Anschreiben zu lang = Absage?

Informationen und Fragen zum Bewerbungsablauf, zu einzelnen Elementen der Bewerbungsmappe und zu individuellen Formulierungen. Wie soll eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein? Welche Fakten gehören in ein Anschreiben? Welche Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden?
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FISI09
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Anschreiben zu lang = Absage?

Beitrag von FISI09 » 06.12.2008, 15:13

Guten Tag liebe Community,

heute stellt sich mir die Frage ob es doch auf die Länge ankommt (welche Anspielung...)
Nein im Ernst, ich habe oft gelesen oder von Bekannten gehört, dass Bewerbungsschreiben oft weggelegt werden, da das Anschreiben einfach zu lang geraten ist ( es bleibt dennoch bei einer Seite )
Kann man mit einer Absage rechnen, wenn ich solch eine umfangreiches Anschreiben wegschicke? Klar hängt es vom jeweiligen Sachbearbeiter ab, ob er sich das antun will oder nicht aber steigen die Chancen auf eine Absage sehr?
Die Fragen beschäftigen mich daher, weil mein Anschreiben genau auf 1 Seite passt und ich eigentlich nichts weglassen möchte.
Darüber hinaus kann ich mir nicht vorstellen, dass man überhaupt mit einem sehr kurz gefasstem Anschreiben überhaupt ein Bild vom Bewerber kriegen kann. Ein bisschen Personality muss doch vorhanden sein. Wenn ich im Lebenslauf zwar schreibe, dass ich ein halbes Jahr ein Praktikum gemacht habe und dass aber im Anschreiben gar nicht weiter berücksichtige fällt das doch unter dem Tisch oder nicht?

ice_and_fire
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Re: Anschreiben zu lang = Absage?

Beitrag von ice_and_fire » 06.12.2008, 16:07

FISI09 hat geschrieben: Nein im Ernst, ich habe oft gelesen oder von Bekannten gehört, dass Bewerbungsschreiben oft weggelegt werden, da das Anschreiben einfach zu lang geraten ist ( es bleibt dennoch bei einer Seite )
wobei Länge relativ ist (welch eine Anspielung)
FISI09 hat geschrieben: Kann man mit einer Absage rechnen, wenn ich solch eine umfangreiches Anschreiben wegschicke?
Als z.B. Ausbildungssuchender bei 2 Seiten - Ja
FISI09 hat geschrieben: Die Fragen beschäftigen mich daher, weil mein Anschreiben genau auf 1 Seite passt und ich eigentlich nichts weglassen möchte.
Aber Achtung: Man kann dem Anschreiben auch ansehen, dass es eigentlich über 2 Seiten gehen sollte und nur mit "aller MAcht" auf eine seite gedrückt wurde
FISI09 hat geschrieben: Darüber hinaus kann ich mir nicht vorstellen, dass man überhaupt mit einem sehr kurz gefasstem Anschreiben überhaupt ein Bild vom Bewerber kriegen kann. Ein bisschen Personality muss doch vorhanden sein.
Ein Bild bekommt man von LL und VSG ... beim Anschreiben kommt es mir vor, als ginge es nur darum die Person zu überrreden den LL zu lesen

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 06.12.2008, 20:10

... und um die Anspielungen auf die Spitze zu treiben: Es kommt immer noch drauf an, was man damit macht... ;-)

Will sagen: Ich persönlich kann mir schwer vorstellen, dass jemand tatsächlich aufgrund einer "zu langen" Bewerbung abgelehnt wird... sehr wohl aber wegen dem, was oftmals (ich würde sagen: in der Regel!) dahinter steckt: Z. B. einer mangelnden Fähigkeit Prioritäten zu setzen und/oder klar zu strukturieren, sich zu wiederholen, nicht von den Bedürfnissen der "Gegenseite" auszugehen, etc...

