Arbeitslosigkeit nach Studium im Lebenslauf darstellen

Fragen zum Lebenslauf: Wie sieht ein tabellarischer Lebenslauf und wie ein handschriftlicher Lebenslauf aus? Welche Daten müssen unbedingt in den Lebenslauf und welche nicht?
Gesperrt
Micea
Beiträge: 5
Registriert: 19.11.2006, 15:23

Arbeitslosigkeit nach Studium im Lebenslauf darstellen

Beitrag von Micea » 19.11.2006, 16:07

Hallo!

Ich bin seit Oktober 2005 - nach Beendigung des Studiums - arbeitslos gemeldet und beziehe auch seitdem Arbeitslosengeld. Von Nov. 2005-Febr. 2006 habe ich an einer Trainingsmaßnahme teilgenommen und ab Juni-Sept. 2006 hatte ich einen kleinen freiberuflichen Nebenjob (Auftragsarbeit). Nach etlichen Bewerbungen und längerer Krankheit in diesem Jahr will ich meinen Lebenslauf optimieren, der wie folgt aufgeteilt ist:

Persönliche Daten
Studium
Projekt- und Arbeitserfahrung (Projekte, Praktika, Mitarbeit, Nebenjobs)
Auslandsaufenthalt
Weiterbildung
Schulbildung
Besondere Kenntnisse (Fremdsprachen, EDV, Interessen)

In einigen Büchern steht, dass ich die Arbeitslosigkeit gar nicht erwähnen sollte, sondern eher nach Lückenfüllern wie z.B. Spracherwerb im Selbststudium suchen sollte...Die Trainingsmaßnahme fiel auch unter Weiterbildung und Arbeitslosigkeit habe ich da nicht erwähnt. So würde mein CV lückenlos und ohne "Arbeitssuchend" erscheinen. Ich war ja nicht ständig untätig.

Meine Fragen:
1. Soll ich die Arbeitslosigkeit GAR nicht erwähnen und durch obiges im Bereich WEITERBILDUNG ersetzen?

2. Oder soll ich ein ganzes Jahr "Arbeit suchend mit Nebentätigkeiten/Weiterbildung" erwähnen, in dem ich Geld bezogen habe und ebenso Bewerbungen geschrieben habe?
Dann aber wüsste ich nicht, unter welcher Kategorie ich 2 verschiedene Kategorien (Weiterbildung/Spracherwerb - ProjektundArbeitserfahrung/Nebenjob freiberuflich) unterbringen sollte...Ansonsten würde ich die freiberufliche Tätigkeit in den Bereich Projekt-undArbeitserfahrung unterbringen und Arb.losigkeit wieder nicht erwähnen.

3. Wie sieht das aus, wenn man sich im öffentlichen Dienst bewirbt? Wird dort nachgeforscht, ob man Arbeitslosengeld bezieht (um nach vielleicht Fehlern im CV zu suchen und die Leute teils zu entblößen?!?)

Vielen Dank im Voraus!!!!!
Gruß

Enrico
Beiträge: 92
Registriert: 02.08.2004, 22:10

Re: Arbeitslosigkeit nach Studium im Lebenslauf darstellen

Beitrag von Enrico » 20.11.2006, 17:34

Micea hat geschrieben:2. Oder soll ich ein ganzes Jahr "Arbeit suchend mit Nebentätigkeiten/Weiterbildung" erwähnen, in dem ich Geld bezogen habe und ebenso Bewerbungen geschrieben habe?
Dann aber wüsste ich nicht, unter welcher Kategorie ich 2 verschiedene Kategorien (Weiterbildung/Spracherwerb - ProjektundArbeitserfahrung/Nebenjob freiberuflich) unterbringen sollte...
So finde ich es eigentlich am plausibelsten, denn die Arbeitgeber kennen die Bücher auch, in denen empfohlen wird, nach Lückenfüllern zu suchen und sind entsprechend sensibilisiert. Spätestens im Vorstellungsgespräch wird man in die Mangel genommen. Und so ungewöhnlich ist es ja eigentlich nicht, nach dem Studium nicht direkt eine Anstellung zu finden - aus den unterschiedlichsten Gründen.

Die Kategorienwahl ist auch nachvollziehbar: Spracherwerb unter Weiterbildung und freiberuflicher Nebenjob unter Projekt und Arbeitserfahrung.

Micea
Beiträge: 5
Registriert: 19.11.2006, 15:23

Beitrag von Micea » 20.11.2006, 21:24

Hallo...

..und vielen Dank für die Antwort! Bin leider aber selbst immer noch nicht schlüssig, wie ich meinen CV ins beste Licht rücken kann, ohne allzusehr zu verschönern...im Ausland ist es bekanntlich unerheblich (zumindest in GB), ob man stellensuchend war, daher kann ich den CV so stehen lassen. Nicht so für Deutschland.

Für den öffentlichen Dienst werde ich meinen CV umschreiben müssen, aber für den dritten Sektor überlege ich, ob das so sinnvoll ist, ein ganzes Jahr "Arbeit suchend" zu schreiben...

Das Problem ist, dass keiner sich die Mühe machen wird, die Daten zu kontrollieren (ob z.B. "Trainingsmaßnahme" unter Weiterbildung mit der Tatsache "Arbeit suchend" in Projekt-undArbeitserfahrung übereinstimmt. Man wird wohl eher denken: "Oha, nach dem Studium EIN Jahr arbeitslos!" und den Rest übersehen!

