Freizeitbegleitung für Menschen mit Behinderung

Wenn ihr Berufsanfänger oder Berufspraktiker seid, dann könnt ihr eure Bewerbungsbeispiele in dieser Rubrik zur Diskussion stellen und die Musterbewerbungen anderer Bewerber bewerten. Auch für Bewerbungen um eine Neben- oder Teilzeitbeschäftigung.
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Kaffeekanne
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Freizeitbegleitung für Menschen mit Behinderung

Beitrag von Kaffeekanne » 02.10.2016, 08:42

Hallo :)

Ich hoffe, ich bin in diesem Unterforum richtig gelandet. Hier ist mein Anschreiben:

Sehr geehrte Frau XXX,

da mich Berufe im Bereich der Behindertenarbeit sehr reizen, stieß Ihr Stellenangebot als Honorarkraft in der Freizeitbegleitung bei mir auf sehr großes Interesse.

Zur Zeit absolviere ich den Bundesfreiwilligendienst in der XXX-Schule für körperliche und motorische Entwicklung. Dort konnte ich bereits Erfahrungen im Umgang mit Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung machen, die mir bei der Tätigkeit als Freizeitbegleitung sicherlich von Vorteil sein werden. Es interessiert mich sehr, einen Menschen begleiten zu können und ihn bei der Gestaltung seiner Zeit nach seinen persönlichen Vorstellungen und Wünschen zu unterstützen. Dabei bringe ich Kreativität sowie Empathiefähigkeit mit; ein respektvoller Umgang gegenüber Menschen mit Behinderungen gehört für mich zur Selbstverständlichkeit. Zu dem denke ich, dass mir die Erfahrungen, die ich als Freizeitbegleitung sammeln werde, in meinem späteren Berufsfeld sehr nützlich sein werden.

Über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich sehr.

Mit freundlichen Grüßen,
XXX

Was meint ihr? Ist mein erster Satz in Ordnung? Mich stört die Formulierung "stieß auf großes Interesse". Habt ihr andere Vorschläge? Außerdem finde ich, dass der Text ein bisschen durcheinander wirkt und ich nicht genung darauf eingehe, warum ich die Arbeit machen möchte. Gründe sind für mich, dass er mir Freude bereitet, mit Menschen mit Behinderungen zu arbeiten und ich auch später in diesem Bereich tätig sein möchte und so schon Erfahrungen sammeln könnte. Ich weiß nicht, ob ich das ausreichend ausgedrückt habe.

Ich würde mich sehr über einige Verbesserungsvorschläge freuen! :)

Charlie Schmidt
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Beitrag von Charlie Schmidt » 02.10.2016, 09:26

Moin Kaffeekanne (schöner Nick! ;)),

den ersten Satz kannst Du komplett streichen und dann gleich mit dem zweiten einsteigen.
Dort konnte ich bereits Erfahrungen im Umgang mit Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung machen
Wie sehen diesen Erfahrungen denn aus? (Falls Du aktuell noch dort arbeitest, solltest Du auch im Präsens schreiben.)
Es interessiert mich sehr, einen Menschen begleiten zu können und ihn bei der Gestaltung seiner Zeit nach seinen persönlichen Vorstellungen und Wünschen zu unterstützen.
Das mit dem Interesse klingt für mich in diesem Zusammenhang völlig falsch. Es handelt sich hierbei ja nicht um ein Forschungsprojekt, sondern um eine unter Umständen durchaus anstrengende Arbeit.
Zu dem denke ich, dass mir die Erfahrungen, die ich als Freizeitbegleitung sammeln werde, in meinem späteren Berufsfeld sehr nützlich sein werden.


Welches spätere Berufsfeld strebst Du denn an?

Insgesamt empfinde ich Dein Anschreiben als ein wenig zu lapidar auf die eigentliche Tätigkeit formuliert und zu sehr auf Deine eigenen Vorteile, die Du daraus zu gewinnen gedenkst, ausgerichtet. Für mich kommt die Freude, die Du an der Arbeit mit Behinderten hast, leider nicht durch. :(

Kaffeekanne
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Beitrag von Kaffeekanne » 02.10.2016, 09:50

Charlie Schmidt hat geschrieben:Moin Kaffeekanne (schöner Nick! ;)),

den ersten Satz kannst Du komplett streichen und dann gleich mit dem zweiten einsteigen.
Dort konnte ich bereits Erfahrungen im Umgang mit Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung machen
Wie sehen diesen Erfahrungen denn aus? (Falls Du aktuell noch dort arbeitest, solltest Du auch im Präsens schreiben.)
Es interessiert mich sehr, einen Menschen begleiten zu können und ihn bei der Gestaltung seiner Zeit nach seinen persönlichen Vorstellungen und Wünschen zu unterstützen.
Das mit dem Interesse klingt für mich in diesem Zusammenhang völlig falsch. Es handelt sich hierbei ja nicht um ein Forschungsprojekt, sondern um eine unter Umständen durchaus anstrengende Arbeit.
Zu dem denke ich, dass mir die Erfahrungen, die ich als Freizeitbegleitung sammeln werde, in meinem späteren Berufsfeld sehr nützlich sein werden.