FISI09
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Beitrag von FISI09 » 06.12.2008, 20:52

Nun gut, ich war zuletzt auf einer Ausbildungsmesse, dabei war ein "Experte" der mein Anschreiben mal unter die "Lupe" genommen hat.
Das Anschreiben war ca. 1 Seite lang... Er strich 75% einfach durch und meinte zuerst: "Nun stell dir mal vor du wärst der Personalchef!" er dann weiter: "Puh, viel zu viel Arbeit für mich."
Ich kann mir sehr wohl vorstellen, das sowas passieren kann. Ich bin ja sicher nicht der einzigste Bewerber. Ich denke die Personaler wollen es kurz und präzise, kann mich aber auch täuschen, bin ja keiner.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 07.12.2008, 17:51

FISI09 hat geschrieben:Ich denke die Personaler wollen es kurz und präzise
Das wird schon so sein... wobei zu beachten wäre, dass die Präzision nicht nur ca. 10 x wichtiger, sondern auch 100 x schwieriger zu erreichen ist. "Kurz" kann jeder, "präzise" ziemlich wenige... ;-)

Hat der "Experte" auch erklärt, was er warum gestrichen hat und inwiefern sich dadurch der Rest verändern müsste?

FISI09
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Beitrag von FISI09 » 07.12.2008, 21:21

Naja viel Zeit konnte ich mit dem "Experten" leider nicht verbringen, der war ziemlich beschäftigt.
Hmm was hat er denn sinngemäß gesagt...?

Naja man möchte es auf den Punkt gebracht haben und nicht nochmal den Lebenslauf wiederspiegeln. Durch ein paar Sätze muss klar werden, der ist interessiert, der will bei uns anfangen.

^^ so in etwa, was man durch die Streichungen ändern müsste hat er insofern nicht geäußert... ist übrigens auch ein Buchautor gewesen, der das halt an der Messe an den Mann bringen wollte.


WOW, ich habs noch im Internet gefunden:

Schroebler heißt der Autor


--- azubitage.com/cgi-bin/x-mkp/download.pl?file=/infos/1550-1223306645.pdf ---

einfach nach Buchautor suchen

Eauvive
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Beitrag von Eauvive » 07.12.2008, 21:35

Es ist doch im Grunde sehr sehr simpel:

Gute Bewerbungen bringen gute Chancen, schlechte Bewerbungen bringen schlechte.

Eine gute Bewerbung kann lang sein und eine schlechte kurz - es kommt immer drauf an.

Ich habe zum Beispiel regelmäßig zweiseitige Anschreiben auf dem Tisch. Die kommen allerdings von Managern, die nach 20 Jahren in der Branche selbst wenn sie präzise das Wichtigste zusammenfassen schlicht mit einer Seite nicht auskommen.

Im Endeffekt ist der Knackpunkt einfach der Inhalt. Ein Berufseinsteiger, Ausbildungssuchender etc. der mehr schreibt als eine halbe Seite Anschreiben, der schwafelt. Eine andere Erklärung gibt es nicht, weil es einfach keinen möglichen INHALT gibt, der eine solche Länge rechtfertigt. In welchem Thema sich der Bewerber dann ergeht, ob er ins Ermüdende hin seine Softskills gebetmühlt oder alle denkbaren Schwachstellen selbst auf´s Tablett bringt um sie dann scheinbar zu entkräften - er schwafelt. Und für sowas hat man tatsächlich keine Zeit als Entscheider.

Bei den erwähnten Managern kann es sich anders verhalten. Dort können solche Anschreiben wichtige Zusatzinformationen enthalten, die zum Beispiel die Zusammenhänge von wechselnden Arbeitgebern durch Firmenübernahmen etc. erklären.

