Kurze Jobs im Lebenslauf angeben oder weglassen?

Viele Bewerber hatten Job, die nur nur ein paar Monate dauerten. Oder gar nur Wochen.

Dann stellt sich die Frage: Weglassen oder angeben?

In Kürze: Was tun bei kurzen Jobs im Lebenslauf?
  • Ein einzelner kurzer Job ist meist unproblematisch
  • Mehrere kurze Jobs musst du strukturiert darstellen
  • Sehr kurze Jobs (unter 2 bis 3 Monate) kannst du oft weglassen
  • Entscheidend ist dein gesamter Werdegang und nicht einzelne Jobs

Lebenslauf mit kurzen Jobs gestalten: Gründe und Strategie

Zu den typischen Gründen für kurze Jobs gehören:

  • Kündigung während der Probezeit
  • Falsche Versprechungen
  • Langweiliger Job und Boreout
  • Mobbing oder Bossing
  • Befristeter Vertrag
  • Bessere Jobalternative
  • Zeitarbeit
  • Eigentümerwechsel
  • Zu hohe oder niedrige Anforderungen
  • Projektarbeit

Die Gründe für kurze Jobs sind also sehr vielfältig.

Du fragst dich, ob du einen kurzen Job im Lebenslauf angeben sollst? Es sieht ja doch etwas unschön aus. Und was soll der Arbeitgeber denken.

Gerade bei einer Bewerbung mit weiteren Hindernissen, Problemen oder Lücken verunsichern kurze Jobs die Bewerber zusätzlich.

Ob und wie du einen kurzen Job in deinem Lebenslauf angibst, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab:

  • Um wie viele kurze Jobs handelt es sich?
  • Wie lange bist du jeweils beschäftigt gewesen?
  • Warum waren die Jobs nur kurzfristig?
  • Wie lange liegen die kurzen Jobs schon zurück?
  • Welche weiteren (längeren) Jobs hast du vorzuweisen?

Das sind noch längst nicht alle Faktoren. Jede Bewerbungssituation ist unterschiedlich.

Vielleicht willst du dich beruflich neuorientieren?

Oder du strebst einen Branchenwechsel an?

Oder du hast viele Arbeitslosenzeiten vorzuweisen?

Oder du bewirbst dich nach einer langen Auszeit wegen Krankheit?

Das alles hat Einfluss auf die Darstellung von kurzen Jobs im Lebenslauf. Wir kennen diese Bewerbungssituation aus unserer Beratungspraxis nur zu genau.

Wir stellen dir ein paar typische Beispiele vor.

Kurzer Job im Lebenslauf: angeben oder weglassen? 3 Beispiele

Orientiere dich an den folgenden Beispielen, um zu entscheiden, wie du kurze Jobs im Lebenslauf angeben kannst.

#1 Ein kurzer Job über zwei Monate im Lebenslauf

Einen kurzen Job zu erklären, kommt öfter vor, als du denkst.

„Ich wurde nach zwei Monaten gekündigt.“

„Ich hielt es nicht länger als zwei Monate dort aus.“

„Nach zwei Monaten ging die Firma pleite.“

Das hören wir von bewerbung-forum.de immer wieder.

Wenn ein Job nur zwei Monate gedauert hat, fürchten sich viele Bewerber vor negativen Konsequenzen.

Aber ein einzelner kurzer Job ist in der Praxis kein großes Problem.

Tipp 1: Kurzen Job im Lebenslauf neutral darstellen

In diesem Fall brauchst du deinen Eintrag im Lebenslauf nicht besonders hervorheben. Du gibst nur den Zeitraum, die Jobbezeichnung und den Arbeitgeber an.

Weitergehende Angaben zu Tätigkeiten sind nicht notwendig. Die Devise bei zwei Monaten lautet: kurz halten.

Tipp 2: Fokus auf längere Jobs legen

Im Normalfall hast du schon länger andauernde Jobs gehabt. Darauf konzentrierst du dich inhaltlich.

Daher gib bei diesen langen Jobs Tätigkeitsschwerpunkte und gegebenenfalls Erfolge im Lebenslauf an.

Dann wirkt ein kurzer Job auch optisch weniger wichtig. Und das willst du erreichen.

Tipp 3: Keine Rechtfertigungen im Lebenslauf

Einige Bewerber formulieren bei einem kurzen Job Erklärungen im Lebenslauf. Oder sie entschuldigen sich sogar dafür.

