Bewerbung als Entwicklungsingenieur für CFD-Simulation

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Anon86
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Bewerbung als Entwicklungsingenieur für CFD-Simulation

Beitrag von Anon86 » 19.06.2015, 22:09

Hallo. Ich habe einen Bachelor in Maschinenbau und Master in Systemtechnik. Bin frisch von der FH ohne Berufserfahrung. Ich suche speziell nach Stellen, die Strömungssimulation (CFD) zum Schwerpunkt haben. Diese Stellen sind recht selten, allerdings dürfte es auch nur wenige Bewerber darauf geben. Seit dem Abschluss war meine Jobsuche bisher erfolglos, was vielleicht u. a. am Anschreiben liegt. Daher brauche ich eure Meinung dazu.

- zu lang?
- zu speziell? normalerweise sollten doch aber Personaler, die Ingenieure anstellen, Ahnung haben oder noch besser selbst welche sein?
- sonstige Kommentare oder Meinungen?


Hier eine solche Stellenausschreibung:

Absolvent (m/w) mit Ingenieurstudium Berechnung und Simulation Automotive

Deine Aufgaben
- Aktive Mitarbeit in vielseitigen Fahrzeugentwicklungsprojekten im Bereich Berechnung und Simulation mit den Schwerpunkten Strömungssimulation (CFD), Statik / Dynamik / Akustik, Crash & Safety oder Beanspruchung & FLP
- Selbständige Bearbeitung von Teilbereichen in der Berechnung und Simulation mit der Perspektive auf Projektverantwortung
- Dokumentation und Präsentation der Arbeitsergebnisse im Projektumfeld
- Intensive Kommunikation mit allen Projektbeteiligten
- Unterstützung der verantwortlichen Projektleiter

Dein Profil
-Abgeschlossenes technisches oder naturwissenschaftliches Studium z.B. der Fachrichtung Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Bauingenieurwesen oder Physik
- Hohe Affinität zum Automotivebereich von Vorteil
- Erste Projekterfahrung im Bereich Berechnung und Simulation sowie erste Kenntnisse im Umgang mit Simulationssoftware, z.B. PAM-Crash, ABAQUS oder Nastran
- Gute Deutsch- und Englischkenntnisse
- Hohe Teamfähigkeit , Flexibilität sowie selbständige und verantwortungsvolle Arbeitsweise


Hier nun mein Anschreiben:

[Meine Adresse]

[Firmenadresse]

rechtsbündig->[Ort, Datum]
rechtsbündig->[Referenznummer der Anzeige wenn vorhanden]

Bewerbung als Absolvent (m/w) mit Ingenieurstudium Berechnung und Simulation Automotive
Ihre Stellenanzeige auf firma.de


Sehr geehrte Frau [Name],

nachdem ich mein Bachelorstudium im Maschinenbau absolviert habe, studierte ich anschließend im Masterstudiengang Systemtechnik an der [Schulname] und habe dieses 2015 erfolgreich abgeschlossen. Während des Masters fokussierte ich mich dabei besonders auf die CFD-Simulation.

Die Vorlesung „Einführung in die numerische Strömungsberechnung“, welche ich als Wahlfach im ersten Semester des Masters gehört habe, beschäftigte sich zum einen mit den theoretischen Grundlagen von CFD und zum anderen mit der Anwendung dieser Theorie in Ansys/Fluent.

Im zweiten Semester haben ein Kommilitone und ich ein CFD-Projekt bearbeitet, bei dem die Gasströmung in einem Räucherfaßgrill bzw. Barrel-Smoker simuliert wurde.

Zum Ende meines Studiums arbeitete ich fünf Monate an meiner Master-Thesis zum Thema „CFD-Simulation und Transfer zu einem Thermo-Mathematischen-Modell für die Stratifikation von kryogenen Treibstoffen in Raketentanks“ bei [Firma] in [Stadt].

