Kündigung wegen Corona erwähnen?

Informationen und Fragen zum Bewerbungsablauf, zu einzelnen Elementen der Bewerbungsmappe und zu individuellen Formulierungen. Wie soll eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein? Welche Fakten gehören in ein Anschreiben? Welche Formulierungen sollten unbedingt vermieden werden?
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whoo12
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Kündigung wegen Corona erwähnen?

Beitrag von whoo12 » 30.06.2020, 17:47

Hallo Zusammen,

mein Arbeitsvertrag wurde innerhalb der Probezeit gekündigt, obwohl beide Seiten sehr zufrieden waren. Grund für die Kündigung, von der übrigens nicht nur ich betroffen war, war Corona.
Jetzt muss ich mich natürlich neu bewerben.

Also dachte ich, wäre es gut, wenn ich zB im Anschreiben erwähne, dass der Kündigungsgrund Corona war. Ich weiss nur nicht, ob es sich wie eine Mitleidstour anhört, wenn ich Corona erwähne.
Aber falls ich den Grund nicht reinschreibe... Wie sollte man sonst am besten erklären, dass man nach 3-4 Monaten gekündigt wurde?
Der Personaler denkt sich vermutlich ja nichts schönes dabei, wenn er die kurze Arbeitszeit sieht.

Was meint ihr? Sollte ich im Anschreiben oder Lebenslauf erwähnen, dass die Kündigung aufgrund von Corona kam?

Danke für eine kurze Rückmeldung.

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TheGuide
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Re: Kündigung wegen Corona erwähnen?

Beitrag von TheGuide » 30.06.2020, 21:46

Im Anschreiben würde ich das nicht machen, das signalisiert dem AG, dass er zweite Wahl ist. Im LL ist okay.

whoo12
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Re: Kündigung wegen Corona erwähnen?

Beitrag von whoo12 » 30.06.2020, 23:54

Okay, danke. Soll ich dann im Anschreiben überhaupt nicht auf die 3-4 Monate eingehen?

Ich habe zwar versucht, zu schreiben, dass ich in den paar Monaten einen Einstieg in neue Systeme hatte und angefangen habe, diese zu lernen. Aber danach bekomme ich irgendwie keine Überleitung. Ursprünglich hatte ich mir überlegt, zu schreiben, dass ich wegen Corona eben früher raus musste, aber jetzt auf dieses angeeignete (wenn auch kleine) Wissen aufbauen möchte und mich vertiefen.
...
Diese Tätigkeit war für mich ein Einstieg in System X, Y und Z. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation musste der Vertrag jedoch aus betrieblichen Gründen frühzeitig beendet werden.
Ich möchte nun meine angelernten Kenntnisse erweitern und neue Qualifikationen aneignen.

...

Aber ohne diesen Corona-Satz ist da irgendwie eine Lücke, von der ich nicht weiss, wie ich sie schließe. Oder ist das so in Ordnung? Schließlich erwähne ich ja den Grund im LL.

Ne Idee?

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TheGuide
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Re: Kündigung wegen Corona erwähnen?

Beitrag von TheGuide » 01.07.2020, 00:03

Dazu gibt es keine allgemeinverbindliche Antwort. Du musst halt zusehen, dass du deine stellenspezifischen Argumente vorbringst und wo du Kenntnisse erworben und Stärken bewiesen hast.

whoo12
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Re: Kündigung wegen Corona erwähnen?

Beitrag von whoo12 » 01.07.2020, 23:42

Alles klar, danke dir für die Rückmeldung.

TioZ
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Bewerbung nach Corona-betriebsbedingter Kündigung

Beitrag von TioZ » 12.10.2020, 21:41

Hallo,

ich wurde leider betriebsbedingt wegen corona gekündigt. Würde das natürlich gerne im anschreiben erwähnen. Kann ich das so schreiben oder habt ihr verbesserungsvorschläge?