Das wirkt defensiv und ist unnötig.

Erklärungen gehören ins Vorstellungsgespräch, wenn du danach gefragt bist.

Aber du musst dich nicht kleiner machen als du bist.

Für Personaler ist klar: Ein Job kann schon nach ein paar Wochen nicht passen. Und zwar für beide Seiten.

Tipp 4: Bei sehr kurzer Dauer Job weglassen

Wenn keine große Lücke im Lebenslauf entsteht, dann kannst du einen kurzen Job weglassen.

Das gilt vor allem dann, wenn der Job nur zwei Monate dauerte und keine wichtige Erfahrungen brachte.

Oder wenn der Job schon viele Jahre zurückliegt.

Oder wenn du sowieso kein Arbeitszeugnis von diesem kurzen Job hast.

Keine Angst. Durch Weglassen eines einzelnen Kurzzeitjobs bist du nicht unfair. Denn du bist die Gestalterin deines Lebens und Lebenslaufs.

Und du musst dein Anschreiben und deinen Lebenslauf immer auf die gewünschte Zielposition zuschneiden. Das wünschen sich Arbeitgeber.

Diese individuelle Gestaltung ist besonders dann wichtig, wenn du dich beruflich neu orientierst und einen beruflichen Neustart wagst.

Aber auch bei Bewerbungen mit weiteren Problemen, Lücken und Hindernissen solltest du deinen Lebenslauf individuell gestalten. Also zum Beispiel bei Auszeiten, Krankheiten, Pflege von Angehörigen oder Ausbildungsabbrüchen.

Tipp 5: Im Jobinterview ehrlich bleiben

Wenn du im Vorstellungsgespräch direkt nach einer Joblücke gefragt wirst, dann bleibe ehrlich.

Eine einfache Erklärung reicht oft, zum Beispiel:

  • falsche Erwartungen bei dir und beim Arbeitgeber
  • Job passte nicht zum eigenen Kompetenzprofil
  • Probezeit genutzt, ob es passt

Dann solltest du kurz deine Lehren skizzieren, damit so ein „Fehler“ nicht noch einmal passiert.

Keine normale Personalerin wird auf zwei Monaten lange „rumreiten“, wenn sie fleißige Arbeitskräfte benötigen.

Daher verzichte auf lange Rechtfertigungen.

Fazit: Ein kurzer Job über zwei Monate im Lebenslauf

Ein einzelner kurzer Job ist in der Regel kein Problem. Wichtig ist, ihn unauffällig darzustellen und den Fokus auf deine längeren Beschäftigungen zu legen.

#2 Mehrere Jobs haben weniger als ein Jahr gedauert

„Ich hatte drei Jobs innerhalb von acht Monaten: wie angeben?“

„Ich hatte viele Kurzzeitjobs. Mein längster Job war nur 5 Monate.“

„Wie sieht es mit kurzen Praktika aus. Kommt das rein?“

Die Probleme beim Bewerben mit mehreren Jobs sind real.

Denn:

Bei mehreren kurzen Jobs kann der Eindruck eines unruhigen Lebenslaufs entstehen.

Das ist aber nicht allen Branchen ein Problem. Denn gerade in konjunkturabhängigen Branchen oder in Dienstleistungsberufen kommen Jobwechsel häufiger vor.

Für einen Arbeitgeber ist dann wichtig, dass du über Jahre durchgängig gearbeitet hast. Auch wenn du mal ein paar Monate Lücken oder viele Jobwechsel hattest.

Berücksichtige die folgenden Tipps bei einem unruhigen Lebenslauf.

Tipp 1: Gemeinsamkeiten betonen

Wenn mehrere Jobs ähnliche Tätigkeiten hatten, kannst du sie thematisch zusammenfassen.

Das gilt insbesondere dann, wenn sie schon länger zurückliegen.

Beispiel:

07/2019 – 02/2026 Verschiedene Tätigkeiten im technischen Support

Darunter nennst du die wichtigsten Aufgaben.

Tipp 2: Nicht jede Station detailliert beschreiben

Wenn du mehrere kurze Jobs angeben willst, dann reicht oft eine knappe Darstellung mit Zeitraum, Arbeitgeber und Jobbezeichnung.

Bei der Darstellung von Tätigkeiten konzentriere dich dann auf die wichtigsten langen Jobs konzentrieren.

