Absage - noch am gleichen Tag

Wie geht es weiter nach Absagen? Was kann daraus gelernt werden? Lass andere an deinen Erfahrungen teilhaben. Berichte über gute und schlechte Erfahrungen bei der Stellensuche.
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tatooine
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Absage - noch am gleichen Tag

Beitrag von tatooine » 13.09.2010, 20:07

Hallo zusammen,

ich muß meinem Ärger irgendwie Luft machen, deswegen schreibe ich euch.

Und zwar hatte ich eine interessante Stelle bei einer Jobbörse gefunden,
die in dieser Form nicht auf der Unternehmenshomepage existierte.
Deswegen habe bei der Personalabteilung angerufen und mich am
Freitag über die zu besetzende Stelle informiert und die aktuelle
Stellenausschreibung bekommen mit dem Zusatz, ich könne mich bei
weiteren Fragen an die Fachabteilung wenden. Heute morgen habe
ich die Bewerbung versendet und heute Mittag kam die Absage mit
der Begründung, die Stelle sei zwischenzeitlich besetzt worden!

Hätte man mir das nicht am Telefon gleich sagen können, daß die Stelle
bereits vergeben ist? (An eine Einstellung zwischen Freitag Nachmittag
und Montag morgen kann ich nicht so recht glauben). Ich habe schließlich
Zeit in die Bewerbung investiert, die ich weiß Gott besser hätte nutzen können.
Oder ist das einfach eine neue Absagestrategie?

Ich finde das jedenfalls ziemlich daneben von der Personalabteilung!
Wie seht ihr das?

Esprit
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Beitrag von Esprit » 13.09.2010, 20:26

Da wusste die rechte Hand wohl nicht, was die linke tut. Würde ich nicht persönlich nehmen.

nachwuchsinformatiker
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Beitrag von nachwuchsinformatiker » 13.09.2010, 20:31

vielleicht ist das auch einfach nur eine Standard-Absage. Ist mir auch schon passiert. Am Telefon oder im Bewerbungsgespräch heißt es, sie würden praktisch immer neue gute Leute suchen und dann "ein anderer hatte bessere Qualifikationen".

nimms nicht so eng.

schattenmann
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Beitrag von schattenmann » 13.09.2010, 20:34

ich find so ein verhalten auch daneben...

auch wenn esprit mit "da wusste die rechte hand wohl nicht, was die linke tut" recht haben kann...

es ist keine art mit menschen umzugehen. wenigstens anstandshalber hätten's ein/zwei tage warten können... denn nichts, wirklich NICHTS ist unwürdiger als eine absage am selben tag. das heisst: inbox, zum MA der copy & pasted ne absage zusammen, ab zum bewerber damit... (also das, was unternehmen von bewerbern NICHT wollen)

der sich nicht selten noch mit der bewerbung mühe machte, vorher noch erkundigte ob es noch sinn macht sich auf die stelle zu bewerben oder ob die selektion vorbei ist (und wenn man noch auf die unterschrift unterm arbeitsvertrag des andern wartete - man weis: mind. 5 bewerber waren in der 3. runde, mind. einer von denen will den job)...

ich hatte so ein erlebnis in entwürdigenden 30 minuten. vortag anruf "stelle noch frei" n bisl über mich erzählt (auf anfrage), "ich solle mich unbedingt bewerben" -> gesagt getan, am nächsten tag ging die bewerbung raus (e-mail), nach 30 minuten hatte ich die absage....

nene. man sollte dringenst damit anfangen bewerber & personal wieder als solches zu betrachten, und von dem "human resource" wegkommen... oder aber man dürfte sich fortan nicht mehr über söldner-mentalitäten aufregen - wenn der arbeitnehmer seine loyalität nur noch von der kohle abhängig macht, und nicht mehr für wen er arbeitet...

tatooine - viel glück bei der weiteren suche...

tatooine
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Beitrag von tatooine » 13.09.2010, 21:09

Ich nehme diese Absage nicht persönlich, nur finde ich es absolut respektlos
einem Bewerber gegenüber, der sich erstens die Mühe gemacht und die Zeit genommen hat,
die Personalabteilung anzurufen (was gar nicht so einfach war bei
meinem aktuellen Job, ohne daß es jmd mitbekommt) und dann zweitens
noch am WE (zeitintensiv) über eine gute Bewerbung gegrübelt hat, nur um
dann zu erfahren, daß die Stelle schon besetzt ist!
Warum wird denn dann überhaupt eine Telefonnummer in der Anzeige angegeben,
wenn der Angerufene keine Ahnung hat, was er da gerade erzählt??