FISI09
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Beitrag von FISI09 » 09.12.2008, 15:54

Nun gut, ich bedanke mich recht herzlich für die Beantwortung meiner Frage. Nun konkret zu meinem Beispiel, ist es nun zu lang oder nicht?
Mein Name Ort, 9. Dezember 2008
Straße Nr
0XXXX Stadt
Tel. 0XXXXX 00000



Katrina Musterfrau
Ausgedachtes Institut für Soundsowissenschaften
Straße Nr
0XXXX Stadt



Bewerbung um einen Ausbildungsplatz zum Fachinformatiker der Fachrichtung Systemintegration, Ihr Stellenangebot in der XXX vom XX.11.2008


Sehr geehrte Frau Kunterbunt,

Sie suchen eine leistungsbereite Persönlichkeit mit freundlichem Auftreten, Spaß am Umgang mit Menschen und einer raschen Auffassungsgabe. Ich suche eine zu mir passende berufliche Perspektive und möchte mich daher Ihnen kurz vorstellen. Der gute Ruf ihres Instituts hat mich davon überzeugt, dass Sie mir einen perfekten Einstieg in ein erfolgreiches Berufsleben ermöglichen. Ein spannender Aufgabenbereich, der sehr vielseitig ausgestattet ist, sowie eine persönliche und fachliche Weiterentwicklung garantiert, motiviert mich besonders bei Ihnen tätig zu werden.

Derzeit besuche das Berufliche Schulzentrum X in XXXX mit dem Schwerpunkt Elektrotechnik und werde dieses Ende Juni 2009 mit der Fachhochschulreife verlassen.

Berufserfahrung sammelte ich durch ein halbjähriges Praktikum. Während meines Praktikums bei der XXX GmbH war ich unterstützend als Kundendiensttechniker eingebunden, indem ich PC-Systeme installiert, konfiguriert und gewartet habe. Auch bin ich sehr flexibel was mein damaliger Arbeitgeber wusste und mich somit in mehreren Bereichen eingesetzt hatte

Für weitere Auskünfte stehe ich Ihnen in einem persönlichen Gespräch, vorab auch gerne telefonisch, zur Verfügung. Ich freue mich auf Ihre Reaktion und verbleibe bis dahin

mit freundlichen Grüßen
Unterschrift
Mein Name

SandraZ
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Beitrag von SandraZ » 09.12.2008, 18:37

Eauvive hat geschrieben:Es ist doch im Grunde sehr sehr simpel:

Gute Bewerbungen bringen gute Chancen, schlechte Bewerbungen bringen schlechte.

Eine gute Bewerbung kann lang sein und eine schlechte kurz - es kommt immer drauf an.

Ich habe zum Beispiel regelmäßig zweiseitige Anschreiben auf dem Tisch. Die kommen allerdings von Managern, die nach 20 Jahren in der Branche selbst wenn sie präzise das Wichtigste zusammenfassen schlicht mit einer Seite nicht auskommen.

Im Endeffekt ist der Knackpunkt einfach der Inhalt. Ein Berufseinsteiger, Ausbildungssuchender etc. der mehr schreibt als eine halbe Seite Anschreiben, der schwafelt. Eine andere Erklärung gibt es nicht, weil es einfach keinen möglichen INHALT gibt, der eine solche Länge rechtfertigt. In welchem Thema sich der Bewerber dann ergeht, ob er ins Ermüdende hin seine Softskills gebetmühlt oder alle denkbaren Schwachstellen selbst auf´s Tablett bringt um sie dann scheinbar zu entkräften - er schwafelt. Und für sowas hat man tatsächlich keine Zeit als Entscheider.

Bei den erwähnten Managern kann es sich anders verhalten. Dort können solche Anschreiben wichtige Zusatzinformationen enthalten, die zum Beispiel die Zusammenhänge von wechselnden Arbeitgebern durch Firmenübernahmen etc. erklären.
Ob Manager oder entsprechend ausgebildete Fachkraft ist so ziemlich egal. Hängt vom jeweiligen Aufgabengebiet ab und dessen Umfang. Mein Mann hat immer nur ein Anschreiben von einer Seite länge geschrieben und eine sog. 3. Seite angefügt. Allerdings in Form einer Tätigkeitsbeschreibung. Meist liegt ja für die noch Stelle kein Zeugnis vor und die Aufgabengebiete sind ab einer bestimmten Funktion und Position einfach zu komplex und damit kann man diese Situation recht gut lösen.

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