Anschreiben als Mama und "Rueckkehrer"

Wenn ihr Berufsanfänger oder Berufspraktiker seid, dann könnt ihr eure Bewerbungsbeispiele in dieser Rubrik zur Diskussion stellen und die Musterbewerbungen anderer Bewerber bewerten. Auch für Bewerbungen um eine Neben- oder Teilzeitbeschäftigung.
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MichelleHD
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Anschreiben als Mama und "Rueckkehrer"

Beitrag von MichelleHD » 09.03.2018, 09:39

Hallöchen zusammen :-)

ich würde mich riesig über Feedback und Verbesserungsvorschläge freuen :-) Ich tue mir momentan ein wenig schwer und weiß nicht ob man das so lassen kann. Ich war 2016 in Elternzeit und bin zwar letztes Jahr schon Aushilfsweise wieder zurück ins Berufsleben aber halt noch nicht zu 100% und dadurch auch übergangsweise in einem anderen Bereich als vorher. (Bin gelernte Speditionkauffrau und habe einige Jahre bis zur Elternzeit auch im kaufmännischen Logistikbereich gearbeitet)
Jetzt will ich sozusagen wieder zurück und auch wieder mehr Arbeiten. Bisher sieht dafür mein Anschreiben so aus:

Sehr geehrter.......,


suchen Sie eine engagierte, zuverlässige und teamfähige Mitarbeiterin?
Wenn Sie diese Frage mit „Ja“ beantworten, dann möchte ich mich Ihnen jetzt vorstellen.

Im Mai 2016 kam mein Sohn zur Welt, wonach ich zunächst meine Elternzeit in Anspruch nahm. In dieser Zeit habe ich mein Organisationsvermögen, meine Flexibilität auch unter Stressbedingungen, sowie mein Zeitmanagement perfektionieren können.

Mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit in die Berufswelt begann im Mai 2017, mit einem Quereinstieg als Assistentin der leitenden Hausdame in einem Kongresshotel. Ich suchte eine reine Aushilfstätigkeit um mich im zweiten Lebensjahr meines Sohnes noch etwas mehr auf die Familie konzentrieren zu können, jedoch den Anschluss an das Berufsleben nicht weiterhin 100% aussetzen zu müssen, da ich genauso gerne Mama wie auch Berufstätig bin. Da es in meinem vorherigen Unternehmen leider keine Möglichkeit gab, meine Fähigkeiten und Kenntnisse nach meiner Elternzeit in einer flexiblen Aushilfsstelle umzusetzen, verließ ich meinen vorherigen Arbeitgeber.
In meiner letzten Funktion vor meiner Elternzeit als Supply Chain Managerin übernahm ich alle anfallenden Aufgaben im kaufmännischen/organisatorischen Bereich.
Meine Zuständigkeit umfasste die Betreuung, Koordination und Überwachung der verschiedenen Außenstationen des Unternehmens. Ich trug die Verantwortung der Mitarbeiter vor Ort, übernahm die Koordination der internen Prozesse, sowie die Disposition der Kunden bezogenen Aufträge, der Rechnungskontrolle, Reklamationsbearbeitung und das erstellen von Auswertungen für das Controlling.
In meiner aktuellen Funktion als Assistentin der leitenden Hausdame übernehme ich Aufgaben im organisatorischen Bereich und unterstütze in allen Bereichen das Housekeeping als rechte Hand.
Meine Zuständigkeit umfasst unter anderem die Betreuung, Koordination,Planung und Überwachung der Hausmädchen. Ich sorge für den reibungslosen Ablauf der internen Prozesse, sowie die Kontrolle und Überwachung über die Materialwirtschaft der Abteilung.
Die Arbeit macht mir Spaß, jedoch möchte ich nun im wieder eine feste Teilzeitstelle bzw. ¾ - Stelle annehmen und wieder zurück zu meinen Wurzeln dem kaufmännischen Bereich. Ich möchte meine bisher erlangten Kenntnisse erfolgreich einsetzen können und gewinnbringend darauf aufbauen.

Ich biete Ihnen Einsatzfreude, Berufserfahrung, Zuverlässigkeit, sowie Belastbarkeit. Ich arbeite gerne eigenständig, habe aber auch große Freude daran, mich in ein kollegiales Team einzubringen.

Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, dass Sie mit mir eine ebenso engagierte wie erfahrene Mitarbeiterin gewinnen. Bis zu Ihrer Rückmeldung verbleibe ich

Mit freundlichen Grüßen


Was meint ihr dazu? Und sollten Gehaltsvorstellungen usw. auch noch mit rein? Ich finde das Anschreiben halt jetzt schon arg lang :?