Sehr geehrter xy,


ohne neue Herausforderungen gibt es keinen Fortschritt und wertvolle Potentiale bleiben ungenutzt. Nachdem ich meine Bachelorarbeit abgegeben und erste Berufserfahrungen gesammelt habe, bin ich zurzeit auf der Suche nach einer neuen fordernden Arbeitsstelle, im Rahmen derer ich mein Know-how im Bereich xy in einer neuen Arbeitsumgebung unter Beweis stellen und weiter ausbauen kann. Mein aktueller Anstellungsvertrag muss bedauerlicherweise aufgehoben werden, da aufgrund der pandemiebedingten Situation die Gastronomiemarketing-Sparte der Agentur entfällt. Die xy GmbH steht für eine einzigartige Online Marketingexpertise und würde mir mit einer Arbeitsstelle eine einzigartige Möglichkeit eröffnen, mich auf allen Ebenen weiterzuentwickeln. Diese Chance möchte ich mir nicht entgehen lassen!

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Re: Bewerbung nach Corona-betriebsbedingter Kündigung

Beitrag von TheGuide » 13.10.2020, 00:46

TioZ hat geschrieben:
12.10.2020, 21:41
ohne neue Herausforderungen gibt es keinen Fortschritt und wertvolle Potentiale bleiben ungenutzt.

Blabla. Jeder Satz in dem du nicht vorkommst - und zwar als aktives Subjekt - ist Platz- und Lebenszeitverschwendung.
Mein aktueller Anstellungsvertrag muss bedauerlicherweise aufgehoben werden, da aufgrund der pandemiebedingten Situation die Gastronomiemarketing-Sparte der Agentur entfällt.
Botschaft an den Adressaten: Hey Adressat, du bist nur Plan B, nur zweite wahl.
Die xy GmbH steht für eine einzigartige Online Marketingexpertise
Die wissen wofür sie stehen. Überflüssige Information und daher Schleimerei. Nicht schleimen!
Diese Chance möchte ich mir nicht entgehen lassen!
Dahingedroschene Phrase.

Was an der Stelle ist attraktiv für dich? Wie würdest du deiner Oma oder deinem besten Freund (der ein echter Skeptiker ist) verklickern, warum du die Stelle attraktiv findest?

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Re: Bewerbung nach Corona-betriebsbedingter Kündigung

Beitrag von Tutor » 12.12.2020, 06:43

Was soll dieses Geschwurbel? Machen Sie im ersten Satz Nägel mit Köpfen!

Bewerbung um die Stelle als Marketingleiter

Sehr geehrte Frau Meier (CEO),
sehr geehrter Herr Müller (PV),

als dipl Betriebswirt (Bachelor) mit zehnjähriger Praxis als Marketingleiter bei der Gastronomieagentur PROGASTRO in Bonn und Erfahrung in der Erstellung von Betriebsexpertisen erfülle ich voll und ganz Ihr Anforderungsprofil. Ich bewerbe mich deshalb um diese Stelle. (...)

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TheGuide
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Re: Bewerbung nach Corona-betriebsbedingter Kündigung

Beitrag von TheGuide » 12.12.2020, 23:59

Tutor hat geschrieben:
12.12.2020, 06:43
als dipl Betriebswirt (Bachelor) mit zehnjähriger Praxis als Marketingleiter bei der Gastronomieagentur PROGASTRO in Bonn und Erfahrung in der Erstellung von Betriebsexpertisen erfülle ich voll und ganz Ihr Anforderungsprofil. Ich bewerbe mich deshalb um diese Stelle. (...)
Die Schlussfolgerung sollte schon der Adressat ziehen, und dass er sich bewirbt, ist redundant, das steht schon im Betreff.

amprb
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Re: Kündigung wegen Corona erwähnen?

Beitrag von amprb » 05.02.2021, 04:38

Ich schon wieder :roll:

Hatte nach betriebsbedingter Kündigung im Herbst zum 1.1. eine neue vielvesprechende Stelle angetreten, Tätigkeitsbereich entsprach ziemlich genau meinen Vorstellungen, als Quereinsteiger stand ich natürlich nicht voll im Saft, aber das habe ich mE ausführlich mit dem Chef im Vorstellungsgespräch besprochen, eingestellt hatte er mich trotzdem und zudem noch beteuert, dass seine Auftragslage auch durch Corona nicht gelitten hätte.