Mein zweites Wahlfach während des Masters war Advanced-CAD, welches die Konstruktion mithilfe des CAD-Tools NX zum Inhalt hatte. Im Bachelor davor habe ich mit dem CAD-Tool Solid Edge gearbeitet. Die CAD-Fähigkeiten waren mir bei der Vorbereitung von Geometrien für spätere Simulationsmodelle stets sehr nützlich.

Weiterhin habe ich vertiefte Kenntnisse in der Programmierung, v. a. mit C. Im zweiten Semester des Masters habe ich mir diese Programmiersprache selbstständig während einer Projektarbeit über das Optimierungsproblem des Handelsreisenden (Traveling Salesman Problem) angeeignet, indem ich verschiedene heuristische Lösungsverfahren für das TSP in C umgesetzt habe. Mit diesem Wissen war es mir in meiner späteren Master-Thesis möglich, für Ansys/Fluent UDFs zu entwickeln, um die CFD-Simulationen an spezielle Bedingungen anzupassen.

Ich interessiere mich besonders für die CFD-Simulation, weil sie als eine noch recht junge aber zukunftsorientierte Technologie mit steigenden Rechnerleistungen immer mehr an Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Bedeutung gewinnt und die drei für mich wichtigen Bereiche der Physik, Mathematik und Informatik miteinander verbindet.

Aus diesem Grund bewerbe ich mich bei Ihnen ab sofort auf die o. g. Stelle. Aufgrund meiner Qualifikationen und den bisherigen praktischen Erfahrungen in der Simulation halte ich ein Einstiegsgehalt von 40000€ brutto im Jahr für angemessen.

Gerne ergänze ich den ersten Eindruck aus meinen Bewerbungsunterlagen in einem persönlichen Gespräch.

Mit freundlichen Grüßen,
[Unterschrift]
[Mein Name]

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TheGuide
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Re: Bewerbung als Entwicklungsingenieur für CFD-Simulation

Beitrag von TheGuide » 20.06.2015, 10:13

rechtsbündig->[Referenznummer der Anzeige wenn vorhanden]
Ich entnehme dem, dass du ein Standardanschreiben verwendest? Bitte nicht!!! Analysiere die Stellenaforderungen und reagiere darauf. Individuell.
nachdem ich mein Bachelorstudium im Maschinenbau absolviert habe, studierte ich anschließend im Masterstudiengang Systemtechnik an der [Schulname] und habe dieses 2015 erfolgreich abgeschlossen. Während des Masters fokussierte ich mich dabei besonders auf die CFD-Simulation.
Bis auf die Fokussierung: :arrow: Lebenslauf
Die Vorlesung „Einführung in die numerische Strömungsberechnung“, welche ich als Wahlfach im ersten Semester des Masters gehört habe,
Du präsentierst dich hier als Konsument, nicht als Leistungsträger.
Im zweiten Semester haben ein Kommilitone und ich ein CFD-Projekt bearbeitet, bei dem die Gasströmung in einem Räucherfaßgrill bzw. Barrel-Smoker simuliert wurde.
Und, war das in irgendeiner Form erfolgreich?!

Zum Ende meines Studiums arbeitete ich fünf Monate an meiner Master-Thesis zum Thema „CFD-Simulation und Transfer zu einem Thermo-Mathematischen-Modell für die Stratifikation von kryogenen Treibstoffen in Raketentanks“ bei [Firma] in [Stadt].
:arrow: Lebenslauf
Mein zweites Wahlfach während des Masters war Advanced-CAD, welches die Konstruktion mithilfe des CAD-Tools NX zum Inhalt hatte.
Subjekt? Solltest immer du sein, bist du aber nicht!


Weiterhin habe ich vertiefte Kenntnisse in der Programmierung, v. a. mit C. Im zweiten Semester des Masters habe ich mir diese Programmiersprache selbstständig während einer Projektarbeit über das Optimierungsproblem des Handelsreisenden (Traveling Salesman Problem) angeeignet, indem ich verschiedene heuristische Lösungsverfahren für das TSP in C umgesetzt habe. Mit diesem Wissen war es mir in meiner späteren Master-Thesis möglich, für Ansys/Fluent UDFs zu entwickeln, um die CFD-Simulationen an spezielle Bedingungen anzupassen.
Im Grunde gut, aber z.T. auf die falschen Dinge fokussiert. Der Zeitpunkt ist beispielweise sch**ßegal.
Aus diesem Grund bewerbe ich mich bei Ihnen ab sofort auf die o. g. Stelle.
:arrow: Betreff!