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TheGuide
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Re: Anschreiben als Mama und "Rueckkehrer"

Beitrag von TheGuide » 09.03.2018, 10:22

Um deine Bewerbung vollumfassend bewerten zu können, ist es wichtig, dass du uns mitteilst, ob es sich um eine Initiativ- oder um eine Reaktivbewerbung handelt. Dein Einstieg sieht nach Initiativbewerbung aus. Wenn es sich um eine Reaktivbewerbung handelt, solltest du ihn ändern.

Ansonsten erzählst du zu sehr deinen Lebenslauf nach. Du musst mehr argumentieren. Es ist auch klar, dass dir dein Sohn wichtig ist. Für deinen Adressaten aber ist dein Sohn eher eine interessante Nebeninfo. Steig mit deiner Motivation und deinen Kompetenzen ein und komm erst allmählich zu deinen Stärken.

MichelleHD
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Beitrag von MichelleHD » 09.03.2018, 11:26

Schon mal Danke für das erste Feedback :) ich glaub ich muss jetz mal ganz doof fragen bevor ich die erste frage beantworten kann :oops: aber was ist eine Reaktivbewerbung?

Ok verstehe, ja das macht sinn. Soll ich den ersten absatz mit der Elternzeit dann weiter nach unten setzen oder sogar ganz raus nehmen?

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Beitrag von TheGuide » 09.03.2018, 12:08

MichelleHD hat geschrieben: was ist eine Reaktivbewerbung?
Eine Bewerbung, bei der du auf eine Ausschreibung reagierst.
Soll ich den ersten absatz mit der Elternzeit dann weiter nach unten setzen oder sogar ganz raus nehmen?
Das kommt darauf an: Ist deine Elternzeit in irgendeiner Form ein Argument für deine Einstellung?

MichelleHD
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Beitrag von MichelleHD » 09.03.2018, 13:41

Ah ok :) als momentan ist es initiativ aber sollte ich bestimmte Stellenangebote finden hätte ich die Einleitung eigentlich so gelassen. Passt das nicht wenn man sich auf eine Stelle direkt bewirbt?
Wollte es indem sinne etwas "moderner und mit pfiff" gestalten und nicht so Standartmässig. :?

Naja nein, ein Argument für die Einstellung glaub ich eher nicht. Aber es ist ein Grund warum ich bei meiner alten Firma nicht mehr arbeite und nach der Elternzeit erstmal was anderes gemacht habe, deswegen dachte ich irgendwie es wäre wichtig xD je mehr ich mit deinen Aspekten mein Anschreiben durchlese merke ich/ finde ich die Elternzeit/sohn Geschichte zuviel mit einbringe. Mal mit erwähnen ja aber nicht so intensiv, da wie du schon sagst da zwar gut zu wissen ist aber mehr auch nicht für den Arbeitgeber. Es fehlt irgendwie die Konzentration auf mich. Am besten alles etwas umformulieren und umstellen oder? :lol:

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Beitrag von TheGuide » 09.03.2018, 13:56

MichelleHD hat geschrieben:Passt das nicht wenn man sich auf eine Stelle direkt bewirbt?
Nein, da verbietet sich der Frageeinstieg geradezu, weil er bedeutet, dass du nicht bereit bist, die Ausschreibung zu lesen und auszuwerten. Denn sonst müsstest du ja nicht fragen.
Wollte es indem sinne etwas "moderner und mit pfiff" gestalten und nicht so Standartmässig. :?
Ist aber leider einer sehr standardmäßige Einleitung.
Am besten alles etwas umformulieren und umstellen oder? :lol:
Vielleicht arbeitest du erst mal die drei Fragen ab:
- Warum willst du die Stelle? (Nicht: Warum arbeite ich nicht weiter bei meinem Altarbeitgeber?)
- Was bringst du dafür an Fachkompetenzen mit?
- Welche persönlichen Stärken = positive Charaktereigenschaften bringst du in die Arbeit mit ein?

MichelleHD
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Beitrag von MichelleHD » 09.03.2018, 19:12

Das sind alles gute Ansätze die mir erstmal gar nicht so aufgefallen sind. Danke :) ich setze mich morgen nochmal dran und überarbeite das Anschreiben mit diesen Tipps und der neuen Sichtweise.
Werde das Update gerne dann nochmal hier Posten und bin gespannt ob es dann besser ist :)

MichelleHD
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Beitrag von MichelleHD » 09.03.2018, 19:14

Eine Frage noch, sollten grundsätzlich Gehaltsvordstellungen mit rein oder nur wenn es in einem Stellenangebot gefordert wird?

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Beitrag von TheGuide » 10.03.2018, 09:14

Dazu gibt es unterschiedliche Auffassungen.

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