Betreiber einer eSport-Organisation als Hobby = schlecht?

Fragen zum Lebenslauf: Wie sieht ein tabellarischer Lebenslauf und wie ein handschriftlicher Lebenslauf aus? Welche Daten müssen unbedingt in den Lebenslauf und welche nicht?
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Tiffel
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Betreiber einer eSport-Organisation als Hobby = schlecht?

Beitrag von Tiffel » 28.03.2016, 00:33

Guten Tag, liebe Bewerbungsforum-Community.

Ich habe mich nun extra wegen dieser Frage registriert, aber das Forum sieht tatsächlich sehr hilfreich aus, vielleicht werde ich ja Stammnutzer :D

Natürlich wollt ihr sicherlich von meinem Anliegen hören: Ich bin der Tim, 18 Jahre alt und besuche derzeit die 11. Klasse eines berliner Gymnasiums. Ich plane, am Ende des Schuljahres mit dem Abi aufzuhören, um ein FSJ (=freiweilliges soziales Jahr) zu machen. Einen potenziellen Arbeitgeber habe ich ebenfalls bereits. Dieser verteilt bis zu 30 FSJ'ler pro Jahr an verschiedene Schulen (Grundschulen, Sekundarschulen, Gymnasien) in Berlin. Dabei ist das Einbringen eigener Interessen ausdrücklich erwünscht ("Die zweite Säule bildet die Beteiligung in Arbeitsgemeinschaften in- und außerschulisch (AG-Arbeit). Du hast auch hier die Möglichkeit, Deine eigenen Interessen oder Hobbys einfließen zu lassen."), was nicht heißt, dass ich unbedingt eine AG in die Richtung meines Hobbys machen möchte :D

Also, ich leite seit mehr als einem Jahr mit zwei Freunden eine eSport-Organisation mit Namen Guardians of Technology (ich hoffe, dies gilt als keine Werbung). Ich habe dies in meinem Lebenslauf folgendermaßen unter dem Reiter "Hobbys & Interessen" verpackt: "eSport (Betreibung einer eigenen sogenannten eSport-Organisation mit Namen Guardians of Technology)". Da dies meine allererste Bewerbung ist, habe ich sie meinem Vater gezeigt, der nicht sehr davon begeistert ist, dies als Hobby in eine Bewerbung zu packen. Und dann frage ich mich, ob das denn nun so schlimm ist? Ein Arbeitgeber sieht es doch wohl gerne, wenn der potenzielle Arbeitnehmer etwas eigenes auf die Beine stellen kann (was wir mit dieser Organisation ein wenig geschafft haben) und selbst wenn es in einem wenig anerkannten Bereich wie eSport ist (eine einfache und nicht dudengerechte Definition ist unten angehangen und lohnt sich zu lesen :D ). Oder sehe ich das falsch? Mein Vater meint, es hätte einen negativen Touch (da es klingt, als sei ich ein Zocker mit fettigen Haaren und 120 Kilo auf der Waage und hätte den ganzen Tag nichts anderes zu tun). Ich würde ungern dieses Hobby rausnehmen, denn sonst würden nur noch die Interessen Psychologie (Schwerpunkt: Entwicklungspychologie), Pädagogik und Politik (Schwerpunkt: Bildungspolitik) da stehen. Diese wirken sehr schleimig, da sie perfekt auf den Berufszweig zugeschnitten sind, sind aber letztendlich wahre Interessen. Und da wirkt das Betreiben einer eigenen eSport-Organisation sehr exotisch, individuell und zeugt von einigen Fähigkeiten.

Was würdet ihr mir raten? Soll ich den Punkt lassen, soll ich ihn rausnehmen, soll ich ihn umschreiben?

Ich bedanke mich bereits im Voraus für jegliche Antworten =)

Mit freundlichen Grüßen,

Tim 'Tiffel'

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eSport = Geld verdienen (entweder nebenbei oder hauptberuflich) mit dem Spielen von Computerspielen bzw. kompetitives Spielen von Computerspielen; eine eSport-Organisation steht dabei hinter den jeweiligen Teams, die spielen, sprich, wir unterstützen sie mithilfe von Geld, Sponsoren, motivieren sie und nehmen ihnen Arbeit ab. Dafür spielen sie in unserem Namen. Im Endeffekt heißt das: ich spiele nur hobbymäßig (was ich nicht in die Bewerbung geschrieben habe, da dies wenig aussagekräftig ist), ich organisiere und manage allerdings halbwegs professionell.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 28.03.2016, 12:56

Ich weiß, das ist nicht dein Anliegen, aber habe ich dich richtig verstanden? Du willst dein Abi abbrechen um ein FSJ an einer Schule zu machen?

Das ist ein Plan, den ich mal so gar nicht nachvollziehen kann.

Was die Wirkung von eSports angeht: Erst mal steckt darin ja das Wort Sport. Ob sich der Adressat unter eSports wirklich etwas vorstellen kann ist die eine Frage, das Wort Sport an sich wird aber auch eine gewisse positive Wirkung haben, denn Sport ist mit Aktivität verbunden. Zudem befindet sich i.d.R. auf dem Lebenslauf ein Bewerbungsfoto. Das ist ein Blickfang, sprich, der Adressat kennt dein Gesicht (und deine Haare) bereits, bevor er irgendwann im unteren Teil des Lebenslaufs unter Hobbies eSports liest. Insofern kann ich die Befürchtungen deines Vaters so nicht nachvollziehen.

Allerdings halte ich deinen Plan an sich eher für eine Schnappsidee. Aber das geht mich ja eigentlich auch nichts an.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 28.03.2016, 14:11

TheGuide hat geschrieben:Ich weiß, das ist nicht dein Anliegen, aber habe ich dich richtig verstanden? Du willst dein Abi abbrechen um ein FSJ an einer Schule zu machen?

