In Deutschland, in der Schweiz und in Österreich musst du kein Geburtsdatum im Lebenslauf angeben. Denn so soll Altersdiskriminierung vermieden werden.
Aber die Altersangabe ist weiterhin üblich.
Die wichtigsten Fakten zum Geburtsdatum im Lebenslauf
➤ #1 Freiwilligkeit
Als Bewerberin entscheidest du selbst und freiwillig, ob du dein Geburtsdatum angibst. Eine ungefähre Alterseinschätzung ergibt sich auch aus anderen Lebenslaufdaten.
➤ #2 Üblichkeit
Viele Bewerber schreiben ihr Geburtsdatum explizit in den Lebenslauf. Die meisten Arbeitgeber wünschen sich das für einen schnellen Überblick auch.
➤ #3 Altersdiskriminierung durch Arbeitgeber
Arbeitgeber dürfen aufgrund des Allgemeines Gleichbehandlungsgesetzes das Alter aber nicht als Auswahlkriterium heranziehen. In der Praxis sieht das leider oft noch anders aus.
➤ #4 Datumsformat für Altersangabe
Wenn du dein Geburtsdatum angibst, dann verwende das Format TT.MM.JJJJ.
➤ #5 Rubrik „Persönliches“ komplett weglassen
Wenn du auch weitere Angaben wie Familienstand, Religion oder Kinderanzahl weglässt, dann lasse auch das Geburtsdatum und die gesamte Rubrik „Persönliche Daten“ weg.
➤ #6 Besondere Bewerbungssituationen
Gerade bei beruflicher Neuorientierung, Branchenwechsel oder Rückkehr nach Auszeiten spielt dein genaues Alter keine herausragende Rolle. Dann kannst du eher dein Geburtsdatum im Lebenslauf weglassen.
➤ #7 Fokus auf altersunabhängige Kompetenzen
Unabhängig vom Alter musst du deine Kompetenzen, Qualifikationen und Erfahrungen positiv darstellen. Darauf achten realistische Personaler von modernen Unternehmen mehr als auf das Alter.
Wir von bewerbung-forum.de raten in der Regel zum Verzicht auf die Rubrik „Persönliche Daten“ und damit auf das Geburtsdatum im Lebenslauf. So eine Rubrik ist in der modernen Arbeitswelt nur in Ausnahmefällen sinnvoll.
Denn Geburtsdatum, Geburtsort, Familienstand, Religion oder Kinderanzahl sollten nicht einstellungsrelevant sein.
Wenn du Zeugnisse mitsendest, aus denen dein Alter hervorgeht, dann erfahren Personaler dein Alter sowieso dadurch.
Vorteile und Nachteile der Altersangabe im Lebenslauf
Argumente für Altersangabe im Lebenslauf
➤ Transparenz: Der Arbeitgeber kann dein Alter sofort erkennen und muss es nicht schätzen.
➤ Vollständigkeit: Für viele Personaler gehört das Geburtsdatum noch zu einem lückenlosen Lebenslauf dazu.
➤ Risikovermeidung: Eine fehlende Altersangabe kann zum Verdacht führen, dass du im Werdegang irgendetwas verschleiern willst.
Argumente gegen Geburtsdatum im Lebenslauf
➤ Altersdiskriminierung: Wenn das Alter interne Vorgaben von Arbeitgebern unter- oder überschreitet, kann es im Bewerbungsprozess zu Altersdiskriminierung kommen.
➤ Fachliche Fokussierung: Bei fehlender Altersangabe lenkst du den Fokus stärker auf fachliche Pluspunkte.
➤ Authentizität und Selbstbewusstsein: Du zeigst, dass du Entscheidungen abseits üblicher Normen für dich triffst. Das kann in kreativen und modernen Branchen positiv ankommen.
Freiwillige Altersangabe im Lebenslauf
Wenn du das Geburtsdatum freiwillig angeben willst, dann kannst du es mit Zeilentitel oder ohne Zeilentitel machen. Mit Zeilentitel sieht die Angabe folgendermaßen aus:
Ohne Zeilentitel sieht die Angabe im Lebenslauf dagegen so aus:
Die Angabe des Geburtsorts im Lebenslauf ist ebenfalls keine Pflicht, sondern eine Kann-Angabe.

