Anschreiben: Sachbearbeiter Wohngeld - Landkreisbehörde

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Bernie
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Anschreiben: Sachbearbeiter Wohngeld - Landkreisbehörde

Beitrag von Bernie » 20.05.2016, 18:06

Hallo,

ich wag mich hier, aus aktuellem Anlass, noch einmal in die Höhle des Löwen, und werf' euch folgendes Anschreiben als Entwurf hin.

Eine Frage ist:

Hab ich von euch gelernt? Ist es diesmal besser gelungen?

Hier der Text, den ich heute Nachmittag formliert habe und morgen als "E-Mail-Bewerbung" einsenden will:
Sehr geehrter Herr xxxxxx,

danke für das freundliche und informative Telefonat gestern! Hier kommt wie angekündigt meine Bewerbung. Gerne möchte ich in Ihren Fachbereich Soziales beim Landkreis xxxxx als Sachbearbeiter arbeiten, vor allem weil ich gelernter Verwaltungsfachgestellter mit Angestelltenprüfung I bin.

Die letzten 15 Berufsjahre (eigentlich waren es nur 12, aber ich war vorher schon, unter der erwähnten 15 h Grenze für den Platz tätig, daher schreibe ich 15 Jahre) war ich im elterlichen Unternehmen, einem saisonalen Campingplatz, als (soll ich "quereingestiegene, kaufmännische Bürokraft" schreiben? Oder ist das kontraproduktive Ehrlichkeit?) kaufmännische Bürokraft in der Verwaltung des Platzes beschäftigt.
In unserem Familienunternehmen gehörte Zusammenarbeit selbstverständlich mit zum Geschäftsbetrieb, ebenso wie große Selbständigkeit bei der Erledigung von Arbeitsabläufen, die man in absoluter Eigenregie bearbeiten konnte. Aufgaben, die es mir ermöglichten wieder in einer Verwaltung sowie dem freundlichen als auch zuvorkommenden Kontakt mit Kunden, und deren abwechslungsreichen Anliegen tätig zu sein. Aktivitäten denen ich immer gerne voll beansprucht nachging. Bei einer festen Anstellung beim Landratsamt xxxx bringe ich diese Fähigkeiten und Eigenschaften gerne für den Büroalltag in Ihrer Behörde mit ein.

An EDV-Kenntnissen verfüge ich über die üblichen Kenntnisse in Textverarbeitung und Tabellenkalkulation von Microsoft Office, und betrachte es als Herausforderung
notwendige Qualifikationen zu erwerben, die mir momentan noch fehlen. Besonders weil ich mir schnell und gerne neues Wissen aneigne (Anmerkung von mir: Ich will hier meine Lern- und Anpassungsfähigkeit demonstrieren).

Da das elterliche Unternehmen momentan die endgültige Geschäftsaufgabe anstrebt suche ich wieder aktiv nach Arbeit, und wäre daher, wie von Ihnen gewünscht, schon baldmöglichst verfügbar (ich bin, wie bereits erwähnt, erst seit 10.03.16 arbeitslos, und meine Geschwister sind auch nicht die Schnellsten was die endgültige Geschäftsauflösung angeht - das Unternehmen existiert noch immer, allerdings "vorübergehend stillgelegt" wie es so schön heißt, zumal auch dem Steuerberater noch Unterlagen fehlen um alles bürokratische letztendlich zu regeln, was ich aber beim Bewerben verschweige)

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Mit freundlichen Grüßen
xxxxxxxxxxx
Kann man es so lassen? Oder ist es wieder verbesserungsbedürftig? Falls keine Antwort kommt gehe ich davon aus, dass ich es diesmal richtig gemacht habe und schicke die Bewerbung morgen an das hiesige Landratsamt ab (übrigens so eben gesehen, die haben noch eine zweite Stelle frei - auf der Kfz-Zulassung wo ich mich, vor kurzem, schon einmal beworben habe. Ich versuch's noch einmal, aber mit anderem Text, die wissen doch bestimmt noch wer ich bin nachdem die mir eine Absage für die Außenstelle der Kfz-Zulassung geschickt haben. *grins* Übrigens der ÖD, zumindest hier, scheint doch eine Einstellungsoffensive zu starten - Drückt mir mal die Daumen, dass ich wieder unter die Haube komme wo ich einst ausgebildet wurde bzw. mindestens dies klappt wo mir die hiesige Arbeitsagentur bei meinen anderen Vorhaben einen Riegel vorgeschoben hat.