Am 1.2. urplötzlich ohne Vorwarnung die Kündigung zum 15. gekriegt, angeblich ließe die sich abzeichnende Auftragslage es nicht zu, mich weiterzubeschäftigen. Wie er zu dieser plötzlichen Einschätzung kommt, ist mir zwar schleierhaft, zumal gleichzeitig die Kollegen bis zum Hals mit Arbeit zugeschüttet sind, aber wer weiß, worans liegt, krieg ich ja eh nicht mehr raus. Auf jeden Fall war seine Aussage, dass es nicht an meiner Arbeit läge, sondern er sich aus wirtschaftlichen Gründen leider dazu gezwungen sähe und es auch sehr bedauern würde mich wieder zu entlassen.

Jetzt hab ich natürlich den Scheißklumpen Kündigung in der Probezeit am Fuß und frage mich, wie ich den am sinnvollsten in den folgenden Bewerbungen verarbeite.
- ist es sinnvoll, den Monat besser komplett zu verschweigen respektive als Arbeitslosigkeit im LL darzustellen?
- die in dem Monat erlangte Einarbeitung in ein vorher nicht benutztes, aber in der Branche sehr häufig eingesetztes und gefordertes Programm würde ich jedoch trotzdem gern spätestens im Vorstellungsgespräch darstellen wollen. Wie mache ich das am elegantesten?
Wenn ich halt einfach sage, ich habe in der Zeit für Firma x das Programm y und ein paar technische Regeln zum Gebiet z gelernt, mit der Perspektive dort zu arbeiten, aber dann konnten sie die Stelle betriebsbedingt doch nicht besetzen, klingt es irgendwie komisch...
Oder am ehesten als autodidaktischen Lernmonat ohne Firmenbezug darstellen?
- war noch am Überlegen, ob ich den Chef bitte, mir ein einfaches Arbeitszeugnis zu schreiben a la "xy hat von x bis y in unserem Büro sich in die Software x eingearbeitet und Dokumente aus dem Bereich y erstellt. Leider konnte er betriebsbedingt nicht weiterbeschäftigt werden."
Ist sowas sinnvoll der Bewerbung beizulegen oder kommt das komisch (also sofern mir der Chef den Schrieb überhaupt verfasst...)?

Danke schonmal und viele Grüße!

Romanum
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Re: Kündigung wegen Corona erwähnen?

Beitrag von Romanum » 05.02.2021, 10:28

Was hast du denn vor deinen Corona-Probezeitkündigungen gemacht und vor allem wie viel Jahre? Und in was für einer Branche bist du tätig?

Zum Arbeitszeugnis: Der Arbeitgeber ist verpflichtet, ein Arbeitszeugnis auszustellen - egal ob du nur ein Tag dort gearbeitet hast oder 50 Jahre. Ein einfaches Arbeitszeugnis muss nicht nur den Zeitraum deiner Beschäftigung enthalten, sondern auch die Aufgaben. Was dabei wegfällt, ist die Beurteilung über das Verhalten und die Leistung.

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TheGuide
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Re: Kündigung wegen Corona erwähnen?

Beitrag von TheGuide » 05.02.2021, 11:27

Dass du das mit dem Programmm autodidaktisch erlernt hättest, wäre nur darstellbar, wenn es ein für eine (nebenbei arbeitssuchende) Privatperson auch finanziell leistbar wäre. Nehmen wir mal Photoshop, wo man mittlerweile eine Jahreslizenz zahlen muss. ich würde keinem glauben, der mir sagt, er hätte sich PS mal eben angeschafft, um das aus dem Nichts zu erlernen, wenn derjenige nicht vorher eine Affinität zu (computergestützter) Graphik gehabt hätte.

Im Vorstellungsgespräch sollte sich mit deinem Lebenslauf nichts beißen, daher solltest du dir vorher genau überlegen, was du in deinen Bewerbungsunterlagen mitteilst. D.h. abwägen, ob du die anderthalb Monate erwähnst oder einfach in deine Arbeitslosigkeit integrierst. Anderthalb Monate Arbeitslosigkeit sind nicht schlimm, aber wenn sich das dann zu einem Jahr Arbeitslosigkeit aufsummiert, giltst du als "langzeitareitslos".

