Zu alt, zu qualifiziert oder unpassende Arbeitsgeber

Wie geht es weiter nach Absagen? Was kann daraus gelernt werden? Lass andere an deinen Erfahrungen teilhaben. Berichte über gute und schlechte Erfahrungen bei der Stellensuche.
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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 05.03.2018, 09:22

Es ist nicht unbedingt so, dass man dich als Lügner sehen muss, sondern vielleicht als jemanden, der an Selbstüberschätzung leidet. Die Leute die dich einstellen, stehen mit ihrem Kopf dafür gerade. D.h. wenn du nicht das leistest, was du versprichst, und sie gefragt werden, warum sie dich auf die Position gesetzt haben, dann haben die nichts vorzuweisen. Das ist der Grund, warum man dich, selbst wenn man geneigt ist, dir zu glauben, nicht einstellen wird. Weil du eben nichts schwarz auf weiß hast, was du vorlegen kannst. Das ist eine Risikoabwägung, die eben zu deinen Ungunsten läuft. Das ist nicht böse sondern rational.

JohnDoe_99
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Beitrag von JohnDoe_99 » 05.03.2018, 10:54

Aber wie zum Teufel, soll ich denn was vorweisen, wenn ich nix habe an Titeln?

Das Arbeitszeugnis untermauert ja nur meine Angaben, und da ist der Hinweis vom bisherigen Arbeitgeber auch drin, das es leider nicht möglich war die Qualifikatiion mit einen Titel zu unterstreichen.

Das würde jetzt ja einfach nur heissen, Adieu Arbeitsleben mit 35 ist es alles gewesen und Jobwechsel sind nicht mehr möglich.

Und ja ein Jobwechsel sehe ich nur dann als sinnvoll, wenn das Geld, die Arbeit und die zeitliche Aufwändung im Einklang stehen.

Momentan ist das Geld zu wenig, wobei ich ja wohl zuviel bekomme für meine Qualifikation. Also müssen wir den Punkt mal als gut stehen lassen.

Die Arbeit bringt 0,0 Spass und die Arbeitszeit ist auch nicht toll.

Also ist es jetzt wirklich unmöglich, eine passende Stelle zu finden? 4 jahre ist auch nicht wenig, Familie droht zu zerbrechen und alles nur wegen diesen leidigen Thema Arbeitsplatz. Ich bin krank davon geworden, das kann doch nicht unser System sein.


Bewerbungsbemühen jetzt einfach einstellen und weiter mit Bauchschmerzen, Frust und Lustlosigkeit zur Arbeit gehen?

NEIN ICH WILL DAS NACH 4 JAHREN ENDLICH SCHAFFEN UND EIN JOB WIEDER MACHEN DER MICH ERFÜLLT UND SPASS BRINGT, DER MICH UND UNSERE FAMILIE GUT ABSICHERT.

Aber bitte wie? Irgendwas muss es doch geben, was mich endlich mal als Sieger dastehen lässt.

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TheGuide
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Beitrag von TheGuide » 05.03.2018, 11:04

Dass Zufriedenheit mit der Arbeit wichtig ist, ist ja soweit richtig. Du klagst aber auf hohem Niveau. Du hast einen gut bezahlten Job. Andere Leute, auch solche, die hochqualifiziert sind, sind arbeitslos. Du denkst offensichtlich, dass es einen Automatismus gibt, du bewirbst dich und bekommst dann den Job. Du bewirbst dich aber überqualifiziert, da dir der Meistertitel fehlt und da wird jeder Personaler den Konkurrenten mit dem Meistertitel nehmen. Das würdest du nicht anders machen.

JohnDoe_99
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Beitrag von JohnDoe_99 » 05.03.2018, 11:49

Du meinst unterqualifiziert.

Ich bin aktuell wieder bei einer Bewerbung bei, sehe zwar 0 Chance da dort laut Homepage alles nur Ing's, Meister und Techniker sind.

Aber in der Anforderung steht "idealerweise mit Weiterbildung zum Meister oder Techniker".

Ach ich bin der schlechteste Personaler, da ich eigentlich immer nach dem Papier gehe und mir wenig Mühe mache. Gab zwar auch so 2-3 Ausnahmen, die man für Hilfsarbeiten eingestellt hat, die aber nach paar Wochen sich alleine durchgekämpft haben, und nur betreut wurden. Aber ja ich würde auch immer den Lohn versuchen zu drücken, bei 160 Stunden im Monat machen 1 Euro Stundenlohn weniger schon mal 250 Euro weniger Personalkosten aus.

Aber wenn wir das aus meiner Sicht sehen, wird es sich nie was ändern, da mir einfach der Anspruch fehlt, was sehr verantwortungsvolles zu machen.

Das geht bei der Ausbildung los, bei Unterschriften auf Anträgen oder Dokumenten usw. .

Aber es ist ja nicht mein Ziel jahrelang eine Position unterqualuifiziert zu besetzen, nein ich will zügig den Meister bekommen. Das was aktuell in der jetzigen Firma mit einer Kündigung quitiiert werden würde vom Chef.

JohnDoe_99
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Beitrag von JohnDoe_99 » 21.03.2018, 17:13

Letzte Woche wurde ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Sehr nett aber irgendwie wirr. Ich wurde nett empfangen und der Chef persönlich hat meine Bewerbung bearbeitet und hat mich eingeladen.

Das Gespräch war komisch, er nannte ein einstellungsdatum aber Gehalt, Urlaub und Co war garkein Thema. Er zeigte mir die gesamte Firma und wo mein Arbeitsplatz sei. Wieso ich wechseln möchte und das er etwas verwundert ist, warum von leitender Position wieder auf Produktive Ebene zurück wechseln will. Warum ich nach 9 Jahren leitender Tätigkeit kein Meisterbrief habe, und es ja kostenlos gehen würde. Und er keine Leute duldet, die sich nicht aus Eigeninitiative heraus fortbilden.

Wir bleiben in Kontakt, und ein sehr positiven Eindruck habe ich hinterlassen.

Danach verabschiedete er sich. Es kam weder ein Anruf noch eine Mail. Das sehe ich als "Stille" Absage.

Meister ist jetzt eh finanziell unmöglich aber Zeit ist jetzt ja da, nachdem die Familie weg ist.

Tolles Deutschland und super Arbeitsmarkt. Aber wie sagte die vom Jobcenter, sie können nix für mich tun, da mit der belegbaren Qualifikation mehr als 270 Stellen offen sind.

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