Gruß
Bernie

PS: Nur mal so als Gedanke, da das Geschäft ja nur "vorübergehend stillgelegt" ist - wie meine Geschwister meinen. Kann ich den Lebenslauf entsprechend kaschieren? Frei nach dem Motto ich bin nicht arbeitslos, da das Geschäft ja immer noch läuft - Oder fahre ich damit eine ganz gefährliche Strategie? Würde mich mal interessieren - zumal ich immer noch für die Platzpflege mit Rasenmäher und Heckenschere zuständig sein soll, unter 15 h (die das SGB erlaubt - soviel ich weiß).

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 21.05.2016, 15:38

Ich denke, da ist bei allen Fortschritten auch noch einige Luft nach oben, Bernie:

Zunächst einmal heisst dieser Thread ja "Sachbearbeiter Wohngeld"... worauf der Text aber nicht im Geringsten eingeht. Es ist im Grunde eine ganz allgemeine Selbstvorstellung, die Du da präsentierst... aber nicht erkennbar aus einer benennbaren Zieltätigkeit heraus gedacht.

Das zweite, was mir spontan auffällt, sind die wechselnden Stile: Anfang und Ende sind telegrammstilartig knackig, beinahe schon flapsig. Der Mittelteil genau das Gegenteil - in jeder Einzelheit auffallend umständlich. Man könnte fast meinen, dass sich zwei komplett konträre Charaktere die Schreibarbeit geteilt hätten... ;-)
Bernie hat geschrieben:danke für das freundliche und informative Telefonat gestern!
Wenn es tatsächlich ein informatives Telefonat war, würde ich an solch einer Stelle ja immer expliziter werden, d. h. noch einmal inhaltlich auf die neue und relevante Information eingehen.
Bernie hat geschrieben:Hier kommt wie angekündigt meine Bewerbung.
Neben der allgemeinen Flapsigkeit weckt dieser Satz auch leisen Zweifel am vorangegangenen. Bestand das "informative Telefonat" vielleicht wirklich nur aus solch einer marktschreierischen Ankündigung Deinerseits?
Bernie hat geschrieben:Gerne möchte ich in Ihren Fachbereich Soziales beim Landkreis xxxxx als Sachbearbeiter arbeiten, vor allem weil ich gelernter Verwaltungsfachgestellter mit Angestelltenprüfung I bin.
Eigenartiger Satz... der eine Erklärung suggeriert, wo dann in Wirklichkeit keine kommt. Die meisten, die sich da bewerben, werden gelernte VFA sein... warum jetzt irgendeiner davon sich nun auf eine ganz spezielle Stelle bewirbt, geht daraus nicht hervor.
Bernie hat geschrieben:Die letzten 15 Berufsjahre (eigentlich waren es nur 12, aber ich war vorher schon, unter der erwähnten 15 h Grenze für den Platz tätig, daher schreibe ich 15 Jahre) war ich im elterlichen Unternehmen, einem saisonalen Campingplatz, als (soll ich "quereingestiegene, kaufmännische Bürokraft" schreiben? Oder ist das kontraproduktive Ehrlichkeit?) kaufmännische Bürokraft in der Verwaltung des Platzes beschäftigt.
Das ist jetzt z. B. so ein auffällig umständlicher Satz. Warum schreibst Du nicht einfach, dass Du die letzten 15 Jahre diesen Campingplatz verwaltet hast?
Bernie hat geschrieben:In unserem Familienunternehmen gehörte Zusammenarbeit selbstverständlich mit zum Geschäftsbetrieb, ebenso wie große Selbständigkeit bei der Erledigung von Arbeitsabläufen, die man in absoluter Eigenregie bearbeiten konnte. Aufgaben, die es mir ermöglichten wieder in einer Verwaltung sowie dem freundlichen als auch zuvorkommenden Kontakt mit Kunden, und deren abwechslungsreichen Anliegen tätig zu sein.
Das finde ich zwar grundsätzlich richtig gedacht... aber ebenfalls sehr umständlich. Die Themen mit "Zusammenarbeit" und "Selbständigkeit" kämen für mich erst in zweiter Linie. Punkt eins wäre die Verwaltungsarbeit - d. h. unmittelbar einleuchtende Parallelen zwischen diesem Job und dem nun anstehenden Wohngeld-Thema. Dabei fällt mir gerade auf, dass "Camping" und "Wohnen" ja tatsächlich Einiges gemeinsam haben könnten. Von daher könnte ich mir vorstellen (weiss es nicht, reiner Spontaneinfall), dass sich die Parallelen zwischen diesen beiden Verwaltungstätigkeiten ggf. sogar noch weiter treiben liessen...
Bernie hat geschrieben:Aktivitäten denen ich immer gerne voll beansprucht nachging. Bei einer festen Anstellung beim Landratsamt xxxx bringe ich diese Fähigkeiten und Eigenschaften gerne für den Büroalltag in Ihrer Behörde mit ein.
OK
Bernie hat geschrieben:An EDV-Kenntnissen verfüge ich über die üblichen Kenntnisse in Textverarbeitung und Tabellenkalkulation von Microsoft Office, und betrachte es als Herausforderung
notwendige Qualifikationen zu erwerben, die mir momentan noch fehlen. Besonders weil ich mir schnell und gerne neues Wissen aneigne (Anmerkung von mir: Ich will hier meine Lern- und Anpassungsfähigkeit demonstrieren).
Meinst Du denn, dass da so grossartige "Qualifikationen" nachzuholen sind? Ich kann mir schwer vorstellen, dass es da EDV-mässig viel geben sollte, was besonders aufwendig zu lernen ist...?
Bernie hat geschrieben:Da das elterliche Unternehmen momentan die endgültige Geschäftsaufgabe anstrebt suche ich wieder aktiv nach Arbeit, und wäre daher, wie von Ihnen gewünscht, schon baldmöglichst verfügbar
Wieder sehr umständlich formuliert... und die konkrete Angabe kommt im Endeffekt trotzdem nicht. Was heisst denn "baldmöglichst verfügbar"? Für mich klingt das so, als wäre das momentan auch von Deiner Seite eher Hoffnung als Wirklichkeit...
Bernie hat geschrieben:Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.
Und hier hat dann der Sprücheklopfer im Bewerbungsteam wieder das Ruder übernommen. Vom Stilbruch einmal abgesehen: An welcher Stelle genau sollte das Interesse denn geweckt worden sein? Wie Kollege Guide zu sagen pflegt: "Niemals fragen, wenn man nicht weiss, dass die Antwort >JA< heisst!"... ;-)

