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Keine Einleitung ist eine gute Einleitung

Mit einer schlagkräftigen Einleitung wecken Sie sofort das Interesse des Lesers, der dann die gesamten Bewerbungsunterlagen auch aufmerksamer prüft. Lassen Sie sich diese Chance auf keinen Fall entgehen! Aber leider verwenden sehr viele Bewerber eine allgemeine, floskelhafte und damit letztendlich sinnlose Einleitung. Oder die erste Hälfte des Anschreibens besteht sogar nur aus Standardsätzen, die keinerlei wichtige Informationen über den Bewerber und seine Qualifikationen beinhalten.


Eine solche schlechte Einleitung sieht beispielsweise folgendermaßen aus:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige auf der Website der Bundesagentur für Arbeit gelesen und möchte mich hiermit um die angebotene Ausbildungsstelle zur Verkäuferin bewerben. Ich habe mich gründlich über das Berufsbild, die Ausbildungsinhalte und die damit an mich gestellten Anforderungen informiert, und bin mir sicher, dass ich diese erfülle. Derzeit besuche ich die 10. Klasse der Goethe-Realschule in Berlin, die ich im Sommer 2015 mit der Mittleren Reife abschließen werde."

Zu dieser schlechten Einleitung ist Folgendes anzumerken:

  • Der erste Satz wird so oder ähnlich wohl von weit über 50% der Bewerber benutzt. Aber wenn kein Interesse an der Stelle bestünde, dann bräuchte der Bewerber auch keine Bewerbung schreiben. Außerdem stehen die Informationen, wo die Stellenanzeige gefunden wurde, am besten im Betreff. Als Faustregel gilt: Alle Informationen, die durch die Bewerbung an sich offensichtlich sind, brauchen im Anschreiben nicht erwähnt werden.
  • Dass Bewerber sich über den Beruf mitsamt den Anforderungen informieren, ist eine weitere Selbstverständlichkeit, die keiner Erwähnung im Anschreiben bedarf.
  • Es wird zwar oft dazu geraten, in der Einleitung sofort den schulischen oder beruflichen Status anzugeben, aber das sollte informativer als im obigen Beispiel erfolgen: durch eine Verknüpfung des derzeitigen Status' mit Argumenten. Verzichten Sie auf Floskeln und beginnen Sie ein Anschreiben mit den stärksten Argumenten. Das sind vor allem das Fachwissen, die besten Stärken, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie die letzten praktischen Erfahrungen, die auch zukünftig von hohem Nutzen sein werden. So kann eine Einleitung um eine Verkäuferin-Ausbildung auch folgendermaßen aussehen: "Mit meinem freundlichen Wesen und meiner Leidenschaft für Mode bin ich für Ihre Kunden eine kompetente Ansprechpartnerin, so dass sie tagtäglich mit ihrer Kaufentscheidungen zufrieden sind. Neues Fachwissen eigne ich mir aufgrund meiner Wissbegierde und meiner Leistungsbereitschaft kontinuierlich an, um - wie auf der Berufsfachschule - einen guten Notendurchschnitt zu erzielen."

Überprüfen Sie einmal die Einleitung Ihrer bisherigen Anschreiben auf die typischen Floskeln und Allgemeinheiten, die beim Personaler keine Lust auf das Weiterlesen machen. Solche typischen Floskeln und Allgemeinheiten, die Personaler nicht am Anfang des Anschreibens lesen wollen, sind vor allem:

  • "Hiermit bewerbe ich mich um..."
  • "Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen."
  • "Da Sie eine freie Stelle anbieten, bewerbe ich mich."
  • "Ich verfüge über die Qualifikationen, um die Stelle auszufüllen."
  • "Bezugnehmend auf Ihre Stellenanzeige..."
  • "Ich bin auf Ihre Homepage aufmerksam geworden, welche mir gut gefällt."
  • "Derzeit besuche ich..."
  • "Durch persönliche Recherche..."
  • "Auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz..."
  • "Ich habe mich über ... informiert."
  • "Weil ich eine neue Herausforderung suche..."
  • "Da mein Arbeitsverhältnis aus betrieblichen Gründen endet, bewerbe ich mich hiermit bei Ihnen."
  • "Sie suchen..."
  • "Durch die Bundesagentur der Arbeit habe ich erfahren..."
  • "Durch Ihre Internetseite bin ich auf Ihre Stelle gestoßen."