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FRAGEN
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Re: Bewerbung als Entwicklungsingenieur für CFD-Simulation

Beitrag von FRAGEN » 20.06.2015, 12:25

Ich schliesse mich meinem Vorredner in allen Punkten an. Den grossen Verbesserungshebel hinter dem bereits Gesagten wäre der Gedanke, jeden einzelnen Satz erstens auf den fachlichen Kern zu verschlanken... und zweitens jeden dieser Sätze so zu formulieren, dass das jeweils argumentativ wichtigste Wort im Mittelpunkt steht.
Anon86 hat geschrieben:nachdem ich mein Bachelorstudium im Maschinenbau absolviert habe, studierte ich anschließend im Masterstudiengang Systemtechnik an der [Schulname] und habe dieses 2015 erfolgreich abgeschlossen. Während des Masters fokussierte ich mich dabei besonders auf die CFD-Simulation.
Hier ist die Aussage, wie von TheGuide bereits gesagt: Die Fokussierung.
Anon86 hat geschrieben:Die Vorlesung „Einführung in die numerische Strömungsberechnung“, welche ich als Wahlfach im ersten Semester des Masters gehört habe, beschäftigte sich zum einen mit den theoretischen Grundlagen von CFD und zum anderen mit der Anwendung dieser Theorie in Ansys/Fluent.
Hier ist das Wichtige m. E. das "Wahlfach"... d. h. die Tatsache der FRÜHEN Fokussierung sowie der verwendeten Programme. Ich würde BTW sicherheitshalber dazu schreiben, dass es sich bei "Ansys/Fluent" um Software handelt... weil Du m. E. NICHT voraussetzen kannst, dass die Personaler vom Fach sind. Genau genommen kannst Du sogar schon eher voraussetzen, dass sie es nicht sind. Du kannst froh sein, wenn sie entsprechende Spezialisten involvieren, bevor sie ihre Laien-Vorauswahl getroffen haben... ;-)
Anon86 hat geschrieben:Im zweiten Semester haben ein Kommilitone und ich ein CFD-Projekt bearbeitet, bei dem die Gasströmung in einem Räucherfaßgrill bzw. Barrel-Smoker simuliert wurde.
Hier wäre die "Simulation" das Hauptthema.
Anon86 hat geschrieben:Zum Ende meines Studiums arbeitete ich fünf Monate an meiner Master-Thesis zum Thema „CFD-Simulation und Transfer zu einem Thermo-Mathematischen-Modell für die Stratifikation von kryogenen Treibstoffen in Raketentanks“ bei [Firma] in [Stadt].
Hier m. E. der "Transfer zu einem Thermo-Mathematischen Modell"...

Und so weiter... du verstehst, worauf ich hinaus will: Der Eindruck der Bewerbung sollte (sicherheitshalber auch für den Nicht-Ingenieur) sein, dass Du das Thema "CFD" bereits unter möglichst vielen und verschiedenen Aspekten betrachtet hast. Vermutlich war das auch schon vorher Dein Gedanke... aber in den derzeitigen Formulierungen geht er für mein Gefühl oftmals unter...

