Welche Zeugnisse bei Bewerbung ab 50 Jahren? Auswahl in vier einfachen Schritten

Im Laufe deiner Berufsjahre haben sich viele Arbeitszeugnisse und Nachweise angesammelt.

Als ältere Bewerberin stehst du vor der Qual der Wahl.

Das Wichtigste in Kürze

Konzentriere dich auf Nachweise und Zeugnisse der letzten 10 Jahre.

Zudem berücksichtige bei Auswahl deiner Zeugnisse für Ü50-Bewerbung folgenden Kriterien:

  1. Relevanz
  2. Aktualität
  3. Dauer
  4. Bewertung

Du bist unsicher, ob du alles in deiner Bewerbung mit über 50 mitschicken musst. Denn Arbeitgeber wollen schließlich Vollständigkeit.

Ich muss doch nachweisen, was ich gemacht habe, denkst du dir.

Oder du bist schon weiter. Du weißt, dass du dein Berufsleben nicht komplett nachweisen musst.

Aber die Auswahl fällt dir schwer.

Soll ich den 5-Tage-Kurs von vor zehn Jahren auch noch dokumentieren?

Ich war nur vier Monate beschäftigt; muss ich das Arbeitszeugnis beilegen?

Bringt mir eine Weiterbildung über zwei Jahre etwas, wenn ich mich beruflich neuorientieren möchte?

Wir von bewerbung-forum.de werden immer wieder mit diesen Problemen von Ü50-Bewerbern konfrontiert.

Welche Nachweise und Zeugnisse du bei einer Bewerbung ab 50 mitsenden solltest, ist immer individuell zu entscheiden. Denn es kommt auf viele Kriterien an:

  • Deinen beruflichen Werdegang.
  • Die Dauer der Weiterbildung und des Jobs.
  • Wie viele Zeugnisse und Nachweise du insgesamt hast.
  • Die thematische und fachliche Nähe.
  • Welche Lücken, Hindernisse und Probleme kennzeichnen deine berufliche Laufbahn.
  • Ob du einen Neustart, einen Quereinstieg, einen Branchenwechsel usw. anstrebst.
  • Wie aussagekräftig und positiv die Zeugnisse und Nachweise sind.
  • Welche beruflichen Ziele hast du noch.
  • Ob du überhaupt alle Nachweise und Zeugnisse in deinem Besitz hast.
  • Wie viele Jobwechsel du hattest.
  • Welche Anforderungen stellt die gewünschte Stelle an dich.

Das ist noch längst nicht alles.

Die wichtigste Erkenntnis:

Du musst für eine Bewerbung ab 50 Jahren nicht alle Arbeitszeugnisse mitschicken, um eine Lückenlosigkeit im Werdegang zu beweisen.

Die Arbeitszeugnisse und sonstigen Nachweise in den Bewerbungsunterlagen sind immer eine Auswahl.

Das gilt besonders dann, wenn du mit über 50 Jahren schon ein paar Jahrzehnte Berufserfahrung vorzuweisen hast.

Daher als Faustregel:

Lege deinen Fokus auf die Arbeitszeugnisse und Nachweise der letzten zehn Jahre. Wenn weitere Anlagen notwendig sind, dann wird dir das der Arbeitgeber mitteilen.

Im Einzelfall kannst du vor deiner Bewerbung auch nachfragen, welcher Zeitraum mit Nachweisen und Arbeitszeugnissen in den Bewerbungsanlagen abgedeckt werden soll.

Die Auswahl der Anlagen für eine Bewerbung ab 50 sollte also gut durchdacht sein. Befolge die vier folgenden Schritte zur Auswahl von Nachweisen und Zeugnissen:

1. Schritt: Relevanz der Zeugnisse und Nachweise

Du bist unsicher, was bei der Bewerbung ab fünfzig überhaupt relevant ist?

Zeugnisse und Nachweise sollten Folgendes belegen:

Deine Leistungsfähigkeit.

Dein Fachwissen.

Deine Schlüsselqualifikationen.

Immer auf den gewünschten Job bezogen.

Wenn du dich beruflich neuorientieren willst, dann kannst du nicht auf Fachwissen zurückgreifen.

Nachweise und Zeugnisse, die dein Fachwissen zeigen, rücken in den Hintergrund. Aber sie können durchaus etwas über deine Schlüsselqualifikationen und deine Leistungsfähigkeit aussagen.

Daher raten wir von bewerbung-forum.de unseren Ü50-Klienten:

Sortiere im 1. Schritt die irrelevanten Nachweise und Zeugnisse aus. Welche Anlagen sind nicht aussagekräftig und positiv fürs Bewerben?

Sortiere nach drei Kategorien:

Aussagekräftig.

Weiß noch nicht. Später entscheiden.

Nicht aussagekräftig.

2. Schritt: Aktualität der Dokumente

Immer wieder bekommen wir die Frage von älteren Ü50-Bewerbern:

Soll ich meine alten Zeugnisse von vor 20, 30 oder gar 40 Jahren auch mitsenden?

Denn es war doch so positiv.

Und der Arbeitgeber war richtig klasse und bekannt.

Die Anlagen müssen doch vollständig sein.