Tipp 3: Einen roten Faden im Anschreiben zeigen

Hattest du sehr viele kurze Jobs direkt in den vergangenen zwei, drei Jahren? Dann kannst du es alternativ kurz im Anschreiben erklären.

Zum Beispiel:

  • Du wolltest dich in eine fachliche Richtung entwickeln
  • Du wolltest die Branche wechseln
  • Du hast nach einer langfristigen Stelle gesucht
  • Du wolltest den perfekten Arbeitgeber finden
  • Unterschiedliche betriebliche Gründe führten zu Kurzzeitjobs

Wenn du dann noch schreibst, was dir hinsichtlich des gewünschten Jobs klar geworden ist, dann wird dein Lebenslauf nachvollziehbarer.

Fazit: Mehrere Jobs haben weniger als ein Jahr gedauert

Du musst in dieser Bewerbungssituation den Eindruck eines unruhigen Lebenslaufs vermeiden. Daher fasse mehrere kurze Beschäftigungen zusammen und beschreibe längere Jobs ausführlicher.

#3 Mehrere kurze Zeitarbeit-Jobs im Lebenslauf angeben

Im Normalfall wissen Personaler, wie Zeitarbeit funktioniert. Deswegen sind kurze Zeitarbeitjobs eigentlich kein Problem.

Tipp 1: Zeitarbeitsfirma als Arbeitgeber nennen

Im Lebenslauf gibt du die Zeitarbeitsfirma formal als Arbeitgeber an. Dagegen lässt du die Namen der Einsatzfirmen weg.

Zum Beispiel:

05/2024 – 03/2026 Mitarbeiter Produktion, Zeitarbeitsfirma ABC

Dann nennst du noch deine durchgeführten Tätigkeiten.

Tipp 2: Einsätze optional ergänzen

Deine wichtigsten Einsatzfirmen kannst du alternativ auch beim Zeitarbeits-Eintrag im Lebenslauf darunter angeben.

So vermeidest du zu viele kurze Lebenslaufeinträge und nennst trotzdem Einsatzfirmen.

Einsätze bei:

  • Firma XY (Logistik)
  • Firma Z (Montage)

Tipp 3: Vielseitigkeit als Stärke darstellen

Zeitarbeit bedeutet oft eine schnelle Einarbeitung, unterschiedliche Arbeitsumgebungen oder flexible Einsatzfähigkeit.

Oder du wurdest in verschiedenen Branchen eingesetzt.

Diese Vielseitigkeit kannst du ergänzend im Anschreiben hervorheben, wenn du viele kurze Zeitarbeitsjobs hattest.

Fazit: Mehrere kurze Zeitarbeit-Jobs im Lebenslauf angeben

Achte darauf, deine Zeitarbeitsjobs möglichst kompakt, aber dennoch aussagekräftig zusammenzufassen. Im Allgemeinen machst du keinen separaten Lebenslaufeintrag für jede Einsatzfirma.

3 Optionen für kurze Jobs im Lebenslauf

Nach den Beispielen gucken wir uns jetzt deine grundsätzlichen Optionen ab.

Denn:

„Soll ich kurze Jobs im Lebenslauf angeben oder nicht?“, das hören wir von Bewerbenden immer wieder als Frage.

Für mehrere kurze Jobs hast du im Prinzip drei Optionen im Lebenslauf:

  • Du lässt die kurzzeitigen Jobs weg.
  • Du fasst kurze Stellen zeitlich zusammen.
  • Du gibst die kurzfristigen Jobs einzeln an.

#1 Kurzzeitige Jobs im Lebenslauf weglassen

Bei sehr kurzen Jobs hast du die Option, das Beschäftigungsverhältnis gar nicht im Lebenslauf aufzuführen. Du kannst also Arbeitgeber und kurze Jobs durchaus weglassen.

Mit dem Weglassen verschaffst du dir keinerlei Vorteile. Wenn die Jobdauer nur ein paar Tage oder Wochen betrug, ist das möglich.

Aber übertreibe es nicht. Ein Job, in dem du länger als drei Monate gearbeitet hast, ist nicht wirklich mehr kurzzeitig. Dann wird es problematisch, solche kurzen Jobs zu verschweigen.

Mit dem Weglassen entsteht dann allerdings eine Lücke im Lebenslauf. Diese Lücke ist unproblematisch, wenn die kurzen Jobs jeweils zwischen zwei deutlich längeren Beschäftigungsverhältnissen lagen.

