Anschreiben für Praktikum nach langer psychischer Lücke

Informationen und Fragen zum Bewerbungsablauf, zu einzelnen Elementen der Bewerbungsmappe und zu individuellen Formulierungen. Wie soll eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein? Welche Fakten gehören in ein Anschreiben? Welche Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden?
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Eddie Norton
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Anschreiben für Praktikum nach langer psychischer Lücke

Beitrag von Eddie Norton » 24.10.2016, 21:05

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Zuletzt geändert von Eddie Norton am 25.10.2016, 15:00, insgesamt 1-mal geändert.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 24.10.2016, 21:56

Zunächst mal: Es gibt keinen Grund für dich, sich zu schämen. Es ist völlig normal, dass Leute mit psychosozialen Störungen sich zurückziehen und gerade keine Hilfe suchen, obwohl das so notwendig wäre. Daher ist es gut, dass du jetzt das Problem angehst und dir Hilfe gesucht hast.

Was dein Anschreiben angeht, so tu dir selbst den Gefallen und richte es auf das Praktikum und deine Zukunft aus. Lass die Vergangenheit hinter dir. Klar, um deine Depression wirst du nicht herumkommen, schon um die fünf Jahre zu erklären.

Vielleicht so:

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem ich einige Todesfälle durch Krebs zu verkraften hatte, kämpfe ich mich jetzt aus dem Sumpf der Depression heraus und will wieder guten Mutes in die Zukunft schauen. Um mein Leben in den Griff zu bekommen - ich will langfristig mein altes Studium wieder aufnehmen, möchte ich zunächst ein Praktikum in Ihrem Hause machen. Hiervon verspreche ich mir...


Der Nachteil dieses Einstiegs ist, dass du natürlich sehr negativ einsteigen würdest. Aber du würdest vielleicht den positiven Drive reinbekommen, den du benötigst.

Charlie Schmidt
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Beitrag von Charlie Schmidt » 24.10.2016, 22:29

Hallo Eddie Norton,

zu schämen brauchst Du Dich wirklich nicht und demzufolge solltest Du Dich auch nicht rechtfertigen! Damit verschwendest Du nur kostbare Energie (und viel Platz im Anschreiben). Du solltest jetzt nach vorne schauen und Dich komplett darauf konzentrieren. Habe ich es denn richtig verstanden, dass Dir damals noch ein außerschulischer Teil für die Fachhochschulreife fehlte und Du nun diese (ab/seit) nachholen wirst? Wie lange würde das denn dauern? Gehört ein Praktikum dazu?

cre
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Beitrag von cre » 25.10.2016, 00:32

Hm, ich würde dazu überhaupt nicht soviel schreiben. Es ist zwar "nur" ein Praktikum aber vielleicht willst du später auch mal in der Firma arbeiten. Und mit Depressionen usw. haust du dich selber ins Abseits. Ich würde das eher kurz und knapp auf "Pflege von Angehörigen" runterbrechen. Depressionen usw. sind bei vielen Bewerbungsschreiben einfach nur ein knock-out

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 25.10.2016, 01:38

Das ist per se richtig, aber damit fünf Jahre zu erklären ist auch schweirig.

Eddie Norton
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Beitrag von Eddie Norton » 25.10.2016, 05:03

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Charlie Schmidt
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Beitrag von Charlie Schmidt » 25.10.2016, 10:11

Hm, ich möchte mich Cre anschließen und ebenfalls für die Pflege von Angehörigen plädieren. Das ist ein absolut vernünftiger Grund, der eventuell auch erklärt, falls Du aktuell etwas neben der Spur wirken solltest. Alles andere ist einfach ein Zuviel an Informationen und auch zu intim, finde ich. Ich würde nur noch schreiben, dass nun ein neuer Lebensabschnitt ansteht, den Du zunächst nutzen möchtest, um Deine Fachhochschulreife abzuschließen, um anschließend ins Berufsleben (oder Studium) zu starten. Konzentrier Dich dabei auf das angestrebte Praktikum und die Firma und erkläre, warum dieser Bereich interessant für Dich ist. Falls Du Dein altes Anschreiben noch hast, kannst Du Dich ja vielleicht in Bezug auf die Motivation auch davon inspirieren lassen.

Romanum
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Beitrag von Romanum » 25.10.2016, 12:29

@Eddie Norton

Erst mal ist es toll, dass du nach so langer Zeit sozusagen wieder den Weg zurück ins Leben gefunden hast. Es lohnt sich auf alle Fälle. Vielleicht kannst du später mal deine Erfahrungen und den Umgang mit negativen Erlebnisse an andere Menschen weitergeben.

Das Anschreiben ist überhaupt nicht überzeugend: Du schreibst über die Vergangenheit und die Zukunft, aber nicht was du aktuell KANNST. Auch wenn das nicht viel ist, fehlt es im Anschreiben komplett. Auch ein Praktikant muss letztendlich irgendwie produktiv sein. Mit diesem Anschreiben bekommst du eher bei AG Chancen, die Praktikanten auch mal ausnutzen bzw. wo du letztendlich nichts lernst.

Was hat man dir denn von der Bundesagentur für Maßnahmen angeboten?

Was ist mit einem weiteren Schulbesuch, um erst mal wieder ein bestimmtes Level an Fachwissen zu erreichen? Bist du über alle Möglichkeiten gut informiert?

Und bei was für Unternehmen willst du dich jetzt bewerben: Größe, Branche, haben die ein Praktikums-Angebot ausgeschrieben usw.?

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