Anon86
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Re: Bewerbung als Entwicklungsingenieur für CFD-Simulation

Beitrag von Anon86 » 20.06.2015, 14:56

TheGuide hat geschrieben: Ich entnehme dem, dass du ein Standardanschreiben verwendest? Bitte nicht!!! Analysiere die Stellenaforderungen und reagiere darauf. Individuell.
Verstehe nicht genau, was du meinst.
Die rechteckigen Klammern? Dass sie den Eindruck erwecken, es wäre ein copy/paste eines Standardschreibens? Also ich habe mein Anschreiben genommen und diese Platzhalter eingefügt, um es hier zu anonymisieren.
Und wenn es eine Referenznummer gibt, sollte man die doch angeben. Gerade in Fällen, wenn man sich nur rein per email und nicht per online-formular bewirbt, kann man die bewerbung so einer bestimmten Anzeige sicher zuordnen. Wenn du was anderes meinst, erläuter das bitte noch. Ich steh sonst aufm Schlauch .
TheGuide hat geschrieben:Subjekt? Solltest immer du sein, bist du aber nicht!
Hm, Subjekt ist "Wahlfach". Finde bei dem Satz keinen Fehler. Hab das jetzt mal in zwei Sätze aufgespalten.
FRAGEN hat geschrieben:Ich schliesse mich meinem Vorredner in allen Punkten an. Den grossen Verbesserungshebel hinter dem bereits Gesagten wäre der Gedanke, jeden einzelnen Satz erstens auf den fachlichen Kern zu verschlanken... und zweitens jeden dieser Sätze so zu formulieren, dass das jeweils argumentativ wichtigste Wort im Mittelpunkt steht.
FRAGEN hat geschrieben: Und so weiter... du verstehst, worauf ich hinaus will: Der Eindruck der Bewerbung sollte (sicherheitshalber auch für den Nicht-Ingenieur) sein, dass Du das Thema "CFD" bereits unter möglichst vielen und verschiedenen Aspekten betrachtet hast. Vermutlich war das auch schon vorher Dein Gedanke... aber in den derzeitigen Formulierungen geht er für mein Gefühl oftmals unter...
Hab Änderungen dazu vorgenommen.
Hier das überarbeitete Anschreiben. Die geänderten Sachen sind blau.

[Meine Adresse]

[Firmenadresse]

rechtsbündig->[Ort, Datum]
rechtsbündig->[Referenznummer der Anzeige wenn vorhanden]

Bewerbung als Absolvent (m/w) mit Ingenieurstudium Berechnung und Simulation Automotive
Ihre Stellenanzeige auf firma.de


Sehr geehrte Frau [Name],

Nach meiner Bachelor-Thesis, in der ich erste tiefgehende Kenntnisse über die konvektive Wärmeübertragung und Strömungsphänomene erlangen konnte, beschloss ich, mich im Masterstudiengang von Anfang an besonders auf die CFD-Simulation zu fokussieren.

Deswegen habe ich mir als erstes Wahlfach die „Einführung in die numerische Strömungsberechnung“ ausgesucht. Hier habe ich die theoretischen Grundlagen der CFD-Simulation kennengelernt und konnte sie in betreuten praktischen Übungen mit der Software Ansys/Fluent erfolgreich anwenden.

Zu weiteren Vertiefung haben ein Kommilitone und ich ein CFD-Projekt bearbeitet, bei dem die Gasströmung in einem Räucherfaßgrill bzw. Barrel-Smoker simuliert wurde. Dabei habe ich einerseits gelernt, wie man eine natürliche Konvektion, eine Zweiphasenströmung und Strahlung simuliert. Anderseits lernte ich aber auch, wie man aus den Simulationsergebnissen aussagekräftige Diagramme, Bilder und Animationen generiert, um die Ergebnisse erfolgreich zu präsentieren.

Für meine Master-Thesis habe ich gezielt nach einer Problemstellung gesucht, die mithilfe der CFD-Simulation zu lösen war. Eine passende Herausforderung fand ich bei Airbus** in [Stadt]. Während dieser Zeit konnte ich zum einen meine Fähigkeiten in der transienten CFD-Simulation erweitern. Zum anderen bekam ich aber auch einen Eindruck darüber, wie CFD in einem modernen Unternehmen praktisch im Alltagsgeschäft eingesetzt wird.

Mein zweites Wahlfach während des Masters war Advanced CAD. Hier lernte ich die Konstruktion mithilfe des CAD-Tools NX kennen. Im Bachelor davor habe ich mit dem CAD-Tool Solid Edge gearbeitet. Die CAD-Fähigkeiten waren mir bei der Vorbereitung von Geometrien für spätere Simulationsmodelle stets sehr nützlich.