Welches spätere Berufsfeld strebst Du denn an?

Insgesamt empfinde ich Dein Anschreiben als ein wenig zu lapidar auf die eigentliche Tätigkeit formuliert und zu sehr auf Deine eigenen Vorteile, die Du daraus zu gewinnen gedenkst, ausgerichtet. Für mich kommt die Freude, die Du an der Arbeit mit Behinderten hast, leider nicht durch. :(
Danke für deine schnelle Antwort!

Du hast wirklich recht, es klingt sehr nach meinem eigenen Vorteil ausgelegt. Hast du Ideen, wie ich es rüberbringen kann, dass mir die Arbeit Freude bereitet? Ich bin nämlich wirklich sehr begeistert von meinem BFD und gehe immer gerne dorthin. Wie könnte ich das betonen?

Also, bei meinem BFD bin ich einer Klasse eingesetzt. Ich helfe den Kindern, wenn sie z.B. Übungen im Unterricht machen, ich wickle auch ein mehrfachbehindertes Kind, unterstütze im Sportunterricht, gehe mit einem Kind zu einer speziellen Gruppe für schwerbehinderte Schüler usw. Eben Hilfstätigkeiten.

Hmmm.. könnte ich statt "es interessiert mich sehr" einfach schreiben "es würde mir viel Freude bereiten" oder so?

Mir ist noch eingefallen, dass es dem Menschen ja die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtert, wenn er eben solche Sachen wie Stadtbummel oder Sport in seiner Freizeit machen kann. Diese Dinge sind ihm oft ja ohne Unterstützung gar nicht möglich und als Freizeitbegleitung könnte man jemanden darin ja unterstützen, besser am Alltagsleben teilzunehmen und das ist auch etwas, was an der Arbeit sehr schön ist. Ich hoffe, das klang jetzt nicht so wirr :D Hast du eine Idee, wie ich das ausdrücken könnte?

Ach ja, und ich möchte Heilpädagogik studieren oder eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin machen.

Sorry, dass ich so viele Fragen gestellt habe. Würde mich sehr über eine Antwort freuen! :)

Charlie Schmidt
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Beitrag von Charlie Schmidt » 02.10.2016, 10:28

Na, hier fürs Forum hast Du es schon mit sehr viel mehr Herzblut rübergebracht :):
Ich bin nämlich wirklich sehr begeistert von meinem BFD und gehe immer gerne dorthin.

Also, bei meinem BFD bin ich einer Klasse eingesetzt. Ich helfe den Kindern, wenn sie z.B. Übungen im Unterricht machen, ich wickle auch ein mehrfachbehindertes Kind, unterstütze im Sportunterricht, gehe mit einem Kind zu einer speziellen Gruppe für schwerbehinderte Schüler usw. Eben Hilfstätigkeiten.
dem Menschen ja die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtert, wenn er eben solche Sachen wie Stadtbummel oder Sport in seiner Freizeit machen kann. Diese Dinge sind ihm oft ja ohne Unterstützung gar nicht möglich und als Freizeitbegleitung könnte man jemanden darin ja unterstützen, besser am Alltagsleben teilzunehmen und das ist auch etwas, was an der Arbeit sehr schön ist.
ich möchte Heilpädagogik studieren oder eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin machen.
Weißt Du denn, was genau Deine Aufgaben wären? Also, mit welcher Art von Behinderung Du umgehen würdest und wie alt die Person(en?) ungefähr wäre(n)?

Kaffeekanne
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Beitrag von Kaffeekanne » 02.10.2016, 11:23

Charlie Schmidt hat geschrieben:Weißt Du denn, was genau Deine Aufgaben wären? Also, mit welcher Art von Behinderung Du umgehen würdest und wie alt die Person(en?) ungefähr wäre(n)?
Auf der Internetseite steht, dass Begleitung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gesucht wird und dass man eine einzelne Person begleitet, meist nachmittags und am Wochenende. Man spricht mit der Person oder der Familie ab, was man unternimmt, also Sachen wie schwimmen gehen, in die Stadt gehen oder was auch immer die Person gerne machen würde. Über die Art der Behinderung steht dort nichts. Es ist auch keine Bewerbung für die Arbeit mit einer bestimmten Person, sondern generell für die Organisation, die solche Begleitung organisiert. Ich vermute mal, dass später geschaut wird, zu wem man passen könnte und wen man am Ende begleitet.

Ich werde später die Bewerbung noch mal neu schreiben, denke ich. :)

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 02.10.2016, 15:19

Kaffeekanne hat geschrieben:Hast du Ideen, wie ich es rüberbringen kann, dass mir die Arbeit Freude bereitet? Ich bin nämlich wirklich sehr begeistert von meinem BFD und gehe immer gerne dorthin. Wie könnte ich das betonen?

