ᐅ Initiativbewerbung nach Elternzeit ✔

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Goldi742011
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ᐅ Initiativbewerbung nach Elternzeit ✔

Beitrag von Goldi742011 » 11.11.2011, 13:40

Hallo ihr Lieben. Ich brauche dringend mal eure Hilfe. Ich bin eigentlich nie um ein geschriebenes Wort verlegen, aber durch die neue Situation, bin ich mir ganz und gar nicht mehr sicher, ob ich so ein Anschreiben überhaupt in einen Briefumschlag stecken kann. Hier also mein Anschreiben...

Sehr geehrte Frau XXX ,

im Anschluss an meine noch laufende Elternzeit möchte ich gern als Teilzeitkraft ins Arbeitsleben zurückkehren und mich beruflich verändern. Mit einer Anstellung bei Ihnen könnte ich ein neues Betätigungsfeld kennenlernen und dadurch meine beruflichen Fähigkeiten erweitern, sowie neue Erfahrungen sammeln.

Nach meiner erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin habe ich 2 Jahre in der Rehabilitationsklinik in XXX gearbeitet. Dort war ich im Bereich Neurologie/ Onkologie in der Grund- und Behandlungspflege tätig. Diese Arbeit war sehr vielfältig und hat mir geholfen meine fachlichen und sozialen Kompetenzen zu stärken.

Ich behaupte von mir ein freundlicher, kreativer und teamfähiger Mensch zu sein.
Durch die Erziehung meiner Tochter konnte ich mein Organisationstalent noch ausbauen und ich musste täglich Flexibilität und Belastbarkeit beweisen. Mit diesen Voraussetzungen fühle ich mich sehr gut gewappnet für den Wiedereinstieg ins Berufsleben.

Nachdem ich mich mit Ihrer Website im Internet beschäftigt hatte, stellte ich fest, dass Ihr Pflegedienst ein umfangreiches und interessantes Angebot zur Unterstützung älterer und hilfsbedürftiger Menschen hat. Ich glaube daran, dass jeder Mensch das Recht auf eine individuelle Gestaltung seines Lebens hat. Daher bin ich davon überzeugt, dass ich bei Ihnen die Möglichkeit habe, diesen Glauben in meine Arbeit einfließen zu lassen.

Die Verknüpfung von Familie und Beruf erfordert eine Arbeitszeitbegrenzung auf maximal 35 Wochenstunden, da die Betreuung meiner Tochter außerhalb der Krippe durch mich erfolgen muss. Da ich mich bewusst für eine Familie entschieden habe, möchte ich nicht mehr in Schichten und nach Möglichkeit auch nur maximal zwei Wochenenden im Monat arbeiten.

Ich hoffe, dass ich trotz dieser Einschränkungen Ihr Interesse wecken konnte und freue mich auf eine positive Antwort und ein persönliches Gespräch mit Ihnen.

Was haltet ihr davon, wo sollte ich noch etwas verbessern oder ganz ändern????
Danke schon mal für eure Hilfe

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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 12.11.2011, 11:59

Guten Morgen, Goldi742011!

Gut, dass Du hier fragst. Du scheinst mir nämlich zu denen zu gehören, die eigentlich sehr gute Voraussetzungen hätten... allerdings dazu neigen, es sich selbst unnötig schwer machen. Sehr typisch: Sich selbst so stark auf seine Schwachstellen zu konzentrieren, dass die positiven Aspekte vollkommen unter den Tisch fallen.
Goldi742011 hat geschrieben:
Sehr geehrte Frau XXX ,

im Anschluss an meine noch laufende Elternzeit möchte ich gern als Teilzeitkraft ins Arbeitsleben zurückkehren und mich beruflich verändern. Mit einer Anstellung bei Ihnen könnte ich ein neues Betätigungsfeld kennenlernen und dadurch meine beruflichen Fähigkeiten erweitern, sowie neue Erfahrungen sammeln.
Das hört sich an, als würdest Du Dich (bei gleichzeitig deutlicher Einschränkung der Verfügbarkeit) um so etwas wie eine Ausbildung in einem Dir völlig neuen Thema bewerben. M. E. ist das exakt das Gegenteil von dem, was hier richtig wäre. Richtig wäre es, wenn Du die Gemeinsamkeiten von bisheriger und geplanter Beschäftigung herausstellen würdest.
Goldi742011 hat geschrieben:Durch die Erziehung meiner Tochter konnte ich mein Organisationstalent noch ausbauen und ich musste täglich Flexibilität und Belastbarkeit beweisen. Mit diesen Voraussetzungen fühle ich mich sehr gut gewappnet für den Wiedereinstieg ins Berufsleben.
Solch ein Absatz ist m. E. ein Kunstgriff für Mütter, die keine sonstige Qualifikation zu bieten haben. Bei Dir sieht das doch anders aus: Du hast eine abgeschlossene Ausbildung plus mehrjährige Erfahrung in einem äusserst verwandten Beruf - und willst nach einer kleinen Pause halt da weitermachen, wo Du aufgehört hast.
Goldi742011 hat geschrieben:Die Verknüpfung von Familie und Beruf erfordert eine Arbeitszeitbegrenzung auf maximal 35 Wochenstunden, da die Betreuung meiner Tochter außerhalb der Krippe durch mich erfolgen muss. Da ich mich bewusst für eine Familie entschieden habe, möchte ich nicht mehr in Schichten und nach Möglichkeit auch nur maximal zwei Wochenenden im Monat arbeiten.