Weiterhin habe ich gute Kenntnisse in der Programmierung, v. a. mit C. Diese Programmiersprache habe ich mir selbstständig während einer größeren Informatik-Projektarbeit im Masterstudiengang angeeignet. Mit diesem Wissen war es mir in meiner späteren Master-Thesis möglich, für Ansys/Fluent benutzerdefinierte Funktionen (UDF) zu entwickeln, um die CFD-Simulationen an spezielle Bedingungen anzupassen, welche von den Standardoptionen von Ansys/Fluent nicht abgedeckt werden.

Ich interessiere mich besonders für die CFD-Simulation, weil sie als eine noch recht junge aber zukunftsorientierte Technologie mit steigenden Rechnerleistungen immer mehr an Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Bedeutung gewinnt und die drei für mich wichtigen Bereiche der Physik, Mathematik und Informatik miteinander verbindet.

Aufgrund meiner Qualifikationen und den bisherigen praktischen Erfahrungen in der Simulation halte ich ein Einstiegsgehalt von 40000€ brutto im Jahr für angemessen. Da ich nicht ortsgebunden bin, stände ich Ihnen nach einem Umzug sofort zu Verfügung.

Gerne ergänze ich den ersten Eindruck aus meinen Bewerbungsunterlagen in einem persönlichen Gespräch.

Mit freundlichen Grüßen,
[Unterschrift]
[Mein Name]
Diese fand ich bei Airbus** in [Stadt].
** Mir ist schon klar, dass das im Lebenslauf steht. Da es aber Airbus war und nicht die Müller GmbH um die Ecke, will ich mir damit evtl einpaar Extrapunkte angeln ;)

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TheGuide
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Re: Bewerbung als Entwicklungsingenieur für CFD-Simulation

Beitrag von TheGuide » 21.06.2015, 12:59

Anon86 hat geschrieben:Verstehe nicht genau, was du meinst.
Die rechteckigen Klammern? Dass sie den Eindruck erwecken, es wäre ein copy/paste eines Standardschreibens? Also ich habe mein Anschreiben genommen und diese Platzhalter eingefügt, um es hier zu anonymisieren.
Naja, da stand "Referenznummer, wenn vorhanden", das machte den Eindruck, als handele es sich um ein Master-Anschreiben, welches du jeden Mal nur geringfügig anpasst. Wenn dem nicht so ist, ist ja gut.
TheGuide hat geschrieben:Subjekt? Solltest immer du sein, bist du aber nicht!
Hm, Subjekt ist "Wahlfach". Finde bei dem Satz keinen Fehler. Hab das jetzt mal in zwei Sätze aufgespalten.
Die Funktion der Bewerbung ist es, für dich Werbung zu machen, die zu deiner Einstellung führt. Es ist deine stellenbezogene Leistungsschau. Wenn etwas anderes als du Subjekt ist, hat das häufig einen distanzierenden Effekt, so als habe das alles nichts mit dem Bewerber zu tun. Präsentiere dich als Macher, als aktiv. Darum geht es.


Sehr geehrte Frau [Name],

Nach meiner Bachelor-Thesis,
Nach dem Komma klein weiter!
in der ich erste tiefgehende Kenntnisse über die konvektive Wärmeübertragung und Strömungsphänomene erlangen konnte,
Hast du oder hast du bloß gekonnt (=die Möglichkeit gehabt)?
Hier habe ich die theoretischen Grundlagen der CFD-Simulation kennengelernt und konnte sie in betreuten praktischen Übungen mit der Software Ansys/Fluent erfolgreich anwenden.
...wendete sie an.... Dass die praktischen Übungen betreut waren, tut nichts zur Sache, schwächt aber letztlich deine Eigenleistung.
Zu weiteren Vertiefung haben ein Kommilitone und ich ein CFD-Projekt bearbeitet, bei dem die Gasströmung in einem Räucherfaßgrill bzw. Barrel-Smoker simuliert wurde.
...bei dem wir ... simulierten.