Viele ältere Bewerber sind häufig verunsichert. Sie stellen sich die Frage, ob sie wegen ihres Alters nicht schnell aussortiert werden.
Diese Befürchtung ist leider nicht von der Hand zu weisen. Kein Arbeitgeber wird Altersdiskriminierung zugeben.
Aber aus vielen Gesprächen wissen wir, dass ein relevanter Teil der Arbeitgeber Vorurteile pflegt.
Aber solche Arbeitgeber kannst du so oder so nicht überzeugen: Egal, ob du das Geburtsdatum angibst oder weglässt.
Wir raten den Bewerbern immer, ihre Ressourcen als erfahrene Bewerber hervorzuheben. Denn du bist als älterer Bewerber wertvoll und hast viel zu bieten.
Überzeuge als Ü40-, Ü50- oder Ü60-Bewerberin im Bewerbungsverfahren immer mit deinen Pluspunkten, die dein Lebensalter bietet:
- Kompetenzen: Im Laufe der Jahrzehnte hast du dir viel Fachwissen angeeignet; selbst bei einem Quereinstieg weißt du, wie du neues Wissen fachlich einsortieren und anwenden kannst.
- Positive Eigenschaften: Du bist fleißig, engagiert, verlässlich und teamfähig; das kannst du nicht nur behaupten, sondern das hast du im Laufe deines Arbeitslebens bewiesen.
- Loyalität: Als ältere Bewerberin erkennst du gute Arbeitgeber leichter; daher bist du auch besonders loyal, wenn es ein Match gibt.
5 Optionen für Geburtsdatum im Lebenslauf
Laut einer Indeed-Umfrage haben Personaler leider Altersgrenzen für Bewerbende im Kopf. So finden immerhin 47 % der befragten Personaler, dass Bewerber spätestens ab 55 Jahren zu alt für ihr Unternehmen seien.
Das zeigt ganz eindeutig, dass Altersdiskriminierung noch weit verbreitet bei Arbeitgebern ist.
Daher ist es nicht verwunderlich, wenn du dir als älterer Bewerber Gedanken über die Angabe des Geburtsdatums in der Bewerbung machst.
Es gibt die unterschiedlichsten Bewerbungssituationen, beruflichen Ziele und Anforderungen. Dementsprechend unterscheiden sich auch deine Optionen.
➤ #1 Geburtsdatum im Lebenslauf immer angeben
Das ist der bisher übliche Umgang mit dem Geburtsdatum: Du gibst es immer im Lebenslauf an.
In Zeiten von diskriminierungsfreien und anonymen Bewerbungen ist diese Option aber nicht mehr so modern.
Der Vorteil dieser Option ist, dass du damit Transparenz zeigst und möglicherweise Misstrauen bei Recruitern vermeidest.
Insbesondere in traditionellen Branchen wird oft erwartet, dass solche Informationen vorhanden sind.
Der Nachteil ist jedoch, dass du damit auch unbewusste Vorurteile über dein Alter auslösen könntest. Dies wiederum könnte deine Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch beeinträchtigen.
➤ #2 Geburtsdatum-Angabe nur bei Aufforderung
Eine weitere Option ist es, dass du das Geburtsdatum im Lebenslauf nur angibst, wenn es in der Stellenausschreibung ausdrücklich gefordert wird.
Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass du den Anforderungen der Arbeitgeber direkt entsprichst, ohne unnötig viele persönliche Informationen preiszugeben.
Wenn du allerdings dann dein Geburtsdatum weglässt, dann kann dies nachteilig für dich werden.
In der Regel wird ein Arbeitgeber nicht explizit nach dem Geburtsdatum fragen. Denn es verstößt gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.
Oftmals schränken Arbeitgeber durch die Wortwahl den Bewerberkreis ein, zum Beispiel dadurch, dass Einstiegs- oder Junior-Positionen offeriert werden.
Aber auch Formulierungen wie “junges, hoch motiviertes Team” in der Stellenanzeige können eine Altersdiskriminierung darstellen.