Würden Sie bei solchen Formulierungen das Anschreiben konzentriert und komplett durchlesen? Bestimmt nicht! Das Besondere, die Unterscheidungskraft ist einfach nicht gegeben. Wenn Sie also auf solche und ähnliche Floskeln und Allgemeinplätze verzichten, dann können Sie den Platz in der Einleitung des Anschreibens viel, viel besser nutzen: nämlich mit Ihren stärksten Argumenten. Und Ihre stärksten Argumente sind vor allem Ihr Fachwissen, Ihre fachlichen Qualifikationen, Ihre wichtigsten Stärken und Ihre aktuellen Berufserfahrungen. Kommen Sie im Anschreiben gleich inhaltlich zum Punkt, ohne Umwege über Floskeln. Das kann nicht oft genug wiederholt werden!

Sofern Sie dabei noch den Bogen zu den Aufgaben der avisierten Stelle spannen, erzeugen Sie somit eine hohe Aufmerksamkeit beim Leser, weil sich die Einleitung vom Einheitsbrei der Bewerbungen positiv abhebt. Daher stellen Sie in der Einleitung am besten immer eine Verbindung zwischen Ihrer wichtigsten Qualifikation oder Ihren besten Stärken mit einem Nutzen für das Unternehmen her. Der Nutzen kann beispielsweise sein, dass Sie mit Ihrem Können ein bestimmtes wichtiges Problem lösen, Vorteile gegenüber der Konkurrenz erreichen oder zu einem erfolgreicheren Arbeiten beitragen.

Bei der Gestaltung der Einleitung eines Anschreibens sollten Sie darüber hinaus möglichst auf reine Ich-Sätze ("Ich kann", "Ich bin", "Ich habe" usw.) verzichten. Denn mit diesen Ich-Sätzen wirken Ihre Sätze eintönig und ohne wirkliche Aussagekraft. So vermeiden Sie auch die Verwendung von sprachlich wenig aussagekräftigen Modalverben (können, sollen, wollen, müssen, mögen, dürfen) und Hilfsverben (haben, werden, sein). Mit der Verwendung des alternativen Possessivpronomens "mein" dagegen wird Ihre Einleitung lebendiger und interessanter, weil Sie damit sprachlich ohne Umwege den direkten Besitz anzeigen: nämlich von Qualifikationen, Fachwissen, Stärken und Berufserfahrungen. Insgesamt ist es im Anschreiben auch vorteilhaft, den Leser gelegentlich direkt anzusprechen, um damit eine persönliche Verbindung aufzubauen: und zwar mit den Anredepronomen "Sie" und "Ihr".

Beispiele für argumentative Einleitungen:

  • "Mit meiner langjährigen Erfahrung im technischen Support und meiner Kundenorientierung, die ich in Weiterbildungen konsequent schule, werde ich für Ihre Kunden ein zuverlässiger und kompetenter Ansprechpartner sein, der die technischen Probleme zu deren Zufriedenheit löst."
  • "Meine 20-jährige handwerkliche Berufslaufbahn, in der ich mich auch betriebswirtschaftlich konsequent weitergebildet habe, befähigt mich, für Ihre Bauprojekte den notwendigen Umfang von Umbaumaßnahmen richtig einzuschätzen und damit Kosten zu sparen. Durch meine oft gelobten Team- und Kommunikationsfähigkeiten organisiere ich den Einsatz aller Gewerke stets reibungslos."
  • "Seit vielen Jahren interessiere ich mich für die Natur und Umwelt und verbringe gerne Zeit an der frischen Luft. Durch Mitarbeit im elterlichen Garten bringe ich für die Gärtner-Ausbildung wichtige Vorkenntnisse mit. So werde ich Sie mit Ausbildungsbeginn tatkräftig unterstützen und einen Beitrag bei der Erhaltung, Pflege und Verschönerung der Grünflächen in Berlin leisten."

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