Abbruch Promotion in Bewerbung darstellen - Formulierungen

Informationen und Fragen zum Bewerbungsablauf, zu einzelnen Elementen der Bewerbungsmappe und zu individuellen Formulierungen. Wie soll eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein? Welche Fakten gehören in ein Anschreiben? Welche Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden?
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Rabun
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Abbruch Promotion in Bewerbung darstellen - Formulierungen

Beitrag von Rabun » 29.05.2012, 18:21

Hallo miteinander,

mithilfe der Suchfunktion habe ich nur Hinweise bekommen, wie im Bewerbungsverfahren mit einem Studienabbruch umgegangen werden muss. Denke aber, dass diese Tipps für mich nicht so relevant sind.

Nach meinem Studium war ich mehr als anderthalb Jahre auf der Suche nach einer meiner Ausbildung entsprechenden Stelle. Letztendlich hat es dann doch geklappt und ich war wahnsinnig glücklich. Vor allem weil es sich bei dem Institut um ein sehr angesehenes handelt. Ich wurde aber recht schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt:

So betonte der Prof. schon bei meiner Einstellung, dass ich nicht seine erste Wahl war und er sich nur dem Willen meines Projektmitarbeiters fügen wollte. Diese Geringschätzung zeigt sich dann auch in vielen anderen Bereichen.
Hinzu kommt, dass sowohl mein Kollege als auch ich Zweifel an der Durchführbarkeit des Projekts haben, der Prof aber weiterhin darauf besteht und meine Freundin, Freunde und Familie einige 100 km entfernt wohnen und ich am Arbeitsort somit keinen sozialen Fixpunkt habe.

Ich spiele also nun mit dem Gedanken die Promotion abzubrechen und mich auf Stellen zu bewerben. Was mich nun interessieren würde ist, ob ich überhaupt im Anschreiben darauf eingehen soll, warum ich nach so kurzer Zeit (7 Monate) nach einer neuen Stelle suche und die Promotion abbrechen will. Gefühlsmäßig denke ich, dass das schon notwendig ist. Vor allem weil ich ja solange gesucht habe und erst so kurz an diesem Institut tätig bin.

Falls Ihr der gleichen Meinung seid, was haltet Ihr von diesen Formulierungen:

1. aufgrund zuvor nicht absehbaren persönlichen Gründen bin ich auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderungen im Bereich der .....
2. aufgrund der Erfahrungen, die ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut xxx sammeln konnte, setzt sich bei mir zunehmend die Erkenntnis durch, dass meine berufliche Zukunft in der Ausübung einer praktischen Tätigkeit liegt.
3. zurzeit bin ich Promotionsstudent und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut xxx. Das durch mein Studium erworbene und durch diese Tätigkeit vertiefte fachliche und methodische Wissen im Bereich ... möchte ich nun in der Praxis umsetzen.

Vielen Dank für Eure Anregungen
Rabun

Romanum
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Beitrag von Romanum » 29.05.2012, 19:14

Die 3. Variante scheint mir am besten geeignet zu sein.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 29.05.2012, 21:15

Hmmmm... kannst Du nicht einfach nur von "wissenschaftlicher Mitarbeit" reden und das Detail "Promotion" dezent unter den Tisch fallen lassen? M. E. ist ein Abbruch nach so kurzer Zeit aufgrund von Gründen, die von Anfang an bekannt waren, eigentlich nicht zu erklären... zumindest nicht, ohne dass der Leser daraus seine eigenen Schlüsse bzgl. Verlässlichkeit, Belastbarkeit und ähnlichem zieht...

Rabun
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Beitrag von Rabun » 29.05.2012, 22:49

Hallo miteinander,

@Romanun: Danke

@ FRAGEN: Wie meinst Du das? Wie die Strukturen bei meiner aktuellen Arbeitsstelle aussehen, konnte ich im Vorfeld ja nicht wissen. Und wie sich ein Projekt im Zeitverlauf entwickelt, ist ja auch nicht absehbar.
Aber ich verstehe was Du meinst, zumindest zum Teil, ein Personaler wird nicht nach Gründen, die für einen sprechen suchen, sondern nach solche, die gegen einen sprechen.
Anderseits ist eine Promotion eine Weiterbildung. Und selbst wenn man diese nicht zuende bringt, bedeutet das ja noch lange nicht, dass man nichts gelernt hat. Auch wenn es nur ein paar Monate waren. So sehe ich das wenigstens.
Trotz allem, mir geht es vordergründig darum, ob ich im Anschreiben explizit eine Begründung liefern soll, warum ich meine Tätigkeit wechseln möchte oder nicht.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 29.05.2012, 23:42

Rabun hat geschrieben:Anderseits ist eine Promotion eine Weiterbildung.
Würdest Du das so sehen? In meinen Augen wäre es eher so etwas wie ein selbstgestelltes Projekt... eine Sache, mit der man in erster Linie seine intellektuelle und methodische Selbständigkeit sowie Wille und Fähigkeit zum Durchhalten demonstriert...
Rabun hat geschrieben:Trotz allem, mir geht es vordergründig darum, ob ich im Anschreiben explizit eine Begründung liefern soll, warum ich meine Tätigkeit wechseln möchte oder nicht.
Und mir ging es halt darum, dass dies sicher am einfachsten wäre, wenn sich die momentane Tätigkeit möglichst "tief" hängen liesse...

Aber was hättest Du denn sonst noch so zu schreiben? Zunächst einmal geht es ja um die positiven Gründe für die Zielstelle. Je überzeugender Du diesbezüglich bist, desto weniger interessant wir das "vorher" sein...

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