Die Frage für dich ist dann immer, ob du bei einem solchen Arbeitgeber arbeiten möchtest, der auf ein diskriminierungsfreies Bewerbungsverfahren wenig Wert legt?
➤ #3 Geburtstag im Lebenslauf niemals erwähnen
Du kannst deinen Geburtstag im Lebenslauf natürlich grundsätzlich immer weglassen. Dies könnte dir helfen, möglichen Altersdiskriminierungen vorzubeugen.
Der Vorteil ist, dass der Fokus mehr auf deinen Qualifikationen und Erfahrungen liegt. Der Nachteil ist jedoch, dass einige Personalverantwortliche die Angabe des Geburtsdatums als Standard betrachten und das Fehlen dieser Information negativ bewerten könnten.
Denke aber daran:
Wenn du deinen Werdegang im Lebenslauf auflistest, dann ist dein wahres Alter abschätzbar. Ein Realschulabschluss beispielsweise in 1996 lässt den Schluss zu, dass eine Bewerberin um 1980 (plus oder minus zwei Jahre) geboren wurde.
Auch auf Zeugnissen steht in der Regel dein Geburtsdatum.
Daher bieten anonymisierte Bewerbungsverfahren das Potenzial, Einstellungshürden aufgrund von Diskriminierung abzubauen.
Letztendlich bleibt aber die Gefahr, dass Personaler in späteren Einstellungsschritten wegen Geschlecht oder Alter diskriminieren.
➤ #4 Geburtsdatum im Einzelfall angeben
Eine vierte Option ist, wenn du dein Geburtsdatum nur in spezifischen Fällen erwähnst. Das ist beispielsweise der Fall, wenn ein Praktikum, ein Job oder eine Ausbildung ein Mindestalter erfordert.
Dann musst du genau wissen, wo diese Regelungen gelten und wo nicht, was zusätzliche Recherche erfordert.
➤ #5 Altersangabe alternativ platzieren
Wenn du dein Geburtsdatum im Lebenslauf weglässt, dann kannst du es alternativ im Anschreiben angeben. Zum Beispiel so:
“Als 37-jährige Diplom-Kauffrau verfüge ich über zehn Jahre Erfahrungen in der Konsumgüterbranche.”
Der Vorteil dieser Methode ist, dass du die relevanten Altersinformationen in Verbindung mit beruflichen Sachverhalten bereitstellst.
Wichtige Fragen und Antworten zum Geburtsdatum im Lebenslauf
Muss das Geburtsdatum in den Lebenslauf?
Eine Pflicht zur Angabe deines Geburtsdatums im Lebenslauf gibt es nicht.
Denn das Geburtsdatum ist eine Kann-Angabe in der Rubrik “Persönliche Daten” im Lebenslauf.
Muss ich Alter im Lebenslauf angeben?
Die Angabe des Alters ist freiwillig, aber üblich.
Wie Alter im Lebenslauf angeben?
Wähle das Datumsformat TT.MM.JJJJ. Eine Angabe des Geburtsorts ist nicht notwendig.
Zum guten Schluss: Geburtsdatum im Lebenslauf
Du musst dein Geburtsdatum nicht im Lebenslauf erwähnen. Aus anderen Lebenslaufangaben und Zeugnissen können Personaler aber dein Alter abschätzen.
Im Laufe des Bewerbungsverfahrens wirst du dein Alter nicht verschweigen können, selbst bei anonymen Bewerbungen.
Du willst mit deinen Kompetenzen, deinen positiven Eigenschaften und deinem Mindset punkten. Aber in der realen Arbeitswelt ist es leider noch so, dass Personaler ältere Bewerber ablehnen.
Konzentriere dich daher auf solche Arbeitgeber, die sich offen und altersdivers zeigen. Solche modernen Arbeitgeber haben es auch verdient, dass sie eine Fachkraft wie dich erhalten.
Die anderen Arbeitgeber, bei denen ältere Arbeitnehmer unterrepräsentiert sind, werden schon bald Probleme auf dem Arbeitsmarkt bekommen.