Hmmm.. könnte ich statt "es interessiert mich sehr" einfach schreiben "es würde mir viel Freude bereiten" oder so?
Ich stelle durch Lesen und Schreiben hier im Forum fest, dass ich viele Formulierungen gar nicht mitbekomme, weil ich das Anschreiben auf die Inhalte abscanne. Das machen wahrscheinlich viele, die häufig solche Anschreiben lesen. Ob du nun schreibst "ich mache das gern" oder "es macht mir Freude" oder was auch immer, finde ich nicht wirklich entscheidend.

Wichtiger finde ich, dass der Leser durch das Anschreiben in möglichst kurzer Zeit versteht, welche deiner Kenntnisse und Fähigkeiten, die für die ausgeschriebene Stelle wichtig sind, du erworben hast und wie, also der Beweis dafür. (Sätze wie: habe eine schnelle Auffassungsgabe, bin teamfähig, arbeite aber gleichzeitig selbständig bis zum Schluss, das ist für mich alles blabla ohne jeden Wert. Das haben doch angeblich alle. )

Und hier machst du das doch ganz gut:
Also, bei meinem BFD bin ich einer Klasse eingesetzt. Ich helfe den Kindern, wenn sie z.B. Übungen im Unterricht machen, ich wickle auch ein mehrfachbehindertes Kind, unterstütze im Sportunterricht, gehe mit einem Kind zu einer speziellen Gruppe für schwerbehinderte Schüler usw.
Denk einfach immer dran: der Leser will sehen, wie hoch die Übereinstimmung deines Profils mit dem Stellenprofil ist. Das arbeitest du raus.

Kaffeekanne
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Beitrag von Kaffeekanne » 02.10.2016, 19:05

BlackDiamond hat geschrieben:
Kaffeekanne hat geschrieben:Hast du Ideen, wie ich es rüberbringen kann, dass mir die Arbeit Freude bereitet? Ich bin nämlich wirklich sehr begeistert von meinem BFD und gehe immer gerne dorthin. Wie könnte ich das betonen?

Hmmm.. könnte ich statt "es interessiert mich sehr" einfach schreiben "es würde mir viel Freude bereiten" oder so?
Ich stelle durch Lesen und Schreiben hier im Forum fest, dass ich viele Formulierungen gar nicht mitbekomme, weil ich das Anschreiben auf die Inhalte abscanne. Das machen wahrscheinlich viele, die häufig solche Anschreiben lesen. Ob du nun schreibst "ich mache das gern" oder "es macht mir Freude" oder was auch immer, finde ich nicht wirklich entscheidend.

Wichtiger finde ich, dass der Leser durch das Anschreiben in möglichst kurzer Zeit versteht, welche deiner Kenntnisse und Fähigkeiten, die für die ausgeschriebene Stelle wichtig sind, du erworben hast und wie, also der Beweis dafür. (Sätze wie: habe eine schnelle Auffassungsgabe, bin teamfähig, arbeite aber gleichzeitig selbständig bis zum Schluss, das ist für mich alles blabla ohne jeden Wert. Das haben doch angeblich alle. )

Und hier machst du das doch ganz gut:
Also, bei meinem BFD bin ich einer Klasse eingesetzt. Ich helfe den Kindern, wenn sie z.B. Übungen im Unterricht machen, ich wickle auch ein mehrfachbehindertes Kind, unterstütze im Sportunterricht, gehe mit einem Kind zu einer speziellen Gruppe für schwerbehinderte Schüler usw.
Denk einfach immer dran: der Leser will sehen, wie hoch die Übereinstimmung deines Profils mit dem Stellenprofil ist. Das arbeitest du raus.
Danke, danke! Ich habe angefangen, das Ganze nochmal neu zu schreiben und ein bisschen persönlicher zu sein. Ich habe jetzt gar nichts über Fähigkeiten oder so geschrieben, sondern bin nur auf meine Arbeit an der Schule eingegangen. Meinst du, das ist okay? Denn, wie du ja sagst, Fähigkeiten wie Belastbarkeit usw. aufzählen tut jeder und aussagekräftig ist das wirklich nicht.

BlackDiamond
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Beitrag von BlackDiamond » 02.10.2016, 20:07

Das kann gut sein, dass das okay ist, kommt natürlich darauf an, wie du es machst. Und ja, reine Aufzählungen von angeblich tollen Eigenschaften ohne jeden Beweis kannst du getrost weg lassen, wenn im Rest des Anschreibens drin steht, was du kannst - sofern das relevant für die Stelle ist.

Was mir noch eingefallen ist: mir hat die Formulierung gefallen
Ich bin nämlich wirklich sehr begeistert von meinem BFD und gehe immer gerne dorthin.
Sowas in der Art kommt bei mir glaubhaft rüber. Das zeigt doch gut deine Motivation und die richtige Einstellung zur Sache ist sehr wichtig, das weiß jeder, der über sowas entscheidet, nur zu gut.

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