Damit wir uns nicht missverstehen: Ehrlichkeit ist unabdingbar. Du darfst auf keinen Fall etwas behaupten, was nicht stimmt. Du darfst allenfalls einen Sachverhalt unter den Tisch fallen lassen.

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Re: Kündigung wegen Corona erwähnen?

Beitrag von amprb » 05.02.2021, 12:08

Romanum hat geschrieben:
05.02.2021, 10:28
Was hast du denn vor deinen Corona-Probezeitkündigungen gemacht und vor allem wie viel Jahre? Und in was für einer Branche bist du tätig?
Hab nach dem Studium zwei Jahre (26 Monate) - plus im Studium 8 Monate als Praktikant - in zwei Ingenieurbüros für Tragwerksplanung gearbeitet. Die erste betriebsbedingte Kündigung war also keine Probezeitkündigung. ;)
Danach halt 1 Monat (bin bis 15. freigestellt) als Konstrukteur in nem Büro für Betonfertigteilplanung und mir im Zuge dessen entsprechend Nemetschek Allplan Kenntnisse draufgeschafft (in der alten Firma nur mit Strakon und Revit gearbeitet). Da Allplan gerade in meinem favorisierten Einsatzgebiet quasi der Marktführer ist, wäre es sicher ein Bonus, in der Bewerbung anzudeuten, dass man zumindest schonmal ein paar grundlegende Bauteile damit bearbeiten kann.
Da Nemetschek immer 30-Tage-Volltestversionen anbietet, wäre das mit dem Monat autodidaktischen Einarbeitens sogar gar nicht mal so weit hergeholt ;)
Ich weiß, Flunkern ist scheiße, aber wenn dem Personaler klar wird, dass ich nach 1 Monat Probezeit wieder weg war, dann denkt er sich sicherlich, ich hätte sonstwas angestellt... in meinen Augen klingt ne betriebsbedingte Kündigung nach einem Monat auch reichlich unglaubwürdig (deswegen habe ich überlegt, das Arbeitszeugnis vorzulegen), oder kann man heutzutage mit Corona alles erklären...?

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TheGuide
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Re: Kündigung wegen Corona erwähnen?

Beitrag von TheGuide » 05.02.2021, 13:31

Dann gib doch einfach das Progamm in deinem Lebenslauf an (nicht unter Stationen, sondern unter Kenntnisse) und unterschlage im Anschreiben, wann und wo du dich damit beschäftigt hast, schreib stattdessen, was du damit gemacht hast, das ist ein genauso gültiger Beleg für die Anwendung der Software. (Oder befürchtest du, dass die entsprechende Kenntnis im Zeugnis deines vorherigen AGs nicht auftaucht und das dann zu Nachfragen führen könnte?)

Mit Nemetschek Allplan realisierte ich die Planung von Betonfertigteilen.
(Da ich keine Ahnung vom Ingenieurwesen habe: Ist das plausibel, wenn du vorher in der Tragswerksplanung warst?) Das wäre nicht gelogen und du hättest das Problem umgangen.

amprb
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Re: Kündigung wegen Corona erwähnen?

Beitrag von amprb » 05.02.2021, 16:03

Ist das plausibel, wenn du vorher in der Tragswerksplanung warst?
Denke schon, das ist ja quasi ein Teilgebiet davon.

Dann ist es wohl vmtl besser, wenn ich die Firma/Station im Lebenslauf komplett weglasse, dann ergeben sich erst gar keine Fragen. Die Kenntnisse kann ich ja durchaus auch vorher erworben haben, das würde ich also denke ich mal, am besten unter der Berufserfahrung summieren, ohne es auf ne bestimmte Firma zu beziehen.
Oder befürchtest du, dass die entsprechende Kenntnis im Zeugnis deines vorherigen AGs nicht auftaucht und das dann zu Nachfragen führen könnte?
Oh, das ist natürlich ein Punkt, denn im Arbeitszeugnis des AGs (2018-2020) stehen genau aufgelistet die Programme drin, mit denen ich gearbeitet habe...

Danke für deine Ausführungen!

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