Arbeitslosigkeit im Lebenslauf angeben

Einen lückenlosen Lebenslauf, der keine Zeiträume der Arbeitslosigkeit enthält, können nur die wenigsten Bewerber vorweisen. Bei der geeigneten Darstellung der Arbeitslosigkeit im Anschreiben oder Lebenslauf kommt es selbstverständlich immer darauf an, wie oft, wie lange und wann Sie genau arbeitslos waren. Eine Faustregel lautet: Je länger die Arbeitslosigkeit zurückliegt und je kürzer die Zeiträume der Arbeitslosigkeit, desto leichter kann man sie verschweigen, beschreiben oder kaschieren.

Arbeitslosigkeit verschweigen

Eine Möglichkeit zur Vermeidung der Angabe der Arbeitslosigkeit im Lebenslauf besteht darin, einen entsprechenden eindeutigen Namen für die Rubrik mit den Berufstätigkeiten zu finden. Denn unter „Berufliche Praxis“, „Praktische Erfahrungen“ oder „Beruflicher Werdegang“ werden Aktivitäten im Arbeitsleben und keine Arbeitslosigkeit verstanden. Als problematisch könnten sich dann aber je nach Dauer der Arbeitslosigkeit die zeitlichen Lücken erweisen. Denn bei mehrmaligen großen Lücken kann der Arbeitgeber skeptisch werden und womöglich nicht gewünschte Rückschlüsse ziehen.

Arbeitslosigkeit beschreiben

Wenn Sie die Zeiträume der Arbeitslosigkeit im Lebenslauf angeben wollen, dann bezeichnen Sie diese Zeiträume nicht mit „Arbeitslosigkeit“ oder „arbeitslos“, weil dies Inaktivität kennzeichnet. Stattdessen sollten Sie über Ihre eigentlichen Aktivitäten berichten; die Zeiträume also beispielsweise „Arbeitssuche“, mit genauen Angaben Ihrer Aktivitäten (Schaltung von Stellenanzeigen, Besuch von Fachmessen, Erwerb von Fachwissen), nennen. Weitere Umschreibungen für die Arbeitslosigkeit:

  • Berufliche Neuorientierung
  • Ausbildungssuche
  • Bewerbungsphase
  • Orientierungsphase
  • Weiterbildungsphase

Insgesamt müssen Sie es schaffen, den Lebenslauf optisch so zu gestalten, dass die Zeiten der Beschäftigung deutlich überwiegen. Dies erreichen Sie, indem Sie auf die einzelnen Berufsstationen detailliert durch Angabe Ihrer Tätigkeitsschwerpunkte eingehen.

Eine weitere alternative Angabe im Lebenslauf wäre folgendermaßen möglich: „Arbeitsuche“ oder eine andere Umschreibung für den Zeitraum der Arbeitslosigkeit angeben, aber nicht als einzelnen Punkt, sondern direkt an die vorhergehende Beschäftigung anschließend:

Berufliche Praxis

08/2017 – 05/2020Sachbearbeiter, Firma ABC, Berlin

Controlling von Kooperationen und Beteiligungen, Rechnungswesen – anschließend Orientierungsphase

Arbeitslosigkeit kaschieren

In Bewerbungsratgebern und von Dozenten bei Bewerbungstrainings wird auch oftmals der Ratschlag gegeben, den Lebenslauf durch die Angabe von so genannten Lückenfüllern geradezubiegen. Solche Lückenfüller sind zum Beispiel:

  • Erlernen einer Fremdsprache im Selbststudium
  • Auslandsaufenthalt mit Sprachkursen
  • Individuelle Weiterbildungen im Selbststudium
  • Freiberufliche Nebenjobs
  • Selbstständigkeit
  • Praktika
  • Pflege von Angehörigen
  • Ehrenamtliches Engagement

Die Arbeitgeber kennen die Intention solcher Lückenfüller aber auch und werden zunehmend skeptisch, wenn bei berufserfahrenen Bewerbern alle Beschäftigungsverhältnisse nahtlos ineinander übergehen oder die Lückenfüller zu unplausibel erscheinen. Falls Sie trotzdem noch zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, dann sollten Sie auf entsprechende Nachfragen gut vorbereitet sein.

Weitere Tipps für die Angabe der Arbeitslosigkeit im Lebenslauf

  • Durch das zeitliche Ausdehnen der Beschäftigungsverhältnisse, die vor und nach der Arbeitslosigkeit liegen, kann man diese etwas kaschieren. Allerdings stellt sich dann das Problem der Plausibilität bezüglich der Angaben in den Arbeitszeugnissen.
  • Die Angabe der Zeiträume mit Beschäftigung nicht in Monats-, sondern in Jahreszahlen. Das Vorgehen sollte im Lebenslauf aber einheitlich und nachvollziehbar sein. Damit können Sie vor allem länger zurückliegende Zeiträume der Arbeitslosigkeit kaschieren.

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