Dir selbst solltest Du diese Frage eigentlich immer stellen - vor und nach jedem Bewerbungsanlauf! Vorher: "Womit wecke ich diesem Fall Interesse?" Nachher: "Womit habe ich das Interesse geweckt?"... und niemals irgendetwas abschicken, bevor die Frage klar beantwortet ist...
Bernie hat geschrieben:übrigens so eben gesehen, die haben noch eine zweite Stelle frei - auf der Kfz-Zulassung wo ich mich, vor kurzem, schon einmal beworben habe. Ich versuch's noch einmal, aber mit anderem Text, die wissen doch bestimmt noch wer ich bin nachdem die mir eine Absage für die Außenstelle der Kfz-Zulassung geschickt haben. *grins*
Und jetzt willst Du sie quasi mit Dauerfeuer in die Knie zwingen? Gehen diese Bewerbungen an die gleiche Personalstelle, wie diese Wohngeldsache jetzt?

Bernie
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Beitrag von Bernie » 22.05.2016, 07:20

Ich denke, da ist bei allen Fortschritten auch noch einige Luft nach oben, Bernie:
Aha? Ich mache also "Fortschritte"? Na ja, ich wollte ja auch nie "Bewerbungsprofi" werden sondern bald eine neue Arbeitsstelle haben :o ;-)
Zunächst einmal heisst dieser Thread ja "Sachbearbeiter Wohngeld"... worauf der Text aber nicht im Geringsten eingeht. Es ist im Grunde eine ganz allgemeine Selbstvorstellung, die Du da präsentierst... aber nicht erkennbar aus einer benennbaren Zieltätigkeit heraus gedacht.
Ich hab mich doch schon im Betreff des Anschreibens darauf bezogen - Muss ich es noch einmal extra erwähnen - im Anschreiben?
Das zweite, was mir spontan auffällt, sind die wechselnden Stile: Anfang und Ende sind telegrammstilartig knackig, beinahe schon flapsig. Der Mittelteil genau das Gegenteil - in jeder Einzelheit auffallend umständlich. Man könnte fast meinen, dass sich zwei komplett konträre Charaktere die Schreibarbeit geteilt hätten... ;-)
Yep, sind wir nicht alle "zwei...Charaktere"? :-) ;-)
Wenn es tatsächlich ein informatives Telefonat war, würde ich an solch einer Stelle ja immer expliziter werden, d. h. noch einmal inhaltlich auf die neue und relevante Information eingehen.
Werd's bedenken - danke für den Hinweis.
Neben der allgemeinen Flapsigkeit weckt dieser Satz auch leisen Zweifel am vorangegangenen. Bestand das "informative Telefonat" vielleicht wirklich nur aus solch einer marktschreierischen Ankündigung Deinerseits?
Nein, eigentlich nicht, sorry wenn es "marktschreierisch rüberkam".

Eigenartiger Satz... der eine Erklärung suggeriert, wo dann in Wirklichkeit keine kommt. Die meisten, die sich da bewerben, werden gelernte VFA sein... warum jetzt irgendeiner davon sich nun auf eine ganz spezielle Stelle bewirbt, geht daraus nicht hervor.
Na ja, dazu muss man wissen, dass es für Angestellte im ÖD nach wie vor 2 Wege der Ausbildung gibt - erstens die Angestelltenprüfung I, den Lehrabschluss, und zweitens die Angestelltenprüfung II - nach einigen Berufsjahren, und eine höhere Position - dazu kommt noch, dass sich auf diese Stelle bestimmt auch Beamte bewerben, und die sind noch einmal eine ganz andere Baustelle.