@schattenmann: Scheint dann ja wohl kein Einzelfalll zu sein, dass es
Unternehmen nicht zu schätzen wissen, dass man sich die Zeit nimmt,
sich genauer mit ihren Angeboten zu befassen...
Wünsche dir ebenfalls viel Erfolg bei deinen nächsten Bewerbungen.
Ich hoffe, es geht nicht jedes Unternehmen so mit seinen potentiellen Interessenten um!

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 14.09.2010, 08:16

Es gibt noch zwei andere Möglichkeiten:

Die eine (m. E. wahrscheinlichere) besteht darin, dass man in der letzten Woche dem Wunschkandidaten einen Vertrag geschickt hatte... und der sich nach dem Wochenende "Drüberschlafen" am Montag morgen zur definitiven Zusage entschlossen hat.

Die andere wäre die, dass das Verfahren zwar noch läuft... man aber jetzt bereits mit einem Blick auf Deine Bewerbung weiss, dass die Entscheidung am Tag X für einen anderen Kandidaten gefallen sein wird... ;-)

So oder so: M. E. ist eine SCHNELLE Rückmeldung das Beste, was ein Unternehmen für einen nicht genommenen Kandidaten tun kann... damit der wenigstens weiss, woran er ist...

schattenmann
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Beitrag von schattenmann » 14.09.2010, 14:28

fragen - variante 1 wäre in etwa das hier:
schattenmann hat geschrieben:(und wenn man noch auf die unterschrift unterm arbeitsvertrag des andern wartete - man weis: mind. 5 bewerber waren in der 3. runde, mind. einer von denen will den job)
und wenn DIES der fall gewesen wäre, wäre das vorgehen ... noch schäbiger, um ehrlich zu sein; auch wenn nur zwei oder drei in der endrunde waren (was ist so der normale stand nach dem 3. gespräch), mind. einer wird den job nehmen...

würde ja heissen: der bewerber würde seine unterlagen nur darum einreichen, damit der arbeitgeber in spe ev. doch noch die eierlegende wollmilchsau für den job findet... sozusagen das "ewige streben nach perfektion", das nie zu ende geht... dafür kriegt man dann ne absage die wirklich durchblicken lässt "du bist nicht die ELWMS" - indem am gleichen tag noch die absage kommt (standard, copy & paste et al)

mal ehrlich - das ist doch nicht die feine art; du hast 3 potentielle vertragsnehmer bereits zur hand, selektion abgeschlossen zwecks vertragsunterschrift. das sollte man auch irgendwann kommunizieren können... was kann schon passieren? interessierte bewerber (die unter umständen sogar noch was taugen) melden sich bei der nächsten vakanz nochmal... aber nach einer u24h-absage; glaube da meldet sich niemand mehr...

ich kann mir nicht vorstellen, das ein "verprellen der bewerber" in zeiten des "fachkräftemangels" besonders schlau ist... es sei denn es mangelt gar nicht an fachkräften... :wink:

FRAGEN hat geschrieben:So oder so: M. E. ist eine SCHNELLE Rückmeldung das Beste, was ein Unternehmen für einen nicht genommenen Kandidaten tun kann... damit der wenigstens weiss, woran er ist...
sicher - eine schnelle rückmeldung ist immer gut. aber doch bitte nicht innerhalb von 24 stunden! (oder in meinem fall: 30 minuten)

klar sollte man nicht wochen oder monate warten bis man eine antwort schreibt, aber zumindest noch einen tag inkl. einmaligem durchschauen (ev. hat sich grad ne andere passende vakanz geöffnet) sollte das schon sein... immerhin - man darf ja nicht vergessen: in einer bewerbung steckt einiges an arbeit drin. und die will gewürdigt werden...

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Beitrag von tatooine » 14.09.2010, 19:58

Ich habe mich mittlerweile schon etwas abgeregt, aber nett finde ich die Aktion immer noch nicht,
denn wenn man 1. schon einen Wunschkandidaten hat, dem man den Vertrag schon zugesendet hat,
dann wird man wohl auch welche in peto haben (kann mir nicht vorstellen, dass sich nur eine qualifizierte
Person auf die Stelle beworben hat) und dann ist ja wohl das Verfahren vorbei. Und das
finde ich, hätte man mir sagen sollen.

Wenn 2. mein Profil so wenig auf die Stelle paßt, dass man das schon nach kurzer Durchsicht feststellt,
finde ich, wäre dies auch der passende Absagegrund gewesen.

Alles in allem ist aber wohl diese Absage wirklich das Beste, was mir passieren konnte,
denn ich will weder für ein Unternehmen arbeiten, dass die Zeit seiner Mitarbeiter nicht zu schätzen weiss,
noch für eines, dass sich vor "schwierigen" Diskussionen scheut oder bei dem
die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut. :wink:

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 14.09.2010, 21:47

Schön zusammengefasst... eine positive Interpretation des Ablaufs gibt es definitiv nicht... ;-)

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