1) Was meinst Du/meint Ihr dazu?
2) "Freiberuflicher Nebenjob" unter Projekt-und Arbeiterfahrung ist klar, aber soll ich darüber oder daneben "Arbeitssuchend" erwähnen ???

Danke nochmal im Voraus!!!!

Gruß
Micea

Marlenchen
Bewerbungshelfer
Beiträge: 4178
Registriert: 11.03.2004, 17:50

Beitrag von Marlenchen » 22.11.2006, 01:34

Dann musst du "Arbeitssuchend" eben weglassen und dich auf entsprechende Nachfragen im Vorstellungsgespräch vorbereiten: Warum du nicht gleich eine Vollzeit-Stelle nach dem Studium bekommen hast? Wie du zum Auftrag für die freiberufliche Tätigkeit gekommen bist? Warum du die Trainingsmaßnahme (Weiterbildung) nicht schon während des Studiums absolviert hast? usw.

ublindert
Bewerbungshelfer
Beiträge: 309
Registriert: 26.09.2006, 09:09

Arbeit suchend im Lebenslauf

Beitrag von ublindert » 15.12.2006, 09:49

Ich hatte auch das Problem, wie ich das mit Arbeitslosigkeit unterbringen sollte. Ich bin dann sehr offen damit umgegangen und habe geschrieben: Januar 2006 - heute: Arbeit suchend
Ich hatte nicht das Gef�hl, dass das ein Mangel war, das kann aber daran liegen, dass ich schon lange Berufserfahrung hatte und man das auf den ersten Blick erkennen konnte.

In deinem Fall w�rde ich es verschleiern, vor allem, da du ja wirklich was gemacht hast. Du kannst ja bei der Weiterbildung ruhig schreiben, gef�rdert von der Arbeitsagentur, dann wissen die Personaler schnell Bescheid.

Au�erdem hast du ja projektarbeit gemacht und das kannst du dann auch als Berufserfahrung angeben. Du kannst sogar noch anders vorgehen: Du guckst dir an, was du alles schon an praktischer Arbeit gemacht hast und fasst das so zusammen. Dann folgt deine Ausbildung, immer in umgekehrt chronologischer Reihenfolge und deine anderen Punkte.

Sei mit den Zeiten aber sehr klar, Personaler m�gen keine versteckten Fehlzeiten, sei lieber offen, wenn du nichts anderes belegen kannst.

hanzlutz
Beiträge: 34
Registriert: 13.12.2006, 14:21

Beitrag von hanzlutz » 15.12.2006, 10:49

Also ich würde nie eine längere Arbeitslosigkeit in einen Lebenslauf
schreiben. Aber übertreiben sollte man auch nicht bei den Lückenfüllern.

Eine längere Arbeitslosigkeit lieber aufteilen in Arbeitssuchend von - bis,
und mit Praktika, 400€ Jobs, eine Kur, Weiterbildungen,
Auslandsaufenthalt, Familiere Angelegenheiten, Zividienst, BW (Reservistenübung),... auffüllen.

Bei kleinen Lücken einfach so lassen und unter dem Lebenslauf
schreiben "In den nicht aufgeführten Zeiten war ich Arbeitssuchend oder
hatte Urlaub".

Sind nur Beispiele und keine Pflicht ;)

killerbine
Beiträge: 10
Registriert: 20.04.2016, 15:48

Arbeits suchend nach dem Studium im Lebenslauf angeben?

Beitrag von killerbine » 18.08.2016, 19:28

Hallo, ich habe eine Lücke von 2 Monaten zwischen Studium und Job. Ich war damals regelmäßig auf Fach- und Berufsmessen.
Außerdem bin ich zu der Zeit umgezogen.

Ich würde jetzt gerne folgendes schreiben:

Oktober 2014 - November 2014

Arbeit suchend, Umzug, Besuch von Logistik-Fachmessen und Berufsmessen


Geht das so? Würdet ihr was weglassen?
LG

katerfreitag
Bewerbungshelfer
Beiträge: 1973
Registriert: 20.12.2015, 15:18

Beitrag von katerfreitag » 18.08.2016, 21:42

Mich stört der Umzug, aber das ist nur ein Gefühl... was sagen unsere Mit-Foris?

BlackDiamond
Bewerbungshelfer
Beiträge: 658
Registriert: 12.06.2016, 13:37

Beitrag von BlackDiamond » 18.08.2016, 21:45

Ja, zwei Monate sind doch nun wirklich nicht tragisch. Ich würde "arbeitssuchend" schreiben, nicht "Arbeit suchend". Je nachdem, wie lange das her, würde ich es später irgendwann auch uU gar nicht mehr thematisieren. Klar, es macht bei denen, die akribisch jede Bewerbung auf Lücken überprüfen, einen guten, weil ehrlichen Eindruck, aber spätestens 10 Jahre nach deinem Studium interessiert das keinen mehr. Da zählt, was du kannst.

Zerschmetterling
Bewerbungshelfer
Beiträge: 353
Registriert: 14.01.2015, 13:40

Beitrag von Zerschmetterling » 24.08.2016, 19:30

Ich würde diese (Mini-)Lücke gar nicht als Station angeben, sondern direkt mit dem nachfolgenden Job weitermachen. Zwei Monate Arbeitssuche ist so gut wie nichts; nach dem Studienabschluss will man ja meist auch erst mal verschnaufen, ev. in Urlaub fahren etc. Falls Dich wirklich mal jemand darauf anspricht, kannst Du es ja immer noch ausführen 8)

Gesperrt