Das ist jetzt z. B. so ein auffällig umständlicher Satz. Warum schreibst Du nicht einfach, dass Du die letzten 15 Jahre diesen Campingplatz verwaltet hast?
Danke für diesen wertvollen Hinweis, denn übernehme ich gerne - Ich neige wohl zu umständlichen Sätzen? Ein Fehler, gebe ich gerne zu.
Das finde ich zwar grundsätzlich richtig gedacht... aber ebenfalls sehr umständlich. Die Themen mit "Zusammenarbeit" und "Selbständigkeit" kämen für mich erst in zweiter Linie. Punkt eins wäre die Verwaltungsarbeit - d. h. unmittelbar einleuchtende Parallelen zwischen diesem Job und dem nun anstehenden Wohngeld-Thema. Dabei fällt mir gerade auf, dass "Camping" und "Wohnen" ja tatsächlich Einiges gemeinsam haben könnten. Von daher könnte ich mir vorstellen (weiss es nicht, reiner Spontaneinfall), dass sich die Parallelen zwischen diesen beiden Verwaltungstätigkeiten ggf. sogar noch weiter treiben liessen...
Ehrlich? Hab's bisher noch nicht so gesehen - werde es aber überdenken.
OK
Danke für, werd's so lassen.
Meinst Du denn, dass da so grossartige "Qualifikationen" nachzuholen sind? Ich kann mir schwer vorstellen, dass es da EDV-mässig viel geben sollte, was besonders aufwendig zu lernen ist...?
Na ja, im Telefonat wurden schon spezifische Programme genannt, die man für den Fachbereich Sozial im ÖD benötigt.

Wieder sehr umständlich formuliert... und die konkrete Angabe kommt im Endeffekt trotzdem nicht. Was heisst denn "baldmöglichst verfügbar"? Für mich klingt das so, als wäre das momentan auch von Deiner Seite eher Hoffnung als Wirklichkeit...
Ist Bewerbersprache, die schreiben in der Anzeige "zum nächstmöglichen Zeitpunkt" und ich hab halt das Synonym "baldmöglichst..." übernommen - Sorry, für....
Und hier hat dann der Sprücheklopfer im Bewerbungsteam wieder das Ruder übernommen. Vom Stilbruch einmal abgesehen: An welcher Stelle genau sollte das Interesse denn geweckt worden sein? Wie Kollege Guide zu sagen pflegt: "Niemals fragen, wenn man nicht weiss, dass die Antwort >JA< heisst!"... ;-)
Na ja, da hab ich wohl was aus einem Bewerbungsratgeber in Buchform im Hinterschädel gehabt :-( Sorry.
Dir selbst solltest Du diese Frage eigentlich immer stellen - vor und nach jedem Bewerbungsanlauf! Vorher: "Womit wecke ich diesem Fall Interesse?" Nachher: "Womit habe ich das Interesse geweckt?"... und niemals irgendetwas abschicken, bevor die Frage klar beantwortet ist...
Im Prinzip stimme ich dir zu, aber wenn man einen netten Brief incl. Rechtsbehelfsbelehrung bekommt dann muss man sich drauf bewerben - egal wie sonst Sperrzeit.....:-( ;-)
Und jetzt willst Du sie quasi mit Dauerfeuer in die Knie zwingen? Gehen diese Bewerbungen an die gleiche Personalstelle, wie diese Wohngeldsache jetzt?
Nein, da das Landratsamt eine Riesenbehörde ist - Der Leiter der Wohngeldstelle z.B. meinte zu mir im Telefonat auch, dass er die Bewerbung von mir gerne via E-Mail hätte, und ich soll die dann an ihn weiterleiten.

