heraus. Der Aufbau ist klarer und von den Zufälligkeiten der ersten Version ist viel verschwunden.

Zum allergrößten Teil ist es für mich bislang allerdings noch eine reine "Selbstvorstellung", für die das Gegenüber letztlich keine große Rolle spielt. Was mir dabei fehlt, ist eine greifbarere Auseinandersetzung mit den konkreten Aufgaben, die nun auf Dich zukommen...

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Beitrag von schneehase1908 » 30.12.2014, 16:40

Danke für die Rückmeldung!

Leider wird in der Stellenausschreibung kein Aufgabenfeld definiert. Ich hab natürlich auch recherchiert was man im generellen als Copywriter / Werbetexter macht, daher müsste ich den Teil in der Bewerbung sehr allgemein halten.

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Beitrag von TheGuide » 31.12.2014, 16:16

Da es sich um eine Reaktivbewerbung handelt, ist die Einleitung mit der Frage eigentlich unsinnig. Dass du dich bewirbst ist eigentlich auch klar und muss nicht extra erwähnt werden.

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Beitrag von FRAGEN » 01.01.2015, 18:16

schneehase1908 hat geschrieben:Leider wird in der Stellenausschreibung kein Aufgabenfeld definiert. Ich hab natürlich auch recherchiert was man im generellen als Copywriter / Werbetexter macht, daher müsste ich den Teil in der Bewerbung sehr allgemein halten.
Du gehst im Endeffekt aber noch weiter: Du hältst nicht nur den expliziten "Aufgabenteil" sehr allgemein; Du blendest Dein Gegenüber als Thema KOMPLETT aus. Auch ohne eine exakte Stellenbeschreibung zu haben, könntest Du ja auf die Agentur, ihren Stil, ihre Arbeitsweise, ihr Wasweissich eingehen...
TheGuide hat geschrieben:Da es sich um eine Reaktivbewerbung handelt, ist die Einleitung mit der Frage eigentlich unsinnig.
Hmmmm... mit einer Frage einzuleiten, ist angesichts der offenbar relativ unbestimmten Aufgabe in diesem Fall vielleicht gar nicht so verkehrt... wenn auch nicht unbedingt mit DIESER. Sie müsste m. E. implizit von den detailliertesten Informationen des Inserats ausgehen und Deine allgemeine Unternehmensvorstellung nach der Homepage irgendwie mit Deinem eigenen Angebot verbinden... all das möglichst individuell und spezifisch. Das Bildhafte würde ich dabei ruhig beibehalten.... aber in der Tat unter keinen Umständen die (bereits bekannte) Tatsache der Bewerbung zum Schluss als "Höhepunkt" präsentieren... ;-)

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