Das ist ein Plan, den ich mal so gar nicht nachvollziehen kann.
Ich habe mich spontan ebenfalls gefragt, ob das wohl ernst gemeint sein kann... und bin mir da ehrlich gesagt immer noch nicht sicher. Ich meine: Was für eine Art von (Vor)Bild würde man den anderen Schülern damit denn vermitteln? Ganz ehrlich: Wenn man meinem Kind einen kaum älteren Schulabbrecher und Daddelkönig als "Betreuer" vorsetzen würde, ginge ich persönlich beim Schulleiter vorbei... und dann würde es nicht gerade leise... ;-)

Aus solchen Storys macht die Bildzeitung Titelseiten, wenn sonst mal nichts los ist. Ganz unabhängig davon: Warum möchtest Du kurz vor dem Abitur + mit deutlichem Interesse an Psychologie und Pädagogik so "niedrig" einsteigen? Warum das Abitur nicht einfach machen, ein entsprechendes Fach studieren... und dann RICHTIG arbeiten?

Tiffel
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Beitrag von Tiffel » 28.03.2016, 16:21

Der Grund, warum ich am Ende der 11. Klasse aufhöre, ist ganz einfach. Ich hatte am Ende des ersten Semesters eines meiner wohl besten Zeugnisse, gleichzeitig allerdings auch eines meiner schlechtesten. Ich hatte vier Ausfälle (insgesamt darf man in der gesamten Qualifikationsphase für das Abi vier haben), der Rest des Zeugnisses bestand jedoch einzig und allein aus Zweien. Daraus folgend habe ich mich mit der Berufsberatung zusammengesetzt, die mir ebenfalls geraten hat, die 11. zu beenden, das Abi dann aber nicht weiterzumachen, weil die Gefahr zu hoch sei, einen weiteren Ausfall zu kriegen. Im schlimmsten Falle würde ich im letzten Semester einen Ausfall durch irgendeinen dummen Zufall kriegen und dann hätte ich den Salat.

Also sieht mein Plan folgendermaßen aus: 11. Klasse beenden, damit hätte ich dann den akademischen Teil der Fachhochschulreife. Danach möchte ich eben dieses FSJ machen (dabei interessiert mich ein FSJ an einer Schule am meisten; Alternative wäre ein FSJ in einer psychatrischen Einrichtung, dafür gibt es aber nicht sehr viele Angebote). Am Ende hätte ich dann den beruflichen Teil der Fachhochschulreife. Beide Teile werden verbunden und tada, ich habe die Fachhochschulreife. Damit wäre es mir möglich, Soziale Arbeit auf einer Fachhochschule zu studieren. Mit dem Abschluss dieses Studienganges wäre ich Dipl.-Sozialpädagoge und anschließend würde ich eine Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten machen.

Es ist ein umständlicher Weg, das ist mir bewusst. Aber anders geht es nicht. Ich muss einsehen, dass ich teilweise mein Leben verkackt habe und genau deswegen muss ich dieses Defizit in Kauf nehmen.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 28.03.2016, 17:58

Berufsberatung? Wer steckt da genau hinter?

Tiffel
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Beitrag von Tiffel » 28.03.2016, 18:17

Dahinter steckt ein Berufsberater des Arbeitsamtes Friedrichshain-Kreuzberg in Berlin. Der Berufsberater (aus Datenschutzgründen nenne ich nicht seinen Namen) arbeitet eng mit unserer Schule zusammen und veranstaltet viele Workshops. Als ich mir einen Termin geben lassen habe, hatte ich das Glück, ihn als Sachbearbeiter, nenne ich das mal, zu haben, da ich von Freunden viel positives gehört habe.

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 28.03.2016, 20:59

Hmmmm... hast Du auch mit dem Jahrgangsstufenleiter Deiner Schule gesprochen? Vielleicht weiss der verfahrenstechnisch ja noch etwas, was ein externer Berater ohne explizit schulischen Hintergrund nicht unbedingt weiss? Wenn Du jetzt eigentlich wirklich gerade einen positiven Lauf hast, scheint mir der Abbruch gerade jetzt nach wie vor sehr schade. Zu meiner Zeit (zugegebenermassen einige Jahre her) gab es in solchen Fällen auch die Möglichkeit, ein Schuljahr freiwillig zu wiederholen. Ich habe da gerade sogar einen konkreten Mitschüler vor Augen, bei dem der zweite Anlauf wie Butter durchging...

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Beitrag von TheGuide » 28.03.2016, 22:53

Tiffel hat geschrieben:Dahinter steckt ein Berufsberater des Arbeitsamtes
Das hätte schon gereicht.

Tiffel
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Beitrag von Tiffel » 28.03.2016, 23:18

Wiederholen wäre für mich ebenfalls eine Möglichkeit. Nur ein einziges Problem bleibt: Ich habe bereits die neunte Klasse wiederholt und aufgrund dessen habe ich einen leichten "Zeitdruck". Jedoch würde ich auch im neuen Anlauf den NC für bspw. Psychologie nicht schaffen, da brauche ich mir nichts vorzumachen :D

Romanum
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Beitrag von Romanum » 30.03.2016, 12:55

eSport (Betreibung einer eigenen sogenannten eSport-Organisation mit Namen Guardians of Technology

Ist der Name überhaupt so wichtig? Niemand wird den kennen oder damit etwas verbinden, anders bspw. als bei Fußballvereinen, von denen fast jeder schon mal etwas gehört hat.

Sinnvoll wäre doch eine Angabe der genauen Aufgaben, die hinter der Betreibung stecken, so dass dem negativen Touch entgegengewirkt wird.


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