Die Personalsachbearbeitung, dass weiß ich von Absagen hat auch mehrere Mitarbeiter....und da ist nicht sicher ob die Bewerbung für die Kfz-Zulassungsstelle wieder beim selben landet.

Übrigens beim Leiter der Wohngeldstelle hatte ich auch nicht den Eindruck, dass der ein versierter Bewerbungsprofi ist....wie ihr hier im Forum...daher hab ich die Bewerbung heute...und wegen erwähntem obigen Druck...in leicht abgeänderter Form abgeschickt, ans hiesige Landratsamt.....;-)

Gruß
Bernie

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 22.05.2016, 08:19

Bernie hat geschrieben:Na ja, ich wollte ja auch nie "Bewerbungsprofi" werden sondern bald eine neue Arbeitsstelle haben :o ;-)
Wobei das eine natürlich zum anderen führt... ;-)
Bernie hat geschrieben:Übrigens beim Leiter der Wohngeldstelle hatte ich auch nicht den Eindruck, dass der ein versierter Bewerbungsprofi ist....wie ihr hier im Forum...daher hab ich die Bewerbung heute...und wegen erwähntem obigen Druck...in leicht abgeänderter Form abgeschickt, ans hiesige Landratsamt.....;-)
Dass er kein Profi ist, mag durchaus sein. Das Problem ist nur, dass dieser Umstand Dir nichts nutzt... ich würde sogar sagen: Im Gegenteil. Wenn er nicht weiter analysiert, heisst das ja, dass er die Dinge so nimmt, wie sie da stehen.... heisst dass er - anders als wir hier - nicht überlegt, was damit wohl gemeint sein könnte und wie man es ggf. besser hätte formulieren können. Er kann auch keine Querverbindungen zu anderen Threads und sonstigen Infos herstellen. Er liest nur das, was irgendwie komisch klingt... und denkt genau das: "Komischer Typ"..."... sonst nichts...