Du brauchst auch nicht „Arbeitssuche“ für diesen Zeitraum angeben. Kleine Lücken sind kein Problem. Gib allerdings auch nicht andere ausgedachte Lückenfüller an. Das ist ein No-Go.

Wann ist diese Option geeignet?

Diese Option ist besonders dann geeignet, wenn du auch mehrere lange Beschäftigungsverhältnisse vorweisen kannst. Sie müssen die entstandenen Lücken zeitlich deutlich übertreffen.

#2 Kurze Jobs im Lebenslauf zusammenfassen

Wenn du mehrere kurzzeitige Stellen hintereinander hattest, dann kannst du diese gut unter einer aussagekräftigen Bezeichnung zusammenfassen. So wird dein Lebenslauf übersichtlicher und aussagekräftiger, ohne dass du ihn verfälscht.

Gib auch immer Tätigkeitsschwerpunkte an. Stelle dabei Verbindungen und Gemeinsamkeiten heraus.

Wenn zwischen den kurzzeitigen Jobs noch Arbeitslosenzeiten lagen, dann kaschierst du mit einer Zusammenfassung die Arbeitslosigkeit im Lebenslauf. Die Dauer der Arbeitslosigkeit darf aber natürlich nicht zu lang sein.

Wann ist diese Option geeignet?

Du kannst diese Option wählen, wenn die kurzen Jobs schon länger zurückliegen. Außerdem kannst du sie wählen, wenn die Jobs fachlich nicht mit deinen beruflichen Zielen übereinstimmen.

Das gilt beispielsweise bei einer beruflichen Neuorientierung oder einem Branchenwechsel.

#3 Kurzfristige Jobs im Lebenslauf angeben

Natürlich kannst du mehrere kurze Jobs im Lebenslauf immer einzeln angeben. Die Angabe eines taggenauen Zeitraums ist dabei nicht sinnvoll. Verwende wie sonst üblich Monatszahlen und Jahreszahlen.

Der Vorteil der Angabe ist, dass dein Werdegang vollständig ist.

Zum Beispiel:

Wenn du lange arbeitslos gewesen bist, gerade in jüngerer Vergangenheit, dann ist jede noch so kurze Beschäftigung erwähnenswert. Denn dadurch demonstrierst du deine Arbeitswilligkeit.

Nenne das Beschäftigungsverhältnis nicht nur, sondern gib auch relevante Tätigkeitsschwerpunkte an. Wenn du nur wenige Tage dort gearbeitet hast, ist das nicht möglich. Aber selbst bei ein paar Wochen oder Monaten hast du an relevanten Aufgaben gearbeitet.

Die Angabe der Tätigkeitsschwerpunkte ist umso wichtiger, desto weniger Berufserfahrung du insgesamt vorzuweisen hast.

Wichtige Fragen und Antworten zu kurzen Jobs

Muss ich einen Job nach 2 Monaten im Lebenslauf angeben?

Ein einzelner kurzer Job über 2 Monaten ist meist kein Problem. Du kannst einen Kurzzeitjob angeben, aber musst es nicht.

Ist ein kurzer Job im Lebenslauf negativ?

Ein einzelner kurzer Job wirkt selten negativ. Problematisch wird es eher bei vielen kurzen Jobs.

Wie viele kurze Jobs sind negativ?

Es gibt keine feste Grenze. Kritisch kann es werden, wenn mehrere Jobs hintereinander nur wenige Monate dauern.

Sind kurze Jobs bei Zeitarbeit ein Problem?

Nein. Personaler wissen, dass Zeitarbeit oft aus kurzen Einsätzen besteht. Achte auf eine aussagekräftige und kompakte Darstellung im Lebenslauf.

Zum guten Schluss: Kurze Jobs im Lebenslauf

Du musst im Lebenslauf nicht alle Arbeitgeber angeben. Du kannst kurze Jobs von ein paar Wochen weglassen. Ob das sinnvoll ist, hängt immer von deiner individuellen Bewerbungssituation ab. Orientiere dich an den oben genannten Tipps.

Im Lebenslauf hast du immer die Möglichkeit, wichtige Sachverhalte hervorzuheben und Schwerpunkte zu setzen: mit einer inhaltlichen oder grafischen Hervorhebung. Nutze diese Möglichkeiten, damit kurze Beschäftigungen nicht so stark auffallen.

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