Ich hoffe, dass ich trotz dieser Einschränkungen
Am Ende des Anschreibens genau dasselbe wie am Anfang... nur schlechte Nachrichten für den Arbeitgeber. Druck Dir die Bewerbung einmal aus - und markiere jede starke Passage FÜR Deine Fähigkeiten in grün... und jede andere in rot. Du wirst Dich erschrecken... ;-)

Das (bewerbungstechnisch vollkommen unproduktive) Thema "Teilzeit" (was mit einem einzigen Nebensatz irgendwo locker abgehakt wäre), ist bei Dir fast der halbe Brief! Die Qualifikation fehlt weitgehend... und Deine schöne Motivation für diese bestimmte Stelle hast Du ziemlich gut versteckt. M. E. wäre die Motivation ein toller Einstieg:
Goldi742011 hat geschrieben:Sehr geehrte Damen und Herren (Name wäre natürlich besser),

ich glaube daran, dass jeder Mensch das Recht auf eine individuelle Gestaltung seines Lebens hat. Nachdem ich mich mit Ihrer Website im Internet beschäftigt hatte, stellte ich fest, dass Ihr Pflegedienst ein umfangreiches und interessantes Angebot zur Unterstützung älterer und hilfsbedürftiger Menschen hat. Daher (sinngemässe Fortsetzung von mir als Ideenrichtung) bin ich davon überzeugt, dass eine Teilzeitstelle bei Ihnen einfach perfekt wäre, um mein Berufsleben nach Abschluss der Elternzeit wieder aufzunehmen.
Und das wär's dann auch mit diesem Thema! Irgendwelche "Veränderungen" würde ich mir ebenfalls schenken... einfach weiter mit dem was Du bist und kannst:
Goldi742011 hat geschrieben:Nach meiner erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin habe ich 2 Jahre in der Rehabilitationsklinik in XXX gearbeitet. Dort war ich im Bereich Neurologie/ Onkologie in der Grund- und Behandlungspflege tätig. Diese Arbeit war sehr vielfältig und hat mir geholfen die fachlichen und sozialen Kompetenzen zu stärken, die ich bei Ihnen nun gerne einsetzen würde:
Und jetzt alle Deine Erfahrungen, die auch in diesem Altenpflegedienst von Bedeutung sein könnten! Bitte keine seichten Allzweck- Redewendungen von "Kreativität" und "Teamfähigkeit"... nur harte Fakten für Dich in der Pflege! Die können (und sollen) natürlich auch menschliche Qualitäten einschliessen - aber immer mit ganz konkreter Anwendung bei der Wunschtätigkeit verbunden!

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Danke, danke, danke

Beitrag von Goldi742011 » 13.11.2011, 13:32

Ich danke dir für die konstruktive Kritik. Mit deinen Hinweisen werd ich mich noch mal dahinter klemmen und dann das geänderte Ergebnis posten. Danke noch mal
LG Goldi742011

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Beitrag von Goldi742011 » 13.11.2011, 17:09

Hier nun also der 2. Versuch. Ich fand deine Tipps und Anregungen so gut, dass ich sie übernommen habe. Ich hoffe, dass ist in Ordnung. Ich bin schon auf die Kritik gespannt.
LG Goldie742011
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ich glaube daran, dass jeder Mensch ein Recht auf eine individuelle Gestaltung seines Lebens hat. Nachdem ich mich mit ihrer Website im Internet beschäftigt hatte, stellte ich fest, dass ihr Pflegedienst ein interessantes und umfangreiches Angebot zur Unterstützung älterer und hilfsbedürftiger Menschen hat. Daher bin ich davon überzeugt, dass eine Teilzeitstelle bei ihnen einfach perfekt wäre, um mein Berufsleben nach Abschluss meiner Elternzeit wieder aufzunehmen.

Nach meiner erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin habe ich zwei Jahre in der Rehabilitationsklinik in Kreischa gearbeitet. Dort war ich im Bereich Neurologie/ Onkologie in der Grund- und Behandlungspflege tätig. Diese Arbeit war sehr vielfältig und hat mir geholfen meine fachlichen und sozialen Kompetenzen zu stärken, die ich bei Ihnen nun gern einsetzen würde.

Die Arbeit mit neurologisch und onkologisch erkrankten Patienten erforderte stets eine gute Beobachtungsgabe, einfühlsame Kommunikation und Geduld, welche ich zu meinen Stärken zähle. Auch die berufsübergreifende Teamarbeit sehe ich als einen sehr wichtigen Punkt, um eine professionelle, nach neuesten pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen ausgerichtete Betreuung der mir anvertrauten Patienten zu gewährleisten.

Ich hoffe, dass ich ihr Interesse an meiner Person wecken konnte und freue mich auf eine positive Antwort von Ihnen und die Einladung zu einem persönlichen Gespräch.
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FRAGEN
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Beitrag von FRAGEN » 13.11.2011, 17:16

Das finde ich schon sehr viel runder, Goldie! Aber was mir noch fehlt, ist der Schritt zu der nun angepeilten Stelle. Du solltest die Vergangenheit nicht einfach im Raum stehen lassen, sondern mit einem Blick in die Zukunft verbinden... ;-)

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