Ansonsten sage ich jetzt nur etwas zu allgemeinen Dingen, die vielleicht auch noch in späteren Bewerbungen nutzen können:
Bernie hat geschrieben:
Zunächst einmal heisst dieser Thread ja "Sachbearbeiter Wohngeld"... worauf der Text aber nicht im Geringsten eingeht.
Ich hab mich doch schon im Betreff des Anschreibens darauf bezogen - Muss ich es noch einmal extra erwähnen - im Anschreiben?
Du musst es nicht an einer einzelnenen Stelle pro forma "erwähnen". Das Thema muss sich von vorne bis hinten durchziehen! Eine gute Bewerbung bezieht sich in jedem einzelnen Satz auf ihr Ziel. Das fängt mit dem Vokabular an: Typische Begriffe zu Aufgabenstellungen, Prozessen, Örtlichkeiten, Beteiligten und sonstigen Umständen der Wunscharbeit sollten z. B. in reicher Zahl vorhanden sein. Zu Deiner persönlichen Arbeitsweise in konkreten und spezifischen Tätigkeiten sollte es ebenfalls mehrere Sätze geben... und so weiter...
Bernie hat geschrieben:Na ja, dazu muss man wissen, dass es für Angestellte im ÖD nach wie vor 2 Wege der Ausbildung gibt - erstens die Angestelltenprüfung I, den Lehrabschluss, und zweitens die Angestelltenprüfung II - nach einigen Berufsjahren, und eine höhere Position - dazu kommt noch, dass sich auf diese Stelle bestimmt auch Beamte bewerben, und die sind noch einmal eine ganz andere Baustelle.
Dann sagst Du mit diesem Satz quasi, dass Du zur "untersten" der drei relevanten Bewerbergruppen gehörst? In diesem Fall wäre er ja noch kontraproduktiver gewesen, als ich bis gerade wusste. Der Umstand als solcher wird sich natürlich nicht verbergen lassen... aber ein aktives Argument FÜR Dich ist er halt auch nicht. Womit wir wieder einmal bei dem Thema mit der gedachten Frage sind: "Was sind die Punkte, mit denen ich jemanden überzeugen kann?"
Bernie hat geschrieben:Ist Bewerbersprache, die schreiben in der Anzeige "zum nächstmöglichen Zeitpunkt" und ich hab halt das Synonym "baldmöglichst..." übernommen
Nur zum allgemeinen Verständnis: Wenn der Inserent vom "nächstmöglichen Zeitpunkt" redet, will er generell nicht das sprachliche Echo auf das Wort "nächstmöglich" hören - sondern den Termin, zu dem Du auf der Matte stehen kannst... ;-)
Bernie hat geschrieben:
Wie Kollege Guide zu sagen pflegt: "Niemals fragen, wenn man nicht weiss, dass die Antwort >JA< heisst!"... ;-)
Na ja, da hab ich wohl was aus einem Bewerbungsratgeber in Buchform im Hinterschädel gehabt :(
Das ist halt immer die grosse Gefahr bei dieser ganzen Kopierei: Der Kontext der Vorlage ist oft (in Fällen wie Deinem würde ich sagen: immer!) ein völlig anderer als der des gerade Suchenden. Wenn man dann einzelne Sätze aus dieser Vorlage herausgreift, wird sie wahrscheinlich nicht zu Person und Situation der "eigentlichen" Bewerbung passen. Anfang und Ende Deines Werks hier sind derazu Lehrbuchbeispiele dafür.
Bernie hat geschrieben:Im Prinzip stimme ich dir zu, aber wenn man einen netten Brief incl. Rechtsbehelfsbelehrung bekommt dann muss man sich drauf bewerben - egal wie sonst Sperrzeit.....:-( ;-)
Du solltest bei allem Pflichtbewusstsein nur nicht das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren. Es geht nicht darum, eine Sperre zu vermeiden... sondern darum, jemanden zu ÜBERZEUGEN!

katerfreitag
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Re: Anschreiben: Sachbearbeiter Wohngeld - Landkreisbehörde

Beitrag von katerfreitag » 22.05.2016, 14:40

Bernie hat geschrieben:
Sehr geehrter Herr xxxxxx,

danke für das freundliche und informative Telefonat gestern!

AUSRUFEZEICHEN IM OFFIZIELLEN SCHRIFTVERKEHR SIND ZU VERMEIDEN. EIN AUSRUFEZEICHEN BEDEUTET GENAU DAS: EINEN AUSRUF. DAS HEISST, DU SCHREIST DEN LESER AN.

Hier kommt wie angekündigt meine Bewerbung.

ERINNERST DU DICH AN MEINE ANMERKUNG IN EINEM DEINER ANDEREN FREDS? KEINE VOLLMUNDIGEN ANKÜNDIGUNGEN VON SELBSTVERSTÄNDLICHKEITEN. NUR EIN WIRKLICH GROßER SHOWACT RECHTFERTIGT EINEN CONFERENCIER...

Gerne möchte ich in Ihren Fachbereich Soziales beim Landkreis xxxxx als Sachbearbeiter arbeiten, vor allem weil ich gelernter Verwaltungsfachgestellter mit Angestelltenprüfung I bin.

SCHÖN FINDE ICH DEN SATZANFANG MIT 'GERNE', ANSONSTEN SCHLIESSE ICH MICH DEM VORREDNER AN: HIER FEHLT DIE MOTIVATION ALS SCHLÜSSIGES ARGUMENT.

Die letzten 15 Berufsjahre war ich im elterlichen Unternehmen, einem saisonalen Campingplatz, als kaufmännische Bürokraft in der Verwaltung des Platzes beschäftigt.

'...war ich ...beschäftigt.' IST MIR ZU PASSIV. ALTERNATIV: '...habe ich... gearbeitet.'