Dabei habe ich einerseits gelernt, wie man eine natürliche Konvektion, eine Zweiphasenströmung und Strahlung simuliert.

Das sollte man erwarten. Streichen!
Anderseits lernte ich aber auch, wie man aus den Simulationsergebnissen aussagekräftige Diagramme, Bilder und Animationen generiert, um die Ergebnisse erfolgreich zu präsentieren.
Wie oft willst du eigentlich das Wort simulieren/Simulation bringen?
Während dieser Zeit konnte ich zum einen meine Fähigkeiten in der transienten CFD-Simulation erweitern.

Zum anderen bekam ich aber auch einen Eindruck darüber, wie CFD in einem modernen Unternehmen praktisch im Alltagsgeschäft eingesetzt wird.
Bekommen hat passivische Bedeutung, wähle ein Verb mit einer aktivischen Bedeutung.

Ich habe mich jetzt nur auf die sprachlichen Auffälligkeiten (Wiederholungen, Weichmacher, Passive, wo Aktive stehen sollte, Verben mit passivischen Bedeutungen, die dich als Konsumenten, nicht als Macher hinstellen) konzentriert. Insgesamt handelt es sich aber immer noch zu sehr um Plauderei aus dem Nähkästchen.

Anon86
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Beitrag von Anon86 » 21.06.2015, 14:14

Ok, vielen Dank soweit. Ich schau mir die anderen Threads hier an um Ideen zu holen.

Anon86
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Beitrag von Anon86 » 23.06.2015, 13:08

Habe jetzt einige Sachen überarbeitet, damit es sich nicht mehr so sehr nach einer Geschichte sondern eher nach Werbung anhört. Ich bitte um Kritik.
__________
Sehr geehrter Herr Muster,

nach dem Abschluss meines Master-Studiums, in dem ich mich von Anfang an auf die CFD-Simulation fokussiert habe, besitze ich sehr gute theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrungen in CFD, welche ich in Ihrem Unternehmen gewinnbringend einsetzen möchte.

Im Wahlfach „Einführung in die numerische Strömungsberechnung“ habe ich die theoretischen Grundlagen von CFD kennengelernt und in praktischen Übungen mit der Software Ansys/Fluent erfolgreich angewendet. Während einer Projektarbeit, bei der ein Kommilitone und ich die Gasströmung in einem Räucherfaßgrill bzw. Barrel-Smoker simuliert haben, lernte ich u. a., wie man aus den Ergebnissen aussagekräftige Diagramme, Bilder und Animationen generiert, um die Resultate erfolgreich zu präsentieren. Durch meine Master-Thesis bei Firma in Stadt habe ich zum einen meine Fähigkeiten in der transienten CFD-Simulation erweitert, zum anderen habe ich Erfahrungen über den praktischen Einsatz von CFD im Alltagsgeschäft eines modernen Unternehmens gesammelt.

Im Wahlfach „Advanced CAD“ habe ich die Konstruktion mithilfe des CAD-Tools NX kennengelernt, wobei ich mir im Bachelor-Studium bereits die Konstruktion mit dem CAD-Tool Solid Edge angeeignet habe, sodass ich Geometrien für spätere Simulationsmodelle effektiv vorbereiten kann.

Weiterhin habe ich gute Kenntnisse in der Programmierung in mehreren Sprachen, v. a. mit C. Diese Programmiersprache habe ich mir selbstständig während einer größeren Informatik-Projektarbeit beigebracht. Damit kann ich für Ansys/Fluent benutzerdefinierte Funktionen (UDF) entwickeln, um die CFD-Simulationen an spezielle Bedingungen anzupassen, welche von den Standardoptionen der Software nicht abgedeckt werden.

Ich interessiere mich besonders für CFD, weil es als eine noch recht junge aber zukunftsorientierte Technologie mit steigenden Rechnerleistungen immer mehr an Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Bedeutung gewinnt und die drei für mich wichtigen Bereiche der Physik, Mathematik und Informatik miteinander verbindet.