Denn man muss seinen Lebensweg beweisen.

Diese Überlegungen weisen aber nicht in deine berufliche Zukunft.

Lass es uns knallhart formulieren:

Je älter ein Zeugnis, desto weniger aussagekräftig ist es. DAS ist die Realität.

Aus Gesprächen mit Personalverantwortlichen wissen wir, dass alte Zeugnisse sie sehr nerven.

Arbeitszeugnisse, die über zehn Jahre alt sind, sind in der Regel wenig relevant, um deine aktuelle Kompetenz zu zeigen.

Du brauchst mit deiner Bewerbung ab 50 Fall keine Zeugnisse von 1990, 1995 oder 2000 mitsenden. Denn sie sagen nichts über deine aktuelle Leistungsfähigkeit aus.

Daher verlangen seriöse Arbeitgebersolche alten Zeugnisse normalerweise auch nicht.

Natürlich gibt es immer Ausnahmen:

Zum Beispiel, wenn du in deinen alten Beruf zurückkehren möchtest. Dann ergibt ein älteres Zeugnis über eine Beschäftigung im alten Beruf Sinn.

Oder du kehrst zum alten Arbeitgeber zurück. Und legst ihm ein Zeugnis von damals vor.

Oder ein Zeugnis ist außergewöhnlich aussagekräftig und du hast sonst wenig vorzuweisen.

Oder du hattest in den letzten Jahren mit Hindernissen, Lücken und Auszeiten zu kämpfen. Dann können ältere Nachweise eine Strategie beim Bewerben über 50 sein.

Du siehst: Es kommt auf den individuellen Einzelfall an. Die Faustregel ist aber: Alte Zeugnisse und Nachweise eher aussortieren.

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3. Schritt: Dauer des Jobs oder der Weiterbildung

Du hast ein Zeugnis über einen 3-Monats-Job?

Oder du willst einen Nachweis über ein 1-Tages-Seminar deiner Bewerbung über 50 beilegen?

Wegen der Vollständigkeit.

Du ahnst es schon:

Das ist keine gute Idee. Denn Vollständigkeit und Lückenlosigkeit sind nicht alles.

Übersichtlichkeit, Relevanz und Prägnanz zählen genauso.

Die Sichtweise, dass du als Bewerberin mit Zeugnissen die Lückenlosigkeit deines Werdegangs beweisen musst, ist sehr veraltet und in der modernen Arbeitswelt realitätsfremd.

Moderne Personalverantwortliche wissen, dass ein Berufsleben nicht ohne Hindernisse und Lücken verläuft.

Die Faustregel lautet:

Längere Arbeitsverhältnisse und Weiterbildungen sind wichtiger als kurze.

So kann ein mehrjähriges Arbeitszeugnis auch nach längerer Zeit relevanter als ein aktuelles Arbeitszeugnis über drei Monate sein.

Deshalb überprüfe mal deine Zeugnisse und Nachweise hinsichtlich der tatsächlich relevanten Dauer.

Sortiere durchdacht aus.

4. Schritt: Berücksichtigung der Leistungen

Bei der Frage, welche Zeugnisse bei Bewerbung ab 50 mitsenden, spielen die Leistungen eine entscheidende Rolle.


Denn du willst sicherlich keine Zeugnisse mit einer schlechten Bewertung mitschicken?

Es ist deine Bewerbung. Und daher kannst DU auch entscheiden, was du mitsendest und was nicht.

Du bist nicht verpflichtet, ein schlechtes Arbeitszeugnis bei Ü50-Bewerbung mitzusenden.

Denn:

Nicht alle Zeugnisse müssen beigefügt werden.

Schlechte Zeugnisse kannst du daher weglassen, sofern sie nicht explizit gefordert sind.

Bei notwendigen Nachweisen, wie einem geforderten Bildungsabschluss oder aktuellen Arbeitszeugnissen, hast du keine Wahl. Aber ansonsten schon.

Schlüsselfakten für deine Ü50-Bewerbung

Jetzt weißt du, wonach du deine Nachweise und Zeugnisse für 50plus-Bewerbung auswählen solltest:

Relevanz.

Aktualität.

Dauer.

Bewertung der Leistungen.

Deine Überlegungen müssen sich immer an Aussagekraft, Prägnanz und Übersichtlichkeit orientieren.

Vollständigkeit ist nicht deine Leitlinie. Denn nach mehreren Jahrzehnten Berufsleben würdest du die Arbeitgeber dann mit Nachweisen und Zeugnissen überschwemmen.

Damit gewinnst du aber nichts.

Stattdessen konzentrierst du dich auf deine Arbeitszeugnisse und Nachweise der letzten zehn Jahre.

Wenn darunter noch schlechte Zeugnisse oder Zeugnisse über kurze Beschäftigung oder Weiterbildung sind, dann sortiere sie aus.

Denn du bist die Gestalterin deiner Bewerbungsunterlagen. Du kannst deine Anlagen so auswählen, dass sie dein berufliches Ziel unterstützen.

Wenn dein Leistungsangebot interessant ist, dann wird der Arbeitgeber gegebenenfalls weitere Zeugnisse und Nachweise anfordern. Du kannst dann Bewerbungsunterlagen nachreichen.

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