In unserem Familienunternehmen gehörte Zusammenarbeit selbstverständlich mit zum Geschäftsbetrieb, ebenso wie große Selbständigkeit bei der Erledigung von Arbeitsabläufen, die man in absoluter Eigenregie bearbeiten konnte.
UM WELCHEN MAN GEHT ES HIER? HAST DU DAS GEMACHT? DANN SCHREIBE DOCH VON DIR UND NICHT VON EINEM UNDEFINIERTEN 'man'.

ICH BIN MIR AUCH NICHT GANZ DARÜBER IM KLAREN, WAS EINEM 'Selbstständigkeit' UND 'Eigenregie' IN EINER BEHÖRDE BRINGEN, ICH STELLE MIR DA ANDERE EIGENSCHAFTEN VOR, DIE IM FOKUS STEHEN. SCHLIEßLICH BEWIRBST DU DICH AUCH NICHT AUF EINE LEITENDE POSITION, SONDERN AUF EINEN JOB RELATIV WEIT UNTEN IM RANKING. DAS HATTE ICH ABER AUCH SCHON MAL ERWÄHNT, WEISST DU NOCH?


Aufgaben, die es mir ermöglichten wieder

WARUM 'wieder'? WAS HÄLTST DU VON: 'weiterhin'?

in einer Verwaltung sowie dem freundlichen als auch

ES GIBT NICHT: 'sowie ... als auch' - DU VERWECHSELST DAS MIT: 'sowohl ... als auch.'

zuvorkommenden Kontakt mit Kunden, und deren abwechslungsreichen Anliegen tätig zu sein.
AktivitätenKOMMASETZUNG BEACHTEN!

denen ich immer gerne voll beansprucht DAS BEDEUTET JETZT, DASS DU KEINE KAPAZITÄTEN FREI HAST UND DU WEITERE AUFGABEN/INFORMATIONEN NICHT BE- ODER ABARBEITEN KÖNNTEST. DU SUGGERIERST EINFACH: 'MEHR LEISTUNG KANN ICH NICHT BRINGEN. DA IST MEIN LIMIT.'

nachging. Bei einer festen Anstellung beim Landratsamt xxxx bringe ich diese Fähigkeiten und Eigenschaften

WELCHE GENAU?

gerne für den Büroalltag in Ihrer Behörde mit ein.

An EDV-Kenntnissen ALTERNATIV: 'Im EDV-Bereich...'

verfüge ich über die üblichen ALTERNATIV: 'solide'

Kenntnisse in Textverarbeitung und Tabellenkalkulation von Microsoft Office, KEIN KOMMA VOR 'UND'

und betrachte es als Herausforderung
notwendige Qualifikationen zu erwerben, die mir momentan noch fehlen. BesondersKOMMA

weil ich mir schnell und gerne neues Wissen aneigne.

Da das elterliche Unternehmen momentan die endgültige Geschäftsaufgabe anstrebtKOMMA

suche ich wieder aktiv nach ArbeitKEIN KOMMA

und wäre daher, wie von Ihnen gewünscht, schon baldmöglichst verfügbar.

ICH HABE DIR SCHON MAL WAS ZU KONKRETEN EINTRITTSDATEN GESCHRIEBEN, ERINNERST DU DICH?

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Mit freundlichen Grüßen
xxxxxxxxxxx



DEN LANDKREIS MIT BEWERBUNGEN ZUZUBALLERN, DAS HALTE ICH FÜR EINE GANZ SCHLECHTE STRATEGIE. IN DIESEM FALL HEIßT ES EHER: LESS IS MORE.
DU GEHST EINFACH DAS RISIKO EIN, DASS SIE DEINE (JA DURCHAUS BESSER WERDENDEN BEWERBUNGEN BEREITS VOR DEM LESEN AUSSORTIEREN: "BERNIE? KENN ICH SCHON, DER HAT LETZENS AUCH EIN PAAR MAL... UNTER ALLER KANONE." UND DIE ABSAGE FIX UND FERTIG ABGESPEICHERT HABEN MIT ADRESSE UND ALLEM, EINFACH AUS GRÜNDEN DER EFFIZIENZ UND KOSTENERSPARNIS.

UND ACHTE AUF DEINE KOMMASETZUNG. UM DEINER SELBST WILLEN.

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