Aufgrund meiner Qualifikationen und den bisherigen praktischen Erfahrungen in der Simulation halte ich ein Einstiegsgehalt von X€ brutto im Jahr für angemessen. Da ich nicht ortsgebunden bin, stehe ich Ihnen nach einem Umzug sofort zu Verfügung.

Gerne ergänze ich den ersten Eindruck aus meinen Bewerbungsunterlagen in einem persönlichen Gespräch.

Mit freundlichen Grüßen,

_____________

Wie ist es mit den Softskills, die in den Stellen-Anforderungen meist angegeben werden. Soll man darauf eingehen?

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 23.06.2015, 13:50

Anon86 hat geschrieben:Im Wahlfach „Einführung in die numerische Strömungsberechnung“ habe ich die theoretischen Grundlagen von CFD kennengelernt und in praktischen Übungen mit der Software Ansys/Fluent erfolgreich angewendet. Während einer Projektarbeit, bei der ein Kommilitone und ich die Gasströmung in einem Räucherfaßgrill bzw. Barrel-Smoker simuliert haben, lernte ich u. a., wie man aus den Ergebnissen aussagekräftige Diagramme, Bilder und Animationen generiert, um die Resultate erfolgreich zu präsentieren. Durch meine Master-Thesis bei Firma in Stadt habe ich zum einen meine Fähigkeiten in der transienten CFD-Simulation erweitert, zum anderen habe ich Erfahrungen über den praktischen Einsatz von CFD im Alltagsgeschäft eines modernen Unternehmens gesammelt.
Auf jeden Fall besser als vorher aber immer noch zu viel irrelevante Zusatzinformation. Beispielsweise ist die Firma, bei der du deine Masterarbeit geschrieben hast, für dein Anschreiben schon ziemlich unwichtig. Wenn der Adressat das wissen will, kann er das auch dem Lebenslauf entnehmen. Noch viel weniger ist der Standort der Firma von Bedeutung. Was soll der Adressat dem entnehmen? "Oh ja, er hat seine Masterabeit in Buxtehude geschrieben, den muss ich einstellen!"?
Im Wahlfach „Advanced CAD“ habe ich die Konstruktion mithilfe des CAD-Tools NX kennengelernt, wobei ich mir im Bachelor-Studium bereits die Konstruktion mit dem CAD-Tool Solid Edge angeeignet habe, sodass ich Geometrien für spätere Simulationsmodelle effektiv vorbereiten kann.
Wichtig ist, dass du dir eine Kompetenz erworben hast. Ob das nun ein Wahlfach oder eine Pflichtübung war, ist für den Personaler irrelevant. Relevant für ihn ist, was du damit machst.
Wie ist es mit den Softskills, die in den Stellen-Anforderungen meist angegeben werden. Soll man darauf eingehen?
Gegenfrage: Glaubst du, Personalsachbearbeiter schreiben die nur zum Spaß auf?

Romanum
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Beiträge: 8957
Registriert: 12.09.2008, 19:20

Beitrag von Romanum » 23.06.2015, 18:40

Das sind ja eher total allgemein gehaltene Standard-Anforderungen bzgl. der Soft Skills, die sich vor einer Einstellung gar nicht so genau (und leicht) überprüfen lassen und oftmals gar nicht "überprüft" werden. Insofern ist das Eingehen auf Soft Skills häufig nur eine sehr vage Absichtserklärung.

Anon86
Beiträge: 11
Registriert: 19.06.2015, 21:32

Beitrag von Anon86 » 23.06.2015, 19:09

Der Personaler kann die vor allem durch die Arbeitszeugnisse abschätzen. Deswegen halte Aussagen wie "ich bin belastbar" im Anschreiben für sinnlos, zumal das auch noch eine reine Behauptung ohne Beleg ist. Dann soll man zumindest schreiben "ich bin belastbar, war im letzten Jahr keinen Tag krank und drück 100 kg auf der Hantelbank" :lol:

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